2.5.3.1 Situationen aufgreifen 34
2.5.3.2 Situationen inszenieren 35
2.5.3.3 Situationen thematisieren. 39
3. Praktische Umsetzung. 40
3.1 Allgemeine Maßnahmen zur Förderung von Gruppenkohäsion 40
3.2 Übungsauswahl zur Förderung der Gruppenkohäsion im Sportspiel Basketball. 42
3.2.1 Basketball 42
3.2.2 Basketball M 49
3.2.3 Basketball L 54
3.2.4 Basketball XL 64
4. Methodische Überprüfung. 69
4.1 Überprüfung der teambildenden Maßnahmen 69
4.2 Untersuchungsteilnehmer 69
4.3 Untersuchungsverfahren 70
4.4 Untersuchungsdurchführung. 73
4.5 Untersuchungsauswertung. 73
5. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse 75
5.1 Kohäsionsdimension I-BZ 76
5.2 Kohäsionsdimension I-AZ. 77
5.3 Kohäsionsdimension G-BZ 78
5.4 Kohäsionsdimension G-AZ 79
5.5 Zusammenfassung der Tendenzen 80
6. Diskussion. 83
6.1 Fehlende Kontrollgruppe 83
6.2 Kritik zur Methodik des KFS 83
II
6.3 Messzeitpunkte 86
6.4 Teamgröße 86
6.5 Professionalitätsgrad eines Basketball-Bezirksliga-Teams. 87
6.6 Trainingsgegebenheiten. 88
7. Zusammenfassende Betrachtung 91
8. Literaturverzeichnis 93
9. Abbildungsverzeichnis 96
10. Tabellenverzeichnis 97
11. Abkürzungsverzeichnis. 98
12. Anlage A 99
13. Anlage B. 101
III
1. Einleitung
Wenn die Ziele einzelner Spieler nicht mehr mit denen des Teams übereinstimmen oder die Leistung nicht ausreichend für die geforderten Ansprüche ist, werden während bzw. nach der Saison oft Umstrukturierungen in Sportteams vorgenommen. Alte Spieler verlassen den Verein, neue kommen hinzu. Die neu entstandenen Teams befinden sich permanent in einem gruppendynamischen Prozess, auf den der Trainer 1 aktiv Einfluss nimmt. Vor allem die Vorbereitungszeit ist eine wichtige Phase, in der die Weichen für eine erfolgreiche Mannschaft gestellt werden können. Teambildende Maßnahmen können helfen, den Prozess der Teamfindung und -stärkung zu unterstützen und zu beschleunigen, sodass ein gefestigter Teamzusammenhaltdie sogenannte Gruppenkohäsion 2 - entsteht. Klarheiten bezüglich der Aufgaben- und Rollenverteilung, eine gemeinsame Zielvorstellung, eine hohe Leistungsmotivation und Verantwortungsbewusstsein müssen durch den Trainer im Training wie im Wettkampf gefordert werden. Durch die Förderung der beiden Kräftedimensionen Sozial- und Aufgabenzusammenhalt kann ein Team entstehen, welches in kritischen Situationen und bei ernsthaften Konflikten bestehen und diese bewältigen kann.
Diese wissenschaftliche Arbeit schließt den Bogen zwischen empirischer Untersuchung zum Thema Teambuilding und dessen praktischer Umsetzung. Eine theoretische Grundlage soll die wesentlichen Begrifflichkeiten „Team“, „Teambuilding“ und „Gruppenkohäsion“ klären und das Konzept der Persönlichkeits- und Teamentwicklung nach Sygusch darlegen, welches die Basis für die durchgeführten Interventionseinheiten bildete. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der Präsentation basketballspezifischer und -unspezifischer Übungsformen zur Förderung des Teamzusammenhaltes und der psychosozialen Ressourcen. Innerhalb der Recherchearbeiten wurde festgestellt, dass ein Mangel an Literatur bezüglich basketballspezifischer Übungen mit teambildendem Charakter festzustellen ist. Übungsformen zur Förderung des Teamzusammenhaltes wurden zum Teil aus dem Buch „Persönlichkeits- und Teamentwicklung im Kinder- und Jugendsport“ (Sygusch, 2006) und aus dem Bereich Handball aus dem Buch „Persönlichkeits- und Teamentwicklung. Förderung psychosozialer Ressourcen im Handball“ (Sygusch & Kolodziej, 2006) übernommen und entsprechend der Altersstufe und Sportart modifiziert.
1 Zur Verbesserung der Lesbarkeit werden in dieser Arbeit Personenbezeichnungen in der männlichen Form verwendet;
gemeint sind dabei in allen Fällen Frauen und Männer.
2 Um Missverständnisse zu vermeiden, werden in dieser Arbeit die Begriffe Gruppenkohäsion und Kohäsion
bedeutungsgleich verwendet.
Basketball stellt nicht nur hohe Anforderungen an das motorische und technisch-taktische Können. Neben Dribbeln, Werfen, Fangen etc. sind auch Fähigkeiten erforderlich, die ein erfolgreiches gemeinsames Miteinander und das Bewältigen von Drucksituationen ermöglichen. Beispielsweise müssen die Spieler in Offense und Defense kooperieren, um die gemeinsamen Spieltaktiken umsetzen zu können. Nervosität und Druck müssen an der Freiwurflinie abgelegt werden, denn nur durch das Vertrauen auf das eigene Können kann man selbstbewusst und erfolgreich im Spiel agieren.
