Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Definitionen 2
2.1 Definition von Aggression. 2
2.2 Definition von Gewalt 3
2.3 Der Unterschied zwischen Gewalt und Aggression 4
3. Aggressionstheorien. 5
3.1 Triebtheorien. 5
3.1.1. Psychoanalytische Triebtheorie 5
3.1.2. Ethologische Triebtheorie. 6
3.1.3. Kritik an den Triebtheorien. 7
3.2 Frustrations-Aggressions-Modell 7
3.2.1. Vor- und Nachteile der Frustrations-Aggressions-Theorie 8
3.3 Lernpsychologische / behavioristische Theorien. 9
3.3.1. Klassisches Konditionieren. 9
3.3.2. Operantes Konditionieren / Instrumentelles Lernen. 9
3.3.3. Lernen am Modell. 10
4. Schluss 12
5. Literaturangabe 13
6. Anhang 14
1. Einleitung
In dieser Hausarbeit werden verschiedene Theorien der Aggressionsentstehung erläutert, welche im Laufe der Aggressionsforschung entwickelt wurden. Ein breites Spektrum an ganz unterschiedlichen Sichtweisen ist dabei entstanden und soll das eigene Verstehen von aggressivem Verhalten erweitern und klären.
Zu Beginn der Arbeit wird der Versuch einer Definition von Aggression und Gewalt unternommen. Beide Begriffe sind eng miteinander verbunden und lassen sich nicht allgemeingültig definieren.
Die darauf folgenden Erläuterungen der Aggressionstheorien unterteilen sich in die Triebtheorien, das Frustrations-Aggressions-Modell und die Lernpsychologischen Theorien. Im Anhang der Arbeit befinden sich ein Handout und eine Folie zur Gestaltung eines Referats zum Thema.
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2. Definitionen
Um die Aggressionstheorien besser zu verstehen, sollte zu Beginn der Begriff „Aggression“, welcher in engem Zusammenhang mit dem Begriff „Gewalt“ steht, geklärt werden.
2.1 Definition von Aggression
Für den Begriff Aggression existiert eigentlich keine eindeutige und zweifelsfreie Definition. Es gibt allerdings spezifische Komponenten, nach denen Aggression beurteilt wird, wie z. B. schädigende Elemente, negative Absichten und Abweichungen vom Normverhalten. Im allgemeinen kann man bei der Vielfalt von Definitionen für den Begriff „Aggression“ von „engen“ und „weiten“ Definitionen sprechen. Die „engen“ Definitionen bezeichnen Aggression meist als brutales und schädigendes Verhalten, welches in einem negativen Kontext steht. Die „weiten“ Definitionen beinhalten das Verständnis von Aggression der engen Definition, als auch jede offensive Handlung, die in keinem gewerteten oder sogar einem positiven Kontext stehen kann (vgl. DÖRFLEIN 2000, S. 2 f). Beispiele für die enge Definition:
Nach MERZ (1965) umfasst Aggression „ jene Verhaltensweisen, mit denen die direkte oder indirekte Schädigung eines Individuum, meist eines Artgenossen, intendiert wird.“ (NOLTING 2005, S.15)
Nach SELG (1997) bestehen Aggressionen „in einem gegen den Organismus oder ein Organismussurrogat gerichteten Austeilen schädigender Reize.“ (NOLTING 2005, S.15) Nach FELSON (1984) wird Aggression „definiert als eine Handlung, mit der eine Person eine andere Person zu verletzen versucht oder zu verletzen droht, unabhängig davon, was letztlich das Ziel dieser Handlung ist.“ (NOLTING 2005, S.18) Beispiele für die weite Definition:
„Der Aggressionsforscher Friedrich HACKER nennt Aggression eine jedem Menschen innewohnende Energie, die sich in den verschiedensten Formen von Selbstbehauptung bis zur Grausamkeit ausdrücken kann. Aggression kann also konstruktiv und destruktiv sein.“ (SOMMERFELD 1996, S. 57)
„Nun gibt es eben zwei Seiten der Aggression, die freundliche und die feindliche. Von freundlicher, positiver Aggression können Sie sprechen, wenn Sie etwas angehen, etwas beginnen oder sich an jemanden wenden, von feindlicher, negativer Aggression, wenn es sich um einen Angriff oder Überfall handelt. Allerdings kann ‚Angriff’ wiederum auch positiv gesehen werden im Sinne von ‚etwas in Angriff nehmen’, initiativ werden, ohne lange zu fragen.“ (KOSUBEK 2006, S. 61)
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Man kann sagen, dass sich das Verständnis der engeren Definition in unserem alltäglichen Sprachgebrauch durchsetzt. Von Aggression wird also eher gesprochen, wenn eine negative Intention besteht, ein Stärkerer einen Schwächeren angreift, es zu einer Schädigung kommt usw. Ein typisches Beispiel für Aggression:
„Ein Mädchen wird von seiner Mutter sehr beschimpft, weil es unordentlich die Hausaufgaben gemacht hat. Deswegen ist das Mädchen nun gekränkt und voller Wut. Gegenüber der Mutter ist es aber machtlos. Sie betritt ihr Zimmer, in der ihre kleine Schwester gerade in einem Buch von ihr blättert. Nun begegnet sie der kleinen Schwester in ihrer ganzen Unausgeglichenheit und schreit: ,Was erlaubst du dir? Gib sofort mein Buch her!‘ Die völlig überraschte Schwester wird unsanft aus dem Zimmer befördert“ (WEYMANN-REICHARDT 2001).
