Vorwort:
In einer großen Gruppe sind immer Menschen, die im Mittelpunkt stehen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ein Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Andere wiederum sind mehr im Hintergrund, die Ruhigen, denen weniger Beachtung, Aufmerksamkeit zuteil wird.
Es ist doch so, mit dem Menschen der geistreich, witzig, unterhaltsam ist, mit dem rede ich doch gerne, erteile ihm also Aufmerksamkeit und Beachtung. Dies umso mehr, wenn dieser Mensch auch noch auf mich zukommt.
Jemand der ruhig, eher verschlossen ist, nicht auf mich zukommt, mit dem ich nicht im üblichen Sinne kommunizieren kann, z.B. wegen einer Erkrankung, der wird es schwieriger haben von mir gesehen zu werden.
Es ist doch immer mit Anstrengung verbunden sich auf etwas nicht so vertrautes, nicht unbedingt bekanntes, allgemein anerkanntes, einzugehen, als auf gesellschaftlich normales, allseits vertraute Umgangsformen. Denn wer strengt sich schon gerne an, wenn es auch anders geht.
Im Leben sehe ich dieses menschliche Verhalten auch nicht problematisch, unsere Ressourcen müssen eingeteilt werden, Prioritäten müssen nun mal gesetzt werden, um alle Aufgaben, die einem tag täglich gestellt werden, bewältigen zu können. Aber speziell für meine Arbeit als Altenpfleger, versuche ich auch, oder gerade deshalb, den Menschen, Bewohnern unseres Hauses, die nicht mehr ganz die gesellschaftlich geforderten Normen erfüllen können, weil sie demenziell erkrankt sind, meine Aufmerksamkeit und Beachtung zukommen zu lassen. Aus diesem Grund, beschäftigte ich mich mit diesem Projekt und werde es auch weiterhin tun, um den Ansprüchen der demenziell erkrankten Bewohner gerechter zu werden.
29.03.2010 Uwe Küker 2
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort 2
4
1 Einleitung
5
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Grundbegriffe der Gruppenarbeit 5
2.2 Gruppenleiter 6
2.2.1 Führungsstile/Pflegestile/Erziehungsstile 6
2.2.2 Fähigkeiten des Gruppenleiters 6
2.3 Allgemeine gruppenpädagogische Grundsätze 7
2.4 Gruppenarbeit mit verwirrten alten Menschen 8
2.4.1 Sieben Grundsätze mit verwirrten alten Menschen 9
9
3 Die Planung
3.1 Organisation 9
3.2 Inhaltliche Fragen 10
3.2.1 Aufbau einer Gruppe demenziell erkrankter Menschen 10
3.2.2 Struktur eines Gruppentreffens 10
10
4 Grundlagenarbeit für die Projektumsetzung
4.1 Biographiearbeit 11
4.2 Milieugestaltung 11
4.2.1 Lebensthemenkiste 12
4.3 Integrative Validation (IVA) 12
4.4 Sammlung von Aktivierungsmöglichkeiten 13
4.4.1 Kaffee und Kuchen 13
4.4.2 Themen und Lieder im Jahresablauf 13
4.4.3 Spiele (altersgerecht) 14
4.4.4 Weitere Aktivitäten 14
14
5 Die Umsetzung des Projektes
5.1 Das Team 14
5.2 Die Räumlichkeit 15
5.3 Termine 15
5.4 Teilnehmer/innen
15
6 Verlauf eines Projektnachmittages
17
7 Schlusswort
18
Literatur
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1. Einleitung:
Der Beginn des Projektes „Cafe- Vergiss Mein Nicht“, ein Seniorennachmittag mit demenziell erkrankten Menschen, begann im November 2007.
Initiator war die Heimleitung des privaten Seniorenhauses, in dem ich arbeite. Neben der Heimleitung, der Pflegedienstleitung, der Wohnbereichsleitung waren noch zwei examinierte Altenpfleger, unter anderem ich, in dem Projektteam. Das Ziel war ursprünglich, Angehörige von demenziell erkrankten Menschen, die nicht in unserem Haus wohnen, etwas mehr Freizeit, gerade in der Vorweihnachtszeit zu schaffen.
Es war angedacht dieses „Demenzcafe´“ einmal in der Woche, an einem festgelegten Tag stattfinden zu lassen. Die Dauer der Veranstaltung sollte ca. 2 Stunden betragen. Es musste nun natürlich in dem Einzugsgebiet des Seniorenhauses bekannt gemacht werden, dass es so ein Angebot für demenziell erkrankter Menschen und deren Angehörige gibt. Daher wurden Zeitungsannoncen aufgegeben und Plakate gedruckt. Die Plakate wurden an Ärzte, bei Kirchen, Ämtern und in öffentlichen Geschäften, Bäcker usw., aufgehängt.