Interagierende Sportspiele wie Basketball, welche durch ein hohes Maß an Arbeitsteilung und Rollendifferenzierung charakterisiert werden, unterscheiden sich von koagierenden Sportarten (z.B. Rudern, Bowlen, Schießen), in welchen der Erfolg im Wesentlichen von den Individualleistungen der Mitglieder abhängt, dadurch, dass die Mannschaftsleistung mehr ist als die Summe der Einzelteile (vgl. Linz, 2006, 21).
Am Beispiel des Basketballteams des TV „Jahnbund“ Apolda e.V. 1874 wurden sieben eigens konzipierte Interventionseinheiten durchgeführt. Motiviert wurde die Entwicklung, Durchführung und Auswertung der teambildenden Trainingseinheiten durch zwei Aspekte: Zum Einen kam es zu Umstrukturierungen im Team. Drei Neuzugänge waren zu vermelden und aus dem Jugendbereich rückten einige Spieler nach, um sich im Erwachsenenspielbetrieb zu messen. Es galt, die Spieler zu integrieren und zu einem funktionierenden, harmonischen Team mit klaren Aufgabenverteilungen und Hierarchiestrukturen zu führen. Zum Anderen war es der Wunsch des Teams und des Trainers, die kommende Saison erfolgreicher als die Vorherige abzuschließen. Eine Korrelation zwischen Kohäsion, vor allem Aufgabenkohäsion, und Leistung in Teams mit interpendenten Aufgabenstrukturen (Alfermann & Strauß, 2001) und in interagierenden Teams (Schlicht & Strauß, 2003) konnte anhand der Literatur festgestellt werden. Daher ist die Zielsetzung der Interventionseinheiten, die vorhandene Kohäsion zu verstärken, um die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Mit Hilfe von teambildenden Maßnahmen soll die Gruppenkohäsion gefördert und anhand des Kohäsionsfragebogens Sport (KFS) von Schmidt & Schleiffenbaum (2000) überprüft werden. Es existieren unterschiedliche Ergebnisse zu den Transfereffekten von Kohäsion auf die Leistungsfähigkeit des Teams. Viele Trainer verhalten sich skeptisch gegenüber sportartunspezifischen Interventionsformen und erwarten keinen positiven Einfluss auf den Teamzusammenhalt, vor allem aufgrund der wechselnden Rahmenbedingungen und der unkontrollierbaren Einflussfaktoren. Exemplarisch wurde dies am o.g. Basketballteam getestet. Die Hypothese:
„Teambildende Maßnahmen beeinflussen die Gruppenkohäsion eines Basketballteams positiv.“
soll anhand des KFS untersucht und verifiziert bzw. falsifiziert werden. Es wird eine quantitative Längsschnittuntersuchung angewandt. Zu zwei Messzeitpunkten - vor und nach den Interventionseinheiten - sollen die Spieler den KFS ausfüllen. Um die Ergebnisse interpretieren zu können, wird die Kohäsion operationalisiert. Schwierigkeiten könnte die geringe Datenmenge und das Untersuchungsverfahren darstellen, die es zu diskutieren gilt.
Die Leistung ist ein entscheidender Faktor im Wettkampf- und Trainingsbetrieb. Ziel der Ausbildung bzw. des Trainings ist eine zielgerichtete und effektive Spielleistung, die im Wettkampf zum Tragen kommt und durch diesen bestimmt wird. Mit dem Wissen über die leistungsbeeinflussenden Faktoren und die gesetzmäßigen Beziehungen und Abhängigkeiten der Leistung kann die Gestaltung des Trainings strukturierter und erfolgreicher durchgeführt werden. Durch verschiedene Definitionen soll ein Überblick zum Thema Leistungsstruktur geschaffen werden. Anschließend erfolgt eine Übersicht über die notwendigen Leistungsvoraussetzungen im Sportspiel Basketball und schlussendlich werden die Charakteristik und die Besonderheiten des Basketballs hervorgehoben.
Stiehler et al. (1988, 46) definieren die Leistungsstruktur folgendermaßen: „Die Struktur der sportlichen Leistung (…) ist der innere Aufbau notwendiger, wechselseitig bedingender und optimal ausgeprägter Faktoren (Elemente, Bestandteile) für den Vollzug und für das Ergebnis einer konkreten sportlichen Leistung.“ Es wird unterschieden in diese Strukturebenen:
• Struktur der Wettkampfleistung - Ebene der Leistungsrealisierung oder der prognostizierten Zielleistung.
• Struktur der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft - Ebene des jeweils erreichten Ausbildungstandes der Leistungsvoraussetzungen.
• Struktur des Trainings (Ausbildungsprozess) - Ebene der Leistungsvorbereitung (vgl. ebd.).
Konzag & Konzag (1991, 9) verweisen darauf, dass Leistung nur möglich ist, wenn die einzelnen Fähigkeiten der Mitglieder optimal kooperieren. Demnach resultiert die Leistungsstruktur aus: „(…) der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit des einzelnen Spielers in ihrem integrativen
Zusammenwirken im Rahmen der gesamten Mannschaft und deren kooperative Leistungsfähigkeit, die
als eine eigenständige Qualität nicht etwa als Summe, sondern vielmehr im Sinne einer Potenzierung von
Einzelleistungen zu begreifen ist.“[sic!]
Entscheidend für eine erfolgreiche Mannschaftsleistung sind Interaktion, Kooperation und Kommunikation.