2.2 Definition von Gewalt
Der Begriff Gewalt lässt sich, ähnlich wie der Begriff Aggression, schwer in eine allgemeingültige Definition pressen. Es ist in vielen Situationen kaum ein „Grenzbereich“ auszumachen, ab wann man eine Handlung nun wirklich als Gewalttat bezeichnen kann. Hier einige Aspekte um den Begriff Gewalt ansatzweise zu verdeutlichen: Gewalt ist nach GALTUNG ein Gegenteil zu „Frieden“. Der Mensch, welchem Gewalt angetan wird, kann sich nicht mehr nach eigenem Willen bewegen und entscheiden, er ist dem (den) Gewalttäter(n) preisgegeben (vgl. KUSCHE 2000, S. 18). Es kann zwischen struktureller und personaler Gewalt unterschieden werden. Unter struktureller Gewalt versteht man „Lebensbedingungen, die hinter dem, was materiell, technisch, wissenschaftlich... möglich wäre, zurückbleiben“ (z. B. Menschen sind von Sozialhilfe abhängig aufgrund fehlender Arbeitsplätze, hohe Verkehrsaufkommen lassen uns täglich Umweltgifte einatmen). Die personale Gewalt wird direkt oder indirekt „durch Menschen an Menschen verübt“:
„Direkt: zwischen Menschen beobachtbar als physische oder psychische Gewalt“ „Indirekt: Menschen leiden an Folgen bestimmter Handlungen, z. B. Kündigung einer Wohnung“ (SOMMERFELD 1996, S. 48 f)
Mit Gewalt ist meist negatives Verhalten, sowohl handgreifliches als auch verbales, gemeint, welches beim Opfer physische und psychische Schäden und Behinderungen verursacht.
Man ist eher geneigt von Gewalt zu sprechen, wenn die kräftemäßige Balance zugunsten des Täters unausgewogen ist.
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Von Gewalt spricht man fast immer, wenn die Situation sehr stark aggressionsgeladen ist. Ein typisches Beispiel für rohe Gewalt:
„Ein anderer Fall berichtet von zwei Jugendlichen, die einem Rentner vor dessen Haus aufgelauert und ihn mit mehreren Messerstichen verletzt haben. Einer der Täter soll den Rentner dermaßen gewürgt haben, dass dessen Zahnprothese zerbrach. Anschließend haben die beiden in aller Ruhe das Haus nach Wertgegenständen durchsucht, ohne sich um das schwerverletzte Opfer zu kümmern. Die schlafende Lebensgefährtin des Rentners wurde von einem Täter im Schlaf überrascht, geschlagen und zu sexuellen Handlungen gezwungen. Die Täter verließen das Haus erst, als sie ihre Opfer noch geknebelt und gefesselt hatten“ (KUSCHE 2000, S. 45).
2.3 Der Unterschied zwischen Gewalt und Aggression
Da beide Begriffe sehr schwer voneinander abgrenzbar sind, wird oftmals eine Unterscheidung in folgender Weise unternommen:
Unter Aggression versteht man alle spontanen negativen Handlungsweisen. Mit Gewalt sind eher Verhaltensweisen gemeint, die auf ein bestimmtes Ziel hin gerichtet ausgeführt werden.
Beide Begriffe lassen sich aber trotz aller Unterscheidungsversuche nicht eindeutig voneinander abgrenzen (vgl. KUSCHE 2000, S. 17).
„Nicht alle Aggression ist Gewalt, aber alle Gewalt ist Aggression“ (KUSCHE 2000, S. 17).
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Arbeit zitieren:
Esther Hofherr, 2003, Aggressionstheorien - Ein Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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