Pflegefall,Behinderung - was nun ?
Buch von Mario Demmer-Benedetti Auflage 1.1
Nachdruck, auch Auszugsweise verboten
Der Autor lebt mit seiner Ehefrau und vier Kindern in Herscheid in Westfalen. Er hat selbst eine mehrfach schwerstbehinderte Tochter und war selber Pflegebedürftig. Nach der Genesung musste er umschulen und wurde so geprf. Pflegegutachter.
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Pflegefall ,Behinderung - was nun ?
Inhaltsverzeichnis
Seite
2 Inhaltsverzeichnis
3 Vorwort
4 Was bedeutet „Behindert“ ?
9 Hilfeangebote
16 Pflegestufen
21 persönliches Budget
27 zusätzliche Betreuungsleistungen
34 Familien unterstützender Dienst
36 Einspruchsverfahren
38 Schwerbehindertenausweis
41 behindertengerechter Umbau
45 schulische Integrationshilfe
48 Verhinderungspflege
51 Nachwort
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Pflegefall,Behinderung - was nun ? Vorwort
Nachdem ich vor etlichen Jahren meine Mutter gepflegt habe, welche schwer an Krebs erkrankt war und an diesem leider auch verstarb, lernte ich meine Frau kennen. Meine Frau brachte meine mehrfach schwerstbehinderte Laura mit in die Ehe.
Wie das Schicksal es wollte wurde ich einige Zeit später selbst zum Pflegefall.
Bei all diesen unfreiwilligen Annäherungen an die Themen Behinderung und Pflege, musste ich feststellen, dass es zwar in diesem Land viele Hilfen gibt aber dem Betroffenen dies nicht gesagt wird.So schulte ich zum Pflegegutachter um, machte eine Heilpraktikerausbildung und wurde geprf. Kinder-und Jugendpsychologischer Berater. Mit diesen Qualifikationen konnte ich bei einem großen Sozialdienstleister als Sozialrechtsreferent arbeiten. Dies befähigte und veranlasste mich diesen Ratgeber zu schreiben. Viel Spaß damit.
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Pflegefall,Behinderung - was nun ? Was bedeutet „Behindert“
Ich will versuchen zu erklären, was eine geistige Behinderung ist und wie sie sich auf die Entwicklung eines Kindes auswirkt. So wie Kinder jedoch unterschiedlich klein und gescheit sind, blonde,braune oder schwarze Haare haben, geschickt oder ungeschickt sind, entwickeln sich Kinder mit geistiger Behinderung sehr unterschiedlich. Prognosen über eine Entwicklung sind schlicht unseriös. Da mit der Voraussage einer Entwicklung zu einem frühen Zeitpunkt unbekannte Möglichkeiten unbeachtet bleiben. Wie oft haben wir Eltern von geistig behinderten Kindern gehört: „ Ihr Kind wird nie dieses oder jenes können - um dann von unseren Kindern selbst eines Besseren belehrt zu werden.
An dieser Stelle sei gesagt, dass der Begriff "geistige Behinderung" in meinen Augen - aber auch in den Augen der Betroffenen selbst - kein glücklicher ist. Betroffene selbst thematisieren schon seit Jahren, dass sie nicht so genannt werden möchten - und es hat sich eine Unzahl anderer Begriffe gebildet: "Menschen mit Lernbehinderung",
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Pflegefall,Behinderung - was nun ?
"Menschen mit besonderen Bedürfnissen" usw. Wir sind mit keinem dieser neuen Begriffe glücklich: Unsere Kinder haben in unseren Augen keine "besonderen Bedürfnisse", sondern Bedürfnisse wie jeder andere Mensch auch - mit dem Unterschied, dass sie zur Erfüllung ihrer Bedürfnisse Unterstützung brauchen und auch vor viele Hürden gestellt werden. Sie haben auch keine "Lernbehinderung", denn es ist unglaublich, was sie lernen können und oft wollen. Da Urteile über "den Geist" eines Menschen unmöglich sind, wäre die Beeinträchtigung unserer Kinder am ehesten mit "intellektueller Beeinträchtigung" zu beschreiben, was aber wiederum ein schwieriger Fachbegriff ist. Also behalten wir den Begriff "geistige Behinderung" noch bei, bis wir eine "bessere Wortwahl" gefunden haben, um unsere Kinder von jenen zu unterscheiden, die eine körperliche Beeinträchtigung haben. So wie in jedem Kind stecken auch in Ihrem Kind viele Möglichkeiten, Talente und Neigungen, die entdeckt, gefordert und gefördert werden müssen. Das bedeutet nicht, auch Begrenzungen zu akzeptieren. Es ist mehr wie die Reise durch ein noch unbekanntes Land: Hinter jeder Biegung, hinter jedem beschwerlichen Anstieg
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Pflegefall,Behinderung - was nun ?
können neue Ausblicke warten, die vorher nicht zu erahnen waren. Lassen Sie sich auf die Entdeckungsreise mit Ihrem Kind ein!