Nach Konzag & Konzag (1991, 9) unterscheidet sich die Leistungsstruktur der Mannschaftssportspiele in verschiedene Strukturebenen:
• Unter der Struktur der Wettkampfleistung
In dem Modell der Struktur der Wettspielleistung nach Lau (1989) wird die Thematik vertieft und die verschiedenen beeinflussenden Faktoren dargestellt, darunter zählen: Äußere materielle und personelle Spielumweltfaktoren (Spielhalle, Schiedsrichter, Zuschauer u.v.m.), Effektivität individueller und kollektiver Handlungen und Verhaltensweisen des eigenen Teams und des Gegners sowie die Wettspielleistungen im Angriff (Trefferquote, Assists, Offenserebounds etc.) und Verteidigung (Steals, Defenserebounds etc.). Diese Komponenten entscheiden über Sieg oder Niederlage (vgl. Lau et al., 2002, 15).
• Wesentliche Faktoren, die die Struktur der kollektiven Leistungsvoraussetzungen kennzeichnen, sind die sozialen und kooperativen Beziehungen innerhalb des Teams, die durch das Formierungs- und Motivationsvermögen des Trainers beeinflusst werden. Kommunikation (Art und Grad der Kommunikation), Kooperation zur Abstimmung und Anpassung von Handlungen und entsprechende Spieler, die die Spielkonzeptionen umsetzen können, sind von Nöten, um die kollektive Leistung zu steigern. Grundlage bilden die individuellen technisch-taktischen und konditionellen Leistungsvoraussetzungen, welche in Wechselwirkung mit der kollektiven Leistung treten (vgl. Konzag & Konzag, 1991, 11).
• Struktur der individuellen Leistungsvoraussetzungen bezeichnet „die Ausprägung und die wechselseitige Beziehung der personalen Voraussetzungen, die den Menschen für bestimmte sportliche Leistungen mehr oder weniger geeignet machen.“ (vgl. ebd.)
Schnabel et al. (1994, 37) betonen den äußeren Rahmen, welcher die sportliche Leistung misst: „Einheit von Vollzug und Ergebnis einer sportlichen Handlung bzw. einer komplexen Handlungsfolge, gemessen bzw. gewertet an bestimmten sozial determinierten Normen.“
2.1.2 Leistungsvoraussetzungen im Basketball
Allgemein wird unter endogenen und exogenen - inneren und äußeren - Faktoren unterschieden, welche die Leistungsfähigkeit beeinflussen (vgl. Schnabel et al., 1994, 43). Die äußeren Bedingungen, beispielsweise Spielregeln, Sportstätte, Ausrüstung, Zuschauer, Schiedsrichter etc., die pädagogische Führung und die inneren Bedingungen, welche als komplexe Leistungsfaktoren zusammengefasst werden, determinieren die Spielfähigkeit
( Leistungsfähigkeit). Stiehler et al. (1988, 50ff.) fassen die komplexen und vielfältigen Kräfte der Leistungsvoraussetzungen der Sportspiele zusammen. Zu den individuellen Leistungsfaktoren zählen:
• Konstitutioneller Faktor: Anlage- und entwicklungsbedingte Besonderheiten des Körperbaus und der Organfunktionen (Körperhöhe, Hebelverhältnisse);
• Konditioneller Faktor: energetische Fähigkeiten (Kraft, Ausdauer-und Schnelligkeitsfähigkeiten);
• Technik-taktischer Faktor: Handlungsqualitäten für die zielgerichtete und effektive Realisierung des Spielgedankens (spieltechnisches Können, taktisches Wissen, technischtaktische Fähigkeiten);
• Koordinativer Faktor: Handlungsregulative Mechanismen des zweckmäßigen, ökonomischen und effektiven Zusammenwirkens im nerval-muskulären Steuerungs- und Regelverhalten bei der Bewegungstätigkeit (Differenz-, Orientierungs-, Reaktions-, Kopplungs- und Umstellungsfähigkeit);
• Ideologisch-moralischer und psychischer Faktor: allgemeingültige und spezifische Persönlichkeitsqualitäten, welche in ihrer Zielstellung und Ausprägung den Moralnormen der sozialistischen Gesellschaft entsprechen (Kenntnisse, Einstellungen/Überzeugungen, Kollektivität, psychische Fähigkeiten).
Die kollektiven Leistungsvoraussetzungen im Sportspiel werden von Stiehler et al. (1988, 52ff.) durch die Faktoren
• Kollektive Taktik: zielorientiertes und zweckmäßiges Zusammenwirken der Spieler eines Teams oder eines Teil des Teams ausgehend von Spielkonzeption und individuellen
Persönlichkeitsqualitäten und Leistungsfähigkeiten (gruppentaktische und
mannschaftstaktische Handlungen);
• Mannschaftsformation: Struktur der Spielerein- und -zuordnung zum Zweck optimaler Realisierung der Spielkonzeption unter Berücksichtigung spiel- und positionsspezifischer Aufgaben und individueller Leistungsfähigkeiten (z.B. Teamkapitän, Führungsspieler) und
• Kampfkraft des Mannschaftskollektivs: Ausprägungsgrad des Niveaus und der Wirksamkeit kollektiver Einstellungen und Verhaltensweisen aller Spieler bei der gemeinsamen Realisierung der Wettkampfleistung (z.B. einheitliche Zielstellung, Mobilisationsfähigkeit, Organisiertheit, Improvisation) beschrieben.
