INHALT
A - DIE BEDEUTUNG DES ESSENS IN UNSERER HEUTIGEN GESELLSCHAFT. 3
A.1. - DIE NOTWENDIGKEIT DES ESSENS 3
A.2. - SOZIALE BEDEUTUNG DES ESSENS. 3
B - ESSSTÖRUNGEN 5
B.1. - WAS SIND ESSSTÖRUNGEN? 5
B.2. - ARTEN UND FORMEN VON ESSSTÖRUNGEN. 7
B.3. - GESELLSCHAFTLICHE URSACHEN 7
C - ANOREXIE. 14
C.1. - ALLGEMEIN. 14
C.2. - URSACHEN 15
C.3. - FOLGEN. 17
C.4. - BEHANDLUNG 18
D - BULIMIE 19
D.1. - ALLGEMEIN 19
D.2. - URSACHEN 21
D.3. - FOLGEN. 25
D.4. - BEHANDLUNG 26
E - BINGE EATING. 27
E.1. - ALLGEMEIN 27
E.2. - URSACHEN 28
E.3. - FOLGEN 30
E.4. - BEHANDLUNG 30
F - MISCHFORMEN VON ESSSTÖRUNGEN 31
G - ZUSAMMENFASSUNG 31
H - LITERATURVERZEICHNIS 33
A - DIE BEDEUTUNG DES ESSENS IN UNSERER HEUTIGEN GESELLSCHAFT
A.1. - Die Notwendigkeit des Essens
Der Vorgang des Essens ist heutzutage in Wohlstandsgesellschaften kein reiner Zweck des Überlebens mehr, da der Bedarf ausreichend und sogar überbedeckt ist, so dass die Wahl der Nahrung, die man aufnimmt, frei und individuell abstimmbar ist. Aber die Nahrungsaufnahme ist eines der wesentlichen Bestandteile der menschlichen Existenz, die nun mehr den Aspekt einer gesunden und richtigen Ernährung verfolgt, die vorwiegend aus der Natur stammende Lebensmittel im Mittelpunkt der Ernährung sieht. Sie ist entscheidend für Leben oder Tod und Gesundheit oder Krankheit (Setzwein 2004, S. 18). Ein ausgemergelter und abgemagerter Körper ist nicht ausreichend in der Lage, Dinge zu verrichten, da ihm Nährstoffe und Energie fehlen, was wiederum zu Krankheiten führen kann. Und genauso kann ein mit ständig übermäßiger Energieaufnahme belasteter Körper auch durch Krankheiten in seiner Leistung eingeschränkt sein. Hierfür ist eine ausgewogene und an den jeweiligen Körper angepasste Aufnahme von Kohlehydraten, Eiweiß, Fett, Vitaminen und Mineralstoffen Voraussetzung für eine optimale Versorgung, damit Krankheiten erst gar nicht entstehen oder eine Unterversorgung einritt. Die Nahrungsaufnahme ist Grundlage für das Funktionieren des Körpers. Sie ist Grundlage zur Lebenserhaltung und der Hervorhebung von Leistungen des Alltags. Der Körper benötigt Energie, Vitamine und Mineralstoffe, damit der Körper uneingeschränkt Leistung erbringen kann, in Form von körperlichen Betätigungen, wie Sport oder Arbeiten, geistigem Arbeiten und zur Erhaltung seiner Physis. Als natürliches und angeborenes Bedürfnis, den Körper mit Nahrung zu versorgen, ist die Aufnahme des Essens ein wiederkehrender Prozess, der mehrmals am Tag zustande kommt, um eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme zu sichern. Denn die permanente Leistungsfähigkeit eines Körpers ist nur durch die regelmäßige Aufnahme von Mahlzeiten gesichert.
