A Danksagung
Ich möchte diese Arbeit nicht isoliert betrachtet wissen, sondern als ein Abschluss der vergangenen 5 Jahre, und damit auch das Ende meiner akademischen Ausbildung. Daher dient dieses kurze Statement sowohl als Danksagung, als auch als kurze Rückblende.
Die Zeit war gespickt mit sehr viel Freude mit den Kommilitonen, Spaß und Engagement in den Tätigkeiten außerhalb der Universität und zwangsläufig auch den nicht ganz so stressfreien Zeiten vor und während den Prüfungszeiten. In Erinnerung bleiben u. a. die Highlights bzw. die gemeinsamen Leiden zwischen der 118. und 120. Minute des WM-Halbfinales 2006 zwischen Deutschland und Italien, sowie die glücklicherweise erfolgreich abgelegte zweite Nachprüfung im Fach BWL-A, seinesgleichen im Sommersemester 2006.
Auf diesem langen Weg zu meinem universitären Abschluss möchte ich mich bei Allen bedanken, die in irgendeiner Weise einen Anteil daran haben! Allen voran bei meiner Familie, insbesondere meiner Mutter, meinem Vater und meinen Großeltern. Dieser Rückhalt in psychologischer und finanzieller Hinsicht war entscheidend dafür, dass ich mich schwerpunktmäßig auf das ganzheitliche Studieren konzentrieren konnte. Ebenfalls denke ich an meinem zu Beginn des Studiums verstorbenen Onkel.
Im universitären Umfeld gilt mein Dank der gesamten Professorenschaft und den Mitarbeitern der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Dabei möchte ich die wissenschaftlichen Betreuer dieser Arbeit hervorheben. Professor Dr. Marco Runkel und Dr. Magnus Hoffmann. Ihnen gilt mein Dank für die professionelle, unkomplizierte sowie freundliche Unterstützung bei der Entstehung meiner Abschlussarbeit. In schöner Erinnerung bleiben zudem Professor Dr. Abdolkarim Sadrieh und sein Lehrstuhl, der mein Interesse für das Fach E-Business so sehr geweckt hat, dass ich mich auf diesem Teilgebiet, insbesondere der Auktionstheorie wissenschaftlich vertieft hab. Dank gilt ebenfalls meinen Trainern aus dem Sportzentrum, Helmut Gaube und Moritz Schrader, für Ihr Engagement und die tolle Zeit bei den Hochschulmeisterschaften. Für Eure nachhaltige Unterstützung, zahlreichen Ermutigungen und für die geselligen Runden danke ich all meinen Freunden.
Ein Dankeschön für die Zeit und Mühe gilt den Korrekturlesern und Freunden Theresa Jeroch, Dipl.-Region.-Wiss. Adrian Bosner und Dr. Renè Gebhardt.
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B Inhaltsverzeichnis
B Inhaltsverzeichnis
A DANKSAGUNG I
B INHALTSVERZEICHNIS II
C TABELLE-N UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
D ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
1. EINFÜHRENDE WORTE ZUR SPORTÖKONOMIK 1
2. MODELL-ÖKONOMIE DES SPORTS 8
2.1 ÖKONOMISCHES DENKEN VERSUS SPORTLICHEM VERHALTEN 8
2.2 INDIVIDUALSPORTARTEN UND PREISSTRUKTUR 13
2.3 TEAMSPORTARTEN 17
2.3.1 TRANSATLANTISCHER VERGLEICH DER SPORTSYSTEME 18
2.4 KLASSISCHES MODELL UND INVARIANZPRINZIP 21
2.5 DAS OFFENE MODELL 28
3. MÖGLICHKEITEN DES FINANZIELLEN AUSGLEICHS UND DEREN WIRKUNG 31
3.1 LIGAINTERNE MECHANISMEN 31
3.1.1 AUF- UND ABSTIEGSREGELUNGEN 32
3.1.2 OPTIMALE LIGAGRÖßE 34
3.2 EXTERNE MECHANISMEN 37
3.2.1 ERLÖSAUFTEILUNG, (GATE)REVENUE SHARING UND ZENTRALVERMARKTUNG 37
3.2.2 SALARY CAP UND LUXURY TAX 45
4. WETTBEWERBSINTENSITÄT UND SPANNUNG 51
4.1 BEDEUTUNG DER WETTBEWERBSINTENSITÄT 51
4.2 MESSVERFAHREN UND GEEIGNETE INDIKATOREN 54
4.3 EMPIRISCHE BEFUNDE 57
4.4 FAZIT ZUR EMPIRIE 64
5. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN 66
6. ANHANG 69
7. LITERATURVERZEICHNIS 81
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C Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
Tab. 1: Verhalten ohne zweiten Preis 16
Tab. 2: Verhalten mit zweitem Preis 16
Tab. 3: Zahlungsplan des Vertrags von A. Rodriguez mit den Texas Rangers 47
Tab. 4: Internationaler Vergleich der Anteile der Gehälter am Umsatz 48
Tab. 5: Punkteverteilungen für Beispielfälle 58
Tab. 6: Auswirkungen eines Finanzausgleichs auf die Ausgeglichenheit (C.B.) einer Teamsportliga 67
Abb. 1: Entwicklung der Zuschauerzahlen seit 1963 2
Abb. 2: Entwicklung des Gesamterlöses (in Tausend €) 3
Abb. 3: Entwicklung der Beschäftigten im Lizenzfußball 3
Abb. 4: Gleichgewicht in einer 2-Team Sportliga 24