2.1.3 Charakteristik und Anforderungsprofil des Basketballspiels
Basketball erfreut sich großer Beliebtheit. Weltweit wird dieses attraktive Mannschaftsspiel gespielt. Im Jahr 1891 wurde Basketball von dem amerikanischen Arzt und Pädagogen Dr. James Naismith als risikoarmer Ausgleich zum American Football entwickelt und verbreitete sich von da an sprunghaft auf der ganzen Welt. Stiehler et al. (1988, 177) zählen Basketball zu den Tor-, Mal-und Korbspielen.
Im Basketball treten zwei Teams mit je fünf Spielern gegeneinander auf einem Spielfeld der Größe 28 Meter mal 15 Meter an. Es können bis zu sieben Auswechselspieler eingesetzt werden. Das Auswechseln der Spieler ist nicht limitiert. Ziel des Spiels ist es, den Ball durch regelrechte Spielhandlungen in den gegnerischen Korb (Höhe: 3,05 Meter) zu werfen, um damit Punkte zu erzielen, und den eigenen Korb zu verteidigen, sodass gegnerische Angriffe verhindert werden. Die technisch-taktische Spielgestaltung wird durch strenge Regeln (Foul-, Schritt- und Zeitregeln) beeinflusst. Nach einer effektiven Spielzeit von vier mal zehn Minuten (in der NBA gelten andere Zeitangaben) gewinnt das Team mit den meisten Punkten. Bei einem Unentschieden wird das Spiel um jeweils fünf Minuten verlängert, bis ein Sieger feststeht. Das Spiel wird von zwei Schiedsrichtern und einem Kampfgericht, bestehend aus Anschreiber, Zeitnehmer und 24-Sekunden-Zeitnehmern, geleitet (vgl. Stiehler et al., 1988, 177). Im Laufe der Jahre wurden die Regeln immer wieder geändert, um das Spiel attraktiver zu gestalten. Stiehler et al. (1988, 180f.) heben spezifische Merkmale des Basketballspiels hervor und beschreiben konkrete Anforderungen an den Basketballspieler:
• Das Spiel ist charakterisiert durch die ständig angriffsorientierte Spielweise aufgrund der Zeitregeln. Es ist kein bzw. kaum Zeitspiel möglich.
• Es werden hohe Ansprüche an die Informationsaufnahme, die Informationsverarbeitungsprozesse sowie an das motorische Koordinationsvermögen der Spieler gestellt.
• Durch das waagerecht angebrachte Ziel ergeben sich hohe Anforderungen an das motorische Distanzierungsvermögen und die Präzisionsleistung der Spieler.
• Technisch-koordinative Fähigkeiten sind von Nöten, bedingt durch die strengen Foul- und Schrittregeln.
• Spezielle konditionelle Fähigkeiten der Spieler sind erforderlich (viele Antritte, Tempowechsel und Richtungsänderungen, Sprünge, Abwehrbewegungen etc.).
• Durch häufige Wechsel in Systemen der kollektiven und individuellen Verhaltensweisen ist eine Universalität der Spielweise in Offense und Defense notwendig, d.h. ein hoher Ausprägungsgrad des taktischen Denkens.
• Relativ häufige Regeländerungen, um Härte und Aggressivität zu minimieren und die Attraktivität des Sports zu maximieren.
Hagedorn et al. (1996, 39) nennt fünf Merkmale, die den Charakter und das Anforderungsprofil des Basketballspiels bestimmen:
• Immunität des Gegenspielers,
• Enge des Spielraumes,
• frei zugängliches, übersprunghohes Ziel,
• Spiel mit der Hand und
• Zeitbegrenzung des Angriffs.
Nachdem auf die Leistungsstruktur im Allgemeinen und im Besonderen am Beispiel des Sportspiels Basketball eingegangen wurde, folgt eine Klärung der elementaren Begrifflichkeiten Team, Teambuilding und Gruppenkohäsion.
2.2 Begriffsklärung Team
Zur Analyse und Nachvollziehbarkeit der Prozesse innerhalb von Gruppen und Teams sind konkrete Definitionen für diese Begriffe erforderlich. Durch möglichst präzise und knappe Beschreibungen, soll die Bedeutung der Wörter verdeutlich werden. Im folgenden Kapitel soll mit Hilfe unterschiedlicher Definitionen ein Überblick der Begrifflichkeiten Team und Gruppe entstehen, um ein Grundverständnis für das Teambuilding und die Gruppenkohäsion zu entwickeln. Anschließend werden die Übereinstimmungen und Differenzen der Begriffe „Team“ und „Gruppe“ dargestellt.
2.2.1 Definition Team
Mabey & Caird (1999, 7ff.) fassen folgende Hauptkriterien zusammen, welche ein Team definieren:
• Ein Team hat mindestens zwei Mitglieder.
• Die Mitglieder tragen zur Erreichung der Teamziele mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und den daraus entstehenden gegenseitigen Abhängigkeiten bei.
• Das Team hat eine Team-Identität, die sich von den individuellen Identitäten der Mitglieder unterscheidet.
• Das Team hat Kommunikationspfade sowohl innerhalb des Teams als auch zur Außenwelt entwickelt.
• Die Struktur des Teams ist aufgaben- und zielorientiert beschrieben.
• Ein Team überprüft periodisch seine Effektivität.