A.2. - Soziale Bedeutung des Essens
Die Ernährung ist „in das Netz der Kultur“ (Setzwein, 2004, S. 19) eingebunden. Die jeweiligen kulturellen Unterschiede in der Wahl der Nahrungsmittel, der Zubereitung von Speisen und der Art der Mahlzeiten führen zu einer Abgrenzung unterschiedlicher
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Kulturen, aber auch zu einer Verstärkung des Einheitsgefühls einer Kultur. Die Eigenschaften und Eigentümlichkeiten einer Kultur werden geprägt. Für Deutschland sind z. B. deftige Hausmannskost oder Sauerkraut wie ein Markenzeichen der Küche. In anderen Ländern sieht dies schon erheblich anders aus. Schon die nationalen Unterschiede des Frühstücks weisen eine große Nahrungsvielfalt auf, und eine jeweils eigene Besonderheit für sich. Diese nationale Besonderheit des Essverhaltens und der jeweiligen für diese Nation typischen Lebensmittel ist eine Stärkung des sozialen Gefühls. Wertet jemand diese national typischen Speisen ab, so führt dies auch zu einem Ausschluss aus der Gesellschaft. Vom Kindesalter an „eignen sich Menschen die gesellschaftlichen Strukturen an“ (Setzwein 2004, S. 29). Von klein auf an passen sich Menschen dem Verhalten von Essen und Trinken der Gesellschaft an, und einverleiben sie sich so sehr, dass sie dieses Verhalten selber reproduzieren, und sich einem gewissen gegebenen Muster der Gesellschaft einfügen (Setzwein 2004, S.29). Dies sind u. a. Tischmanieren, feste Essenszeiten, die Zubereitung von Speisen oder aber auch Rituale beim Essen. Essen ist ein Prozess der Zivilisation in der sich Verhaltensstandards entwickelt haben. Ein deviantes Verhalten gegenüber diesen Standards kann auch zu einem Ausschluss und zu einer Abwertung führen. Dies führt zu einer „Regulation der Sozialbeziehungen“ (Setzwein 2004, S. 30). Es kann z. B. verpönt sein, Essen an gewissen Orten, wie der Toilette, zu sich zu nehmen, oder aber auch dass gewisse Speisen aus einem Glauben heraus nicht gegessen werden dürfen, wie z. B. das Schweinefleisch von Muslimen verachtet wird. Diese gesellschaftlichen Strukturen über das Essverhalten sind ein sozialer Zusammenhalt. Sie stärken die Gemeinschaft, und haben einen sozialen Sinn. Das gemeinsame Essen mit der Familie hat zum einen die Bedeutung der Nahrungsmittelversorgung, aber zum anderen wird dadurch das Aufeinandertreffen der Familienmitglieder sichergestellt, und die Menschen haben, wie auch die Nahungsaufnahme wiederkehrend ist, eine immer wiederkehrende Zeit an der alle zusammentreffen, und der persönliche Austausch der Familienmitglieder untereinander gesichert ist. Das Essen wird hier als sozialer Faktor genutzt, da ein kleiner Kreis an Menschen, wie eine Familie oder Freunde, gemeinsam an etwas teilnimmt, und diese Menschen sich gemeinsam ein Essen teilen. Dies unterdrückt auch egoistisches Handeln, denn die Gemeinschaft ist zum Teilen aufgefordert, um den Zusammenhalt zu stärken. Die Notwendigkeit des Essens zum Überleben ist hier gepaart mit der sozialen Funktion des Essens zur Schaffung einer Gemeinschaft. Da das
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Essen lebensnotwendig ist, wird in Verbindung mit einem gemeinsamen Essen gezeigt, welche soziale Notwendigkeit das gemeinsame Speisen hat. „Gemeinsames Speisen gilt traditionell als Instrument zur Schließung von Bündnissen und Befriedigung sozialer Konflikte“ (Setzwein 2004, S. 33). Zugleich bedeutet solch eine Gemeinschaft auch eine Abgrenzung von anderen. Wird ein Mensch von solch einer gemeinsamen Speise ausgeschlossen, oder meidet eine Person gar selbst am gemeinsamen Speisen teilzunehmen, um z. B. seine Individualität dazustellen, führt dies zu einem Ausschluss der Gemeinschaft. Durch das Essverhalten ist auch der soziale Status in einer Gesellschaft ablesbar. Die mittlere und obere Gesellschaftsschicht orientiert sich eher an einer gesunden Ernährungsweise, wohin gegen die untere Gesellschaftsschicht hiervon abweicht (Prahl und Setzwein, 1999, S. 68). Der unteren Gesellschaftsschicht fehlen einkommensbedingt die Mittel, sich in einer gesunden Weise zu ernähren. Hier kann die Wahl der Nahrung auch ein Indiz über den sozialen Status sein. Der gewohnte Mahlzeitenrhythmus ist bei Personen in ärmern Lebenslagen kaum oder gar nicht vorhanden (Prahl und Setzwein 1999, S. 72). Durch die Tendenz der Entzeitlichung, dass Essen überall erhältlich ist, und immer weniger Zeit für den Essenvorgang vorhanden ist, durch längere Arbeitszeiten, werden Mahlzeiten immer mehr verkürzt und immer weniger gemeinsam eingenommen. Deswegen zeichnet sich ebenso die Tendenz ab, sich wieder mehr Zeit für die Zubereitung und das gemeinsame Essen zu nehmen, da genau diese Rituale das Miteinander stärken.