Abb. 5: Gleichgewicht in einer 2-Team Sportliga bei Symmetrie 25
Abb. 6: Gleichgewicht unter einer Reserve Rule 26
Abb. 7: Gleichgewichte im offenen Modell 27
Abb. 8: Entwicklung des Markts für Fernsehwerbung und der Übertragungsrechte für die Fußballbundesliga 38
Abb. 9: Gleichgewicht einer 2-Team-Liga mit Erlösaufteilung 41
Abb. 10: Grenzerlöse aus der Gewinnwahrscheinlichkeit und dem Talentstock 43
Abb. 11: Gleichgewichte aus dem Standard-Modell und nach Cournot-Nash 44
Abb. 12: Competitive Balance unter einem Salary Cap 49
Abb. 13: Lorenzkurven für ausgewählte Punkteverteilungen 59
Abb. 14: Korrelationskoeffizienten der Endplatzierungen der Abschlusstabellen 61 Abb. 15 : Korrelation - Bundesliga 2001/2002 62
Abb. 16 : Korrelation - Bundesliga 2008/2009 63
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D Abkürzungsverzeichnis
AL American League CB Competitive Balance; Ausgewogenheit eines Wettbewerbs DFB Deutscher Fußball-Bund DFL Deutsche Fußball-Liga FIFA Fédération Internationale de Football Association GINI Gini-Koeffizient HHI Herfindahl-Hirschmann-Index MC Grenzkosten MLB Major League Baseball MLS Major League Soccer MR Grenzerlöse NBA National Basketball Association NFL National Football League NHL National Hockey League NL National League PD Primera División (Spanien) PL Premier League (England) RS Revenue Sharing; Erlösaufteilung S Standardabweichung UEFA Union of European Football Associations
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1. Einführende Worte zur Sportökonomik
„Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ 1 . Wohl einer der am häufigsten gebrauchten Ausrufe auf den Fußballplätzen, in den Spielerkabinen sowie an den Stammtischen von Flensburg bis Garmisch. Doch was steckt wirklich hinter solch einer mal eben dahergesagten Floskel? Auf den ersten Blick will der, der es sagt vermutlich darauf hinweisen, dass eine Entscheidung über einen Spielausgang in einem sportlichen Vergleich zumeist auf einem Spielfeld fällt und nicht im Vorfeld bestimmt wird durch große Töne in den Boulevard-Blättern oder exorbitanten Ausgaben für einzelne Spieler.
Bei genauerem Hinsehen erfährt man sehr schnell, dass sehr viel mehr dahinter steckt, die Frage zu klären, wo genau denn nun die Wahrheit liegt. Ob auf dem Platz, neben Platz oder in anderen Ebenen. Zu diesem und vielen weiteren, auch weitaus tiefgründigeren Themen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein eigener Forschungsbereich entwickelt. Die Sportökonomie bzw. Sportökonomik. Diese junge Wissenschaft verknüpft im weitesten Sinne die Sportwissenschaften mit denen, der Wirtschaftswissenschaften. Dabei entzweit sich die Forschung in zwei Hauptstränge. Zum einen die präskriptiv arbeitende, normative Ebene, wo ökonomische Modelle auf den Sport übertragen werden, um dann anhand von Wirkungsanalysen Sportverbände und Organisationen beraten zu können. Zum anderen die deskriptive Analyse, welche Sportergebnisse sammelt und (statistisch) auswertet, um so mögliche Einflussfaktoren auf Entwicklungen im Sport erklären zu können. Die meisten Sportökonomen legen dabei wert auf eine Abgrenzung zum Sportmanagement. Hier ist der Fokus auf einen stärkeren Praxisbezug gerichtet und hat zumeist in irgendeiner Funktion organisierenden oder vermarktenden Charakter. Dabei liefert die Sportökonomie u. U. dienliche Ansatzpunkte für das ‘tägliche Brot’ eines Sportmanagers.
Diese Arbeit soll sich, so wie es die Überschrift zu diesem einleitenden Kapitel bereits andeutet, mit einer ausgewählten Fragestellung der Sportökonomie beschäftigen. Im Speziellen steht das Thema Finanzausgleich im Sportwettbewerb zur Diskussion. Die Beachtung derartiger Fragestellungen hat in den letzten beiden Jahrzehnten erheblich an Inhalt zugenommen. In Deutschland und ebenso International. Es mag u. a. daran liegen, dass
1 Otto Rehhagel, geboren 1938 in Essen. Deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Spieler.
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der Sport als solcher 2 und einzelne Sportevents wie eine Fußball-Weltmeisterschaft, eine Olympiade und auch ganze Sportligen enorm an öffentlichem Interesse hinzu gewonnen haben. Dieses sei verdeutlicht anhand der Zuschauerentwicklung der Fußballbundesliga in Abbildung 1 3 .
