2
1 Einleitung 3
2 Die Spiele 3
2.1 Entwicklung 3
2.2 Zeitpunkt. 3
2.3 Tagesablauf. 4
3 Die Wettkämpfe. 5
3.1 Wettkampf der Herolde und Trompeter 5
3.2 Laufdisziplinen. 6
3.2.1 Stadionlauf 7
3.2.2 Doppellauf (Diaulos) 7
3.2.3 Langlauf (Dolichos) 8
3.2.4 Waffenlauf. 8
3.2.5 Herausragende Laufleistungen 9
4 Die Kampfsportarten 10
4.1 Ringen (Pale) 11
4.2 Faustkampf (Pygme) 12
4.3 Pankration 13
4.4 Die bekanntesten Kampfsportolympioniken 13
5 Der Fünfkampf (Pentathlon) 16
5.1 Einleitung. 16
5.2 Diskus. 16
5.3 Weitsprung 17
Speerwurf. 18
5.4
5.5 Laufen und Ringen 19
5.6 Siegerermittlung 20
5.6.1 Siegesentscheidung. 20
6 Pferde und Wagenrennen. 22
7 Literatur 26
3
1 Einleitung
Sportliche Wettkämpfe, von denen neben den Phytien, den Istmien und den Nemeen die Olympien wohl die berühmtesten, ältesten und angesehensten waren, gehörten in Griechenland seit alters zum religiösen und kulturellen Leben. Zu den Olympien kamen Zuschauer und Athleten aus der gesamten griechischsprechenden Welt zusammen um die Besten ihrer Zeit in Lauf, Kampf, Pentathlon (Fünfkampf) sowie in Pferde- und Wagenrennen zu ermitteln.
Mehr als tausend Jahre lang fanden diese Olympischen Spiele der Antike statt, bis sie schließlich aufgrund kultureller Veränderungen im 4 Jh. n. Chr. zum letzten mal ausgetragen wurden.
2 Die Spiele
2.1 Entwicklung
Es ist schwer zu sagen über wie viele Tage sich die Olympischen Spiele der Antike erstreckt haben. Vermutlich dauerten sie ursprünglich nur einen Tag, da aus antiken Aufzeichnungen hervorgeht, dass bei der ersten Olympiade 776 v. Chr. nur der Stadionlauf ausgetragen wurde. Es ist aber äußerst wahrscheinlich, dass die Spiele sich über mehrere Tage ausgedehnt hatten, da immer mehr Disziplinen in das Wettkampfprogramm aufgenommen wurden 1 . In Pindar (522/18-446 v. Chr.) gibt es eine Stelle, die auf eine Festdauer von fünf Tagen im 5. Jahrhundert v. Chr. angibt 2 .
2.2 Zeitpunkt
Das Fest der Olympien fand alle vier Jahre während des zweiten Vollmondes nach der Sommersonnwende, statt 3 . Beim ersten Vollmond nach der Sommersonnwende
1 Vgl. Abb. 1 aus Putzger, Historischer Weltatlas (S. 10+11) von W. LEISERING, 1991, Berlin
2 Vgl. PINDAR, Olympische Ode 5, 6. in: EBERT, J.: Olympia - Mythos und Geschichte moderner Wettkämpfe. Edition Tusch, Wien 1980, 42
3 DECKER, W., Sport in der griechischen Antike: vom minoischen Wettkampf bis zu den Olympischen Spielen. H. H. Beck, München 1995, 47f
4
trafen sich alle Teilnehmer der Spiele in Elis 4 , dem Ort welcher die Spiele veranstaltete um ein vierwöchiges Training zu absolvieren. Nach dieser Vorbereitungszeit machte man sich auf den beschwerlichen Weg 5 zur 60 Kilometer entfernte Kultstätte Olympias.
