2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das Bundesministerium für technische Zusammenarbeit
und Entwicklung (BMZ) 5
2.1. Wer ist an der Entwicklungszusammenarbeit beteiligt? 5
3. Privatisierungsstrategie des Bundesministeriums für technische
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Wassersektor 7
3.1. Public-Private-Partnership 8
3.2. Erfahrungen mit deutschen Public-Private-Partnerships
i m W a s s e r s e k t o r 1
3.3. Deutsche Privatisierungsstrategien am Beispiel Bolivien 13
3.4. Privatisierung von Wassersystemen: Zugang für Arme? 14
4 F a z i t 1 6
5. Literaturverzeichnis 18
Die Wasserversorgung spielt in Deutschland keine bedeutende Rolle, wir haben genug Trinkwasser um überleben zu können und brauchen uns deswegen überhaupt keine Gedanken zu machen. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gehört zu den elementaren menschlichen Bedürfnissen und über deren Bedarf ist in Deutschland in ausreichender Weise gesorgt.
Bei uns erscheint der Wasserverbrauch jährlich in der Betriebskostenabrechnung, ansonsten nehmen wir wage Informationen über Dürreperioden auf dem afrikanischen Kontinent oder Überschwemmungen in Asien war.
Eine mangelnde oder gar keine ausreichende Versorgung ist für die Menschen in den Industrienationen unvorstellbar geworden. Was für uns aber unvorstellbar ist, ist für andere Menschen, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent und in Lateinamerika bittere Realität geworden: Ihnen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser und steuern damit einer sicheren Unterversorgung entgegen.
Dies liegt nicht an den von uns bekannten wagen Vermutungen, die manchmal in den Nachrichten zu hören sind, wie z.B. an Dürreperioden, Überschwemmungen oder ähnlichen Naturkatastrophen, nein, dies liegt an der Liberalisierung des Wassersektors in den Entwicklungsländern.
Die Liberalisierung von heimischen Wassermärkten sorgt dafür, dass ausländische Investoren im Wassersektor investieren und gleichzeitig eine Gebühren- bzw. Preissteigerung in der Trinkwassernutzung einhergeht. Vor allem für ärmere Gebiete und Bevölkerungsteile sind diese Kostensteigerungen nicht bezahlbar und werden somit ganz oder teilweise von der Trinkwasserversorgung ausgeschlossen.
Die Bundesrepublik Deutschland wirkt dabei mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und ihren Ausführungsorganen an der Privatisierung im Wassersektor in den Ländern des Südens mit. An der „Entwicklungsarbeit“ beteiligte Ausführungsorgane sind u.a. die KFW Bankengruppe, das für die Durchführung von Förderprogrammen in Deutschland zuständig ist und dem GTZ, der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, das unter anderem für den Einsatz von Fachkräften und umfangreichen Sachlieferungen zuständig ist.
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Die vorliegende Arbeit untersucht den „deutschen Beitrag“ in der
Wasserprivatisierungsstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in den jeweiligen Partnerländern und welche Folgen sich für ärmere Bevölkerungsteile daraus ergeben.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt demnach in der analytischen Betrachtung, welche Rolle das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit ihrer liberal-privatwirtschaftlichen Politik im Zusammenhang mit der Wasserprivatisierung in den Entwicklungsländern, insbesondere am Beispiel Bolivien spielt. Da das BMZ in dieser Sache eng mit ihren Entwicklungspartnern, den einheimischen Wasserkonzernen zusammenarbeitet, wird sich in dieser Arbeit auch mit deren Rolle zur „partnerschaftlichen Zusammenarbeit“ auseinandergesetzt werden. Des Weiteren wird über mögliche Methoden, Strategien und Lösungen gesprochen werden, die „Wasserkrise“ zu bewältigen.
In der Abschlussdiskussion wird noch einmal ein Fazit gezogen, welche Auswirkungen die Liberalisierung des Wassermarktes für die Entwicklungsländer haben und welche Wege und Mittel geeignet sind, den ärmeren Bevölkerungsteilen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen zu können.
Die Bundesrepublik Deutschland verfügt mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über eine eigene staatliche Behörde, die seit 1952 in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert ist. Die wachsende Bedeutung des Politikfeldes und die Komplexität des Arbeitsbereiches führten 1961 zur Einrichtung des deutschen Entwicklungsministeriums.
Das BMZ gibt sich dabei folgende Aufgaben und Ziele 1 :
• Das BMZ erarbeitet die Leitlinien und Konzepte der Entwicklungspolitik der Bundesregierung.
• Das Entwicklungsministerium bestimmt die langfristigen Strategien der Entwicklungszusammenarbeit und legt die Regeln für ihre Durchführung fest.
• Auf der Basis dieser Grundsatzarbeit werden anschließend mit den Partnerländern, sowie auf internationaler Ebene gemeinsame Vorhaben entwickelt.
• Das BMZ orientiert sich dabei an den Millenniumsentwicklungszielen der Vereinten Nationen. Diese acht Ziele stehen für das ehrgeizige Anliegen, bis zum Jahr 2015 den Anteil der in extremer Armut lebenden Menschen auf der Welt um die Hälfte zu reduzieren. Das „Aktionsprogramm 2015“ beschreibt den Beitrag der Bundesregierung zu den Millenniumszielen.
• Die Arbeit des Entwicklungsministeriums unterliegt der parlamentarischen Kontrolle durch den Deutschen Bundestag. Fachlich zuständig ist vor allem der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ).
2.1. Wer ist an der Entwicklungszusammenarbeit beteiligt? 2
Derzeit leistet die Bundesrepublik Deutschland in 27 Ländern bilaterale wasserbezogene Entwicklungshilfe. Die für die finanzielle Zusammenarbeit zuständige
„Durchführungsorganisation“ der Bundesregierung ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die KfW Entwicklungsbank gewährt Mittel (Zuschüsse, verbilligte Kredite, Mischfinanzierungen), sowie marktübliche Förderkredite für Projekte in Entwicklungsländern.
1 http://www.bmz.de/de/ministerium/aufgaben/index.html
2 Informationen auf der eigenen Homepage des Bundesministeriums für technische Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) auf: http://www.bmz.de/de/service/glossar/durchfuehrungsorganisationen.html
Arbeit zitieren:
2008, Wasserprivatisierung am Beispiel Bolivien, München, GRIN Verlag GmbH
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