Hinweise zum Lesen der Bachelorarbeit
Die vorliegendene Arbeit ist nach der Neuen Deutschen Rechtschreibung verfasst.
Zitate im Original sind in ihrer jeweiligen Form belassen. Fehler in den übernommenen Zitaten sind nicht korrigiert worden. Literaturangaben finden sich in den Fußnoten der Arbeit.
In der vorliegenden Arbeit wird auf geschlechtliche Unterscheidung Rücksicht genommen, soweit nicht anders gekennzeichnet.
Begriffverzeichnis / Abkürzungen
4 Elemente = die vier essentiellen Ausdrucksformen im HipHop,welche die
Crunk = ein HipHop-Genre welches seine Wurzeln im Süden der U.S.A. hat. Crunk ist aggressiv, schnell und sehr tanzbar. d.h. = das heißt D.I.Y. = frei übersetzt: Mach es selbst (Do It Yourself). Eine Bewegung
DJs = DisJockey ebd. = ebenda etc. = et cetera (und so weiter) Fame = Ruhm Grime = ein Musikstil der aus düsterem HipHop und 2 Step lastiger elektronischer Musik besteht. Hrsg. = Herausgeber Myspace = übersetzt: mein Raum. Ein riesiges Soziales Netzwerk im
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real / realness = übersetzt: echt bzw. die Echtheit. Bedeutet die Echtheit oder Authezitität der Person aufgrund seiner prägenden Erfahrungen. S. = Seite sog. = sogenannten
Soundsystem = ein mobiles DJ-Set, welches besonders häufig in Jamaika benutzt wird. Street = übersetzt: Glaubwürdigkeit. Genuin in der Kultur des HipHop. Credibility Nur durch Street Credibility erhält der / die KünstlerIn Respekt. Streetart = gegenwärtige Kunstform. Der Grundgedanke ist anarchistisch
Tag = übersetzt: Markierung, Ettiketierung. Ein persönliches
u.a. = unter anderem z.B. = zum Beispiel
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 5
2 Beschreibung der Jugendkultur des HipHop 7
2.1 Geschichte des HipHop
2.1.1 HipHop in Deutschland
2.3 Das Wertsystem im HipHop
2.4. Image und Identifikation
3 Frauenbild- und Rolle im HipHop 29
3.1 Bild des Mannes
3.1.1 Gangsta-Rap im historischen Kontext
3.2 Bild der Frau
3.2.1 Die Bitch
3.2.2 Die Gangsta-Rapperin
3.2.3 The Queen Next Door-Die Conscious Sista
3.2.4 Die Soul-Sista
3.3 Schwierigkeiten in den vier Elementen
4 Darstellung von HipHop-KünstlerInnen in Musikvideos 44
4.1 HipHop und Musikvideos
4.1.1 The Game
4.1.2 Die Frau in Musikvideos
5 Dominanzkultur 50
6 Resümee 52
7 Literaturverzeichnis 54
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1 Einleitung
Im Studium der Sozialen Arbeit gerät man immer wieder in Kontakt mit Jugend und Jugendkulturen. Die Bedeutsamkeit von Jugendkultur für Jugendliche ist elementar, sowie Nützlich. Durch sie wird eine eigene Wertematrix, ausserhalb des elterlichen Wirkungsradius, erschaffen und aufgebaut. Der / die Jugendliche konstruiert seine / ihre individuelle Identität, aber wie kann eine Identität bestimmt werden? Der Pädagoge Dieter Baacke geht davon aus Identität sei eine Beziehungsleistung, die anhand von Imitation, Identifikation und Vergleich mit anderen 1 entfaltet wird. Der Fokus des Sozial-Arbeiters oder der Sozial-Arbeiterin sollte darauf liegen, diese von den Jugendlichen angestrebte Identität stabil zu gestalten. Die Jugendkultur die sich der / die Jugendliche angehörig fühlt wird das ganze weitere Leben begleiten, d.h. sie prägt den sozialen und politischen Habitus. Eine der Jugendkulturen, die durch den Einsatz von Medien in die Lebenswelt der Jugendlichen gelangt ist ist HipHop.