2.3 Tagesablauf
Der Ablauf des Festes der Olympien könnte im 3. Jahrhundert v. Chr. wie folgt ausgesehen haben 6 :
Erster Tag:
Nachdem die Teilnehmer sich einen Tag vom Marsch nach Olympia erholen konnten fand im Heiligen Hain des Zeus, der Altis, die Eröffnung statt. Hierauf folgte vermutlich ein Reinigungsopfer, woran sich der Eid der Athleten und Kampfrichter anschloss. Die Athleten und Wettkampfrichter mussten schwören sich an die Wettkampfregeln zu halten, bzw. ihr Amt nach bestem Wissen und Gewissen auszuüben.
Als erster Wettkampf fand der Wettbewerb der Herolde und Trompeter statt, welche die Wettkämpfer vor den Wettbewerben ankündigten, Startsignale gaben und andere wichtige Aufgaben zur Wettkampfdurchführung hatten. Nachmittags erfolgten die Wettkämpfe der Knaben im Stadionlauf, Ringen, Faustkampf und Pankration.
Zweiter Tag
Am Vormittag des zweiten Tages fanden die hippischen Wettbewerbe statt, also die Pferde- und Wagenrennen, nachmittags wurde der Pentathlon (Fünfkampf) ausgetragen, welcher in der Reihenfolge Diskuswurf, Weitsprung, Speerwurf, Stadionlauf und Ringen durchgeführt wurde.
4 Vgl. Tab. 1 aus Sport in der griechischen Antike, vom minoischen Wettkampf bis zu den Olympischen Spielen (S. 45) von W. DECKER, 1995, München
5 Man beachte, dass der Weg durch das felsige Gelände Griechenlands führet und in der Sommersonnenhitze zurückgelegt werden musste.
6 Vgl. EBERT, J., Olympia, 45f
5
Der Tag wurde abends mit einem Opfer zu Ehren des Fruchtbarkeitsgottes Pelops abgeschlossen.
Dritter Tag
Am Vormittag des ersten Tages begann, ebenso wie der letzte Tag aufgehört hatte, mit einem großen Opfer, diesmal zu Ehren des Zeus.
Nachmittags wurden der Stadionlauf, der Doppellauf und der Langlauf der Männer durchgeführt.
Abends fand ein großes Festmahl statt.
Vierter Tag
Am vierten Tag stand im Zeichen der schwerathletischen Wettbewerbe, also Ringen, Faustkampf, Pankration und der Waffenlauf.
Fünfter Tag
Der fünfte und letzte Tag der Olympien wurde dazu genutzt die Siegerehrungen in den verschiedenen Disziplinen abzuhalten. Darauf schloss sich ein großes Festmahl an.
3 Die Wettkämpfe
3.1 Wettkampf der Herolde und Trompeter
Ab 396 v. Chr. fanden in Olympia die Wettkämpfe der Herolde und Trompeter statt. Die Herolde und Trompeter waren eine Art Stadionsprecher und hatten vermutlich unter anderem die Aufgabe die Teilnehmer bekannt zu geben, die Wettbewerbe anzukündigen, Startsignale zu geben, die Sieger zu verkünden. Die Herolde und Trompeter wurden durch einen Wettkampf vor Beginn der Spiele ermittelt. Als Sieger galt derjenige, der die schönste und lauteste Stimme hatte bzw. ein Trompetensignal besonders gut vortragen konnte. Die Sieger dieses Wettbewerbs wurden ganz oben
6
auf den Siegerlisten eingetragen und nahmen die entsprechenden Aufgaben während des Festverlaufes wahr.
3.2 Laufdisziplinen 7
Die Laufdisziplinen der Antike bestanden aus Stadionlauf, Doppellauf, Langlauf und dem W affenlauf. Die Laufdisziplinen wurden im Stadion abgehalten. Ein Stadion maß 600 Fuß. Da die Fußlänge jedoch lokal unterschiedlich lang war, hatten die Stadien auch unterschiedliche Längen. Das Stadion in Olympia hatte eine Länge von 192,28m.
Die Laufbahn bestand aus einer Schicht aus Ton und Erde, auf die eine Sandschicht gestreut wurde.
