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GLIEDERUNG
1. Einleitung
2. Vorteile internetbasierter Befragungen
3. Die Methode der Online Befragung
3.1 Befragungen per E-Mail
3.2 Befragungen in Newsgroups
3.3 Befragungen im WWW
4. Methodische Probleme bei Online-Befragungen
4.1 Das Problem der Stichprobenkonstruktion
4.1 Weitere Probleme
5. Fazit und Ausblick
1. EINLEITUNG
Das Internet hat sich in den letzten Jahren zu einem immer beliebteren
InformationsNNNNNNN und Kommunikationsmedium entwickelt und dadurch einen
enormen Zuwachs an Internetnutzern erlebt. Das Berliner
Marktforschungsinstitut forsa ermittelte durch telefonische Befragungen, dass
im März 2003 bereits mehr als die Hälfte der deutschen Bundesbürger ab 14
Jahren zumindest gelegentlich Nutzer des Internets waren. Insgesamt 33 ,30
Millionen Deutsche gingen online, die zu erwartende Tendenz ist steigend
( facts monthly, 2003 ) Auch über die Landesgrenzen hinaus nimmt die
Internetnutzung der Gesamtbevölkerung stetig zu. Laut einer Schätzung von
Nielsen Netratings (2003 1 ) wird die Zahl der Menschen, die über einen Online
1 Zitiert aus dem Online-News Archiv der Fachzeitschrift Computer Partner am
28 02 2003
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Zugang verfügen, schon bald 600 Millionen, also nahezu 10 Prozent der Weltbevölkerung betragen.
Diese Zahlen lassen das Medium Internet für viele Forschungsdisziplinen immer interessanter werden, da es sich mit seinen verschiedenen Diensten als Plattform für Datenerhebungen aller Art anbietet. So werden schon seit längerer Zeit internetbasierte Beobachtungen, Interviews und Experimente realisiert. Die am häufigsten eingesetzten Verfahren sind jedoch Fragebogenuntersuchungen per E-Mail und insbesondere Fragebogenuntersuchungen im World Wide Web (Bosnjak et al., 1998, zitiert aus Batinic, 2001, S. 8). Doch während das Internet mit seinen unterschiedlichen Diensten schon seit längerer Zeit insbesondere von der Markt- & Meinungsforschung aktiv als Befragungsinstrument eingesetzt wird, verhält sich die empirische Sozialforschung noch relativ zurückhaltend gegenüber dieser neuen Datenerhebungsquelle (Hauptmanns, 1999). Der Grund dafür ist vorwiegend in den Bedenken bezüglich der Repräsentativität und Qualität der über Online-Befragungen gewonnen Daten zu suchen (Bandilla, 1999). Die Besonderheiten und Vorzüge dieser neuartigen "...Technik der Übertragung des Fragebogens zum Befragten" (Pötschke & Simonson, S. 7) bieten zwar ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten für die empirische Sozialforschung, müssen jedoch mit den spezifischen methodischen Schwierigkeiten noch intensiver in Beziehung gesetzt werden, um den tatsächlichen Nutzen dieser Methode bestimmen zu können (Bandilla & Bosnjak, 2000).
In dieser Arbeit sollen die Besonderheiten des Mediums Internet bezüglich seiner Vorteile, insbesondere am Beispiel internetbasierter
Fragebogenuntersuchungen, dargestellt werden. Anschließend werden die gravierendsten methodischen Probleme solcher Vorhaben aufgezeigt, um die Bedenken der Sozialforscher nachvollziehbar werden zu lassen und einen Ausblick auf die gegenwärtigen und zukünftigen Chancen und Grenzen internetbasierter Erhebungen möglich zu machen.
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2. VORTEILE INTERNETBASIERTER BEFRAGUNGEN
Die Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten des Einsatzes von Computern bei Befragungen sind seit längerem bekannt und haben sich in der Praxis, z.B. bei CATI (Computer Assisted Telephone Interviews), bereits etablieren können (Vogt, 1999). Die Vorteile internetbasierter Befragungen setzen sich zum einen aus diesen Besonderheiten computergestützter Befragungen zusammen, zum anderen aus den spezifischen Besonderheiten des Internet, welche "...die Einsatzmöglichkeiten des Computers um den Aspekt der
Kommunikationsvermittlung" erweitern (Batinic & Bosnjak, 2000, S. 287). In Anlehnung an Batinic und Bosnjak (2000, S. 311f) lassen sich die aus dieser Kombination eröffneten Perspektiven und Innovationen für im Internet durchgeführte Fragebogenuntersuchungen anhand sieben wesentlicher Merkmale verdeutlichen:
1. Asynchronität: Fragebogenuntersuchungen im Internet sind nicht an eine bestimmte Tages- oder Nachtzeit gebunden, da ein Online-Fragebogen sowohl im WWW, als auch per E-Mail zu jeder Zeit abrufbereit ist (Gadeib, 1999). Die Probanden können also, ähnlich wie bei schriftlichen Befragungen, den Zeitpunkt der Beantwortung des Fragebogens selbst bestimmen (Batinic, 2001).