Dies war dann Anfang Dezember 2007. Aus der Bevölkerung kam dann aber absolut keine Resonanz, was uns anfänglich doch sehr verwunderte. Unser Projektteam war doch der Meinung, dass Angehörige demenziell erkrankter Menschen sehr gerne dieses Angebot in Anspruch nehmen würden, um auch mal etwas Zeit nur für sich haben zu können. Auch ich war dieses Fehlglauben anhängig.
Doch nach einiger Zeit, reifte bei mir die Überlegung, ob das „Cafe- Vergiss Mein Nicht“ wirklich eine Erleichterung für die Angehörigen sei. Angehörige von Betroffenen aus unserem Seniorenhaus und der Tagesspflege „Memoritas“ (Praktikumeinsatz Mai/Juni 2008) erzählten mir, dass öffentliche „Auftritte“ eher als belastend und anspannend erlebt werden. Oft sahen sich Angehörige gezwungen, das Verhalten des erkrankten Menschen permanent zu kontrollieren und bestimmte Situationen vorauszusehen. Das Leben ist ver-rückt. Viele Angehörige zogen sich daher immer mehr in den häuslichen Bereich zurück. Ein „normales“ öffentliches Leben wurde lange Zeit nicht mehr geführt.
Somit war die mangelnde Resonanz auf das Projekt „Cafe Vergiss Mein Nicht“ für mich auch besser zu verstehen.
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2. Theoretische Grundlagen: 2.1. Grundbegriffe der Gruppenarbeit
- Gruppenarbeit, bzw. soziale Gruppenarbeit entstand mit der in den USA entwickelten Sozialarbeit seit der Jahrhundertwende. (Belardi, Nando, Didaktik und Methodik sozialer Arbeit, Band 4 Diesterweg-Verlag, 1980)
- Soziale Gruppenarbeit soll dem Einzelnen helfen, seine soziale Funktionsfähigkeit durch sinnvolle Gruppenerlebnisse zu erkennen und um persönliche, Gruppen- oder gesellschaftliche Probleme besser gewachsen zu sein. (Konopka, Soziale Gruppenarbeit, Beltz-Verlag 1968, S.67)
- Gruppe/Kleingruppe wird genannt, wenn „eine Reihe von Personen“, die in einer bestimmtem Zeitspanne häufig miteinander Umgang haben und deren Anzahl so gering ist, dass jede Person mit allen anderen Personen in Verbindung treten kann. Gruppengröße: Höchstens 30 Mitglieder, am besten 8-15 Personen (Joppig, Gruppenarbeit mit Senioren,Bardenschlager-Verlag, S.14/15)
Gruppenmitglieder treten direkt miteinander in Kontakt - von Angesicht zu Angesicht. Der Begriff „face-to-face-Beziehung“ hat sich aus dem Amerikanischen durchgesetzt. 3-6 Personen bei gerontopsychiatrisch veränderten alten Menschen (Wingchen, Geragogik, Kunz Verlag 1996, S.97)
- Gruppenformen (nach Wingchen, Geragogik, Kunz Verlag1996, S.94-96) Interessengruppen: Z.B. gemeinsames Hobby Übungsgruppen: Z.B. Gedächtnistraining Gesprächsgruppe: Z.B. über aktuelle Probleme sprechen Therapeutische Gruppe: Z.B. bei psychischen Störungen und Erkrankungen Psychotherapeutische Gruppe: Probleme, die bis in die Kindheit zurückreichen Angehörigen und Ehrenamtliche Gruppe: Hilfestellung bei Problemen Mitarbeitergruppen: Z.B. Supervision
Geschlossene Gruppen: Ausscheidende Mitglieder werden nicht durch Neuzugänge ersetzt.
Halboffene Gruppen: Begrenzte Teilnehmerzahl, für Neuzugänge offen Offene Gruppenangebote: Kleiner fester Kern, offen für Andere. Gruppenformen bei demenzieller Erkrankung: Mobilisationsgruppe: gegen Unruhe und Apathie Rhythmikgruppe: evtl. mit Instrumenten 29.03.2010 Uwe Küker 5
Arbeit zitieren:
Uwe Küker, 2009, Gruppenarbeit mit demenziell erkrankten Senioren, München, GRIN Verlag GmbH
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