F örderung der kindlichen Entwicklung unter Einsatz der Zirkuspädagogik
-Diagnostik - Hilfeplanung - Umsetzung-
Gliederung
1. Vorwort 4
2. Beschreibung des Projekts 5
2.1 Ziele und Rahmenbedingungen des Trägers 5
2.2 Ziele, Rahmenbedingungen und eigene Stellung in der Zirkus-AG 5
3. Zirkuspädagogik allgemein 7
4. Klientel 9
4.1 Allgemeine Klientendaten. 9
4.2 Förderklassen und mögliche Störungsbilder der Schüler. 10
5. Befundaufnahme beider Klienten. 10
5.1 Ersteindruck 11
5.2 Motorischer Funktionsstatus 11
5.2.1 Grobmotorik 12
5.2.2 Fein-, Graphomotorik. 13
5.3 Perzeption. 13
5.3.1 Vestibulär-Proprizeptiv 13
5.3.2 Taktil 14
5.3.3 Visuell 15
5.3.4 Auditorisch 16
5.3.5 Lateralität und Körperbegriff 16
5.4 Kognitiver Bereich 17
5.4.1 Allg. Kognition/ Auffassungsgabe. 17
5.4.2 Gedächtnis. 18
5.4.3 Konzentration, Ausdauer/ Belastbarkeit 18
5.4.4 Handlungsplanung. 19
5.4.5 Umgang mit Zahlen, Formen, Zahlen 20
5.4.6 Orientierung 20
5.5 Sprache 20
5.6 Selbständigkeit 21
5.7 Emotional-affektiver Bereich. 21
5.7.1 Allgemeine psychische Verfassung 21
5.7.2 Selbstbewusstsein. 22
5.7.3 Motivation 22
5.8 Sozialverhalten/Kommunikation. 23
5.8.1 Nachtrag vom 06.07.09 24
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F örderung der kindlichen Entwicklung unter Einsatz der Zirkuspädagogik
-Diagnostik - Hilfeplanung - Umsetzung-
6. sozialpädagogische Diagnose beider Klienten 25
6.1 Bewertung der Befunddaten. 25
6.1.1 Motorik. 25
6.1.2 Perzeption. 26
6.1.3 Kognition. 26
6.1.4 Sozialverhalten/ Kommunikation/ Emotion/Selbständigkeit 28
6.2 Tabellarischer Ist Zustand 30
7. allg. Hilfeplanung für beide Klienten (A/B) 32
7.1 Bisheriger Kursverlauf 32
7.2 Grobziele 33
7.3 Feinziele mit Maßnahmen und Begründung 34
7.4 Zieltabelle. 39
8. Fördermaßnahme für beide Klienten (A/B) 40
8.1 Ziele. 40
8.2 Methoden und Mittel. 41
8.3 Tatsächlicher Verlauf 42
9. Evaluation für beide Klienten 43
9.1 Evaluation der vorgestellten Maßnahme. 43
9.2 Evaluation des gesamten Kursverlaufs 44
9.3 Weiterführende Maßnahmen und Empfehlungen 44
10. Literaturnachweise. 45
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1. Vorwort
Meine Praktikumsemester im Berufsfeld der Resozialisierung liegen schon länger zurück, da ich erst 2008 wieder in das Studium eingestiegen bin. Meine beruflichen Schwerpunkte lagen in den letzten Jahren jedoch im Bereich der pädagogischen und therapeutischen Betreuung von Kindern. Deshalb schließe ich diese Projektarbeit nicht - wie im Modul 3.3. vorgesehendirekt an das Praktikum an, sondern nutze meine Zugang zum Klientel durch meine derzeitige Tätigkeit für das Projekt „GoHo bewegt sich“.
Im Laufe dieser Projektarbeit werden unabhängige Hilfepläne für zwei Kinder, Ilona und Ahmed (fiktive Namen), erstellt. Rahmenbedingung und Methodik stammen aus der Zirkuspädagogik. Der ist-Zustand beider Kursteilnehmer wird ganzheitlich befundet und somit ihre jeweiligen Stärken und Schwächen aufgezeigt. Gleichzeitig werde Ziele gesetzt. Als Maßnahme dient für beide gleichermaßen ein Auftritt als Angebot. Die zugeteilte Rolle und die damit verbundene Zielsetzung wird sich selbstverständlich individuell unterscheiden. Erkenntnisse aus meiner beruflichen Ausbildung zum staatlich examinierten Ergotherapeuten können mit einfließen. Beobachtungen können sich beispielsweise auf die „Sensorische Integration“ nach Jean Ayres stützen.
Mein Dank gilt der Projektbetreuerin Fr. S., der es gelang mich bei der Setzung der Themenschwerpunkte zu strukturieren und meinen Kolleginnen C. L. und I. S., ohne die diese Arbeit nie möglich gewesen wäre.