Seit einiger Zeit ist bemerkbar wieviele Jugendliche sich der Kultur des HipHop zugehörig fühlen, insbesondere durch eine starke Medienpräsenz bestimmter HipHop-KünstlerInnen steigt die Zahl der adoleszenten RezipientInnen. Diese Medienpräsenz zeigt die KünstlerInnen von ihrer vorteilhaftesten oder auch suboptimalsten Seite. Speziell letzteres wirkt sich höchst anziehend und polarisierend auf die jugendlichen RezipientInnen und oftmals auch auf ihre Eltern aus. Die von den KünstlerInnen suggerierten Wertvorstellungen und der hohe Einfluss auf die jugendlichen Wertdirektive stellt für viele Eltern, Pädagogen und Lehrer eine Bedrohung dar. Faszinierend am HipHop ist die Mannigfaltigkeit der Musik und KünstlerInnen, sowie die stetige Dynamik bzw. Weiterentwicklung und das trotz allem nach den gleichen normativen Regeln und Werten gehandelt wird wie sie vor dreissig Jahren schon im HipHop existierten. Das mag im ersten Moment gar nicht schlecht klingen, da Zusammengehörigkeit und Respekt keine marginalen Werte darstellen. Verglichen mit andern, ähnlich „älteren“ Jugendkulturen verhält es sich bei ihnen komparabel. Punk beispielsweise hat sich auch verschieden ausgeprägt, jedoch sind gegenwärtig die Regeln bzw. Normen
1 Vgl. Baacke, Dieter: Jugend und Jugendkulturen. Darstellung und Deutung. Weinheim und München: Juventa Verlag, 1987, S. 254.
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genuin wie zum Beispiel der D.I.Y.-Gedanke oder die Freiheit des Individuums. Insbesondere in der Kultur des HipHop stellt jedoch die Bildung neuer Werte, trotz immenser Vielfältigkeit eine Schwierigkeit dar. So hat sich das misogyne Frauenbild, welches seit der Geburt von HipHop existiert, in keinster Weise gebessert. In dieser Bachelorarbeit werde ich die LeserInnen begleiten um festzustellen wo dieses herabwürdigende Bild seinen Ursprung hat und wie es funktioniert und ob bzw. wie es Einfluss nimmt auf die Wertematrix der RezipientInnen. Zunächst werde ich auf die Historie von HipHop eingehen, sowie die Wertestruktur, damit ein aktuelles Bild bei den LeserInnen entstehen kann. Im Anschluss dazu werde ich das Bild der Frau und des Mannes in der Kultur des HipHop detailliert darstellen und definieren. Um dies für die LeserInnen diskursiv hervorzuheben werde ich gegenstandsbezogene Musikvideos behandeln. Nachfolgend ergibt sich aus den gesammelten Informationen die Schlussbetrachtung bzw. der Fazit. Ein Interview mit einer Rezipientin wird mich stetig durch die ganze Arbeit begleiten und dient dazu die angesprochenen Themen aus einer zusätzlichen Anschauungsweise zu reflektieren. Die Anregung zur Behandlung dieser Angelegenheit ergab sich im Praxissemester der Hochschule. Die Arbeit mit vorwiegend männlichen, jugendlichen HipHopern und deren für ihr Alter traditionellen bzw. konservativen Handlungsweisen und Wertvorstellungen veranlasste mich dazu intensiv über einen elementaren Kausalzusammenhang, zwischen der gehörten Musik und dem Gebaren, nachzudenken. Katalysierend auf dieser Überlegung ist der Inhalt der Arbeit, nämlich Frauenbild und Sexismus im HipHop entstanden. Ich wünsche dem / der LeserIn viel Freude.
