A - Datenreport - Einleitung
Die Sekundäranalyse stütz sich auf Daten aus Primärforschungen, die einst für andere Zwecke erhoben worden sind. Wichtige Quellen hierfür sind vor allem bereits vorhandene Datensätze. Auch bereits vorhandene Datenarchive ermöglichen einen historischen Vergleich, besonders in der Sozialforschung. Genau dies gilt auch für den Datenreport. Die zur Verfügung gestellten Daten erleichtern den Weg der Hypothesentestung und ersparen Zeit und Geld. Was genau der Datenreport ist, welche Daten in ihm zu finden sind, und in welchen Bereichen diese auch brauchbar sind für Sekundäranalysen bzw. welche Themenbereiche im Datenreport auffindbar sind, wird diese Arbeit erläutern.
B - Datensätze zur Sekundäranalyse: Datenreport
B.1. - Datenreport - wichtige Daten und geschichtliche Hintergründe
Der Datenreport ist ein sozialwissenschaftlicher Datensatz zur Sozialstrukturanalyse. Es ist „ein Gemeinschaftsprojekt des Statistischen Bundesamtes (Destatis), des
Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und der Gesellschaft sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (GESIS)“ (Statistisches Bundesamt, 2009 b), bzw. vor 2008 des Zentrums für Umfragen, Methoden und Analysen, Mannheim (ZUMA). Es hat sich zum Standardwerk aus Daten der amtlichen Statistik und Ergebnissen der Sozialforschung entwickelt (Stadtmarketing Mannheim). Die alle zwei Jahre erscheinende, und somit regelmäßige, sehr umfangreiche, meist 500 - 600 Seiten umfassende, Sozialberichterstattung spiegelt den sozialen Wandel und die Lebensqualität in Deutschland wider, und stellt auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen in Europa dar. Somit ist er der wichtigste Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland (Noll, 2008). Ziel ist es, „die aktuelle Situation und Entwicklungen der individuellen Lebensverhältnisse und der deutschen Gesellschaft insgesamt zu beleuchten und zu beurteilen“ (Statistisches Bundesamt, u. a. 2008, S. 8). Des Weiteren zielt der Bericht darauf ab, „relevante Trends des gesellschaftlichen Wandels, auf der Ebene sozioökonomischer Strukturen, aber auch individueller Einstellungen und Verhaltensweisen, aufzuspüren und empirisch zu beschreiben“ (ebd. 2008). Frei übersetzt ist der Datenreport ein ‚sozialer Report Deutschlands’, der auch Einblicke in europäische Verhältnisse gibt. Die Datenreporte vor
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dem Bericht von 2008 sind in zwei Teile untergliedert. Der erste Teil bietet Statistiken zu Gesellschaft, Wirtschaft und Staat, wobei der zweite Teil die objektiven Lebensbedingungen mit dem subjektiven Wohlbefinden in Deutschland vergleicht. Somit befasst sich der erste Teil mit der amtlichen Statistik, und der zweite Teil mit der wissenschaftlichen Sozialberichterstattung. Mit dem Bericht von 2008 wird die bisherige Zweiteilung des Reports aufgehoben, die durch eine integrierte, nach Themen strukturierte Gliederung ersetzt wird (Noll 2008). Farbliche Markierungen machen deutlichen, ob der jeweilige Unterpunkt vom Statistischen Bundesamt oder von der WZB/ GESIS-ZUMA stammt. Kapitel B.1.3 erläutert den Übergang der ZUMA zur GESIS-ZUMA noch genauer. Im Datenreport selbst sind viele andere Erhebungsprogramme der empirischen Sozialforschung integriert, wie das sozio-ökonomische Panel (SOEP), die Wohlfahrtssurvey oder die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) (Statistisches Bundesamt u. a. 2004, S. 453). Da das sozio-ökonomische Panel über das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) veröffentlicht wird, ist es auch als Autor für den Datenreport angegeben. Der Datenreport besteht in seiner Zweiteilung schon seit 1985 (Südwestdeutscher Bibliotheksverbund 2000). Erstmals erschienen ist der Datenreport 1983, wobei es zu dieser Zeit noch nicht den zweiten Teil gab. Dieser wurde erst 1985 aufgenommen, wobei es diesen Teil in selbstständiger Führung schon seit den siebziger Jahren unter dem Namen Soziologische Almanach gab (Südwestdeutscher