Damit im Zusammenhang stehend nimmt der Sport auch eine immer größer werdende Bedeutung in der Gesellschaft und als Wirtschaftsfaktor ein und sorgt somit eigenständig für eine Professionalisierung des Sports auf vielen Ebenen. Die Abbildungen 2 und 3 veranschaulichen dies anhand der Entwicklungen auf dem Jobmarkt Bundesliga 4 , sowie den von den Bundesligisten generierten Gesamteinnahmen. Laut Statistischem Bundesamt 5 betrug 2008 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2.495,80 Milliarden Euro. Die Erlöse machen somit nahezu ein Promille der Bruttowertschöpfung im gesamten Land aus. Es scheint nicht sonderlich viel zu sein, wird aber umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass dieser Beitrag zum BIP von lediglich 36 spielenden Vereinen zu je elf Spielern erzeugt wird.
2 Hier sei die Wandlung des Sport, von einem Image „Sport ist Mord“ hin zu einer Ausgleich- und Freizeitbeschäftigung bei der Spaß und Gesundheit im Vordergrund stehen, erwähnt (vgl. dazu Zarotis 1999).
3 Für die Saison 2008/2009 beträgt dieser Wert 13.011.578. Quelle:http://www.weltfussball.de/zuschauer/ bundesliga-2008-2009/1/.
4 Hinzu kommen die indirekt vom Profifußball initiierten Jobs, beispielsweise durch Bau- und Renovierungstätigkeiten der Stadion-Infrastruktur oder auch die im örtlichen Gastronomie- und Hotelgewerbe.
5 http://www.destatis.de
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Das soll Aufschluss genug geben, um die Bedeutung nicht nur des Profisports, sondern des Sports im Allgemeinen hervorzuheben. Damit ist zwangsläufig auch das Interesse der (Wirtschafts-)Wissenschaften für dieses Fachgebiet zu erklären.
Diese Arbeit wird, aus Gründen der Anschaulichkeit, während ihrer theoretischen Abhandlungen immer wieder einmal versuchen den Bezug zur Praxis herzustellen. Obwohl die Modelle und ihre Aussagen oftmals Allgemeingültigkeit besitzen und auf viele Sportarten übertragbar sind, werden die Beispiele überwiegenden Teils aus dem europäischen Fußball, insbesondere der 1. Bundesliga stammen. Das ist nahe liegend aufgrund des eigenen Bezugs zur Bundesliga und da derzeit eine lebhafte Diskussion stattfindet über einige Instrumente, welche in den folgenden Abschnitten vorgestellten werden und deren Einführung in die bisher eher unreglementierte Bundesliga. Das Besondere und sogleich gewinnbringende an der deutschen 1. Fußball-Bundesliga beschreibt deren Präsident folgendermaßen:
„Ein ausgeglichener Wettbewerb, moderne Stadien, attraktiver Fußball, professionelles Wirtschaften und großartig aufspielende Stars sind die Erfolgsgaranten der Bundesliga 6 .“
Ausgeglichener Wettbewerb, zu englisch Competitive Balance wird dabei eines der Schlagwörter dieser Arbeit sein. Einerseits ob es erwünscht ist und andererseits welche Folgen ein ausgeglichener Wettbewerb hat. Dabei wird darauf eingegangen ob schon von Natur aus Ausgeglichenheit bzw. Unausgeglichenheit determiniert ist und wie man, und ob man überhaupt für ein Mehr an Ausgewogenheit sorgen kann. Die Abhandlung, anschließend an diese Einführung, beginnt mit der Vorstellung eines allgemeinen Modells der Contest & Tournament Theory, welches sich in der Sportökonomie etabliert hat. Daran anknüpfend werden einige Regulationsmechanismen benannt und dessen Einfluss auf den Wettbewerb untersucht. Dazu werden einige Ergebnisse aus der in der ökonomischen Literatur des Sports, welche nicht immer der Intuition folgen, vorgestellt. Die wohl bekanntesten Elemente, weil in der Öffentlichkeit und in den Organisationsgremien heiß diskutiert, werden sein: Der Salary Cap, eine Gehaltobergrenze, sowie das Revenue Sharing, eine Aufteilung von Einnahmen, welcher besonderer Bedeutung heutzutage zukommt in der Frage Zentral- oder Einzelvermarktung von Übertragungsrechten. Vor einem abschließenden Resümee wird die Bedeutung der Spannung und Nichtvoraussagbarkeit von Wettkämpfen hervorgehoben. Dabei sollen einige Messverfahren und empirische Befunde, darunter auch eigene, vorgestellt und die Ergebnisse zu den Vorraussagen der Theorie verglichen werden. Dass dabei die Wahrheit nicht immer nur auf den Plätzen zu finden ist, sei vorweggenommen.
6 Dr. Reinhard Rauball, Präsident des Ligaverbandes in Bundesliga-Report 2009, S. 7.
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Das Ziel besteht darin, einen Überblick zu geben über die ökonomische Struktur von Wettbewerben und welchen Einfluss Sportorganisationen, Regulierungsbehörden und die Politik nehmen können auf die Intensität und Effizienz eines Wettkampfes. Die Analyse erfolgt anhand eines mathematischen Modells, woraus im Endeffekt präzise Handlungsempfehlungen abgeleitet werden können für oben genannte Interessentenkreise. Es soll vor allem auch ein klares Bild geschaffen werden über den Aufbau und die Wirkungsweise einzelner Begriffe, die in der öffentlichen Diskussion des Öfteren falsch dargestellt und mit Stammtischparolen bestritten werden. Das betrifft u. a. den Salary Cap. Dass dieser nicht immer eine fixe Gehaltsobergrenze verkörpert, wird dabei weniger überraschen, als dass es sich hierbei um ein Instrument handelt, welches, zumindest in der Theorie, oftmals gegenteilige Wirkung erzielt als angedacht.
