Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis V
Abk ürzungs- und Formelverzeichnisverzeichnis VII
1 Einleitung 1
2 Grundlagen 3
2.1 Bruchmechanik 3
2.1.1 Abschätzung der plastischen Zone 6
2.1.1.1 Fließkriterium ohne Spannungsverteilung 6
2.1.1.2 Fließkriterium mit Spannungsverteilung 8
2.1.1.3 Numerische Verfahren für exakte elastoplastische Spannungsanalysen 8
2.1.1.4 Dugdale-Modell 8
2.1.2 Die zyklische plastische Zone 8
2.2 Überlasten 11
2.3 Persistente Gleitbänder 15
2.4 Zellstrukturen durch monotone und durch zyklische Belastung 16
3 Experimentelle Durchführung 19
3.1 Werkstoff und Probengeometrie 19
3.2 Präparation der Proben 20
3.3 ERIKA 3 21
3.4 Hysteresenmessung 22
3.5 REM und ECCI 23
3.6 Veränderung der plastischen Zone in Abhängigkeit der Tiefe 24
3.7 Rekristallisation 25
3.8 Vermessung der plastischen Zone bei unterschiedlichen K-Werten 26
3.9 Überlasten 29
Inhaltsverzeichnis
4 Ergebnisse 31
4.1 Veränderung der plastischen Zone in Abhängigkeit der Tiefe 31
4.1.1 Vergleich der gemessenen plastischen Zone mit berechneten plastischen Zonen 36
4.2 Die plastischen Zone bei unterschiedlichen K-Werten 38
4.2.1 Probe Cu-OFHC-06 zyklisch belastet mit K max 10 MPa m 38
4.2.2 Probe Cu-OFHC-07 zyklisch belastet mit K max 7 MPa m 41
4.2.3 Probe Cu-OFHC-08 zyklisch belastet mit K max 4 MPa m 44
4.2.4 Probe Cu-OFHC-09 zyklisch belastet mit K max 5,5 MPa m 45
4.3 Überlastblöcke. 48
4.4 Überprüfung der ERIKA 3 mit einem Aluminium-Dummy 60
5 Diskussion 63
5.1 Die zyklische plastische Zone im Verlauf der Probendicke 63
5.2 Die zyklische plastische Zone in Abhängigkeit von K max 65
5.3 Überlastblöcke. 70
6 Zusammenfassung und Ausblick 73
Literaturverzeichnis 75
Anhang A - Daten des elektrolytischen Polierens 79
Anhang B - Probendicken 83
Anhang C - da/dN-K max -Diagramme 85
Probe 4 85
Cu -OFHC-06 86
Cu -OFHC-07 87
Cu -OFHC-08 88
Cu -OFHC-09 89
Cu -OFHC-04 - Phase 01 90
Cu -OFHC-14 - Phase 01 92
Anhang D - Auswertung der Gleichstrompotentialsonde 95
Inhaltsverzeichnis
Cu -OFHC-04 95
Cu -OFHC-14 98
Abbildungsverzeichnis
Abb. 2.1: Rissöffnungsarten
Abb. 2.2: Rissspitzenfeld in kartesischen und in polaren Koordinaten
Abb. 2.3: Spannungsverlauf auf dem Ligament
Abb. 2.4:Ausbildung der plastischen Zone bei Modus-I-Belastung
Abb. 2.5: Monotone und zyklische plastische Zone
Abb. 2.6: Plastischer Nachlauf
Abb. 2.7: Zyklische plastische Zone der Überlast folgend
Abb. 2.8: Nach einem Rissfortschritt von a
Abb. 2.9: Durchschreiten der plastischen Zone der Überlast
Abb. 2.10: Hinter der plastischen Zone der Überlast
Abb. 2.11: Definition der notwendigen Parameter
Abb. 2.12: Extrusionen und Intrusionen an der Probenoberfläche
Abb. 2.13: Unbelastete Cu-OFHC-Probe 1
Abb. 2.14: Unbelastete Cu-Probe 2
Abb. 2.15: RE-MAufnahmen monoton und zyklisch verformter Cu-OFHC-Proben von
SCH08
Abb. 3.1: SEN-Probe
Abb. 3.2: Oberfläche der bearbeiteten Probe
Abb. 3.3: Probenkammer ERIKA 3
Abb. 3.4: Schematische Darstellung der im REM möglichen nutzbaren Signale
Abb. 3.5: BSE-Detektor
Abb. 3.6: RE-MArbeitsplatz
Abb. 3.7: Kupfer-I-Oxid vor der Rissspitze.
