Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Max Weber: Leben und Werk 3
2.1 Leben 3
2.2 Werk 4
3. Protestantismus 6
3.1 Reformation 6
3.2 Calvinismus 7
3.3 Pietismus 9
3.4 Puritanismus 9
4. Die protestantische Ethik 11
4.1 Berufsethik 11
4.2 Entzauberung 12
4.3 Prädestination und Isolation 13
5. Der „Geist“ des Kapitalismus 15
5.1 Konfession und soziale Schichtung 16
5.2 Arbeit um der Arbeit willen 17
5.3 Erwerb des Geldes um des Geldes willen 17
5.4 Ethische Grundhaltung 18
6. Daten und Beispiele zu Webers Theorie 20
6.1 Calw 20
6.2 Rheinland 20
7. Schlussbemerkung 22
8. Literaturverzeichnis 24
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der „Geist“ des Kapitalismus aus der Sicht Max Webers
1. Einleitung
In dieser Seminararbeit möchte ich mich mit dem Werk von Max Weber„Die Protestantische Ethik und der „Geist" des Kapitalismus" auseinandersetzen. Nach einer historischen Einleitung wird das Leben und Werk von Max Weber in Grundzügen vorgestellt. Danach folgt eine kurze Einführung in den Protestantismus. Die These von Max Weber wird in den wichtigsten Punkten erläutert. Getrennt wird zuerst "die protestantische Ethik" und im Nachhinein der "Geist des Kapitalismus" analysiert.
Es folgen Daten und Beispiele zur These und eine Schlussbemerkung.
Max Weber ist inmitten des so genannten „Langen 19. Jahrhunderts“ 1 geboren, welches von 1789 - also vom Beginn der Franzosischen Revolution - bis zum Beginn des ersten Weltkriegs 1914 andauerte.
Es handelt sich um eine geschichtliche Epoche, bei der in Europa radikale Veränderungen stattgefunden haben. Fast alle Gebiete des Lebens sind davon betroffen.
Die Politik wird immer wichtiger, da zu jener Zeit Europa mit dem Imperialismus seinen Höhepunkt erreicht hatte, sich aber vom Adel verabschiedet und Platz macht für neue Denkweisen.
Politische Ideologien kommen zur Welt: Liberalismus, Nationalismus und Sozialismus. Als neue Organisationsform und politische Institution wird der Nationalstaat aufgebaut.
Es werden neue Bildungssysteme und neue wirtschaftliche Strukturen gegründet. In der Wissenschaft wird die Physik zur Königsdisziplin und beeinflusst maßgeblich alle Ingenieurwissenschaften, die immer mehr in die Praxis eingreifen. Studienfächer wie Theologie, Medizin, Jura und Philosophie, die im Universitätsbetrieb bis zu diesem Zeitpunkt vorrangig waren, werden von den Naturwissenschaften und den Ingenieurwissenschaften sowie von Geschichte, Literatur, Musik und Kunst flankiert.
Die Sozialwissenschaften kommen hinzu, bleiben aber größtenteils noch außen vor. Es ist das Zeitalter der Industrialisierung und der materialistischen Denkweise.
1 Franz J. Bauer: Das 'lange' 19. Jahrhundert (1789-1917). Profil einer Epoche, Stuttgart: Reclam 2004, S. 102
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der „Geist“ des Kapitalismus aus der Sicht Max Webers
Materialistische Denkweise, die bei den Naturwissenschaften ihr Fundament findet, aber sich durchzieht von Philosophie bis zur Literatur.
Die Industrialisierung zerstört nach und nach viele traditionelle gesellschaftliche Ordnungen und bringt sowohl eine Rationalität in den Alltag vieler Menschen, als auch eine Umstrukturierung der kompletten Gesellschaft. Natürlich können viele Historiker und Soziologen sich nicht der Aufgabe entziehen, diese gesellschaftliche Umstrukturierung zu analysieren. Als einer der größten Gesellschaftstheoretiker jener Zeit gilt Karl Marx. Er kritisiert die kapitalistische Gesellschaft und die kapitalistische Produktionsweise, betrachtet dennoch den Kapitalismus aus einer rein materialistischen Sicht. 2 Max Webers Werk ist dahingehend innovativ, weil es nicht nur den Kapitalismus selber, sondern die Ursachen auf eine komplett neue Weise analysiert und damit eine Diskussion eröffnet.
Weber stellt sich die Frage, warum die moderne Kultur gerade im Okzident entstanden sei und nicht in China oder Indien. 3
Er argumentiert in seinem Werk mit einer engen Beziehung zwischen Protestantismus und kapitalistischer Entwicklung und dies ist - laut Weber - in Deutschland, wie in anderen europäischen Ländern und den USA zu erkennen. 4
2 Stefan Böckler/ Johannes Weiß (Hrsg.): Marx oder Weber?
Zur Aktualisierung einer Kontroverse, Beiträge zur Sozialwissenschaftlichen Forschung Band 100, Opladen: Westdeutscher Verlag 1987, S.57.
3 Dirk Kaesler: Max Weber, Eine Einführung in Leben und Werk, Werk und Wirkung, Frankfurt am Main 2003, S.99.
4 Weber, Max: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, Vollständige Ausgabe. Herausgegeben und eingeleitet von Dirk Kaesler, 2. durchgeseh. Aufl. München: C.H. Beck 2006, S.65.