Beim Lesen und zum Verständnis dieser Arbeit sollte man mit elementaren Kenntnissen aus den Bereichen der Mathematik, der Statistik, der Spieltheorie sowie der Industrieökonomik auskommen.
Mit zunehmender Bedeutsamkeit des Sports im Alltag und im Einklang mit einem immer größeren wirtschaftlichen Wert wuchs gleichermaßen die Literatur im Forschungsbereich der Sportökonomik. Wie in vielen anderen Bereichen auch gliedern sich die Arbeiten in theoretische Arbeiten und empirische Studien auf. Die Theorie zur Sportökonomie hat ihren Ursprung in der Arbeit von Simon Rottenberg aus dem Jahr 1956. Darin wird erstmalig ökonomisch über den Sport nachgedacht. Im Einzelnen befasst sich der Autor mit dem Arbeit- bzw. Spielermarkt im amerikanischen Baseball. Die Schlüsse, die er dabei zieht haben bis heute Gültigkeit. Die Arbeit war insofern wegweisend, als das im Folgenden die sportökonomische Forschung zunächst in den USA intensiviert wurde. Die meisten Arbeiten befassten sich mit dem Baseball und der Nordamerikanischen Profiliga, der Major League Baseball (MLB). 1971 erschien dann das erste mathematische Modell, welches einen Sportwettbewerb abbilden sollte. Ebenfalls aufgebaut am Beispiel der MLB, schufen die Autoren El-Hodiri und Quirk ein einfaches Modell einer n-Team Liga und leiteten ein langfristiges Gleichgewicht ab. Zugleich prägten die Beiden den Begriff des Invarianz-Prinzips, eines zentrale Erkenntnis in der Literatur, worauf später im Detail eingegangen werden soll. Vroomann stellte 1995 sein leicht abgewandeltes Modell vor, worin er bestimmte Instrumente wie eine Erlösaufteilung oder den Salary Cap auf deren Implikationen für den Wettbewerb untersucht und zu interessanten Ergebnissen kommt. In der jüngeren Literatur
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tun sich die Professoren Késenne und Szymanski hervor. Diese europäischen Vertreter versuchen ihrerseits das amerikanische Modell auf den europäischen Markt zu übertragen und weisen darauf hin, dass dies nicht ohne weiteres möglich sei (siehe hierzu auch Hoehn et al. 1999). Die Gründe reichen weit in die Geschichte zurück und gehen auf unterschiedliche Motive zurück, welche unterstellt werden, weshalb ein Sportwettbewerb überhaupt ausgetragen wird. Dies ist durchaus nicht zu verachten, da das benannte Modell mitunter zu unterschiedlichen Resultaten gelangt, je nachdem mit welchen Annahmen man es versorgt. Es ist die Rede vom Unterschied zwischen Gewinnmaximierung und Siegesmaximierung. Da gehen der Sport und die Literatur in den USA und Europa grundsätzlich unterschiedliche Wege. Ein weiterer Gegensatz ist, dass der in Europa populärste Sport Fußball zwangsläufig auch die Forschung prägt, wogegen sich die Sportökonomen in Übersee sich eher mit den Regelwerken der dortigen Profiligen im Baseball, Basketball, American Football und Eishockey befassen. In jüngsten Arbeiten von Szymanski und Vrooman werden die Themen Zentralvermarktung der Übertragungsrechte, deren Erlösverteilung und die Auswirkungen der Globalisierung und eines damit verbundenen Zusammenwachsens der EU und des europäischen Sports behandelt. Damit wird den aus der Praxis häufig vorgetragenen Forderungen nach einheitlichen Standards zumindest schon in der Literatur Beachtung geschenkt. Ein ausführliches Lehrbuch zu diesem Thema liefern Dobson und Goddard (2001). Der zweite große Teil der sportökonomischen Literatur sind die empirischen Arbeiten. Diese Arbeiten beschäftigen sich zumeist mit der Wettbewerbsintensität einer Sportliga und wie diese zu messen sei. Daraus schlussfolgernd werden dann anhand statistischer Signifikanzen Aussagen getroffen über einzelne Zusammenhänge zwischen Regeln und Auswirkungen im Sport. Dazu wird des Öfteren untersucht ob und wenn ja welche Vorteile eine bestimmte Wettbewerbintensität haben kann. Man spricht dabei von der uncertainty-of-outcome-Hypothese (vgl. Feddersen 2008a, S. 5). Die Hypothese beschreibt eine oft unterstellte Spirale, wonach sich eine geringe Wettbewerbsintensität und damit einhergehende Vorhersehbarkeit im Ausgang von Wettkämpfen eine negative Auswirkung besitzen auf das Interesse der Zuschauer an diesem Wettbewerb, wovon maßgeblich die Einnahmen der Vereine abhängig sind 7 . Die Unsicherheit, gemeint ist die Nichtvoraussagbarkeit über Ereignisse im Sport wird in drei Dimensionen unterteilt. Erstens die kurzfristige, welche sich auf einzelne Spiele bezieht, zweitens die mittelfristige, in der ganze Spielzeiten betrachten
7 Die Einnahmen aus dem Ticketing waren zum Entstehungszeitpunktpunkt vieler sportökonomischer Arbeiten die Haupteinnahmequelle von Profi-Clubs. Dies hat sich mit dem Aufkommen neuer Medien und dem Anstieg der Einnahmen aus den Übertragungsrechten für TV, Internet und Funk verschoben. Siehe dazu die Anlage 3 „Gute Balance“.
