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1. Einleitung 2
2. Definition des Begriffs Social Media 3
2.1. Der Nutzen von Social Media 6
2.2. Funktionen der Social Media 7
2.2.1. Politische Funktion 7
2.2.2. Wirtschaftliche Funktion 8
2.2.3. Gesellschaftliche Funktion 10
2.2.4. Kulturelle Funktion 11
2.2.5. Religiöser Umgang mit Social Media 12
2.3. Zielsetzungen von Social Media 14
3. Moral in Social Media 16
3.1. Der Begriff Moral 17
3.2. Bedeutung der Moral in Social Media 18
4. Selbstbildnis in den Social Media 19
4.1. Deskriptive und normative Selbstbildnisse
in Social Media 20
4.2. Funktionen der Selbstdarstellung 21
4.3. Nachteile der Selbstdarstellung 22
5. Auswirkung auf die Gesellschaft 23
5.1. Verschwinden sozialer Rollen 23
5.2. Neue Vernetzung 24
6. Medienethik 24
6.1. Bewachung der Medien durch Moral 27
6.2. Moralische Reglementierung 28
7. Die Relevanz von Social Media 29
7.1. Mobilität und Aktualität 29
7.1.1. Bessere Möglichkeit der Aktualität und Mobilität 30
7.1.2. Der Zwang mobil und präsent zu sein 31
7.2. Der Umgang mit Social Media 32
7.3. Mehrdimensionalität von Social Media 32
8. Fazit und Ausblick 34
Literaturverzeichnis 37
1. Einleitung
In der heutigen Zeit gewinnen Social Media als so genannte soziale Netzwerke im Internet, stetig an Bedeutung und haben einen immer größeren Einfluss im Alltag. In dieser Ausarbeitung wird das Grundkonzept der Social Media hinsichtlich der sozialen Basis präsentiert und im Ansatz moralethisch aufgearbeitet, wobei hinsichtlich der inhaltlichen Begrenzung weitere Funktionen nur angerissen werden können und rechtliche Aspekte sowie Regulierungen vernachlässigt werden müssen. Zunächst erfolgt eine Definition des Begriffes Social Media, um diesen charakterisieren zu können und in den Kontext der Medien einzuordnen 1 . Die Differenzierung in Funktionsbereiche soll die Vielfalt und die Zielsetzung der Medienform im Ansatz exemplarisch darstellen 2 . Um einen Übergang zu dem moralethischen Ansatz zu schaffen, werden grundlegende moralische Vorstellungen und Normen definiert 3 und im Bereich der Selbstbildnisse detailiert aufgegriffen und reflektiert 4 . Die daraus resultierenden Ergebnisse werden in dem nachfolgenden Kapitel auf Veränderungen innerhalb der, durch Social Media kommunizierende, Gesellschaft kontextualisiert und bewertet 5 . Im darauf folgenden Kapitel sechs werden exemplarische Grundzüge einer Medienethik aufgezeigt und die alltägliche Bedeutung dieser Medienform in ihrer Aktualität und dem mobilen Empfang verdeutlicht 6 . Diese Ausarbeitung soll die Aktualität der Social Media im alltäglichen Leben exemplarisch in einigen Bereichen verdeutlichen und Vorteile sowie Nachteile aufzuzeigen. Insbesondere die sich ergebenen Nachteile werden moralethisch interpretiert, um dadurch einen Lösungsansatz formulieren zu können.