Die geistige Behinderung hat im wesentlichen zwei Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes:
Zum einen verläuft die Entwicklung meist sowohl körperlich als auch intellektuell langsamer, als dies in der Regel von einem gleichaltrigen Kind zu erwarten wäre.
Zum anderen ist die Entwicklung oft unregelmäßiger und zwischen den einzelnen Bereichen der Entwicklung bestehen oft nur schlechte Verbindungen. Einige Beispiele können dies verständlich machen: Ein Kind kann motorisch sehr geschickt sein, kann gut gehen und laufen - aber es hat noch kein Sprachverständnis, oder verwendet Worte falsch. Oder ein Kind wendet sich jemand Herankommenden sehr herzlich zu - aber es tut dies nur kurz, weil seine Aufmerksamkeit durch die geistige Behinderung beeinträchtigt ist. Oder es ist sehr geschickt und hat gute Fingerfertigkeitengleichzeitig aber Schwierigkeiten, sich länger auf eine Sache zu konzentrieren.
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Pflegefall,Behinderung - was nun ? Diese fehlende Verbindung einzelner Bereiche erschwert auch unseren Umgang mit geistig behinderten Mitmenschen. Unausgesprochen haben wir in Beziehung zu jemand anderen immer eine ganze Reihe von Erwartungen: Es ist meist schwer verständlich, dass jemand z.B. gut kopfrechnen kann, aber überhaupt kein Verständnis für den Umgang mit Geld hat - weil wir diese Kenntnisse automatisch miteinander verbinden. Oder es fällt uns im Allgemein schwer, von erwachsenen Menschen zu akzeptieren, dass sie in manchen Lebensbereichen unselbständig sind und Unterstützung brauchen.
Eine geistige Behinderung kann auch zusammen mit einer anderen Behinderung, etwa einer körperlichen oder einer Sinnesbehinderung, auftreten. Oft wird dann von "Mehrfachbehinderung" gesprochen. Insbesondere dann braucht ein Kind in allen Entwicklungsbereichen gute Förderung, damit es sich trotz seiner Behinderung gut entfalten kann.
Durch seine geistige Behinderung ist Ihr Kind meist in seiner intellektuellen Entwicklung beeinträchtigt. Viele Eltern haben jedoch
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Pflegefall,Behinderung - was nun ?
die Erfahrung gemacht, dass dies keine Auswirkungen auf seine emotionalen Entwicklungen haben muss. Bei der ambulanten Betreuung von geistig oder körperlich Behinderten sowie psychisch kranken Menschen werden Familien und das soziale Umfeld ressourcenorientiert unterstützt. Die Hilfen orientieren sich am Einzelfall und an der Lebenswelt der zu Betreuenden und verbinden aufsuchende, beratende und begleitende Hilfen.Beteiligung, Mitsprache und Mitwirkung aller Betroffenen sind ein grundlegender Bestandteil dieser Hilfe. Die Erziehungs- und Therapieplanung erfolgt in Kooperation zwischen dem betroffenen Menschen und seiner Familie, dem Sozialamt sowie den Pädagogen und Therapeuten. Hierbei kooperieren wir eng mit den Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten.
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Pflegefall,Behinderung - was nun ? Welche Hilfemöglichkeiten gibt es für welche Zielgruppen
Zielgruppe
Die Hilfeform richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren sowie Volljährige mit
• Seelischen Behinderungen
• Geistiger Behinderung
• Körperlichen Behinderungen.
Die Hilfe suchenden Menschen benötigen Unterstützung in der selbstständigen Lebensführung, ein stationärer Aufenthalt ist nicht dauerhaft erforderlich. Voraussetzende Notwendigkeit ist eine grundlegend vorhandene Selbstorganisationsfähigkeit des zu Betreuenden. Er ist in der Lage, den überwiegenden Teil des Lebensalltags allein oder mithilfe Dritter zu bewältigen. Hierbei können die behinderten Menschen allein, in einer Partnerschaft, innerhalb einer Familie oder in einer Wohngemeinschaft leben.
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Arbeit zitieren:
Mario Demmer-Benedetti, 2010, Pflegefall, Behinderung - was nun?, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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