INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Begriffsklärung 4
3. Funktionen der Intonation 5
3.1. Intonationsdomänen 5
3.2. Die Funktionen der Intonation nach Antonio Quilis 6
4. Intonationsformen im Spanischen (nach Navarro Tomás) 8
4.1. Notation 8
4.2. Intonation des Aussagesatzes, der Parenthese, der Hypotaxe,
der Enumeration, der Frage, der Exklamation, des Befehls und der
Bitte - eine kontrastive Betrachtung 9
5. Wesentliche Resultate 14
Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
Das Thema dieser Arbeit ist die Betrachtung bestimmter Aspekte der Sprache auf den Ebenen der Phonetik und Phonologie, i.e. die Beschäftigung mit dem natürlichen Primat des Mündlichen. Nun gehört zum sprachlichen Ausdruck nicht nur die Fähigkeit die adäquaten Worte zu finden und grammatikalisch korrekte Sätze zu konstruieren, sondern auch, in Angemessenheit der jeweiligen Kommunikationssituation, den richtigen „Ton“ zu finden. Unter Berücksichtigung des Informationswertes der zu übermittelnden Nachricht drückt sich der Sprecher langsam oder schnell, laut oder leise, mit hoher oder tiefer Stimme aus. Wie wir beim Singen eines Liedes mit unserer Stimme dem Verlauf einer bestimmten Melodie folgen, die durch einen „steigenden oder fallenden Verlauf bei festen Intervallen zwischen den Tönen [....] charakterisiert ist“ (MEISENBURG 1998: 161), so geben wir auch unseren normalen Äußerungen eine Sprechmelodie, die sogenannte Intonation.
Die Intonation wird neben einigen anderen lautlichen Erscheinungen wie Sprechtempo, Rhythmus, Ton, Akzent, Lautstärke und Stimmqualität unter dem Terminus Suprasegmentalia (elementos suprasegmentales) zusammengefasst. Die Segmente einer Lautkette werden nicht nur durch das Auf und Ab der Eigenschallfülle jedes Lautes gegliedert, sondern zusätzlich auch durch eben diese lautsprachlichen Phänomene, die auch als Prosodeme ( aus altgriechisch: prosoidía - das Hinzugesungene) bezeichnet werden, die sich, im übertragenen Sinne, über die Segmente einer Lautkette legen. Suprasegmentalia tauchen im Spracherwerb vor den anderen sprachlichen Elementen auf, i.e. dass diesbezügliche Untersuchen ergaben, dass Kleinkinder vor dem Erlernen von Wörtern ihre Muttersprache anhand prosodischer Merkmale erkennen.
Die nachfolgende Ausarbeitung hat die Zielsetzung sich mit den Intonationsformen des Spanischen und des Deutschen auseinander zu setzen und deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten, unterlegt von Beispielen, gegenüber zu stellen. Dazu ist zu Beginn, aus Gründen der Differenzierbarkeit eine Abgrenzung des Terminus der Intonation gegenüber anderen Prosodemen notwendig.
Im Folgenden sollen deren physikalische und physiologische Grundlagen umrissen, sowie die verschiedenen Funktionen der Intonation erläutert werden. Im Hauptteil werden die Intonationsformen der beiden Sprachen Spanisch und Deutsch einander kontrastiv gegenübergestellt.
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2. Begriffsklärung
Der Terminus Intonation wird wohl am divergierendsten in der Reihe der Definitionen der verschiedenen Prosodeme festgelegt. So sieht z.B. Bußmann in der Intonation die „Gesamtheit der prosodischen Eigenschaften von sprachlichen Äußerungen“ (BUßMANN 1990: 352).