Kleinmann (2005, 11) bezieht sich auf den Brockhaus und erläutert den Teambegriff folgendermaßen:
„Der Begriff Team wird im allgemeinen Sinn als eine Gruppe von Personen erklärt, die gemeinsam an einer Aufgabe arbeitet, und konkretisiert somit die Aufgabenbezogenheit (Brockhaus, 1996).“ Im Mittelpunkt steht die Aufgabenbezogenheit, welche das elementare Kriterium eines Teams nach Kleinmann darstellt.
Sugarman (1999, 30) erfasst erste Teamstrukturen und Prozesse innerhalb des Teams und integriert diese mit in die Definition:
„A team is a group of people who have norms that regulate their behavior to some degree. They each have
a role that is interdependent with the other members of the team. (...) They have agreed-upon goals, are
genuinely concerned about achieving these goals as a group, and in turn, are mutually helpful.“ Eine andere Version Sugarmans betont nochmals die wichtigsten, für das Verständnis unerlässlichen Begrifflichkeiten:
„(...) a team is a group of people who share common goals, a common vision and have some level of
interdependence that requires both verbal and physical interaction. (…) They come together for number of
different reasons, but their goals are the same - to achieve peak performance in their endeavors.“ (ebd.,
31)
Eine Definition aus der Arbeitspsychologie stammt von Katzenbach & Smith (1993): „(…) eine kleine Gruppe von Personen, deren Fähigkeiten einander ergänzen und die sich für eine gemeinsame Sache, gemeinsame Leistungsziele und einen gemeinsamen Arbeitsansatz engagieren und gegenseitig zur Verantwortung ziehen.“ (Katzenbach & Smith, 1993, 15). Diese Definition basiert auf der Annahme, dass Teams und Leistung untrennbar sind. Im Unterschied zu anderen Definitionen erfolgt eine Trennung zwischen Teams und Personengruppen mit gemeinsamer Aufgabenstellung.
Gabler et al. (2001) stellen den Teambegriff möglichst kurz und präzise dar. Es irritiert die Verwendung des Begriffes „Gruppe“. Anhand der Merkmale wird deutlich, dass es sich um die Definition eines Teams handelt. Im nächsten Abschnitt werden die Gruppen mit Sportmannschaften gleichgesetzt, welches ein weiteres Indiz für eine Beschreibung eines Teams darstellt. „Wir können dann von einer Gruppe sprechen, wenn sie aus mindestens 2 Personen besteht, jedes
Mitglied sich der anderen Mitglieder bewusst ist und eine wechselseitige Kommunikation und
Einflussnahme aller Gruppenmitglieder untereinander möglich ist. Darüber hinaus werden gemeinsame
Ziele und Aufgaben, die Entwicklung eines Wir-Gefühls bzw. Zusammenhalts und eine gewisse zeitliche
Kontinuität der Gruppe als Merkmale genannt.“ (ebd., 81)
Eine allgemeingültige Definition zu dem Begriff Team ist schwierig. Grund dafür ist der Mensch selbst. Der Mensch als Individuum tritt permanent in Kontakt mit anderen. Aber seine Handlungen sind nicht immer vorhersehbar.
Zusammenfassend lassen sich folgende Hauptmerkmale aufzeigen, die für alle Arten von Teams Gültigkeit besitzen:
• mindestens zwei Mitglieder,
• ein gemeinsames Ziel, das die Mitglieder des Teams verfolgen,
• „kollektive Identität“, das Wir-Gefühl, das Bewusstsein, einen gemeinsamen Zweck zu erfüllen,
• Aufgabenbezogenheit,
• wechselseitige Kommunikation und Interaktion (verbal oder physisch) unter den Teammitgliedern,
• Leistungsoptimierung und
• eine gewisse zeitliche Kontinuität.
Carron & Hausenblas (1998) differenzieren und halten folgende Merkmale speziell für Sportteams fest:
• Entwicklung einer gemeinsame Identität,
• Teilen eines gemeinsamen Schicksals,
• Verfolgung eines gemeinsamen Ziels,
• gegenseitige Abhängigkeit untereinander,
• interpersonelle Attraktivität der Mitspieler und
• strukturierte und determinierte Interaktions- und Kommunikationsmuster der Sportart entsprechend (zit. n. Gabler et al., 2001, 81).
Im Unterschied zu den vorherigen Definitionen werden hier noch einmal zwei Aspekte des Sportteams verdeutlicht. Zum Einen wird deutlich, dass eine gewisse Attraktivität des Teams vorhanden sein muss, damit man selbst Mitglied des Teams wird bzw. bleibt. Zum Anderen wird auf die strukturierten und determinierten Interaktions- und Kommunikationsmuster verwiesen, welche typisch für ein Sportteam sind, jedoch je nach Sportart variieren können.
2.2. 2 Abgrenzung zwischen Team und Gruppe
Es wird in der Literatur zwischen den Wörtern „Team“ und „Gruppe“ unterschieden. Im Folgenden werden die inhaltlichen Unterschiede aufgezeigt. Nach einer Darstellung des Begriffs „Gruppe“ schließt sich eine Abgrenzung der beiden Begriffe an. Es wird deutlich, wie eng diese verknüpft sind und wie schwierig eine scharfe Trennung ist.
Kleinmann (2005) bezieht sich erneut auf den Brockhaus (1996) und beschreibt eine Gruppe als „kleinere Anzahl von Personen und Dingen und soziologisch eine Anzahl von Personen, die eine überschaubare, von anderen sozialen Gebilden abhebbare soziale Einheit (…) ergeben. Gemeinsame Wertorientierung, Normen, Ziele, Interessen und Auffassungen sind dabei möglich.“ (zit. n. Kleinmann, 2005, 10).