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werden und die langfristige, wo die Dominanz über mehrere Jahre und Jahrzehnte hinweg überprüft wird. Das Augenmerk liegt größtenteils auf der mittelfristigen Ebene (vgl. Szymanski 2001). Hier machten sich die Autoren Zimbalist und Eckardt einen Namen. Sowohl bei theoretischen Arbeiten, als auch in der Empirie stammt nach wie vor der größte Teil aus den USA und bezieht sich auf die Sportarten Baseball und American Football (siehe Feddersen 2008a, S. 7-12). Eine besonders interessante Arbeit auf diesem Gebiet für die deutsche Fußball-Bundesliga ist die Dissertation von Arne Feddersen aus dem Jahr 2005. Hier wird der Frage nachgegangen, ob bspw. der FC Bayern München tatsächlich so dominierend war, wie häufig wahrgenommen, wie es in den andern europäischen Topligen aussieht und wie sich die Ausgeglichenheit entwickelt hat nach bestimmten Regeländerungen, z. b. dem 1995 gefällten Bosman-Urteil 8 . Mit Hilfe von statistischen Tests und zahlreicher Indikatoren wird nicht nur in diesem Fall keine signifikante Kausalität zwischen wirtschaftlichen und sportlichen Erfolg abgeleitet. Die neusten Studien aus den USA, u. a. Vrooman in „Theory Of The Beautiful Game“ befassen sich mit Frage, wie denn ein optimaler Wettbewerb ausgestaltet sein müsste und stellen ähnlich wie Szymanski (2007) ein Modell einer europäischen Super-League zur Diskussion in den Raum. Der aktuelle Stand der Forschung ist kurz gefasst: Es ist niemanden gelungen in der Theorie Rottenberg’s zentrale Erkenntnis von 1956 (S. 258) zu widerlegen, wonach ein freier Spielermarkt und unreglementierte Sportwettbewerbe superior sind zu allen eingesetzten und geforderten Reglementierungsmaßnahmen.
8 Luc Misson, Mitglied der Anwaltskammer in Lüttich führte 1995 einen Prozess in dem der junge Fußballspieler Jean-Marc Bosman vom FC Lüttich zum USL Dünkirchen wechseln wollte, ihm dies aber vom FC Lüttich untersagt wurde. Der Spieler klagte daraufhin vor dem Europäischen Gerichtshof und gewann, mit der Begründung, dass die Arbeitnehmherfreizügigkeit beschränkt sei. Als Hauptfolge daraus konnten nun Spieler nach Vertragsende innerhalb der EU ohne Abfindung den Verein verlassen. Die ausführliche Darlegung des Falles ist zu finden unter: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX: 61993J0415:DE:HTML.
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2. Modell-Ökonomie des Sports
Das in diesem Abschnitt im Folgenden vorgestellte Modell basiert zu großen Teilen auf den Ausführungen von Stefan Szymanski in seinem Arbeitspapier „The Economic Design of Sporting Contests“. Zum besseren Verständnis können das Papier von Vrooman 1995 und das Lehrbuch von Dobson und Goddard 2001 empfohlen werden.
2.1 Ökonomisches Denken versus sportlichem Verhalten
Die Frage nach dem was nun die traditionelle Industrie bzw. dem in den Standardlehrbüchern der Wirtschaftswissenschaften propagierten Lehransatz von dem der Sportökonomie unterscheidet ist einfach zu beantworten: Allgemein rein gar nichts. Das Ziel ist in beiden Fällen die Erreichung eines optimalen Zustandes. Es wird dafür benötigt ein optimale Zahl an Teilnehmern. In der Wirtschaft drückt sich das in einer bestimmten Anzahl von Anbietern und Nachfragern aus, die zu einem bestimmten Preis ein vorher festgelegtes Gut handeln. Im Sport gibt es so etwas auch. Eine optimale Zahl an Teilnehmern an Wettbewerben. In beiden Fällen können Markteintrittsbarrieren dafür sorgen, dass die Anzahl der Teilnehmer künstlich begrenzt wird. In der Wirtschaft sei dabei an Zölle, Quoten, und an eine Diskriminierung des Nachfragers nach Menge, Preis oder anderen Attributen erinnert. Im Sport kann bspw. eine Nichteinhaltung von Mindeststandards für einen Ausschluss aus einem Wettbewerb sorgen. Für die Teilnahme an einer WM oder Olympiade müssen vorher festgesetzte Normen 9 erreicht werden. Als Beispiel für eine Mannschaftssportart und der Prüfung einer Teilnahme kann man das Lizenzierungsverfahren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sehen. Dabei werden Vereine einer Art Tauglichkeitsprüfung unterzogen ob finanzielle und infrastrukturelle Voraussetzungen gegeben sind für die jeweilige Spielklasse. Dabei wird z. b. ein Unterbau des Profibereiches verlangt. Es muss also jeder Bundesligist auch entsprechende Jugendmannschaften aufbauen und betreuen. Wie detailreich die Ausführungen in der