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2. Beschreibung der Jugendkultur des HipHop
2.1. Geschichte des HipHop
Von der Beschaffenheit der vier Elemente 2 ausgehend, ist zu sagen dass die DJ -Kultur das Fundament, auf dem HipHop jetzt beruht, verfasst hat. Als der erste HipHop-DJ wird der damals in der Bronx lebende Kool DJ Herc genannt 3 . Erstmalig legte er 1973 auf einer Familienfeier auf, dort wurde sein Mix so gut aufgenommen, dass er profitbringende Aufträge erhielt. Wegen seiner jamaikanischen Herkunft legte Kool DJ Herc vorrangig Reggae-Platten auf. Da diese Musikrichtung jedoch eher nicht zum rauhen Ghettoleben und rezeptiv betrachtet auch nicht in den sozio-ethnischen Hintergrund der Bronx passte, begann Kool DJ Herc Funk- und Lationostücke zu benutzen um sich so zu assimilieren. Trotzdem vergaß er seine jamaikanischen Wurzeln nicht und zog sein eigenes Soundsystem hoch 4 , die sich als die Herculoids benannten. Zu bemerken ist, dass eine Frau hier als MC fungierte, was zu jener Zeit noch seltener war als in der gegenwärtigen Situation. Kool DJs Herc und die Herculoids präsentierten sich auf sogenannten Blockparties 5 und gewannen so schnell einen ubiquitären Status. „Bevor sich die HipHop-DJs in den Clubs etablieren konnten, bauten sie ihr Soundsystem in öffentlichen Parks auf, zapften Strom ab und feierten den jungen, wilden Stil„Wild style“, (...).“ 6
Dieses Zitat verdeutlicht die urbane Kultur in denen der „Wild style“ zelebriert wurde und die kreative, erfinderische Kraft der KünstlerInnen. Die armen Verhältnisse und die Ignoranz der Regierung den Menschen in der Bronx gegenüber wurde benutzt um damit innovativ zu arbeiten. Das heißt Blockparties konnten größtenteils ungestört durchgeführt werden oder der Strom konnte weitesgehend problemlos abgezapft werden.
2 siehe: Begriffsverzeichnis
3 Vgl. Kage, Jan: American Rap - Explicit Lyrics-US HipHop und Identität. Mainz: Ventil Verlag, 2004, S. 47.
4 siehe: Begriffsverzeichnis
5 siehe: Begriffsverzeichnis
6 Zit. n. Kage, Jan: American Rap - Explicit Lyrics-US HipHop und Identität, S. 48.
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Die moderne Herangehensweise des HipHop-Djs alte Musikstücke mit Hilfe von „Mixen“, „Breakbeats“ und „Sampling“ neu zu definieren und zu konservieren, machte diese Musik so beliebt. Beim HipHop-Djing wird auf eine surreale Form ein Musikstück transformiert um dann wieder in einem anderen Kontext montiert zu werden. Über diese Musik begannen die ersten Rapper zu singen, sie lobten pathetisch die Künste des HipHop-DJs und versuchten das Publikum zum tanzen zu animieren.
Auch andere Kulturen des zwanzigsten Jahrhunderts benutzten die Form der Collage von Musikstücken um sich selbst auszudrücken und zu formulieren, beispielsweise die Jugendkultur Punk und die Kunst des Dadaismus 7 . Der Antrieb beider Kulturen beinhaltete eher Langeweile, Aggression und Abstraktion, im Gegensatz zur HipHop-Kultur, die positive und hedonistische Impulse benutzt. Besonders die Idee von „Positivity“ war ein Schlagwort, geprägt von Afrika Bambaataa, in der anfänglichen HipHop-Szene. Dieser HipHop-Dj versuchte das politische, zwischenmenschliche Bewusstsein in der Szene zu fundieren, mit der Gründung der Zulu Nation 8 . Sein Einfluss als DJ und als Mensch verhalf vielen kriminellen und riskant lebenden Jugendlichen aus Ghettos den Schritt aus der Gang zu wagen und sich dem HipHop anzuschliessen, in der sie eine neue, positive Art von Gang konzipierten, die jedoch hinterfragend, familiar und kreativ arbeitete.
Mit der Arbeit von Afrika Bambaataa veränderte sich der ganze HipHop und wurde eminent optimistisch. Auch er war es der die vier Elemente als Symbiose verstand und auf ihre Zusammengehörigkeit aufmerksam machte, so dass jeder etwas zum HipHop beitragen konnte. Sein Beitrag kann durchaus als Sinnergänzung 9 im HipHop verstanden werden und trägt seitdem immer wieder etwas zur HipHop-Geschichte bei. Auch ein weiterer DJ, Grandmaster Flash, der in der selben Zeit HipHop für sich und andere entdeckte nahm Afrika Bambaataas konstruktive Art auf und formulierte den ersten populären politischen Rap mit dem Titel „The Message“, der 1982 veröffentlicht wurde. In diesem Rap zeigt
7 Vgl. ebd., S. 49.
8 Die von Afrika Bambaataa begründete Zulu Nation, ist eine Gewalt- und Drogenfreie Organisation die Jugendlichen eine Alternative zu einer Gang bieten soll. Die Inhalte der Zulu Nation sind Musik, Kunst und ein soziales Miteinander.