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2. Beschreibung des Projekts
2.1 Ziele und Rahmenbedingungen des Trägers
Der Kurs „Zirkus AG“ ist Teil des umfassenderen Projekts "GoHo bewegt sich". „Ziele sind Förderung gesunder Lebensgewohnheiten von Kindern im Nürnberger Stadtviertel Gostenhof Ost und die Prävention von Übergewicht bei Kindern.
Neben sportlicher Betätigung und gesünderer Ernährung werden in dem ganzheitlichen Ansatz auch das Umfeld und die Lebensbedingungen der Menschen mit einbezogen. Wichtige Kooperationspartner sind die Schule, die Kindertagesstätten, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen. Sie stellen das Thema in den Mittelpunkt, indem sie Aktivitäten zu gesünderem Essen und mehr Sport in ihren Alltag einplanen.
Ein Projektteam, bestehend aus drei Personen berät, koordiniert und bringt lokale Initiativen, Organisationen und Eltern an einen Tisch, die das Projekt unterstützen.
Das junge Projekt GOHO BEWEGT SICH wird mit Mitteln des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert. Für Logistik und Fixkosten muss der Verein Schöpfrad e. V. selbst aufkommen. Zum größten Teil werden diese von den Mitgliedern und Projektmitarbeitern getragen.“ 1
Ein wechselnder Stab von freien Mitarbeitern bietet diverse Bewegungsangebote, wie beispielsweise klassischen Tanz, Hipp-Hop-Tanz oder Rückenschule an. Um den Zugang durch ein niederschwelliges Angebot zu erweitern wurde ein offener Treff mit Bewegungsspielen fest eingerichtet. Über das Projekt wird bei den Kooperationspartnern Ernährungs- und Bewegungslehre vorgetragen. Die kooperierenden Schulen werden kostenfrei mit gesunden Pausenmahlzeiten für die Kinder versorgt.
Eine Erweiterung der Zielsetzung ist geplant und soll bald auch gezielt umgesetzt werden. Zukünftig soll auch die „Ich Stärkung“ in den Angeboten gefördert werden. Die Zukunft von „GoHo bewegt sich“ ist jedoch ungewiss, da die staatliche Förderung für 2010 noch nicht gesichert ist.
2.2 Ziele, Rahmenbedingungen und eigene Stellung in der Zirkus-AG
Die Zirkus-AG wird von drei studentischen Mitarbeitern aus dem Studiengang Soziale Arbeit auf Honorarbasis geführt und betreut. Nach dem Ausscheiden eines Kollegen stieg ich im
1 Quelle: Infobroschüre und Internetpräsenz , „GoHo bewegt sich“, http://www.goho-bewegt-sich.de
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März 09 ein. Das Arbeitskonzept stand bereits und orientiert sich am schulischen Leistungskonzept. Seit Projektbeginn arbeitet die Zirkus-AG mit Schülern aus den vierten Klassen der Knauer-Schule in Gostenhof und nutzt dort die Räumlichkeiten einer Turnhalle. Das Schulzentrum umfasst eine Grund- und Teilhauptschule, eine Musikschule und das Förderzentrum. Es zeichnet sich durch den höchsten Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund in ganz Nürnberg aus.
Der derzeitige Kurs setzt sich aus 11 verbindlich gemeldeten SchülerInnen (ein Junge brach zu Beginn aufgrund mangelnden Interesses ab) der Förderklassen zusammen. Die Schüler durchliefen in den ersten beiden Kurseinheiten sämtliche Angebote zirkulär um alle Möglichkeiten der Zirkus-AG kennen zu lernen. Angebote sind: Einrad fahren, Jonglieren, Akrobatik, Pois, Laufrolle/ Rola-Bola, Teller drehen, Diabolo, Hula-Hoop. Jeder Mitarbeiter übernahm einige diese Bereiche für seine „Station“. Ich kümmerte mich hauptsächlich um Jonglage und Akrobatik.
Foto: Bälle, Keulen, Diabolos, Devilsticks, Teller 2
In den weiteren Einheiten wählten die Kinder drei der Angebote zur Vertiefung aus. Diese Struktur wurde aufgrund Zeitmangels jedoch bald durch konkrete Vorbereitung auf den Auftritt aufgelöst.
2 Foto „Jongliermaterial“, http://www.spielbus.com
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Grundsätzlich laufen die kostenfreien Einheiten wie folgt ab:
Die Schüler werden einmal wöchentlich in der Schule ab 13 Uhr von einem der Mitarbeiter in ihrer Essenspause betreut (in den Ferien findet keine Zirkus-AG statt). Dabei wird auf gesunde Ernährung und ein entspanntes Mittagsklima geachtet. Ab ca. 13:30 Uhr beginnen Aufbau, Freispiel und Aufwärmübungen in der Turnhalle. Vor Beginn der Übungen wird mit den Kindern in einem Sitzkreis die Tagesplanung durchgesprochen und Ankündigungen erledigt. Die Einheit endet um 15:30 Uhr nach dem gemeinsamen Aufräumen. Eine Pause ist fest eingeplant. Weitere Pausen können nach Bedarf eingelegt werden. Da die Kinder meist aus dem Stadtviertel kommen, verlassen sie die Räumlichkeiten selbständig und ohne elterliche Begleitung. Nach der Einheit reflektieren die Mitarbeiter den Nachmittag und planen für die nächste Stunde.
