Inhaltsverzeichnis:
Seite :
1. Einleitung und Fragestellung 2
2. Die Herkunft der Vorwürfe gegen Origenes 2
3. Die Entstehung der „Apologia pro Origene“ 4
4. Der Verlauf der Streitigkeiten nach dem 6. Jh. 5
4.1 Vorwürfe gegen die Lehre des Origenes 6
4.2 Anathematismen unter Kaiser Justinian 6
4.3 Das 5. ökumenisches Konzil 7
5. Die Grundlage für den Häresievorwurf gegen Origenes 8
6. Fazit 9
Literaturverzeichnis 11
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1. Einleitung und Fragestellung
Im Rahmen der Hausarbeit mit dem Thema „Die Grundlage des Häresievorwurfes gegen Origenes nach dem 6. Jh.“ soll folgende Fragestellung untersucht werden: „ Auf welcher Grundlage basierten die Vorwürfe gegen die Lehre des Origenes und wie kam es zur Akzentverschiebung der Vorwürfe auf seine Nachfolger?“. Eine Grundlage für diese Untersuchung bildet die „Apologia Pro Origene“ nach Pamphilus von Caesarea, welche in ihrer Originalfassung nur fragmentarisch in Einleitung und dem ersten von fünf Büchern erhalten ist und z. T. von Rufin nachbearbeitet wurde. Die Hausarbeit umreißt zunächst Bestandteile der bereits vor dem 6. Jh. auftretenden Vorwürfe und schließt mit den Streitigkeit während des 6.-7. Jh. Neben der Verteidigung der Lehre des Origenes durch die Apologie werden auf mögliche Fehler hinsichtlich des Häresievorwurfes eingegangen.
2. Die Herkunft der Vorwürfe gegen Origenes:
In der Untersuchung nach der Herkunft der Vorwürfe gegen die Lehre des Origenes ist zu beachten, dass seine Theorien eigentlich als Reaktion auf die gnostische Lehre konzipiert war, welche kurz gefasst religiöse Wahrheiten philosophisch erfasst . Die Gegner des Origenes wiesen seiner Lehre dennoch Gemeinsamkeiten im Denkmuster mit der gnostischen Lehre zu 1 . Ferner äußerten sie sich u. a. besonders in der Haltung gegen eine philosophische Auslegung der Theologie und strebten vielmehr eine einfache Formgebung an. Die Kritik gegenüber Origenes war bereits relativ früh in Alexandrien vorzufinden, so wandten sich z. B. Dionysius gegen die Vorstellung einer Präexistenz der Seele und Petrus gegen die von Origenes vertretene Präexistenzlehre, Paradiesvorstellung sowie der Auferstehungslehre 2 . Beide distanzieren sich von der Theologie des Origenes und bevorzugen die Reichstheologie 3 . Um die Haltung beider zu vertiefen: Dionysius reagierte im 3. Jh. auf die von Origenes vertretene Trinitätstheologie 4 , insbesondere im Bezug auf den Vergleich des Verhältnisses von
1 Pamphilus von Caesarea: Apologia pro Origene = Apologie für Origenes : [lateinisch-deutsch] / Pamphilus von Caesarea, Übers. und eingeleitet von Georg Röwekamp (Fontes Christiani 80), Turnhout 2005 (im folgenden zitiert als: Pamphilus, Apologie) S. 197.
2 Pamphilus, Apologie, S. 198.
3 Pamphilus, Apologie, S. 199.
4 Origenes bezeichnet Gott als Intellekt und zugleich überirdische Instanz, ähnlich wie Klemens, und erinnert an eine vom mittleren Platonismus geprägten christlichen Tradition. Ziebritzki, Henning: Heiliger Geist und Weltseele - Das Problem der dritten Hypostase bei Origenes, Plotin und ihren Vorläufern, in: Beiträge zur historischen Theologie 84, hg. v. Johannes Wallmann, Tübingen 1994 (im folgenden zitiert als: Ziebritzki, Heiliger Geist) S. 138.
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Vater und Sohn sowie dem Verhältnis zwischen Wort und Verstand 5 . Im Bezug auf die Trinitätstheologie erkennt Origenes, dass die apostolische Verkündigung Aussagen über die Zuordnung des Heiligen Geistes zu dem Vater und zu dem Sohn, jedoch der genauere Status innerhalb dieser Trinität ungeklärt bleibt 6 . Die sabellianische 7 Lehre, welche behauptet, dass der Vater, der Sohn und der Heilige Geist nur verschiedene Erscheinungsformen des einen Gottes sind ist der Auslöser für Origenes Reaktion auf diese Irrlehre und Hinwendung auf das „theologische Defizit in der kirchlichen Überlieferung“ 8 .Ferner führt Origenes diesen Widerspruch mit der sabellianischen Lehre in seinem Johanneskommentar auf, in welchem er sich auf Mt 12,32 9 bezieht und auf die Trennung in drei Bestandteile der Trinität, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist hinweist 10 . Petrus hingegen bezog sich mit seiner Kritik gegen die Präexistenz der Seele gegen die allegorische Interpretation der Fellkleider in Kombination mit der Gestalt des Auferstehungsleibes, wobei er verstärkt darauf appellierte, dass die Auferstehung keine Veränderung des Leibes mit sich ziehen würde 11 .
Es gab bereits im 4. Jh. einen ausgeprägten Konflikt zwischen einer philosophischen Interpretation der Theologie und einer „einfachen“ ,der Frömmigkeit entsprechenden, Theologie. Die Diskussion über die origenische Lehre verlief zumeist zwischen den Bischöfen und Theologen bzw. Mönchen, welche eher eine kritische Haltung annahmen und sich auf die Einhaltung der Frömmigkeit bezogen. Doch ist die Person des Origenes in seiner Zeit als „Bindeglied zwischen den Pneumatikern alten Stiles und dem werdenden Mönchtum“ zu sehen, wobei seine Ansicht der Frömmigkeit z. T. im 12 . Zusammenfassend lässt sich formulieren, dass sich Diskurs mit der der Mönche steht
die Auseinadersetzung um Origenes vornehmlich um zwei Themenfelder eingrenzen lassen; a) dem Verhältnis zwischen Vater und Sohn in der Trinität und b) der Rolle von Leib und Seele in der Eschatologie. Doch lässt dich ebenfalls sagen, dass der Diskurs
5 Pamphilus, Apologie, S. 34-44.
6 Ziebritzki, Heiliger Geist, S. 257.
7 Ritter, Adolf Martin: Artikel: Trinität I, in: TRE 34, Berlin/ New York 2002, S. 95-99.
8 Ziebritzki, Heiliger Geist, S. 257.
9 „Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.“ Matthäus 12,31-32, in: Die Bibel - Einheitsübersetzung, Stuttgart 1980, S. 1096 Sp. Rechts .
10 Origenes : Das Evangelium nach Johannes, Übers. und eingeleitet von Rolf Gögler, Zürich/ Köln 1959. S. 148-151[Origenes II, 10].
11 Pamphilus, Apologie, S. 34-44.
12 Völker, Walther: Das Vollkommenheitsideal des Origenes - Eine Untersuchung zur Geschichte der Frömmigkeit und zu den Anfängen christlicher Mystik, in: Beiträge zur historischen Theologie 7, Tübingen 1931(im folgenden zitiert als: Völker, Origenes) S.180.
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Arbeit zitieren:
Damian Tylla, 2007, Die Grundlage des Häresievorwurfes gegen Origenes nach dem 6. Jh., München, GRIN Verlag GmbH
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