1 Vgl. Kapitel 2.
2 Vgl. Kapitel 2.
3 Vgl. Kapitel 3.
4 Vgl. Kapitel 4.
5 Vgl. Kapitel 5.
6 Vgl. Kapitel 7.
2
2. Definition des Begriffs Social Media
Social Media, auch soziale Medien genannt, beschreiben soziale Netzwerke und Netzgemeinschaften im Internet, welche als Begriff genutzt werden „to describe the similar concept of the Internet’s evolution from a static environment focused on the one-way provision or receipt of information (Web 1.0), to an interactive community where users can communicate, share, post, blog and create content in real time“ 7 . Die sozialen Netzwerke
offerieren die Möglichkeit eigenständig sowie gemeinsam in Form einer Kollaboration zu agieren und somit soziale Kommunikation durch digitale Hilfsmittel zu führen. Die von Valerie Brennan aufgeführte Definition verweist auf die Entwicklung von einer einseitigen Aktion als Konsument oder Produzent zu einer dualen Gemeinschaft, welche nun beiderseits operieren kann. Die einseitige Kommunikation ist auch ein Kriterium der traditionellen Massenmedien, wie z.B. Rundfunk, Fernsehen und Printmedien, in welchen ein Journalist oder eine Institution als Produzent agiert, Programme konzipiert und diese dem Konsumenten anbietet. Social Media kombinieren das System von Konsum-Angeboten der 8 Massenmedien, wie z.B. Video-Stream als Gegenstück zum Fernsehempfang, sowie eine größere, zeitlich unabhängige,
Angebotsvielfalt, auf welche online zugegriffen werden kann 9 . Dabei besteht neben der Möglichkeit Inhalte anzusehen, diese auch teilweise zu speichern, interaktiv zu benutzen und zu verändern, so dass z.B. Videoinhalte einer Sendung durch den Nutzer manipuliert werden können und anderen Benutzern auf der Internetseite YouTube.com 10 zur Verfügung
7 Brennan, Valerie: Navigating Social Media in the Business World, in: Licensing Journal Vol. 30 Issue 1 (Jan 2010), S. 8 (im Folgenden zitiert als: Brennan, Social Media in Business World).
8 Video-Stream bietet die Möglichkeit an, visuelle Inhalte in Form von Videos nach eigenem Ermessen abzurufen, so dass die zeitliche Gebundenheit des Fernsehprogramms entfällt. Jedoch müssen die Inhalte direkt, d.h. in realer Zeit von den Nutzern angesehen werden, da der Stream diese meist nicht zum speichern anbietet.
9 Vgl. Brennan, Social Media in Business World, S. 8.
10 YouTube.com offeriert die Möglichkeit, eigene Videos innerhalb dieses Netzwerkes zu veröffentlichen und ebenfalls andere visuelle Präsentation weiterer Mitglieder im Stream, anzusehen, zu kommentieren, sowie zu bewerten. Das Angebot ist kostenlos und werbefinanziert. Um Videos zu veröffentlichen muss jedoch eine Registrierung abgeschlossen werden. Eine Interaktion ist ebenfalls durch eine eigene Videobotschaft möglich, welche dann ebenfalls mit dem Original-Video verknüpft ist. Dieses Prinzip
3
gestellt werden können. Neben den modifizierten Inhalten besteht häufig die
M öglichkeit diese gezielt abzurufen und selbst zu verändern, so dass der
Aspekt der Interaktivität bekräftigt wird. Durch das Zusammenfassen von
Inhalten zu Stichwörtern, den so genannten Tags, ist es darüber hinaus
m öglich innerhalb der sozialen Netzwerke anhand von Schlüsselwörtern die
gew ünschten Informationen zu erreichen.
Ein generelles Kriterium von Social Media ist die Möglichkeit zur
gegenseitigen Kommunikation und sozialen Interaktion im Rahmen der
technologischen Realisierbarkeit im Internet. Diese Interaktion kann unter
anderem aus Kommentaren, Gästebucheinträgen, Bewertungen,
Modifikationen und eigenen Beiträgen bestehen, wodurch die reale
m ündliche Kommunikation virtuell ausgetragen werden kann.
Im Anschluss wird eine exemplarische Auswahl der verschiedenen
Kommunikationsm öglichkeiten der Social Media angeführt, wobei
ma ßgeblich die miteinander häufig verknüpften Bereiche der
Kommunikation , der Zusammenarbeit und Multimedia repräsentiert werden,
welche zumeist eine Registrierung voraussetzen.
Im Unterbereich Kommunikation werden unter anderem Web-Blog-, Micro-
Blogging -Dienste 11
sowie Internetseiten, welche als soziale Netzwerke
definiert werden, aufgefasst. Im Bereich der Blogs können auf
Internetseiten, wie livejournal.com, tagebuchähnliche Beiträge verfasst
werden , welche in ihrem Zugang öffentlich oder privat geschaltet werden
k önnen, wodurch der Nutzer viele persönliche Daten über sich preisgeben
kann. Diese Form der Darstellung wird jedoch oft häufig genutzt um Artikel
mit unterschiedlicher Ausrichtung zu veröffentlichen, wodurch die Struktur
ähnlich der, der Printmedien ist, mit der Zusatzfunktion direkt kommentiert
werden zu können. Häufig können hier auch wirtschaftliche und politische
wurde auch im Wahlkampf von Barack Obama erfolgreich eingesetzt, da mögliche Wähler
in Form von Videos Fragen stellen konnten, welche durch die Wahlhelfer beantwortet
wurden , um eine soziale Interaktionen zu vermitteln.