9 Vgl. Kage, Jan: American Rap - Explicit Lyrics - US HipHop und Identität, S.50.
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Grandmaster Flash And The Furious 5 Missstände in Ghettos auf und war somit einer der ersten der Problemlagen in Wohnbezirken durch HipHop ausdrückte. Kool DJ Herc, Grandmaster Flash und Afrika Bambaataa können durchaus als die „Väter“ der HipHop-Djing Kultur verstanden werden. Ohne Afrika Bambaataas Gefühl für Politik, Gemeinschaft, sowie seine Faszination für HipHop als Kultur wäre dieser vielleicht lange Inhaltslos geblieben und ein „Black CNN“ hätte nie entstehen können. Auch sein Verantwortungsgefühl und sein Gespür für Zusammengehörigkeit und Urbane Kunst, hat die Fusion der vier Elemente induziert und die Möglichkeit der Partizipation am HipHop gestaltet.
Grandmaster Flashs Ausbildung zum Elektrotechniker verhalf ihm dazu Geräte entsprechend Feinfühlig zu arangieren, sodass diese zum Direktiv jedes HipHop-Djs werden sollten.
Das erfinderische Gespür von Kool DJ Herc reichte ähnlich weit wie das von Grandmaster Flash. Kool DJ Herc erfand den Mixer, mit dem er zwei Platten abspielen und eine von beiden schon vorher anhören konnte. Das verschuf ein Idealergebniss beim Auflegen und ermöglichte geschmeidige Übergänge. Nachdem die DJ-Kultur den Grundstein für HipHop gelegt hatte trat ein neues Phänomen auf - Der Master of Ceremony. Die Aufgabe des MCs bestand daraus, das Publikum auf Blockparties mit Worten anzuheizen und zum Mitmachen zu animieren, sowie die Kompentenzen des DJs zu feiern. Natürlich musste der MC auch Fähigkeiten zeigen, wie beispielsweise Innovation, Improvisationstalent und eine persönliche Fasson. Allerdings hatte der MC zu jenem Zeitpunkt eher eine subsidiäre Aufgabe und der DJ stand weiterhin im Mittelpunkt des Interesses. Hier wird wieder Kool DJ Herc als erste schaffende Kraft auf diesem Gebiet genannt, was wiederum auf seine jamaikanische Herkunft gründet, da es Dort selbstverständlich ist über einen laufenden Song zu „toasten“, was bedeutet während der Musik das Soundsystem zu loben oder den Song zu proklamieren. Kool DJ Herc nutzte dies um seine DJ-Künste zu unterstützen, und erst Coke La Rock richtete seinen Fokus ausschließlichauf das MCing. Kool DJ Herc drückte die Technik des MCing so aus „little phrases and words from the neighbourhood that we used on the corner (...) Like we talking to a friend of ours out there in the
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crowd.“ 10
Diese Verfahrensweise ist gegenwärtig. Die Addressaten der Musik sind immer noch die des eigenen Kollektivs, bzw. Standesangehörigen. Dies wird auch durch den idiosynkratischen Jargon des jeweiligen Mcs deutlich. Ebenda ist wieder erkennbar welche Gewichtung der Gruppe im HipHop zugetragen wird. Durch das ausgewählte Vokabular, welches nicht für jeden zugänglich ist, hebt der MC sich und diese die es Aufgrung ihres Hintergrundes verstehen, in einen exklusiven Zustand. Diese klassische Verhaltensweise im HipHop unterstreicht den Stellenwert des Personenkreises der HipHoper und das Ausgrenzen derer die nicht dazu gehören oder dazugehören sollen. Dies ist heute auch noch in einer entschwächten Form anzutreffen, aber da HipHop kommerzialisiert worden ist und somit einem größeren Publikum zugänglich sein muss, ist das Vokabular zwar umgangssprachlich mit dem Anspruch „real“ zu sein, sollte jedoch nicht komplett unverständlich sein, da die Rezipienten das Gesagte und den Authenzitätsaspekt auch erfassen müssen um es gut zu finden.
