Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Der Regelkreis des Wissensmanagements.........................................................3 Abbildung 2: Informationsdurchsatz .......................................................................................10 Abbildung 3: Kumulierter Informationsdurchsatz ....................................................................11 Abbildung 4: Wissenszinsen...................................................................................................12
II
Allgemeingültige Verfahrenstechnik zur Implementierung von Wissensmanagement in Redaktionen
In mechanischen und thematischen, chemischen und biologischen Berufen bauen die Kenntnisse auf die fachspezifische, dem Beruf entsprechenden Themengebieten auf. In geisteswissenschaftlichen Berufen, wie etwa dem Journalismus sollten die entsprechenden Kenntnisse über Wissensmanagement auf Arten, Verwendungszweck und Möglichkeiten von Wissen beruhen. Beide Berufsgruppierungen (Geisteswissenschaftliche wie technische Berufsgruppen) mögen von Grund auf verschieden sein, letzten Endes geht es jedoch in beiden Berufsgruppen darum, bisher entstandenes Wissen zu sammeln, zu veredeln und dadurch einen Mehrwert zu generieren. Mit dem Slogan „Wenn unser Unternehmen bloß wüsste, was es alles weiß!“ wurde zu Beginn des Wissensmanagements häufig die Problematik vereinfacht dargestellt. Es sollte anhand dieses Slogans verdeutlicht werden, wie wichtig es ist, Wissen zu identifizieren, zu dokumentieren sowie dem Unternehmen zugänglich zu machen, sodass ein Mehrwert generiert werden kann. Heute bezeichnet Wissensmanagement einen „Denkansatz, der darauf zielt, die besonderen Anforderungen an Unternehmensführung im Besonderen und an Organisationssteuerung im Allgemeinen herauszuarbeiten, die sich stellen, wenn nach Arbeit, Material (Rohstoffe, Teilprodukte) und Kapital nun Wissen zur knappen Ressource wird“ 1 . Die Verfahrenstechnik für redaktionelles Wissensmanagement befasst sich somit mit der Thematik wie die knappe Ressource „Wissen“ optimal genutzt werden kann.
Unter redaktionellem Wissensmanagement ist das Bestreben zu verstehen, die Unternehmenskommunikation so zu gestalten, dass ein zukunftsorientierter und stetig wachsender Lernprozess entsteht. Durch ein systematisches redaktionelles Wissensmanagement erhoffen sich insbesondere Dienstleistungsunternehmen einen degressiven Rückgang der wichtigen Ressource „Wissen“, sowie progressive Erwartungen was die Bereiche Effizienz - und Effektivitätssteigerung betrifft. Qualitativ hochwertiges Wissensmanagement wird als Basis für mehr Kundennähe, steigende Mitarbeiterzufriedenheit, effektivere Prozessen und die Realisierung von Einsparpotentialen angesehen. Um den zahlreichen Ziele bzw. Erwartungen zu entsprechen, beinhaltet zielgerichtetes Wissensmanagement alle Phasen angefangen bei der Entstehung der eigentlichen Ressource „Wissen“ bis hin zu deren Nutzung mittels moderner Kommunikations- bzw. Computer-Technologien.
Wissensmanagement wird seit jeher betrieben. Heutzutage müssen jedoch die durch moderne technologische Möglichkeiten entstandenen Mittel zur Optimierung und Rationalisierung zielorientiert eingesetzt werden. In den 90er Jahren wurde erkannt, dass Wissen ein wichtiger Erfolgsfaktor und somit eine wertvolle Ressource des Unternehmens ist. Es wurde schnell erkannt, dass Wissensmanagement als solches, als ganzheitlicher Faktor durch sämtliche Funktionen und Hierarchieebenen betrieben werden muss und komplett in der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens integriert sein sollte. Für ein effektives und effizientes Wissensmanagement müssen demnach sowohl organisatorische bzw. strukturelle Prozesse als auch individuelle Standbeine miteinander kombiniert werden. So hat sich Wissensmanagement zu einem komplexen Ansatz entwickelt, der organisatorische, ergonomische, technische, ökonomische, psychologische und soziale Aspekte integriert 2 . Für die erfolgreiche Implementierung des Wissensmanagements ist die Gesamtheit der organisatorischen Strategien zur Schaffung einer „intelligenten“ Organisation nötig 3 .