Die erwähnte Aufgabenbezogenheit von Kleinmann (2005) stellt einen entscheidenden Unterschied zwischen Gruppen und Teams dar. Doch nicht die Aufgabenbezogenheit an sich ist der Grund, sondern die Maßnahmen der Teammitglieder, die zur der Erfüllung der Aufgabe dienen. Auch innerhalb der Gruppe werden Ziele verfolgt, diese sind oftmals geprägt von individuellen Vorstellungen. Das Team hat ein gemeinsames Ziel, welches nur durch die einzelnen Mitglieder zu erreichen ist. Man ist gegenseitig von einander abhängig, ohne die Teammitglieder ist das Erlangen des gesteckten Ziels nicht möglich. Getreu dem Motto: „Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile.“ (Linz, 2006, 21)
Kriz & Nöbauer (2003) beziehen sich auf Johnson und Johnson (1996) und Rosenstiel (1995), die eine Kleingruppe definieren als zwei oder mehr Individuen, die
• miteinander interagieren,
• voneinander abhängig sind,
• als Gruppe wahrgenommen werden,
• gemeinsame Normen und Rollen ausbilden,
• gemeinsam gegenseitige Bedürfnisse befriedigen und
• gemeinsame definierte Ziele anstreben.
Kunert & Knill (1999, 21) beziehen sich auf Arbeitsteams. Es werden fünf wesentliche Punkte benannt, die ein Team von einer Gruppe unterscheiden:
• Das Team hat einen klar umrissenen Arbeitsauftrag.
• Die Verantwortung für dieses Arbeitsziel wird dem Team von einer „übergeordneten Instanz“ ausdrücklich übertragen.
• Das Team kann seine Leistung selbst festlegen.
• Es besitzt die Möglichkeiten und Wege, sich in Richtung auf das Arbeitsziel organisieren zu können.
• Das Team verfügt über ein Potential der Konfliktregulierung.
Auch Weinberg & Gould (1999, 146) liefern eindeutige Aussagen bezüglich des Unterschiedes zwischen einer Gruppe von einem Team, demnach haben Teams:
• das Gefühl für einen gemeinsamen Zweck zu handeln,
• eine strukturierte Form der Kommunikation,
• eine personelle und zielgerichtete Interdependenz und
• interpersonelle Anziehung, welche das wichtigste Zeichen dafür ist, dass eine Gruppe von Einzelpersonen als Team handelt.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass jedes Team auch eine Gruppe ist. Umgekehrt ist nicht jede Gruppe ein Team (vgl. Kauffeld 2001, zit. n. von Rosenstiel, 2003, 274). Es ist möglich, sich von einer Gruppe zu einem Team zu entwickeln, wenn sich aus dem Geist aller einzelnen Individuen ein Teamgeist herausbildet.
Teambuilding ist ein Begriff, der im Sport wie auch in Unternehmen oft verwendet wird. Eine allgemeingültige Definition zu finden erweist sich als schwierig. Grundsätzlich kommen dem Teambuilding zwei Bedeutungen zu. Einerseits wird damit der Zeitraum beschrieben, in dem sich ein Team entwickelt. Teambuilding wird quasi als Synonym für Teamentwicklung gebraucht. Vor allem wird von Teambuilding gesprochen, wenn sich ein Team (neu) formiert hat. Dabei soll durch gezielte und systematische Unterstützung der gruppendynamische Teamentwicklungsprozess beschleunigt werden, um schnellstmöglich die volle Leistungsfähigkeit des Teams zu erreichen.
Andererseits stellt die Methode des Teambuildings, wie die wörtliche Übersetzung bereits vermuten lässt, eine aktive Maßnahme zur Bildung eines Teams dar. Vor allem sollen die Grundlagen eines Teams, Vertrauen, Respekt, Rollenverteilung, Normen und Regeln, festgelegt und gefestigt werden. Die sich entfaltende Kohäsion kann durch interaktive Übungen und Reflexion gefördert werden. Der Begriff Teambuilding wird zunehmend in der Unternehmensbranche genutzt. Teams stellen die vorrangige Arbeits- und Kooperationsform dar. Durch die Optimierung interner Prozesse, kann die Ressource Mensch effektiver mit anderen zusammenarbeiten und damit schneller die gestellte Aufgabe lösen.
Auch im Sport stellt der Mensch das Bindeglied zur Erreichung des gemeinsamen Ziels dar. Durch die bestehenden Parallelen zwischen Sport- und Arbeitsteams wird im Folgenden das Teambuilding anhand einer Quelle aus der Unternehmensphilosophie untersucht. Das Ziel des Teambuildings beschreibt Moxon (1993, 28) folgendermaßen:
„To help people who work together to function more effectively in teams and to assist the team itself to work more effectively as a whole.”