9 Der Deutsche Leichtathletik-Verband legt jährlich für die anstehenden Großereignisse entsprechende Qualifikationsnormen fest, mit denen die Athleten die Nominierungsvoraussetzungen für die verschiedenen Veranstaltungen erfüllen. Mehr dazu ist zu erfahren unter: http://www.deutscher-leichtathletik-verband.de/index.php?SiteID=190
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Lizenzierungsordnung der Deutschen Fußball Liga (DFL) sind, zeigt § 6 Nr.3 bei den infrastrukturellen und sicherheitstechnischen Kriterien:
„Das Fassungsvermögen des Stadions muss mindestens 15.000 Zuschauer betragen, wobei mindestens 3.000 Sitzplätze vorhanden sein müssen. Die Sitzplätze im Stadion müssen einzeln, nummeriert, anatomisch geformt und unverrückbar befestigt sein sowie eine mindestens 30 cm hohe Rückenlehne haben 10 .“
Als Motiv für solch ein Verfahren wird u. a. angeben, dass dies zu einer Stabilität des Wettbewerbs führe. Dass es möglicherweise auch zu einem Ausschluss von sportlich qualifizierten Mannschaften kommen kann wird dagegen hingenommen 11 . Dies wiederum kann dazu führen, dass nicht genügend Teilnehmer, entsprechend der optimalen Anzahl vorhanden sind. Daher ist es sowohl im Sport als auch in sonstigen Märkten unerlässlich ein geeignetes Preis- und Anreizschema zu implementieren. Dies soll Anreize zur Teilnahme und einer erwünschten Leistung (gutes Spiel, Preisgebote) setzen, z. b. über Subventionen, oder in Fußballligen, Punkte oder Siegprämien. Und zum dritten ist es in beiden Branchen wichtig eine optimale Wettbewerbsintensität zu haben. Zu verstehen ist dies im Zusammenhang mit einer Chancengleichheit. Ein Markt wird nicht existieren, bzw. ein Tausch nicht zustande kommen, wo ein potenzieller Käufer seine Zahlungsbereitschaft freiwillig offenbaren muss genau so wird kein 100m Läufer einen Wettbewerb akzeptieren indem sein Gegner 10m weniger zurücklegen muss. Intensität zielt aber ebenso darauf ab, dass die Wettbewerber auf ähnlichem Niveau agieren und dieses möglichst hoch ist. Damit sind gemeint Wettbewerbsmärkte mit atomistisch kleinen Verkäufern und Käufern die beiderseits keinen Einfluss auf die Preissetzung haben. Vorteile (viele Kunden) hat Derjenige, welcher durch Qualität überzeugt. Im Sport ist unter hoher Intensität zu verstehen, dass die Sportler bzw. Teams mit ähnlichem Leistungspotenzial ausgestatten sind, der Ausgang möglichst spannend, also nicht vorhersagbar ist, und das der Wettkampf sportliche Bestleistungen liefert. Beides könnte nützlich sein, um möglichst viele Zuschauer zu gewinnen. Man sieht also: Sport und Wirtschaft sind nicht nur sehr eng miteinander verknüpft. Auch liegen im Aufbau Strukturen
10 Weitere Details unter: http://www.bundesliga.de/media/native/dfl/ligastatut/lizenzierungsordnung_lo_05-12-22_stand_.pdf.
11 Es gibt Ausnahmeregelungen wonach in den meisten Fällen eine Saison gewährt wird um diese Anforderungen zu erfüllen. Aktuelles Beispiel ist der Goslarer SC 08 der nach dem Aufstieg in die Regionalliga Nord seine Heimspiele in Braunschweig austragen muss, während das heimische Osterfeldstadion ausgebaut wird.
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vor, welche sich sehr ähnlich sind. Einen grundlegenden Unterschied zwischen ökonomischen und sportlichen Wettbewerb kann man dennoch ausmachen. Neale (1964) beschreibt in seinem Louis-Schmeling-Paradoxon das existenzielle Vorhandensein von (gleichwertigen) Gegnern. In der Wirtschaft sei es höchst profitabel ein Monopolist zu sein. Im Sport wäre es der Ruin ohne ernsthaften Herausforderer und spannenden Wettbewerb, da ein Zusammenhang zum Zuschauerinteresse unterstellt wird.
“In law the sports team is a firm (which may be profit-motivated). But it is not a firm in the economist’s sense. A single team cannot supply the entire market - if it did it would have no one to play.”
Demnach sei für jeden Verein ein Wettbewerb besser als das Monopol. Einzelne Vereine sind sogar zur Kooperation gezwungen, denn nur so können ganze Meisterschaften ausgetragen werden. Allerdings kann es dann dazu kommen, dass eine Liga an sich ein Monopol besitzt und den gesamten Markt bedient. Nämlich dann, wenn die Kosten zur Auferlegung einer Konkurrenzliga die erwarten Einnahmen übersteigen. So gab es immer wieder Gerüchte um eine Konkurrenzserie zur Formel 1 oder auch eine private Austragung eine Europa-Liga im Fußball. Es blieb bisher bei den Gerüchten.