In der nachfolgenden Arbeit soll unter Intonation ausschließlich die distinktive Variation der Grundfrequenz in Äußerungen verstanden werden, i.e. die Veränderung des Tones nach Höhe und Stärke beim Sprechen von Silben oder ganzen Sätzen, denn erst mittels einer derartigen Einschränkung wird eine „regelhafte, funktionale Kopplung an das grammatische System einerseits und den phonetisch-artikulatorischen Realisierungsapparat andererseits möglich“ (GÜNTHER 1999: 62). Also sehen wir die Intonation als eine Untereinheit der suprasegmentalen Einheit der Betonung (acento) an. Generell unterscheidet man den Druckakzent (acento de intensidad), welcher im Spanischen eine semantisch distinktive Funktion innehat (Vergl.: canto - „ich singe“ und cantó - „er/sie/es sang“) und den musikalischen oder Tonakzent (acento de tonalidad), welcher in manchen Sprachen ebenfalls zur Wortdifferenzierung dient, im Spanischen und im Deutschen jedoch nur auf der Ebene der Syntax relevant ist. Die Tonhöhe oder Sprechmelodie nämlich ist es, die den Sinn eines Satzes determiniert, denn je nachdem wie er ausgesprochen wird, erhält er den Charakter einer Aussage, einer Frage oder eines Ausrufes. Zusätzlich dazu können auch Emotionen mitschwingen, so wie Freude, Überraschung, Trauer, Angst. Auch Ironie, Sarkasmus u.ä. können realisiert werden. Des Weiteren kann sie Auskunft über die soziale und dialektale Herkunft des Sprechers geben. Nun bevorzugen wir artikulatorische und auditive Kontraste, von daher wechseln sich schallstarke und schallarme Elemente innerhalb einer Äußerung ab. So entsteht „eine silbische Gliederung der Lautkette“ (MEISENBURG/SELIG 1998: 115). Da, wie bereits erwähnt wurde, prosodische Phänomene nicht am Einzellaut festzumachen sind, dient diese Anordnung der Silben als Grundlage für die Akzentuierung, da nur ganze Silben akzentuiert werden. Daraus ergibt sich innerhalb einer Intonationseinheit für manche Silben eine mehr oder weniger starke Prominenz. Auf physikalisch-physiologischer Ebene sieht das wie folgt aus: Bei der Artikulation von Vokalen und stimmhaften Konsonanten ergibt sich durch die „variierende Frequenz der Stimmlippenschwingungen“ (MEISENBURG/SELIG 1998: 162) ein bestimmter Tonhöhenverlauf, der innerhalb von Intonationseinheiten bestimmte
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Melodieverläufe (Konturen) bildet. Anders ausgedrückt: die Tonhöhe entspricht auf physikalischer Ebene der Grundfrequenz der stimmhaften Abschnitte des akustischen Sprachsignals, die den Zeitverlauf des periodischen Schließens der schwingenden Stimmlippen widerspiegelt. Im Laufe einer akustischen Äußerung ist nicht die absolute Tonhöhe relevant; sondern vielmehr die Form der Tonkurve in Relation zur Grundfrequenz des Sprechers, i.e. in einer Äußerung ist die Grundfrequenz niemals konstant, sondern erst durch ihre Variation ergibt sich die Intonation. Somit bezeichnet die Intonation „den Verlauf der Sprechmelodie über die Äußerung hinweg“ (POMPIMO-MARSCHALL 1995: 234).
3. Funktionen der Intonation
3.1. Intonationsdomänen
Eine eingehende Analyse der Intonation einer Sprache muss deren Tiefenstruktur sowie Abstraktionen der vielfältigen Tonverläufe berücksichtigen. Dabei werfen sich notwendigerweise Fragen zur Gliederung der Intonation, ihrer Funktion und ihren Formen auf.
Wie bereits festgestellt lassen sich Suprasegmentalia im Unterschied zu segmentalen Merkmalen nur im Rahmen einer Sequenz bestimmen, da es sich immer um relative Größen handelt. Von daher wird die Domäne, an welcher die Funktionen der Intonation untersucht werden, die Intonationseinheit oder -gruppe sein, welche von der Äußerungseinheit dominiert wird. Diese Unterteilung in Intonationsgruppen stellt eine grundlegende Funktion (Gliederungsfunktion) der Intonation dar. Sie ist in allen Intonationssprachen zu finden und trägt einen entscheidenden Teil zum strukturierten Verständnis zwischen Gesprächspartnern bei. Eine solche Gruppe stellt eine Segmentsequenz mit zusammenhängender Kontur dar, begrenzt durch Phrasierungsmarken wie z.B. Junkturen, Hebung und Senkung der Grundfrequenz, Pausen oder die Dehnung einer Silbe.
Was zu einer Intonationsgruppe (grupo de entonación) zusammengefasst wird, hängt von der Intention des Sprechers ab, sowie teilweise von gewissen sprachlichen Bestimmungen, wie z.B. der syntaktisch-semantischen Satzkategorie. Diesbezüglich ist es sicher, dass Satzteile wie Parenthesen oder „bestimmte Ausgliederungen“ eine Intonationsgruppe bilden. Wichtig ist hierbei die Anmerkung, dass die intonatorische und syntaktische Struktur einer Äußerung nicht immer übereinstimmen:
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Arbeit zitieren:
M.A. Martin von Cetto, 2006, Kontrastive Betrachtung der Intonation im Spanischen und im Deutschen, München, GRIN Verlag GmbH
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