2. Alokalität: Da über jeden Rechner mit entsprechendem Online-Zugang von jedem Ort dieser Welt eine Verbindung zum Internet möglich ist, sind Online-Befragungen ebenfalls unabhängig vom Ort der Untersuchungsteilnehmer und -leiter durchführbar. Sie ermöglichen eine Rekrutierung der Teilnehmer ohne einen gesteigerten Aufwand (Gadeib, 1999).
3. Automatisierbarkeit: Insbesondere bei WWW-Fragebögen kann der Befragungsteilnehmer durch die Programmierung flexibler und komplexer Filterführungen automatisch und damit unabhängig von der Anwesenheit des Untersuchungsleiters durch den Fragebogen geführt werden. Zudem können die eingegebenen Daten direkt in einer Datenbank gespeichert und ausgewertet werden (Batinic, 2001; Gräf & Heidingsfelder, 1999). Bezüglich dieser Automatisierbarkeit der Datenerhebung und -auswertung sind weiterhin die Möglichkeiten der automatischen Plausibilitätskontrolle von Antwortdaten sehr vorteilhaft einzuschätzen (Bandilla & Batinic, 2000), die Möglichkeiten zur
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Randomisierung sowohl von Reihenfolgen in Antwortlisten (Vogt, 1999) als auch der Teilnehmer auf verschiedene Bedingungen hin (Batinic & Bosnjak, 2000), sowie die Möglichkeit zur Anzeige einer Echtzeitstatistik (Gräf & Heidingsfelder, 1999).
4. Dokumentierbarkeit: Durch die automatisierte Speicherung der Antwortdaten und die ebenfalls automatisierte Protokollierung der Daten des Untersuchungsprozesses (Zeitpunkt, Dauer, Unterbrechungen usw.) entfällt bei WWW-Befragungen die Notwendigkeit eines Aufbaus gesonderter Dokumentationssysteme (Batinic & Bosnjak, 2000)
5. Flexibilität : Im Vergleich zu klassischen Methoden, wie z.B. "Papier und Bleistift"-Befragungen, erweitern die multimedialen Eigenschaften des Internet die Gestaltungsmöglichkeiten von Fragebogenerhebungen um die Integration verschiedenster Medientypen (Gadeib, 1999). Durch eingefügte Bilder, Töne, Videos und Anwendungsprogramme wird insbesondere bei WWW-Befragungen dynamisches bzw. adaptives Testen möglich (Batinic & Bosnjak, 2000).
6. Objektivität der Durchführung und Auswertung : Die fehlende direkte Interaktion der Teilnehmer mit dem Untersuchungsleiter hat den besonderen Vorteil, dass Verzerrungen durch Untersuchungsleitereinflüsse wegfallen (Gadeib, 1999; Batinic, 2001; Pötschke & Simonson, 2001). Diese Unabhängigkeit vom Untersuchungsleiter macht Online-Befragungen nach Lienert und Raatz (1994, zitiert aus Batinic, 2001: S.13) objektiv. Auch werden Eingabefehler, welche Verzerrungen der Daten zur Folge haben könnten, durch automatisierte Speicherungs- und Auswertungsprozesse vermieden.
7. Ökonomie: Online-Befragungen sind sowohl in zeitlicher wie auch in finanzieller Hinsicht ökonomisch. Bei Online-Befragungen kann man innerhalb kurzer Zeit sehr viele Befragungspersonen erreichen und gleichzeitig können schnelle Rücklaufzeiten erwartet werden. Im Vergleich zu z.B. schriftlichen Fragebogenerhebungen entfallen hier die Druck- und Versand- und Portokosten (Batinic & Bosnjak, 2000). Automatisierte Erhebungs-, Speicherungs- und Auswertungsprozesse ersparen nicht nur das Personal, sondern auch dessen Schulung (Pötschke & Simonson, 2001). Der Zeit- und Kostenaufwand, der also insgesamt für die Konstruktion und Organisation eines Online-Fragebogens, für seine Lagerung auf einem Server
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Sandra Ebner, 2003, Das Internet als Datenerhebungsquelle in der empirischen Sozialforschung. Chancen und Grenzen am Beispiel der Online-Befragung., Munich, GRIN Publishing GmbH
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