B - ESSSTÖRUNGEN
B.1. - Was sind Essstörungen?
„Essstörungen gehören zu den psychosomatischen Erkrankungen“ (Absenger 2005, S. 93). Sie ist eine seelischbedingte Krankheit, die zu körperlichen Erkrankungen führt. Essstörungen sind Störungen der Nahrungsaufnahme und des Körpergewichts. Das Essverhalten weicht von der Norm ab, und drückt sich im Zuviel oder Zuwenig-Essen aus. Charakterisierend hier für ist der krankhafte Umgang mit Essen. Es wird übermäßig kontrolliert, ist angstbesetzt, orientiert sich nicht nach einem Hungergefühl und ist chaotisch, da kein geregelter Essensrhythmus vorhanden ist. Zudem ist das Essverhalten stimmungsabhängig, gewichtsabhängig, ein Mittel der Stressbewältigung und
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kontrolliert die Gedanken. Da die Nahrungsaufnahme auch das Körpergewicht bestimmt, wird die Nahrungsaufnahme eher zur Nebensächlichkeit und das Gewicht spielt eine maßgebende Rolle für das Essverhalten. Die Nahrungsaufnahme und somit auch der Körper werden manipuliert. Das Ziel einer essgestörten Person ist die Gewichtsabnahme oder die Gewichtskontrolle, die aber später durch den Verfall in eine Sucht zu einem Kontrollverlust führt. Die Sucht führt zu einer falschen und verzerrten Eigenwahrnehmung. Magersüchtige finden sich z. B. trotz ihrer Magerkeit immer noch zu dick. Eine andere Person könnte diese Eigeneinschätzung als objektiv falsch einstufen, doch eine Magersüchtige ist nicht mehr in der Lage, dies realistisch zu beurteilen. Die gestörte Einstellung zum Köper wird auch dadurch ausgedrückt, dass das Gefühl zum eigenen Körper abhängig vom Wiegen, von der eigenen Stimmung und vom Essen ist, und dass der Körper überwiegend kritisch beobachtet wird. „Essstörungen sind schwer wiegende seelisch-körperliche Erkrankungen“ (Reich u. a. 2004, S. 9). Auch wenn die Essensaufnahme ein Grundbedürfnis ist, ist sie eng mit Gefühlsregungen und sozialen Beziehungen verbunden (Reich u. a. 2004, S.12). „Das Essen dient in hohem Maße psychologischen und sozialen Zwecken“ (Prahl und Setzwein 1999, S. 112). So sind jedem Menschen auch Situationen bekannt, in denen man gefühlsbedingt nicht isst oder man übermäßig isst. Essen wird u. a. als Trostmittel, zur Vertreibung von Frustrationen oder auch als Kommunikationsmittel genutzt. Nur bei essgestörten Personen geht dieses Verhalten in krankhafte Muster über, und sind keine schlechten Angewohnheiten mehr, denn sie haben körperliche, seelische und soziale Folgen. Das Essen erlangt für sie eine missbräuchliche Funktion. Das Essen wird durch Gefühle und den Verstand gelenkt und dient zur Bewältigung von seelischen Problemen wie innere Konflikte, Stress und hoffnungslos erscheinende Schwierigkeiten. Essstörungen sind Lösungsansätze für tiefe, seelische Probleme, Ersatz für verdrängt Gefühle und Bedürfnisse, aber auch ein Ausweg. Essstörungen stellen eine Sucht da, auch wenn sie anders sind als stoffgebundene Süchte wie Alkohol- oder Drogensucht. Das Essverhalten von essgestörten Personen ist ein suchtartiges und stellt die Such da. Der gesamte Alltag einer essgestörten Person ist durch seinen Umgang mit Essen bestimmt und die Gedanken sind nur mit dem Thema Essen beschäftigt. Der Tagesablauf dreht sich zunehmend um die Suchtmittel und die Beschaffung der Suchtmittel. Da die Sucht somit immer mehr in den Lebensmittelpunkt de Abhängigen stellt, werden soziale Kontakte vernachlässigt. Dies wiederum führt zu
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einer Isolation. Die Sucht spiegelt sich in dem Kontrollverlust, dem Zwang der Wiederholung und der sozialen Isolation wider. Da das Essen oder Nicht-Essen nur für kurze Zeit Befriedigung verschafft, aber ein Gefühl von Sicherheit und Selbstständigkeit gibt, sind Wiederholungen ausschlaggebend für die Eigendynamik dieser Sucht. Essgestörte können, wie Süchtige stoffgebundener Mittel, eine Wiederholung nicht aufhalten, da Entzugserscheinungen auftreten. Die Essgestörten sind dem Zwang des Nicht-Essens oder des wahllosen übermäßigen Essens ausgeliefert. Somit gerät ihr Verhalten außer Kontrolle. Sie sind nicht mehr Herr über sich selbst und sind von dem Wiederholungszwang gesteuert. Ein Rückfall kann hier ohne medizinische Hilfe nicht aufgehalten werden.