1 Wilke: Systematisches Wissensmanagement, 2001, 61
2 vgl. Wyssusek: Wissensmanagement komplex, 2004, 4
3 von der Oelsnitz u. a.: Wissensmanagement, 2003, 39
1
Der Wissensmanagement-Regelkreislauf
Gezieltes Wissensmanagement besteht also aus der Planung, der Organisation, der Steuerung und der Kontrolle, der die Ressource „Wissen“ verarbeitenden Prozesse in einem Unternehmen. Der Prozess wird in sieben Phasen unterteilt. 1. Wissensgenerierung und Wissenserschließung 2. Wissensidentifikation 3. Wissensexplikation 4. Wissensrepräsentation/Wissensbewahrung 5. Wissenstransfer/Wissenskommunikation 6. Wissensnutzung
7. Wissensentwicklung/Wissensrevisionierung
Wird ein gezieltes Wissensmangement in einem Unternehmen eingeführt, so entsteht ein Regelkreis, in dem Wissen identifiziert, expliziert und dokumentiert, ausgetauscht, verteilt, vermittelt und geteilt wird. Die hieraus generierten Erfahrungen, Veränderungen und Ergebnisse fließen schon während der Implementierung des Wissensmanagements in Entscheidungen, Produkte, Weiter- und Neuentwicklung von Produkten, sprich in alle Prozesse des Unternehmens, ein. Diese Prozessbereiche sind „weder trennscharf noch unabhängig von-einander und in der Praxis eng miteinander verwoben“ 4 . Daher gilt das u.a. von Probst entwickelte Konzept der verschiedenen Wissensbausteine mittlerweile als weit verbreitet. Dieses Modell ist: „deshalb hilfreich, weil es nicht nur den Blick für die Integrationsbedürftigkeit aller wissensbezogenen Aktivitäten schärft, sondern zugleich direkte Ansatzpunkte für Interventionen aufzeigt. Diese Bausteine, die als miteinander vernetzte Prozessschritte begriffen werden können, wirken auf zwei unterschiedliche Ebenen. Auf der Steuerungsebene sind zunächst die normativen, strategischen und operativen Wissensziele zu definieren. Diese Aufgabe ist deshalb wichtig, weil sie die weiteren Prozessschritte lenkt. Ebenfalls auf der Steuerungsebene befindet sich das Wissenscontrolling. Dieses kontrolliert periodisch und permanent die gegenwärtige Wissensbasis und damit letztlich den Erreichungsgrad der vorgegebenen Wissensziele. Im Zuge dieser Kontrolle können z. B. Wissensbilanzen erstellt werden. Durch das Wissenscontrolling findet ein Rückkopplungseffekt statt, der den Managementregelkreis schließt. Auf der Gestaltungsebene soll Wissen identifiziert, erworben, entwickelt, verteilt, genutzt und bewahrt werde. Auch diese Bausteine sind eng miteinander verwoben und erfolgskritisch“ 5 .
Der Wissensmanagement-Regelkreis wird durch die von den Unternehmenszielen abgeleiteten Bestrebungen, Wissensziele zu erreichen, am Leben gehalten. Mit Hilfe des tatsächlich praktizierten Wissensmanagements und dessen kontinuierlichen bzw. periodischen Abgleichs sollen die Wissensziele mit dem tatsächlichen Wissensmanagement in Einklang gebracht werden.
4 Gabi Reinmann-Rothmeier u. a.: Individuelles Wissensmanagement, 26
5 von der Oelsnitz u. a.: Wissensmanagement 2003, 100
2
Abbildung 1: Der Regelkreis des Wissensmanagements
1. Phase: Die Wissensgenerierung und Wissenserschließung
In dieser Phase wird wertvolles Wissen und Quellen wertvollen Wissens gesammelt. Hier handelt es sich sowohl um unternehmensexternes wie -internes Wissen, das dem Unternehmen bzw. den Mitarbeitern zur Verfügung steht. Zusätzlich wird in dieser Phase versucht, die Mitarbeiter zu stimulieren, neues Wissen zu generieren und neue Ideen zur Generierung zu schaffen. Zusätzlich sollte in dieser Phase die Kompetenz der Mitarbeiter und auch das Hervorbringen von innovativen Ideen gefördert werden. In Redaktionen zählen sowohl Ideen wie auch Konzepte für spätere Sonderausgaben, Artikel, Beilagen und ähnliches. Wichtig ist das gezielte Fördern von Wissenstransparenz und -kommunikation. Denn dies führt zu neuem Wissen, also zu einer Veredelung des Wissens bzw. zusätzlichem Mehrwert einer knappen Ressource und somit zu einem Gewinn für das Unternehmen. Es lassen sich zahlreiche Bereiche aufzählen, die zur Phase der Wissenserschließung und -generierung gehören. Die wichtigsten sind unter anderem:
• Durch das Explizieren von impliziten und inhärentem Wissen kann neues Wissen gewonnen werde.
• Ein technisches und personales Wissensnetzwerk sollte geschaffen werden. Hierbei können z. B. Lokalredaktionen auf Wissensdatenbanken einer anderen Lokalredaktion zurückgreifen oder auch etwa auf elektronische Datenbanken der Landes und Bundeshauptstadt. Dies würde Synergieeffekte fördern.
• Es sollte eine dezidierte Förderung von neuem Wissen, Forschung, Recherche und Entwicklung geben.
• Durch Fusionen und Kooperationen können neue Wissenspotenziale entstehen. Hierzu zählen auch etwa Kooperationen mit Nachrichtenagenturen, freien Mitarbeitern der Redaktion etc.
In der lokalen Redaktion geht es vorsätzlich um Wissenskombination. Es wird also altes Wissen mit dem neuen Stand abgeglichen, um somit durch die Kombination von altem und neuem Wissen einen Mehrwert zu generieren.
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Arbeit zitieren:
Sarah-Sophie Lang, 2009, Redaktionelles Wissensmanagement, München, GRIN Verlag GmbH
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