Im derzeitigen Konzept wird Zirkus als Medium eher als alternative Sportart ausgelegt. Die Einheiten sind mit Sportunterricht in Kleingruppen vergleichbar. Im Fordergrund steht das Erlernen der Techniken. Ich hingegen möchte den Kindern „Träume schenken“. Ich würde den Kindern gerne spielerischer die Faszination der Zirkusmanege nahe bringen. Clownerie ist für mich wesentlicher Bestandteil des Zirkus. Die Elemente Theater und freies Sprechen waren bislang eher nebensächlich. Für den Auftritt (siehe Punkt 8) werden sie jedoch bereits umgesetzt.
3. Zirkuspädagogik allgemein
„Zirkus ist eine besondere Art des Spiels mit den Möglichkeiten, den Herausforderungen an das aktive Subjekt, den Grenzen der Kunst und des Machbaren für den Einzelnen.“ 3
Der Arbeit in der Zirkuspädagogik liegt ein erlebnispädagogischer Ansatz zugrunde, wobei speziell mit zirkusspezifischen Inhalten gearbeitet wird.
„Als Projekt zielt man unter anderem auf:
1. präventive Intervention für junge Menschen, denen ein sinnvoller Umgang mit ihrer Freizeit verloren gegangen ist und die Gefahr laufen, in ein sie gefährdendes Milieu abzurutschen (insbesondere gilt dies für Gewalt- und Drogenprävention).
3 Zitat: Zirkuslust, W. Zacharias, S. Schnapp, LKD Verlag (2000)
7
2. körperliches Betätigungsfeld für junge Menschen,
3. Projekt, in dem Jugendlichen der kulturelle Aspekt der Zirkusarbeit näher gebracht werden soll. Dies wird unter anderem durch den Besuch verschiedener Zirkusse geschehen, wobei die Vorführungen ausgewertet werden und ein Kontakt zur Zirkusgruppe hergestellt werden soll.
4. Soziales und motorisches Training im zirkuspädagogischen Setting für alle Teilnehmenden“ 4
Melanie Behrens von der Universität Köln bezieht sich neben dem Feld der Erlebnispädagogik auch auf die Fachgebiete Sport-, Moto, Spiel- und Sozialpädagogik. Weitere Berührungspunkte sieht sie zu Theater, Tanz und Rhytmus. Sie schreibt dazu zusammenfassend:
„...Zirkus dient als Medium der Entwicklungsförderung mit den Arbeitsbestandteilen Gruppe, Kind und Material.
Aus diesen drei Bestandteilen lassen sich in eben jener Reihenfolge folgende, die Handlungskompetenz steigernde, Erfahrungen ableiten: - Gruppe (inter)aktive Sozialerfahrungen: die soziale Umwelt wahrnehmen und verstehen
- Kind als Individuum aktive Körpererfahrungen: sich selbst und seinen Körper wahrnehmen, erleben und verstehen
- Aktive Materialerfahrungen: die materielle Umwelt erleben und verstehen Richtlinien Zirkuspädagogischer Arbeit sind:
- Erlebnis- und Persönlichkeitsorientierung (anstatt Leitungsorientierung) - Freie Handlungsmöglichkeiten in offenen Bewegungssituationen. Pädagogen können Impulse anhand der Ressourcen setzen. (anstatt reines Nachvollziehen erlernter Bewegungsabläufe. Das erlernen der Techniken steht im Hintergrund) - Prozessorientierung (anstatt Produktorientierung)“ 5
Andere Vertreter der Zirkuspädagogik widersprechen letzterem Punkt: „...Zirkus versteht sich stets als „produktorientiert“ und sucht letztlich immer den Weg in die Manege...“ 6
4 Zitat: Grabowieki, in Ziegenspeck `96 “ZIRKUSPÄDAGOGIK”, S. 35
5 Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Zirkuspädagogik, http://www.bag-zirkus.de, zusammgef. Durch
6 Zitat: Zirkuspädagogik - berufbegleitende Fortbildung, ZAK Köln, http://www.zak-koeln.com
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4. Klientel
4.1 Allgemeine Klientendaten
Beide Kinder besuchen eine vierte Klasse des Förderzentrum in N. Keines der Kinder trägt eine Brille. Störungsbilder und Erkrankungen sind unbekannt, da keine ärztlichen Diagnosen vorliegen. Ich hatte im Rahmen der Tätigkeit keine Möglichkeit die Eltern kennen zu lernen.
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Arbeit zitieren:
Nils Hüttinger, 2009, Förderung der kindlichen Entwicklung unter Einsatz der Zirkuspädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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