B.2. - Arten und Formen von Essstörungen
Es gibt drei Hauptformen von Essstörungen. Als erstes die Magersucht, auch Anorexie genannt (Anorexia nervosa, [Anorexia = Appetitlosigkeit; nervosa = nervlich, psychisch bedingt]), als zweites Bulimie, auch Ess-Brech-Sucht genannt (Bulimia nervosa), und als drittes die Esssucht, auch Binge-Eating genannt (Binge bedeutet schlingen). Es gibt auch noch die Fettsucht, auch Adipositas genannt. Magersüchtige haben Angst vor dem Essen und einer Gewichtszunahme. Sie hungern sich buchstäblich zu Tode. Bulimische Menschen leiden an Heißhungerattacken, bei denen sie eine riesige und abnorme Menge an Essen gierig herunter schlingen, diese dann aber durch ein selbst herbeigeführtes Erbrechen aus Angst vor einer Gewichtszunahme erbrechen. Esssüchtige haben Essanfälle, bei denen sie riesige, abnorme Maßen an Essen in kurzer Zeit regelrecht herunter schlingen, diese aber dann, im Gegensatz zu Bulimiekern nicht erbrechen. Bei Adipositas handelt es sich um starkes Übergewicht, dass durch ständig übermäßige Energiezufuhr und ständig geringer körperlicher Aktivität verursacht wird. Offiziell gilt Adipositas nicht als Essstörung, da sie eine chronische Krankheit ist (Absenger 2005, S. 128). Adipositas bezeichnet den Ausprägungsgrad von Übergewicht (Reich u. a. 2004, S. 27).
B.3. - Gesellschaftliche Ursachen
Die Fälle von Essstörungen haben in den letzten fünfzehn Jahren dramatisch zugenommen (Reich u. a. 2004, S. 28). Dies kann zum einen durch eine Zunahme an Essgestörten liegen, zum anderen aber auch daran, dass das Thema Essstörungen immer
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weiter in die Öffentlichkeit getragen wird, so dass weit aus mehr darüber geredet wird, und die Erkrankung sensibler behandelt wird. Dies kann auch daran liegen, dass die Dunkelziffer an Essgestörten, die meist weit über den real behandelten Fällen liegt, gesunken ist. Dass die Zahl der Übergewichtigen angestiegen ist, wurde bereits in den Medien oft diskutiert und dargestellt.
Zu beobachten ist, dass Magersucht häufig in den höheren Sozialschichten auftritt, und dass in den westlichen Ländern die Zahl der Übergewichtigen in den unteren sozialen Schichten stärker vertreten ist, als in den höheren Sozialschichten. Das geltende extreme Schönheitsideal der Gesellschaft, dass sich gerade durch den medialen Veröffentlichungsstrom und die Werbung immer mehr in den Köpfen der Gesellschaft festsetzt, hat einen großen Einfluss auf die Krankheitsentstehung. Diäthalten aus Schlankheitsgründen ist ein wesentlicher Vorläufer von Essstörungen, denn Essstörungen nehmen in dem Maße zu, in dem sich Schlankheitsdiäten verbreiten (Reich u. a. 2004, S. 29). Daraus resultiert ein Druck, dem die Gesellschaft ausgesetzt ist. Schlankheit wird mit Intelligenz, Schönheit, Attraktivität, beruflichem und privatem Erfolg gleichgesetzt. Übergewichtige Personen sind stets den Vorurteilen der Gesellschaft ausgesetzt, da Übergewicht genau im Gegensatz zur Schlankheit mit Abscheu und Ekel, mangelnder Intelligenz, beruflicher Inkompetenz sowie Misserfolg besetzt ist. Schon vom Kindesalter an erleben Menschen, die von der jeweiligen Norm abweichen, eine Diskriminierung durch andere Menschen an ihrer Person allein durch ihr äußeres Erscheinungsbild. Gerade dadurch, dass das Schönheitsideal mit Erfolg verbunden ist, ist die höhere soziale Schicht für Essstörungen anfälliger, da das Gewicht eine wichtige Rolle für ihre Identität spielt. Man sagt auch, dass Essstörungen eine Wohlstandskrankheit ist. Denn durch die ausreichende Versorgung an Nahrung gekoppelt mit der ewigen Nacheiferung dem Schönheitsideal zu