Das Ziel befand sich immer auf der Seite des Heiligtums, also im Westen. Da in der Antike die Rundbahn, welche um ein zentrales Spielfeld herumführte, unbekannt war wurden alle Laufdisziplinen auf einer Bahn durchgeführt, die genau ein Stadion maß. Bei längeren Läufen als dem Stadionlauf musste somit hin und her gelaufen werden.
Zu Anfang der Olympien befand sich auf der Laufbahn lediglich eine Startlinie (ein in den Boden geritzter Strich oder eine Kreidelinie). Später wurden am Start und am Ziel eine steinerne Startschwelle, die Balbis 8 installiert. Sie galten gleichzeitig den Springern als Absprung und den Diskus- und Speerwerfern als Abwurfbegrenzung. Zwanzig solcher Schwellen befanden sich entsprechend der Laufbahnen nebeneinander. In sie waren zwei parallel verlaufender Rillen eingearbeitet. Diese dienten wahrscheinlich als Rückhalt der Füße beim Start. Der Start erfolgte, wie einige Vasendarstellungen belegen, aus einer gebückten, oder kauernder Haltung mit vorgestreckten Armen, einen Tiefstart kannte man noch nicht. Wenn eine spezielle Startvorrichtung vorhanden war, befand sich vor jeder Bahn eines startenden Läufers eine Holzschranke, welche auf ein Trompetensignal, mit
7 Vgl. EBERT, J., Olympia 51-54; Decker, W., Sport in der griechischen Antike, 67-74
8 Vgl. Abb. 2 aus Sport in der griechischen Antike (S. 68) von W. DECKER, 1995, München
7
Hilfe eines Seilmechanismusses zu Boden fiel. Solange es in Olympia noch keine solche Startanlage gab, wurden Fehlstarter von den Kampfrichtern mit Rutenschlägen bestraft.
Der Sieger wurde von drei Kampfrichtern durch Mehrheitsentscheidung festgestellt.
3.2.1 Stadionlauf 9
Der Stadionlauf in Olympia führte, wie es der Name schon sagt, über die Länge eines Stadions, also 192m. Somit entsprach er etwa den heutigen 200 m Lauf. Die Kürze der Strecke des Stadionlaufes erlaubte eine kräftezehrende Lauftechnik und weit ausholendem Arm- und Beineinsatz, welche der heutigen Sprinttechnik nahe kommt. Dies geht aus vielen Vasendarstellungen hervor, die bereits aus dem 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. stammen 10 .
3.2.2 Doppellauf (Diaulos) 11
Der Diaulos unterschied sich vom Stadion weniger in der Technik, als vielmehr davon, dass die Strecke über zwei Stadien führte. Da die antiken Stadien keine Rundbahnen besaßen mussten die Athleten auf der Hälfte der Strecke wenden. Dazu wurden in Aussparungen 12 der Balbis Wendepfähle installiert, um welche die Läufer herumlaufen mussten. Es wird angenommen, dass jeder Wettkämpfer seine eigene Bahn, sowie seinen eigenen Wendepfahl hatte. Wahrscheinlich hatte jeder Läufer sogar eine eigene Bahn auf der er zurücklaufen konnte 13 . Hierdurch wurde ein Gedränge bei der Wende, an der alle Teilnehmer beinahe zeitgleich angekommen sein dürften, verhindert.
9 Vgl. EBERT, J., Olympia, 51f
10 Vgl. Abb. 3 aus Sport in der griechischen Antike (S. 69) von W. DECKER, 1995, München
11 Vgl. DECKER, W., Sport in der griechischen Antike, 69ff
12 Vgl. Abb. 2
13 Vgl. Abb. 4 aus Sport in der griechischen Antike, (S. 70) von W. DECKER, 1995, München
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Diplom-Sportwissenschaftler Andreas Will, Martin Sek, 2001, Überlieferte Leistungen der Olympischen Spiele der Antike, München, GRIN Verlag GmbH
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