Es wird betont, dass Teambuilding nicht die Aufgabe hat, glückliche Familien oder tiefgehende Beziehungen zu schaffen. Das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf einer gerichteten Zusammenarbeit zur Erreichung eines gemeinsamen Ziels. Dabei sollen die bestehenden Probleme in der hierarchischen Reihenfolge bezüglich ihrer Wichtigkeit bearbeitet werden (vgl. ebd., 28f.). Comelli (2003, 166f.) stellt mehrere, unterschiedliche Zielsetzungen in den Mittelpunkt: • Entwicklung und Vereinbarung verbindlicher Grundlagen und Regeln zur Strukturierung der Gruppe und zur Organisation der Zusammenarbeit
• Entwicklung interpersonaler Beziehungen
• Entwicklung sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten bei den Teammitgliedern
• Befähigung des Teams und der Teammitglieder zum Erkennen und Steuern gruppendynamischer Prozesse
Die Teambuilding-Interventionen benötigen laut Moxon (1993, 30f.) bestimmte Merkmale, damit sie effektiv für das Team sind:
• Regular working sessions: Mehrere Sitzungen sind notwendig, um die Ziele, Rollen und die Art und Weise der Zusammenarbeit zu klären.
• Tackling own problems - with help?: Ein Moderator kann helfen, der Versammlung Struktur zu geben und das Team anleiten, die Probleme selbst zu lösen.
• Tackling root causes: Das Team soll die Ursachen des Problems erkennen und diese bekämpfen. Dazu muss es sich auch auf seine Stärken berufen.
• Openness, honesty and risk taking: Um oberflächliche Diskussionen gerade zu Beginn einer Teamentstehung zu vermeiden, müssen die Mitglieder offen und ehrlich sein.
• Action-orientation-commitment to decisions: Die Teammitglieder müssen mit anderen zusammenarbeiten und bereit sein für Veränderungen, um das gemeinsame Ziel zu gestalten.
• Individuals put in time and effort: Jeder Einzelne des Teams muss Zeit und Anstrengung in die Teambildung stecken.
• Leader accepts feedback: Wie jeder andere im Team muss auch der Anführer aufgeschlossen gegenüber Feedback sein, um die Teamleistung zu beeinflussen.
• Development of interpersonal skills: Das Team muss Mängel minimieren und Fähigkeiten maximieren.
• Programme unique team: Teambuilding muss an das Team und die Umstände angepasst werden.
2.3.2 Phasenprozess des Teambuildings
Henry Ford prägte seinerzeit eine Aussage, die die Schwierigkeiten bei der Schaffung eines Teams widerspiegelt. Sie ist auch heute noch aktuell:
„Coming together is a beginning; keeping together is progress; and working together is success.“ (Sugarman, 1999, 31)
Das populärste Modell zur Beschreibung von Entwicklungsprozessen innerhalb eines Teams hat Tuckman 1965 entworfen (vgl. Baumann, 2002; Carron et al., 2005; Schlicht & Strauß, 2003). Nach über 40 Jahren wird diesem noch immer praktische Relevanz zugesprochen. Tuckman beschreibt vier Phasen, welche notwendig sind, um aus einer Sammlung von Individualsportlern ein funktionierendes Team entstehen zu lassen. Erst nachdem eine „forming“, „storming“ und „norming“ Phase innerhalb des Teams durchlaufen wurde, setzt die „performing“ Phase ein. Dies ist die Phase der optimalen Zusammenarbeit und stellt das Ziel einer jeden Mannschaft dar. Um diese Phase zu erreichen und sich auf dieser zu halten, sind der Einsatz und die Energie aller Spieler und des Trainers nötig.
Ursprünglich umfasste das Konstrukt nur vier Entwicklungsetappen. Später wurde die Phase der Teamauflösung und Trennung der Teammitglieder hinzugefügt (adjourning). Es ist eine gewisse Zeitspanne von Nöten, um die Phasen zu durchlaufen. Diese kann von Team zu Team und in Abhängigkeit der Sportart verschieden sein. Die Abfolge der Phasen mit den jeweiligen Merkmalen kann im Wesentlichen innerhalb jedes Teams, egal ob Profi- oder Freizeitteam, nachvollzogen werden. Jeder Trainer, welcher theoretische Kenntnisse über die Entwicklungsphasen und deren Merkmale hat, kann diese auch in der Praxis umsetzen. Denn in jeder Phase sind besondere Maßnahmen erforderlich, um konstruktive Wirkungen zu erzielen (vgl. Baumann, 2002, 15). Im Folgenden werden die einzelnen Phasen näher beschrieben und mögliche Methoden während der Phasen aufgeführt. 1. Testphase: Kennlernen (Forming)
Ein Team formiert sich oder bekommt neue Spieler. Die erste Phase des Kennenlernens ist eine Entscheidende. Die Spieler machen sich miteinander vertraut, lernen sich kennen und legen die Basis für spätere Beziehungs- und Rollengeflechte. Die Gruppenmitglieder versuchen herauszufinden, ob ihre Verhaltensweisen auf Akzeptanz innerhalb des Teams stoßen, indem sie es „austesten“. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Einordnen in das Team. Durch den
Leistungsvergleich während des Trainings setzt man sich in Bezug zu den Teammitgliedern, lotet die eigenen Stärken und Schwächen und die der Anderen aus (vgl. Sugarman, 1999, 32). „Eine Ordnung ist noch nicht erkennbar, eher dominieren überspielte Unsicherheit, chaotisches Ausprobieren und Entstehen von Gefühlsbeziehungen wie Sympathie und Antipathie, Bewunderung oder auch Ängste.“ (Kleinmann, 2005, 31) Methoden und Tipps für Trainer in der Formierungsphase:
• Einplanung einer ausreichend bemessenen Zeitspanne!
• Transparenz und Orientierung einer gemeinsamen Aufgabe, eigene Erwartungen und Vorstellungen!
• Abstimmung mit Motiven und Erwartungen der Spieler!
• Interaktionsfördernde Trainings- und Übungsformen integrieren!