11 Web-Blogs sind Internetseiten, auf welchen einzelne und auch zusammenhängende
Artikel zusammengefasst werden. Häufig besteht die Option diese zu kommentieren.
Ähnlich wie Micro-Blogs können sie von privater oder öffentlicher Natur mit politischer
oder wirtschaftlicher Ausrichtung sein. Die Unterscheidung zwischen den beiden Blog-
Diensten besteht in der Nachrichtenlänge, so werden diese bei Micro-Blogs zum Teil auf
etwa 140 Zeichen pro Eintrag begrenzt.
4
Internetseiten gefunden, die in ihren Artikeln neue Informationen vermitteln oder sich dem Werbemittel der Mundpropaganda bedienen. So wird auf der Internetseite trnd.com angeboten Produkte zu testen, zu kommentieren und an sein soziales Umfeld weiterzureichen, wodurch personalisierte Werbung betrieben wird. Micro-Blog-Dienste wie Twitter.com ermöglichen Kurznachrichten, mit ähnlichem Umfang wie bei den SMS, zu versenden und gleichzeitig von verschiedenen Benutzern direkt oder im Archiv gelesen zu werden. Dies ist eine schnelle Methode um aktuelle Nachrichten zu übermitteln ohne den Rahmen und Umfang eines Artikels wahrnehmen zu müssen oder dient zur Übermittlung des eigenen Status. Nutzer desselben Netzwerkes können, sofern es der Kontakt zulässt, auf diese kurzen Mitteilungen direkt antworten. Anbieter sozialer Netzwerke, wie die Internetseiten Facebook.com, MySpace.com und Studivz.de bieten eine Profilfunktion an, in welcher der Nutzer sich als Person beschreibt und Fotos sowie gegebenenfalls auch Videos hinzufügen kann, um sich somit als Person in der virtuellen Anonymität des Internets zu präsentieren. Daneben besteht die Möglichkeit über eine Kontaktliste oder ein Adressbuch zu verfügen, um Benachrichtigungen oder Nachrichten zu schreiben bzw. zu empfangen und darüberhinaus auch nach neuen Kontakten zu suchen. Plattformen die eine Zusammenarbeit anbieten werden häufig als Wikis 12 oder Bewertungs- bzw. Auskunftsportale bezeichnet. Ein weit verbreitetes Beispiel für Wikis ist die Internetseite Wikipedia.de, auf welche verschiedene Nutzer Informationen und Definitionen zusammentragen und der Öffentlichkeit verfügbar machen. Daneben gibt es die Möglichkeit sich in verschieden Foren über Hobbys und Interessen auszutauschen, sowie auf Internetseiten wie ciao.de oder amazon.com erworbene Produkte zu bewerten und dadurch das Kaufverhalten der Benutzer zu beeinflussen. Die in diesem Kapitel aufgeführten Multimedia-Dienste werden auf die 13 Möglichkeit des Video-Streams beschränkt, wobei die Copyright-Frage
12 Die Funktion der Wikis ähnelt der von Nachschlagwerken, wobei innerhalb der Wikis der Aspekt der Zusammenarbeit im Vordergrund steht. Die Nutzer können eigene Einträge erstellen und dadurch das Wiki erweitern und aktuell halten.
13 Auf vielen Plattformen werden urheberrechtlich geschützte Inhalte angeboten, welche sich teilweise durch die Möglichkeit des partiellen oder kompletten Streams, je nach rechtlicher Regelung, in einer Grauzone befinden.
5
bei verschiedenen Musikplattformen ebenfalls erwähnt werden muss. Die
Internetseite YouTube.com offeriert die Möglichkeit sich verschiedene
Inhalte als Stream anzusehen und gegebenenfalls zu kommentieren und zu
bewerten. Dabei werden nicht nur von den jeweiligen Nutzern erstellte
Inhalte angeboten, sondern zum Beispiel auch Ausschnitte von Kinofilmen
oder Musiktiteln. Sofern diese in Ausschnitten angeboten werden ist dies
zumeist rechtlich legitim, häufig wird jedoch das Urheberrecht verletzt.
2.1. Der Nutzen von Social Media
Social Media bieten neben altbewährten Kommunikationsmitteln, wie E-
Mail Versand und Chat-Funktionen 14
, eine Vielzahl neuer Methoden an,
welche bereits im vorherigen Kapitel beschrieben wurden. Die vielfältigen
Angebote ermöglichen neben einem Datenaustausch, auch über digitale
Medien soziale Kontakte aufzubauen und sich Informationen über
individuelle Interessen oder Produkte zu beschaffen.