Zudem ist der (professionelle) Sport aus verschiedenen Gründen ein interessantes Forschungsgebiet der Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Es handelt sich um einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor und weist einige spezifische Besonderheiten (insbesondere die Bedeutung der Ausgeglichenheit des Wettbewerbs als eigenständigem Qualitätsmerkmal) auf, die beispielsweise wettbewerbsrechtliche Ausnahmeregelungen begründen und für das Marketing (z.B. Zentral- vs. Individualvermarktung) interessante Fragen aufwerfen. Und als nützliches Element sind im Sport häufig mehr Daten als in anderen Bereichen verfügbar, die es erlauben, allgemeine ökonomische Hypothesen, etwa bezüglich Vertragsgestaltung und Anreizwirkungen, zu testen. Hier werden einerseits Ergebnisse aus Wettkämpfen in der Tabelle ausgedrückt, andererseits gibt es eine Tendenz wobei sich im europäischen Fußball Vereine in Wirtschaftsunternehmen umwandeln und inzwischen teilweise als Aktiengesellschaften (AG) geführt werden und damit Publikationspflichten nach internationalen Standards (IFRS) unterliegen. Der Verein Borussia Dortmund wird als eine GmbH & Co. KG a.A. geführt und dient damit vermehrt als Paradebeispiel für wirtschaftswissenschaftliche Untersuchungen, um Zusammenhänge feststellen zu können
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zwischen sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Da dem Sport nun eine enorme Bedeutung in vielerlei Hinsicht zukommt muss er wie die Märkte auch, gewissen Regeln unterliegen. Es braucht eine Organisation. Diese haben alle Wettbewerbe, die professionellen Anspruch besitzen. Ein Komitee, ein Weltverband oder eine Foundation, unabhängig davon wie die Organisation im Einzelnen organisiert ist und wie die Teilnehmer darin involviert sind. Die Aufgaben sind vergleichbar mit der eines Betreibers eines (virtuellen) Marktplatzes. Wie z. b. bei Ebay muss auch im Sport jemand die Regeln festlegen, das Marktdesign des Sportwettbewerbs. Die Contest Theorie bildet eine spezielle Form des Marktdesigns und der Auktionstheorie.
Szymanski (2003) gibt eine Klassifizierung des Sports in Individual- und Mannschaftssportarten vor. Dabei seien Individualsportler vergleichbar mit einem Einzelunternehmer, welcher nur für sich, auf eigene Rechnung handelt und voll haftet für seine Leistungen. Beim Mannschaftssport spielt jede wie in einer (größeren) Firma, wobei die Erfolgszurechnung dementsprechend schwieriger ist. Das folgende Standardmodell wird am besten abgebildet von Individualsportarten wie z. b. Tennis, Golf, Boxen, Turnen u. v. a., weil hierbei unbeobachtbare Größen, wie z. b. Spill-Over-Effekte 12 oder auch zwischenmenschliche (Dis-) Harmonien einen sehr viel geringeren Einfluss haben auf die gezeigten Leistungen der Sportler.
Des Weiteren weist Szymanski auf einen sehr bedeutsamen Punkt hin: Den Unterschied, der existiert zwischen der Gewinnmaximierung und einer Maximierung des sportlichen Erfolges. Dies ist eine wichtige Implikation für das Standard-Modell. Dieses Modell wird ausgehen von einem Motiv der Gewinnmaximierung. Dass es aber auch Sportler geben soll, die spielen um zu gewinnen oder Verbände, die neben der gewinnbringenden Organisation von Wettkämpfen auch andere Ziele besitzen, zeigt Sloane (1971). Im Einzelnen weist Sloane daraufhin, dass monetärer Gewinn mehr Geld bedeutet und dies ist universell eintauschbar ist in alle Güter, die in eine individuelle Nutzenfunktion eingehen 13 . Ein Verein maximiere nun die
12 Dieser in Wirtschaftstheorie gebräuchliche Begriff für einen Übertragungseffekt soll in diesem Zusammenhang daraufhin deuten, dass es möglich ist, dass in Mannschaftssportarten, Leitungen von Sportlern der gleichen Mannschaft interdependent sind.