• Gespräche innerhalb des Teams und mit dem Trainer fördern!
• Informelle Treffen, bei denen die Mitglieder auch persönliche Informationen austauschen, anbieten!
• Schaffen einer angenehmen, positiven Atmosphäre mit entsprechenden Regeln, Normen und Orientierungshilfen (vgl. Kleinmann, 2001, 31; Baumann, 2002, 13f.)!
2. Kampfphase (Storming)
Diese Phase ist vorwiegend geprägt von zwischenmenschlichen Konflikten, sei es unter den Spielern oder gegen den Trainer. Es entsteht ein emotionaler Widerstand gegen die Anforderungen, die innerhalb des Teams verlangt werden. Die Rangordnung ist noch nicht festgelegt. Durch das Ausfechten der Machtkämpfe kristallisiert sich das interne Rollengeflecht immer mehr heraus und Eindrücke über die Stärken und Schwächen werden deutlicher (vgl. Baumann, 2002, 14). Die individuellen Ziele stehen im Vordergrund und wollen durch die jeweiligen Spieler umgesetzt werden. Bedingt durch die Konflikte und die Verfolgung von eigenen Zielen ist die Leistungsfähigkeit des Teams in dieser Phase noch nicht sehr hoch. Nach und nach finden die Spieler ihren Platz im Team, sind sich ihrer Aufgaben bewusst, akzeptieren die Rollen der Mitspieler und tolerieren deren Eigenheiten (vgl. ebd.).
Methoden und Tipps für Trainer in der Kampfphase:
• Übernahme von Verantwortung bei ernsten Konflikten!
• Vorschläge für Lösungsstrategien bei ernsten Konflikten, aber Zurücknahme der eigenen Person. Der Trainer soll die Funktion des Moderators einnehmen (Augenmerk auf Geduld, Feingefühl und Fachwissen legen)!
• Kenntnisse über die Stärken und Schwächen der Spieler! Offene Darlegung und Einschätzung der jeweiligen Leistungen und Rollen!
• Vermittlung eines positiv-realistischen Selbstbilds, um Fehleinschätzungen seitens der Spieler zu vermeiden (vgl. Kleinmann, 2001, 31; Baumann, 2002, 14)!
3. Organisationsphase: Festigung (Norming)
„Während der Phase der Festigung werden Feindseligkeiten durch Solidarität und Kooperation ersetzt.“ (Baumann, 2002, 14) Dies ist der Übergang zur Hauptphase der Teamentwicklung, in welcher ein Team entsteht, welches zusammengewachsen ist, bestimmte Verhaltensweisen eingespielt hat und nach Überwindung der Konflikte eine größere Zufriedenheit und Freude an der Zusammenarbeit erreicht hat. Die Rollenverteilung ist geklärt und akzeptiert, sodass eine effektivere Aufgabenbearbeitung möglich ist. Es ist eine Einheit entstanden, die aufgabenbezogene Konflikte versucht zu meiden und Wert auf eine harmonische Zusammenarbeit legt. Die Kräfte und Potenziale werden gebündelt - es wird quasi an einem Strang gezogen - und tragen dazu bei, dass gemeinsame Ziel zu erfüllen. Offene Diskussionen führen zu einer Akzeptanz alternativer Meinungen und fördern damit die Kohäsionsentwicklung (vgl. Kleinmann, 2001, 32; Baumann, 2002, 14).
Methoden und Tipps für Trainer in der Organisationsphase:
• Aufgabenzusammenhalt und Rollenverteilung festigen!
• Stärkung von gemeinsamen Ritualen und Übungen!
• Klare Abgrenzung zu anderen Teams einnehmen!
• Nochmals deutliche Zielformulierung geben (vgl. Kleinmann, 2001, 32)!
4. Integrationsphase: Leistung (Performing)
Die Hauptphase hat als oberstes Ziel, gemeinsam erfolgreich zu sein und das gesteckte, sportliche Ziel zu erreichen. Die Konzentration auf die Aufgabe und die funktionalen Rollenbeziehungen führen zu der größten Stabilität und Leistungsfähigkeit. Die interpersonellen Probleme sind beigelegt. Treten dennoch Konflikte auf, ist das Team gewillt diese zu lösen, indem es sich der Gruppenprozesse und den Beziehungen innerhalb der Gruppe bedient. Entscheidend hierfür sind die Rangordnung und die respektvolle Interaktion zwischen den einzelnen Teammitgliedern (vgl. Kleinmann, 2001, 32; Baumann, 2002, 14f.).
„Spieler ordnen ihre individuellen Ziele denen der Gruppe unter und darüber hinaus entscheiden sie zum Wohle der Mannschaft, z.B. lassen sie sich auswechseln, wenn sie erkennen, dass ein anderer die Position besser ausfüllen könnte.“ (Schlicht & Strauß, 2003, 72) Methoden und Tipps für Trainer in der Leistungsphase:
• Positive Rückmeldung an die einzelnen Spieler geben!
• Keine Vernachlässigung der Spieler, sonst geht das „Wir-Gefühl“ verloren!
• Weiterhin an der Bekämpfung der Schwächen und Steigerung der Stärken arbeiten, um das gemeinsame Ziel zu erreichen (vgl. Baumann, 2002, 15)!
Arbeit zitieren:
Cathleen Berbig, 2009, Teambildende Maßnahmen zur Förderung der Gruppenkohäsion im Sportspiel Basketball, München, GRIN Verlag GmbH
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