Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1 Die Nachfolgekrise. 4
1.1 Aufenthalt in Pavia 4
1.2 Reichstag in Rohr 5
2 Rolle Adelheids während der Regentschaft Theophanus. 5
3 Regentschaft Adelheids 7
3.1 Bedeutung für das Ostfrankenreich 8
3.2 Außenpolitische Bedeutung für das Ostfrankenreich. 9
3.3 Ottos III. Weg zur Selbständigkeit. 10
4 Fazit 11
5 Quellen- und Literaturverzeichnis 12
2
Einleitung
Nachdem der 3jährige Otto, Sohn Kaiser Ottos II., im Frühjahr 983 in Verona zum König gewählt worden war, wurde er ins Ostfrankenreich gebracht, um dort nach der Krönung anstelle seines Vaters den ottonischen Hof zu repräsentieren. Offenbar wollten die Fürsten durch die Obhut über Otto III. eine Nebenregierung etablieren. 1 Nachdem sich die Nachricht über den Tod des Kaisers verbreitet hatte, nahm Heinrich der Zänker 2 den kleinen Otto an sich. Die Nachfolgekrise begann. Die Quedlinburger Annalen führen über die Ambitionen Heinrichs aus: „[…] er begehrte König zu heißen und zum Könige geweiht zu werden.“ 3 Die Quellen, wie die Chronik des Thietmar von Merseburg und die Annalen von Quedlinburg und Hildesheim, die auch im Zuge dieser Arbeit verwendet werden, berichten ausführlich über diese Ereignisse. Es liegt auf der Hand, dass Kaiserin Theophanu als Ottos III. Mutter und als Gegenspielerin des Zänkers eine herausragende Bedeutung im Thronstreit und der nachfolgenden Regentschaft einzuräumen ist. Doch wie verhält es sich in diesen Geschehnissen mit Kaiserin Adelheid, der Großmutter Ottos III.? Hatte sie eine tragende Rolle im Thronstreit und von welcher Bedeutung war sie für das Reich während Theophanus Regentschaft und nach dem Tode derselbigen?
Im ersten Teil dieser Arbeit wird geklärt, von welcher Relevanz Adelheid für den Thronstreit war. D. h., brachte sie sich allein in den Streit ein oder wurde sie von anderen gerufen. Anschließend wird auf die Frage eingegangen, wie sich Adelheid in den Verhandlungen mit dem Zänker in Rohr hervortat.
Nachfolgend soll im zweiten Teil erörtert werden, inwiefern Adelheid an der Regentschaft für Otto nach Beendigung des Thronstreites beteiligt war und wie lange sie diesem Regiment angehörte.
Zum Schluss wird im letzten Teil die Bedeutung von Adelheids Regentschaft erörtert. Welches Wirken hatte ihre Regentschaft auf das Reich? Wie äußerten sich ihre Machtbefugnisse? Welche Zeitspanne umfasst ihre Regentschaft?
Neben den bereits genannten Quellen werden vor allem die Königsdiplome Ottos III. verwendet. Aber auch auf die Briefsammlung von Gerbert von Reims und die Lebensbeschreibung der Kaiserin Adelheid sind für diese Arbeit von Bedeutung.
1 Vgl. Offergeld, Reges pueri, S. 656 f.
2 Heinrich II. von Bayern, auch als der Zänker bezeichnet, war Ottos III. Großonkel. Er war ein Nachkomme Heinrichs I. von Bayern, eines Sohnes Otto des Großen.
3 Ann. Quedlinburgenses ad a. 984, ed. Giese, S. 471: […] ut et rex dici et in regem benedici appeteret, übersetzt in Winckelmann, Jahrbücher von Quedlinburg 984, S. 3; vgl. auch Uhlirz, Jahrbücher, S. 11: Auch wenn Otto III. noch ein Kind gewesen war, so konnte er trotzdem die Herrschaftswürde tragen. Jedoch führte derjenige die tatsächliche Gewalt aus in dessen Obhut sich der König befand.