13 „Jedoch ist es natürlich, wohl gar unvermeidlich, das zu lieben, was als ein unermüdlicher Proteus jeden Augenblick bereit ist, sich in den jedesmaligen Gegenstand unserer so wandelbaren Wünsche und mannigfaltigen Bedürfnisse zu verwandeln. Jedes andere Gut nämlich kann nur einem Wunsch, einem Bedürfnis genügen:(…). Sie sind folglich alle nur relativ gut. Geld allein ist das absolute Gute: Weil es nicht bloß einem Bedürfnis in concreto begegnet, sondern dem Bedürfnis überhaupt in Abstracto.“ (Schopenhauer 1851 in Aphorismen zur Lebensweisheit III)
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Nutzenfunktion insgesamt. Dabei können auch andere Attribute einen positiven Nutzenzuwachs nach sich ziehen bei Konsumtion. Unabhängig von Art der Nutzenfunktion, sobald ein Nutzenelement ein Gewicht von Null verschieden annimmt. So kann die Bedürfnisbefriedigung, gemessen anhand des Nutzenwertes, durch das Siegen höher sein, als ein positives Bankkonto. Im Extremfall kann die „Sucht“ nach Erfolg sogar der Auslöser sein für ein Bankkonto im Haben (vgl. Késenne 2009). Ein weiteres Element mit positivem Nutzen für Spieler, Vereine und Verbände könnten karitative Aufgaben und soziales Engagement sein. Da die tatsächliche jeweilige Nutzenfunktion eine private Info ist, ist sie nicht nach zu vollziehen. So generieren zahlreiche Fußballvereine, und selbst die FIFA jährliche Gewinne 14 in Millionenhöhe, dass die Vermutung nahe liegt, dass das Motiv der Gewinnmaximierung nicht gänzlich nebensächlich ist. In der früheren Literatur wurde tatsächlich auch meist eine ökonomische Gewinnmaximierung 15 unterstellt. Das ist nicht verwunderlich, denn die meisten Arbeiten kamen auch aus den USA. Und dort wird der Sport als ein Mittel zur Renditeerzielung angesehen. Die Clubs sind Teil eines großen Wirtschaftsmoguls, siehe Ted Turner oder Robert Murdoch und dessen Imperien. Diese Art der Führung oder Leitung von Vereinen hält inzwischen auch in Europa Einzug, vor allem in Großbritannien, wo bspw. der Sheikh Mansour bin Zayed Al Nahyan Hauptanteilseigner des Fußballklubs Manchester City ist. Ansonsten herrschen in Europa Verbandstrukturen, wo das Ehrenamt große Bedeutung hat und wo von Verbandsebene versucht wird die Kommerzialisierung abzubremsen. Deutlich wird dies an der 50+1 Regel, welche in Deutschland gilt, nach der eine Mehrheit der Anteile im Besitz des Vereins bleiben müssen. Die Anreize zur Renditeerzielung und dem Handel mit Club-Anteilen wird Einhalt geboten. Es steht theoretisch die Erhöhung der Siegwahrscheinlichkeit im Mittelpunkt. In solchen Fällen ist die Ausgeglichenheit einer Liga höher (vgl. Vrooman 1997). Zum gleichen Resultat kommt Késenne (2005a). Die 50+1 Regel sorgt außerdem tendenziell dafür, dass ehemalige Spieler an die Vereinsspitze gelangen und wichtige Machtposten besetzen wie die des
14 Siehe Einleitung Abbildung 2.
15 Der Sport, hier die DFL hat auch non-Profit Erscheinungen: 2005 wurden die Übertragungsrechte für 2006-2009 für 240 Millionen Euro pro Jahr an Arena verkauft, anstatt das Gebot von Premiere über 300 Millionen Euro anzunehmen. Dies galt fanfreundliche Entscheidung, da die Sportschau erhalten blieb und man somit eine größere Reichweite im Free-TV hatte (vgl. Budzinski 2009).
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Managers. Man kann davon ausgehen, dass dies auch eher dafür spricht, dass der sportliche Erfolg im Vordergrund steht 16 .
2.2 Individualsportarten und Preisstruktur
Der Begriff Individualsportart erfasst Sportarten, die überwiegend auf den Leistungen des Individuums basieren und nicht in Mannschaften organisiert sind. Hierzu zählen z. B. Leichtathletik, Schwerathletik, Schwimmen, Boxen, Golf, Tennis und Turnen. Unter der Annahme, dass Zuschauer angezogen werden von der Attraktivität der Teilnehmer und deren Leitungen, so ist der Organisator dafür zuständig ein geeignetes Anreiz- und Preisschema zu implementieren. Dieses sollte nach Möglichkeit dafür sorgen, dass gute Sportler an seinem Contest teilnehmen und sich auch anstrengen. Bspw. durch eine Antrittsprämie und eine Siegprämie und ein förderliches Verhältnis dieser Anreizelemente. Szymanski nennt zudem Strafen als ein mögliches Mittel mit Anreizwirkung. In einem symmetrischen 17 Wettbewerb mit einer Prämie für den Sieger steht ein (Turnier-) Organisator vor folgendem Problem:
mit
R… strikt konkaver Erlösfunktion
e i … Anstrengungen, Investitionen der Teilnehmer
V… Siegprämie
Für einen Teilnehmer ist es nur dann rational an solch einem Contest mitzuwirken, wenn sich die eigenen Anstrengungen amortisieren. Die Auszahlung setzt sich wie folgt zusammen:
16 Man erfährt regelmäßig von Beispielen aus der Realität. Erinnert sei Borussia Dortmund, die den Titelgewinn mit teuren Transfers realisiert hatte. Ein aktuelleres Beispiel für siegorientiertes Verhalten kommt aus dem Umfeld des 1. FC Nürnberg (siehe hierzu dem Kickerbericht vom 13.10.2009 im Anhang
17 Symmetrie ist eine der Annahmen in diesem Absatz. Es besagt, dass alle Teilnehmer gleiche Fähigkeiten und Ressourcen besitzen. Die zweite, allerdings kapitelübergreifende Annahme ist die Risikoneutralität der Teilnehmer.
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Arbeit zitieren:
Stefan Kutzner, 2009, Finanzausgleich im Sportwettbewerb, München, GRIN Verlag GmbH
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