Die Etablierung der unterschiedlichen Kommunikationsmittel der Social
Media ermöglichen den kostengünstigen Kontakt mit verschiedenen
Nutzern auf der ganzen Welt. So müssen nun z.B. für ein Gespräch mit
Kontakten in Amerika keine teuren Telefongebühren gezahlt werden, da die
Internetseite Skype.com über ein Programm kostenlose Videokonferenzen
oder Telefonate ermöglicht und ebenfalls über eine Profilfunktion neue
Gespr ächspartner gesucht werden können.
Qualman sieht ferner im Mitteilungsbedürfnis der Menschen einen
interessanten Kontrast zwischen individuellem Freiraum und einem sozialen
Bed ürfnis wonach die Nutzer sozialer Netzwerke bereit sind „ online offene
Tageb ücher zu führen, um Kontakt zu halten und ihr Grundbedürfnis nach
Akzeptanz zu befriedigen“ 15
Daher offerieren Social Media neben dem
realen sozialen Umfeld, zusätzlich weitere Kontakte aufzubauen und sich
14 Chat-Funktionen können in ihrer primären Form als schnellerer Austausch von
Kurzinformationen angesehen werden, welche zugleich als Echtzeit-Diskussionsplattform
dienen kann. Dadurch wird der E-Mail Versand verringert, da die Nachrichten nun
innerhalb eines Chat-Fensters direkt nach der Eingabe der jeweiligen Nutzer angezeigt
werden.
15 Qualman, Erik: Socialnomics. Wie Social Media Wirtschaft und Gesellschaft verändern,
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Reinhard Engel, Heidelberg u.a. 2010, 20
(im Folgenden zitiert als: Qualman, Socialnomics)
6
von dem Programm der traditionellen Massenmedien zu lösen und selbstständig über die zu konsumierenden Inhalte zu bestimmen. Darüber hinaus etabliert sich nicht nur für die Privatperson relativ kostengünstig als Produzent Inhalte im Internet anzubieten, wodurch z.B. Werbung für Unternehmen und Produkte, je nach Popularität der Internetseite, kostengünstig platziert werden können.
2.2. Funktionen der Social Media
In der Ausführung über den Nutzen der Social Media werden bereits unterschiedliche Einsatzbereiche aufgeführt, wie die Verbreitung von Informationen und Wissen, sowie Mundpropaganda und soziale Kontaktmöglichkeiten. Im Folgenden werden weitere thematische Funktionsfelder und Einflussmöglichkeiten der Medienform erläutert, wobei sich der tatsächliche Wirkungsgrad eher auf Bereiche erstreckt, welche über online Inhalte verfügen bzw. sich auf Nuterzgruppen beziehen, die Social Media nutzen.
2.2.1. Politische Funktion
Massenmedien sollen als Vermittlungs-, Meinungs- und Kontrollinstanz fungieren und zur Unterhaltung und Bildung beitragen, daher kommt den Medien zunächst eine Informationsfunktion zu 16 . Die Benutzer haben die Möglichkeit sich unter anderem selbstständig mit Informationen zu versorgen und durch Diskussions-Plattformen eine kritische Meinung, zum Beispiel bezüglich Produkten oder der Politik, zu bilden. Die Interaktionsfähigkeit trägt darüberhinaus bei, interaktiv an Diskussionen teilzunehmen, sofern das nötige technische Equipment und ein versierter Umgang mit den Medien bestehen. Die traditionellen Massenmedien haben gegenüber „Staat, Gerichten, der Verwaltung und der Öffentlichkeit [...] eine Kontroll- und Kritikfunktion 17 “. Dies lässt sich auch auf die Social
Media projizieren, da die Diskussionsmöglichkeit die gleiche Funktion ausüben kann und die Anonymität des Internets auch die freie
16 Vgl. Stapf, Ingrid: Medien-Selbstkontrolle. Ethik und Institutionalisierung, Konstanz 2006, S. 30(Im Folgenden zitiert als: Stapf, Medien-Selbstkontrolle).
17 Stapf, Medien-Selbstkontrolle, S. 30.
7
Arbeit zitieren:
Damian Tylla, 2010, Wie Social Media unser alltägliches Leben beeinflusst, München, GRIN Verlag GmbH
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