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1 Die Nachfolgekrise
1.1 Aufenthalt in Pavia
Nach dem Tod Ottos II. am 7. Dezember 983 verließ Theophanu Rom und ging „[…] schwer getroffen durch den jüngst erlittenen furchtbaren Verlust und durch die Trennung von ihrem einzigen Sohne, zur Kaiserin Adelheid in die Stadt Pavia, wurde tiefbewegt empfangen und fand liebevollen Trost.“ 4 Zusammen mit Adelheid sollte das Königtum Ottos III. gesichert werden. 5 Nachdem der Zänker sich in Quedlinburg zum König ausrufen lassen hatte, rief die Opposition unter Willigis die beiden Kaiserinnen ins Reich. 6 Die Quedlinburger Annalen berichten, dass sich die Königspartei Anfang 984 an Adelheid wandte, damit diese ins Reich käme und ihnen im Kampfe gegen den Zänker beistehe. Auf diesen Hilferuf hin zog sie mit Theophanu ins Reich. Ihr Zug zu den Verhandlungen in Rohr mit dem Zänker wurde von engen Familienangehörigen Adelheids, wie ihrer Tochter Mathilde, ihrem Bruder König Konrad von Burgund und den Großen aus Franken, Italien, Gallien, Schwaben, Franken, Lothringen, Sachsen, Thüringen und dem Slavenland begleitet. 7 Obwohl Theophanu zweifellos als Königsmutter eine besondere Rolle im Thronstreit spielte, so wird Adelheid hier gegenüber ihrer Schwiegertochter hervorgehoben. Vielleicht genoss Adelheid als mater regnorum 8 und als consors regni 9 Ottos I. größeres Ansehen und ihre Beteiligung an der Regierung ihres Mannes und Sohnes 10 versprach Kontinuität. Evtl. schwang die Abneigung gegen die „Griechin“ 11 , die ihr einige nach der Niederlage gegen die Sarazenen entgegenbrachten, mit. 12
4 Thietmar, Chronicon IV 1, ed. Holtzmann, S. 130: […] pro dolor! in hoc ordine ultimi, novitate diri vulneris et
unici absencia filii perculsa, ad Ethelheidam inperatricem Papiam civitatem veniens, magno succipitur luctu caritativoque lenitur solatio; übersetzt in Trillmich, Thietmar von Merseburg, Chronik, IV 1, S. 115; vgl. auch RI II 3, Nr. 956s.
5 Vgl. Holtzmann, Geschichte der sächsischen Kaiserzeit, S. 297; vgl. auch Schnith, Frauen, S. 57.
6 Vgl. Holtzmann, Geschichte der sächsischen Kaiserzeit, S. 297.
7 Vgl. Ann. Quedlinburgenses ad a. 984, ed. Giese, S. 471.
8 Gerbert von Reims sprach Adelheid als mater regnorum in seinen Briefen Nr. 74, ed. Weigel, S. 105 sowie 128, ed. Edb., S. 156 an; siehe hierzu besonders Offergeld, Reges pueri, S. 728; Glocker, Verwandten, S. 92.
9 Vgl. D O I 343, siehe auch hierzu Glocker, Verwandten, S. 89-91.
10 Siehe Thietmar, Chronicon III 1, ed. Holtzmann, S. 96: […] cuius [piae genitricis suae] gubernaculo vigebat […]. Da Otto II. unter Leitung seiner Mutter heranwuchs, legt dies nahe, dass diese auch einen gewissen Einfluss auf seine Regierung hatte; vgl. hierzu auch Schnith, Frauen, S. 49.
11 Epitaphium Adelheidae c. 8, ed. Pertz, S. 640.
12 Siehe hierzu Brunonis Vita S. Aldalberti, ed. Pertz, S. 598; vgl. auch Glocker, Verwandten, S. 93; vgl. auch Stefan Weinfurter, Otto III. (983 - 1002), in: Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919 - 1519), hg. v. Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter, München 2003, S. 73-96, hier S. 76.
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Arbeit zitieren:
Janette Rau, 2009, Kaiserin Adelheid, München, GRIN Verlag GmbH
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