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2. Max Weber: Leben und Werk
2.1 Leben 5
Maximilian Carl Emil Weber (Bild 1) 6 ,
geboren am 21. April 1864 in Erfurt. Er war das erste von acht Kindern von Max Weber sen., der Jurist und Reichstagsabgeordneter der Nationalliberalen Partei war.
Vier Jahre später kam der Bruder Alfred Weber (1868-1958) zur Welt, der selber Nationalökonom und Soziologieprofessor wurde. Max Weber war ein Sorgenkind, weil er schon in frühen Jahren an mehreren Erkrankungen litt, unter anderem Meningitis. Die Mutter Helene (geb. Fallenstein) erzog den kleinen Max übervorsichtig.
Helene kam aus einer Familie des deutschen Bildungsbürgertums, sie beschäftigte sich stark mit religiösen und sozialen Problemen.
Diese Religiosität konnte sie aber dem jungen Max nicht übermitteln, der seine protestantische Konfession nicht praktizierte. Religion blieb für ihn lebenslänglich ein Synonym für Heuchelei. Als Schüler machte sich sein enormes Interesse für Philosophie und das Denken allgemein sehr früh bemerkbar, er hatte im Alter von 13 Jahren schon Philosophen wie Kant, Schopenhauer und Cicero gelesen.
Im Unterricht wurde er einmal erwischt, als er heimlich unter der Schulbank Goethe las.
Nach dem Abitur in Charlottenburg studierte Weber von 1882-1886 Jura an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, dazwischen zwei Semester im Jahre 1883/1884 an der Humboldt-Universität in Berlin.
5 Dirk Kaesler: Max Weber, Eine Einführung in Leben und Werk, Werk und Wirkung, 3.aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main: Campus Verlag 2003, S.12-39
6 http://hangingodes.files.wordpress.com/2007/12/weber.jpg
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Im Anschluss daran absolvierte er einen Vorbereitungssemester an der Georg-August-Universität Göttingen. Dort lag sein Hauptinteresse zunächst einmal bei der Alten Geschichte, wobei er als wissenschaftliche Nebenfächer auch Nationalökonomie und Philosophie belegte.
Letztendlich promovierte Max Weber im Fach Jura an der Berliner Universität (1889). Im Jahre 1893 nach seiner Ehe mit Marianne begann Webers steile berufliche Karriere. Mit nur 29 Jahren wurde er im selben Jahr Professor für Handels- und Deutsches Recht an der Berliner Universität.
Im darauf folgenden Jahr wurde er an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg habilitiert und bekam dort einen Lehrstuhl als Professor für Nationalökonomie. Zwei Jahre später wechselte er zur Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. 1898 begann sein Zusammenbruch auf Grund einer psychischen Erkrankung. Weber musste seine Professur 1903 ganz aufgeben.
Er bekam erst im Jahre 1919 wieder einen Lehrstuhl für Nationalökonomie und dies an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Er starb aber nur kurze Zeit darauf - am 14. Juni 1920 - an den Folgen einer Lungenentzündung.
2.2 Werk 7
Max Weber war Jurist und Nationalökonom. Er wird als Mitbegründer der Soziologie und Klassiker der Kultur- und Sozialwissenschaften schlechthin angesehen. Er beschrieb die Soziologie als „Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will.“
Die Soziologie müsse laut Weber eine werturteilsfreie Wissenschaft sein. Soziales Handeln sei wertrational, zweckrational, affektiv oder traditionell. In der Realität kämen nur Mischformen dieser zur Geltung.
Während das Handeln eines Einzelnen subjektiv sei und dessen Analyse eher Aufgabe der Psychologie sei, könne man das Handeln einer Gesellschaft auch rational und kausal deuten. Sein Hauptwerk befasste sich vorwiegend mit der Suche nach Gründen, warum gerade im Okzident sich so eine Eigenart des Kapitalismus entwickelt habe.
7 Dirk Kaesler: Max Weber, Eine Einführung in Leben und Werk, Werk und Wirkung, 3.aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main: Campus Verlag 2003, S.40-215
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Seine Hauptwerke diesbezüglich sind „Die Protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus“ (1904) und „Die sozialen Gründe des Untergangs der antiken Kultur“(1896).
Weber thematisiert die Gründe für das Entstehen und die Durchsetzung des „okzidentalen Rationalismus“ und die Zusammenhänge von „Wirtschaft und Gesellschaft.“
Da laut Weber der Kapitalismus, wie er in der westlichen Hemisphäre erscheine, die protestantische Ethik und deren Lebensstil zur Grundlage hat und darüber hinaus er sich auch in weiteren Aufsätzen mit der Religion und deren Einwirkung auf die Gesellschaft und Wirtschaft beschäftigt hat 8 , gilt er als Vater der Religionssoziologie und einer der bedeutendsten Klassiker der Wirtschaftssoziologie.
Eine gründliche Analyse und eine Auflistung seiner anderen Werke würde hier den Rahmen sprengen.
Es sei nur noch gesagt, dass Webers Weltruhm erst entstand, als seine Werke ins Englische übersetzt wurden.
.
8 1920-1921: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie erscheinen in drei Bänden, beinhalten neue und korrigierte bereits erschienene Schriften - Band 1: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus,
- Band 2: Hinduismus und Buddhismus
- Band 3: Das antike Judentum
Arbeit zitieren:
Leopoldo Barberio, 2009, Die protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus aus der Sicht Max Webers, München, GRIN Verlag GmbH
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