Bibliotheksverbund 2000). Ab der Ausgabe von 1992 waren andere Kooperationspartner für den zweiten Teil verantwortlich: das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und das Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) (Südwestdeutscher Bibliotheksverband 2000). Über die Bundeszentrale für politische Bildung sind die Datenreporte von Anfang an kostenlos für jedermann zugänglich. In dem Datenreport von 2008 wurden die Themen zusammengefasst zu 16 Themenblöcken, die die statistischen und sozialwissenschaftliche Daten thematisch vereinen. Dies wären: Bevölkerung, Familie, Bildung, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, private Haushalte, Sozialstruktur und soziale Lagen, Wohnen, Gesundheit & soziale Sicherung, öffentliche Sicherheit, Umwelt, Freizeit, Demokratie & politische Partizipation, subjektives Wohlbefinden & Wertorientierungen und letztlich Deutschland in Europa. Die Umstrukturierung erfolgte aufgrund einer besseren Nutzerfreundlichkeit und einer besseren Transparenz (Statistisches Bundesamt u. a. 2008, S. 8).
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B.1.1. - Das statistische Bundesamt (Destatis)
Die Aufgabe des statistischen Bundesamtes als deutsche Bundesbehörde besteht darin, statistische Informationen bereitzustellen und zu verbreiten, die objektiv, unabhängig und qualitativ hochwertig sind (Statistisches Bundesamt 2009 a). Sie erstellen statistische Überblicke und sammeln und analysieren statistische Daten zu den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft, sowie Umwelt. Thematische Beispiele hierfür wären: Arbeitsmarkt, Bevölkerung, Preise, Verdienste & Arbeitskosten, aber auch die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Die bereitgestellten Informationen dienen der Politik, der Regierung, der Verwaltung, der Wirtschaft sowie den Bürgern Deutschlands.
B.1.2. - Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung ist ein sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung 2006). Es wurde 1969 gegründet auf Initiative von Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen (ebd. 2006). Heutzutage ist sie eine renommierte Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der Sozialwissenschaft, die problemorientierte Grundlagenforschung betreibt, und Entwicklungstendenzen, Anpassungsprobleme und Innovationschancen moderner
Gesellschaften erforscht (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung 2006). Somit ist das Hauptuntersuchungsfeld der sozialwissenschaftlichen Einrichtung die Problemfelder einer Gesellschaft. Die wichtigsten Forschungsfelder der Einrichtung sind Bildung, Arbeitsmarkt, soziale Ungleichheit, Probleme des Sozialstaats, Gesellschaft im Allgemeinen, Demokratie, Politik, interkulturelle und internationale Konflikte (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung 2006).
B.1.3. - Vom Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) - zum GESIS-ZUMA (Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen)
Bedingt durch Reorganisationsmaßnahmen besteht das Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen nicht mehr unabhängig. Die Restrukturierungsmaßnahmen werden voraussichtlich erst 2010 abgeschlossen sein (GESIS 2009). Daher wird das ZUMA, neben dem ‚Informationszentrum Sozialwissenschaften’ (IZ) und dem ‚Zentralarchiv für empirische
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Arbeit zitieren:
Milena Pollmanns, 2009, Datensätze zur Sekundäranalyse: Datenreport, München, GRIN Verlag GmbH
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Milena Pollmanns's Text Datensätze zur Sekundäranalyse: Datenreport ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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Datenreport Erziehungswissenschaft 2008
Klaus-Jürgen Tillmann, Thomas Rauschenbach, Rudolf Tippelt, Horst Weishaupt
Datenreport Erziehungswissenschaft 2012
Werner Thole, Hannelore Faulstich- Wieland, Horst Weishaupt, Ivo Züchner, Klaus Horn
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