entsprechen, rutschen die Betroffenen in einen Kreislauf, der meist mit Diäten beginnt. Dieses, in der Gesellschaft festgesetzte Bild, verursacht das verstärkte Aufkommen von Diäten und kontrolliertem Essverhalten mit dem Ziel schlank zu werden, und kann Auslöser von Essstörungen sein. Dies kann wiederum bei einer starken Unterversorgung an Nahrung oder durch Fasten zu Essanfällen führen, da der Körper einem solch großen Hungergefühl ausgesetzt ist, gegen den sich der Mensch schlecht wehren kann. Durch das Schönheitsdeal, dass durch die Medien einen sehr hohen Einfluss auf die Menschen hat, kommt vermehrt die bereits weit verbreitete Unzufriedenheit mit dem eigenen
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Körper zustande, die wiederum Auslöser für eine Diät seien kann, oder gerade durch die Unzufriedenheit zu Essanfällen führen kann, da der Betroffene aus seinem Kummer gegenüber seinem als verabscheuend betrachteten Körper diesen regelrecht in sich hinein isst. Diese Unzufriedenheit mit seinem eigenen Körper fördert wiederum die gestörte Einstellung zum Körper, die parallel zur gestörten Einstellung zum Essen entsteht. Durch die gesellschaftliche Erwartungshaltung gegenüber der Frau, gleichzeitig mehrere Rollen perfekt auszuüben, geraten Frauen unter einen sehr belastenden Druck und sogar einer Überforderung. Sie sollen emanzipiert, selbstständig, unabhängig und durchsetzungsfähig, sowie eine liebevolle Mutter oder auch anpassungsfähig sein. So sieht das Bild einer perfekten Frau aus, dem die meisten Frauen auch versuchen nachzueifern. Dieser Druck artet in einer Überforderung aus, da hier kein Freiraum für die eigentliche Persönlichkeit bleibt. Gerade bei bulimischen Frauen wird nach außen das Bild der Perfektion dargestellt, aber um diesem Druck entweichen zu können, ist die Essstörung ein Mittel dieses hoffnungslose Problem lösen zu können. Gerade Frauen sind, durch die Überbewertung ihrer äußerlichen Erscheinung, einem großen Druck ausgesetzt, der ihnen auch tagtäglich durch die Werbung einverleibt wird. Zudem werden Frauen überwiegend durch ihr Aussehens und weniger oder kaum durch ihre Leistungen beurteilt. Doch nicht nur Frauen sind von Essstörungen betroffen. In den letzten Jahren stieg auch die Zahl der männlichen Betroffen, da auch das männliche Schönheitsideal immer weiter in den Fokus der Werbung gerät. Durch die Werbung wird vermittelt, wie man durch den Kauf der jeweiligen Produkte, auch diese Schönheit erlangen kann. Auch Männer sind mehr und mehr dem Druck der Gesellschaft ausgesetzt, ebenfalls dem Schönheitsideal zu entsprechen. Sie werden auch mehr und mehr nach ihrem Erscheinungsbild und ihrer Figur beurteilt, wie dieses schon seit langem bei getan Frauen wird. Die Ursachen aber, dass eine Essstörung ausgelöst wird, liegen im persönlichen, familiären, sozialen und biologischen Bereich. Die Entstehungsgründe sind sehr vielfältig und individuell unterschiedlich. Das Problem der gestörten Körperwahrnehmung verstärkt sich sehr durch Selbstzweifel und ein geringes Selbstwertgefühl. Das Schönheitsideal und die Anforderungen an Frauen sind die ausschlaggebenden Einflüsse für Essstörungen. Auch Spannungen in der Familie, Trennungserlebnisse, Vererbungen oder der Druck von Gleichaltrigen können Entstehungsgründe sein. Diese einzelnen Faktoren können seelische und zwischenmenschliche Probleme entstehen lassen, für die der Betroffene
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Milena Pollmanns, 2008, Abweichungen vom Essverhalten - Essstörungen in der heutigen Gesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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