Inhaltsverzeichnis:
Seite :
1. Einleitung und Fragestellung 2
2. Historische Grundlage für die Einführung der Globalsteuerung 2
3. Die Globalsteuerung nach dem Vorbild Keynes 3
4. Die Maßnahmen der Globalsteuerung 4
4.1. Die Angebots- und Nachfragesteuerung 5
4.2. Die Instrumente der Globalsteuerung 6
5. Die vier mittelfristigen Hauptziele der Bundesregierung 7
6. Probleme der Globalsteuerung 9
7. Fazit 10
Literaturverzeichnis 11
1. Einleitung und Fragestellung:
Die Globalsteuerung, welche im Rahmen des Stabilitätsgesetz von 1967 in Deutschland eingesetzt wurde, wird als „prophylaktische“ Beeinflussung der wirtschaftlichen Entwicklung bezeichnet, ohne dabei einzelne Entscheidungen der Unternehmen zu beeinträchtigen 1 . Die Seminararbeit leitet mit einem kurzen historischen Überblick ein und umfasst eine Beschreibung grundlegender Instrumente der Globalsteuerung. Ferner soll der Versuch der antizyklischen Fiskalsteuerung 2 betrachtet und entstandene Probleme bewertet werden. Kann die Globalsteuerung unter der Führung von Karl Schiller 3 als erfolgreiches Konzept einer antizyklischen Fiskalsteuerung bezeichnet werden?
Ein Teil dieser Seminararbeit richtet sich nach der Untersuchung von Hans-Jürgen Schmahl, welcher sein Werk in der Einleitung als „Beitrag zur Verbesserung über konjunkturpolitische Fragen“ bezeichnet und sich dabei „an Praktiker in Wirtschaft und 4 Politik ebenso wie an den Studierenden“ richtet .
2. Historische Grundlage für die Einführung der Globalsteuerung
In der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges war in Deutschland zunächst eine beispiellose positive Konjunkturentwicklung zu verzeichnen. Diese war unter anderem durch den Wiederaufbau, welcher insbesondere das Baugewerbe betraf, sowie der Deckung des Nachholbedarfes gekennzeichnet 5 . Doch nach einigen Jahren stockte diese
positive Entwicklung, es kam zu einer „Normalisierung“, einem vorübergehenden Abschluss des Wiederaufbaus. Nach dem Boom traten Defizite in den „öffentlichen
1 Schmahl, Hans-Jürgen: Globalsteuerung der Wirtschaft. Die neue Konjunkturpolitik der Bundesrepublik
Deutschland, Hamburg 1970, S. 11. (Im folgenden zitiert als: Schmahl, Globalsteuerung)
2 Die Fiskalpolitik ist „eine Wirtschaftspolitik, die der Stabilisierung des Wirtschaftsprozesses dient“.
Friedrich, Horst: Globalsteuerung, Wettbewerbspolitik und Investitionslenkung, München 1987, S. 94.
(Im folgenden zitiert als: Friedrich, Globalsteuerung)
3 Karl August Fritz Schiller (*24.04.1911; † 26.12.1994) studierte von 1935-41 Volkswirtschaftslehre,
Soziologie und Rechtswissenschaft und trat 1946 in die SPD ein. 1964 saß Schiller im Parteivorstand der
SPD und ein Jahr später war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Ab 1966 nahm er das Amt des
Bundesministers für Wirtschaft inne und anschließend ab 1971 ebenfalls noch das Amt für Finanzen. Karl
Schiller nahm unter anderem durch die Einführung des Stabilitätsgesetzes von 1967 eine führende Rolle
in der Wirtschaft ein, bis dieser 1972 aus seinen Ämter und der Partei zurückgetreten ist.
Körner, Heiko: Art. Schiller, Karl August Fritz, in: NDB 22, Berlin 2005, S. 763 r. u. - 765 l..
4 Schmahl, Globalsteuerung, S. 9.
5 Ebd., S. 14.
2
Finanzen, Strukturkrisen in Bergbau und Landwirtschaft, (sowie) Strukturschwächen in anderen Wirtschaftsbereichen (...)“ auf 6 .
Im November 1959 gelang es der SPD, nachdem die FDP zurückgetreten ist, mit Hilfe des Godesberger Programms eine marktwirtschaftliche Grundausrichtung zu etablieren, welche die Vorraussetzung für eine politische und ökonomische Koalition mit der CDU 7 . Bereits in den 50ern ließ Karl Schiller folgendes Zitat verlauten: „So und CSU lieferte
viel Wettbewerb wie möglich, soviel Planung wie nötig“; welches in ähnlicher Form in dem Grundsatzprogramm des DGB von 1963 wieder zu finden ist; „jede Wirtschaft bedarf der Planung in einem Rahmen, der im Prinzip durch Wettbewerb bestimmt wird“ 8 .
Die erste stärkere Rezession im Jahre 1961 konnte nunmehr nicht nur durch eine punktuelle Stimulierung der Wirtschaft durch den Staat abgeschwächt werden, so dass am 11.März 1964 der Beschluss des Bundeskabinetts an den Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen gerichtet wurde, mit dem Appell „gesetzliche Maßnahmen zur 9 - dies führte am 8.Juni Beeinflussung der konjunkturellen Entwicklung“ vorzubereiten 1967 zur Verabschiedung des „Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft“, dem so genannten Stabilitätsgesetz nach Karl Schiller.
3. Die Globalsteuerung nach dem Vorbild Keynes
Der Keynesianismus beruht auf der Lehre des britischen Volkswirtschaftlers John Maynard Keynes (1883-1946), welcher die konjunkturellen Schwankungen mit der hohen Arbeitslosigkeit und dem schrumpfenden Volkseinkommen in Verbindung brachte. Diese Schwankungen sollen durch antizyklische fiskalpolitische Maßnahmen ,unter anderem durch Steuersenkungen, und zusätzliche staatliche Ausgaben, dem „deficit spending“, verhindert werden um eine stetige zyklische Wirtschaftsentwicklung zu gewährleisten 10 . Die Stärkung des privaten Konsums führt demnach zu einer höheren Produktionsauslastung und steigendem Absatz. Das heißt, dass das Konsumverhalten
6 Pohle, Wolfgang: Das Programm der Wirtschaft, Stuttgart 1970, S. 43. (Im folgenden zitiert als: Pohle,
Wirtschaft)
7 Ebd., S. 42- 44.
8 Prollius, Michael von: Deutsche Wirtschaftsgeschichte nach 1945, Göttingen 2006, S.154. (Im
folgenden zitiert als: Prollius, Wirtschaftsgeschichte)
9 Schmahl, Globalsteuerung, S. 12.
10 Prollius, Wirtschaftsgeschichte, S. 157.
3
Arbeit zitieren:
Damian Tylla, 2008, Die Globalsteuerung nach Karl Schiller, München, GRIN Verlag GmbH
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