Schuld an diesem Zustand dem sich der Rapper ergeben muss, ist die Rap-Gruppe The Sugarhill Gang, welche 1979 die erste kommerzielle Rap-Single „Rappers Delight“ rausbrachte. Die Platte erschien auf dem ersten HipHop-Label Sugarhill Records. Dieses Label wurde von der ehemaligen R`n`B-Sängerin Sylvia Robinson gegründet. Von ihren Kindern inspiriert griff sie die Erscheinung HipHop auf und produzierte nicht nur The Sugarhill Gang, sondern unter anderem auch The Sequence, Melle Mel und Grandmaster Flash. Mit der Publizierung von Rapper`s Delight fand Rap bzw. HipHop global Zuspruch und nicht nur die BewohnerInnen der New Yorker Ghettos hatten Zugriff auf diese damals sehr junge Kultur. In seinem Buch „American Rap“ beschreibt Jan Kage das allgegenwärtige Lebensgefühl und der auf dem kommerziellen Niveau beruhende Denkart des HipHop so: „Rappers Delight ist ein Text, der einfach nur Spaß machen will und damit dem Zeitgeist entsprach: „fresher“ konnte man nicht formulieren. Und es ist eine Art Zusammenfassung dessen, was die MCs bis dato geleistet hatten: Blockparties zu „rocken“. 11 Der Umbruch des HipHop vom latent mysteriösen Untergrundphänomen zur
10 Zit. n. Kage, Jan: American Rap - Explicit Lyrics - US HipHop und Identität, S. 65.
11 Zit. n. Kage, Jan: American Rap-Explicit Lyrics-US HipHop und Identität, S. 67.
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gewinnorientierten Massenkultur dividierte das Publikum. Jedoch blieb der hedonistische Koeffizient nicht lange am HipHop haften, Grandmaster Flash nutzte den populären Status von HipHop aus und formulierte eine politische Botschaft mit dem Namen „The Message“ aus. Schon den ersten Zeilen von „The Message“ haftet eine lakonische Art an, die das Leben im Ghetto eindringlich spüren lässt.
„Broken glass / everywhere / People pissing on the stairs, you know they just Dont care / I cant take the smell, I cant take the noise / Got no money to move out, I guess I got no choice / Rats in the front room, roaches in the back / Junkies in the alley with a baseball bat / I tried to get away, but I couldnt get far Cause the man with the tow-truck repossessed my car“ 12
Hier wird plakativ und eingehend die Situation eines, bzw. seines Ghettos beschrieben. Grandmaster Flash äußert sich in „The Message“ auch zu seinem unbehaglichen Gefühl in seinem Viertel und kritisiert so seine Lebensumstände und die seiner Mitmenschen und definiert somit ein ganzes Gefühl eines Bestandteils der Gesellschaft. Die Kriminalität, Drogenprobleme etc. in Ghettos sind in Kapitel 3.1.1. weiter ausgeführt.
Im Gegensatz zu Grandmaster Flash & The Furious Five, gelang es der Gruppe Run DMC auch eine weiße Zuhörerschaft für sich zu gewinnen. Für Weiße stellte HipHop vorher etwas Fremdes dar, da die meisten sich nicht mit der rohen Ghettomentalität identifizieren konnten. Run DMC schöpften wie es im HipHop üblich ist, aus alten und vergangenen Songs und sampeleten diese. Was sie jedoch von den anderen unterschied, die Funk-, Soul- und Bluesplatten einsetzten war der Gebrauch von Rockmusik wie von Led Zeppelin oder The Beatles und weißer Popmusik. Diese gekonnte Mischung von HipHop mit Rock war so erfolgreich, da sie auf die weiße Rezipientengruppe intendierte. Auf diese Weise stelltem Run DMC sich in zweierlei Hinsicht als originell heraus, in der Sampeling-Technik ihrer Musik und der daraus resultierenden Anzahl der RezipientInnen. Sie erhielten auch als erste HipHop-Gruppe eine Grammynominierung. Eine ebenso neue Art des HipHop begründeten Public Enemy, bestehend aus drei
12 Grandmaster Flash: „The Message“; zit. n.: Internet-URL: http://www.lyricsfreak.com/g/grandmaster+flash/the+message_20062225.html, Stand 22.04.2009.
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Viola Steiner-Lechner, 2009, Sexismus und Frauenbild im HipHop , München, GRIN Verlag GmbH
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