Abb. 3.8: Kuper-I-Oxid im Bereich der Rissspitze
Abb. 3.9: RE-MBild des Kupfer-I-oxids im Bereich der Rissspitze
Abb. 3.10: Verlauf der Spanungsintensität
Abb. 3.11: Verlauf der Kraft
Abb. 3.12: Cu-OFHC-Proben mit seitlichen Potentialabgriffen
Abb. 4.1: Maximale Ausdehnung der Ebenen in x-Richtung.
Abb. 4.2: Maximale Ausdehnung der Ebenen in y-Richtung.
Abb. 4.3: 3D-Ansicht der Veränderung der plastischen Zone
I
Abbildungsverzeichnis
Abb. 4.4: Übersichtsaufnahme des Nahfeldes Der Rissspitze
Abb. 4.5: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 1
Abb. 4.6: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 2
Abb. 4.7: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 3
Abb. 4.8: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 4
Abb. 4.9: Ausdehnung der plastischen Zone über
Abb. 4.10: Ausdehnung der plastischen Zone unter dem Riss
Abb. 4.11: Ausdehnung der plastischen Zone vor dem Riss
Abb. 4.12: Breite des Risses
Abb. 4.13: Bereich unterhalb der Rissspitze mit 500-facher-Vergrößerung
Abb. 4.14: Plastische Zone bei t 0,00 mm
Abb. 4.15: Plastische Zone bei t 0,07 mm
Abb. 4.16: Plastische Zone bei t 0,12 mm
Abb. 4.17: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 1
Abb. 4.18: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 2
Abb. 4.19: Plastischer Nachlauf entlang der Rissflanken 1
Abb. 4.20: Plastischer Nachlauf entlang der Rissflanken 2
Abb. 4.21: Leiterstruktur der PGB
Abb. 4.22: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 3
Abb. 4.23: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 4
Abb. 4.24: Plastische Zone bei t 0,00 mm
Abb. 4.25: Plastische Zone bei t 0,10 mm
Abb. 4.26: Plastische Zone bei t 0,13 mm
Abb. 4.27: Nahezu unverformte Körner im Bereich der Rissspitze
Abb. 4.28: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 1
Abb. 4.29: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 2
Abb. 4.30: Zellstrukturen innerhalb der Körner im Bereich der Rissspitze 3
Abb. 4.31: Plastische Zone bei t 0,00 mm
Abb. 4.32: Plastische Zone bei t 0,03 mm
Abb. 4.33: Plastische Zone bei t 0,06 mm
Abb. 4.34: Deformierter Zone im Bereich der Rissspitze mit erkennbarem
plastischem Nachlauf
Abb. 4.35: Zellstruktur 1.
Abb. 4.36: Zellstruktur 2.
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 4.37: Zellstruktur innerhalb der Körner
Abb. 4.38: max. Ausdehnung auf dem Ligament
Abb. 4.39: max. Ausdehnung senkrecht z. Lig.
Abb. 4.40: Am Potentialabgriff eingerissene Probe Cu-OFHC-02
Abb. 4.41: Cu-OFHC-14 nach der zyklischen Belastung mit 5 MPa m
Abb. 4.42: Überprüfung mit der Hilfslast in Höhe von 0,55 MPa m
Abb. 4.43: Weitere Überprüfung mit der gleichen Hilfslast
Abb. 4.44: Schematische Darstellung der Lasten
Abb. 4.45: Cu-OFHC-04 Phase 01
Abb. 4.46: Topographie auf der Oberfläche.
Abb. 4.47: Zwillingsgrenzen
Abb. 4.48: Ausmaß der Extrusionen und Intrusionen unter der Rissspitze
Abb. 4.49: Ausmaß der Extrusionen und Intrusionen über der Rissspitze
Abb. 4.50: Leichte Zunahme der Gleitstufen an der Oberfläche
Abb. 4.51: Zellstruktur innerhalb der Körner noch erkennbar
Abb. 4.52: Aufwölbung an der Rissspitze oben
Abb. 4.53: Tiefe der Intrusionen und Höhe der Extrusion nehmen weiter zu
Abb. 4.54: Verdichtung der Gleitstufen
Abb. 4.55: Ausgeprägte Topographie im Bereich der Rissspitze
Abb. 4.56: Topographie im SE2-Kontrast
Abb. 4.57: Ausdehnung der Topographie bei 50 Überlastzyklen über 1,2 mm
Abb. 4.58: Zellstrukturen nicht mehr zu erkennen
Abb. 4.59: Stark ausgeprägte Topographie mit Substrukturen
Abb. 4.60: Topographie mit Subtopographie im SE2-Kontrast
Abb. 4.61: Nahbereich der Rissspitze nach dem Entfernen der Topographie 1
Abb. 4.62: Nahbereich der Rissspitze nach dem Entfernen der Topographie 2
Abb. 4.63: Plastische Zone der Probe Cu-OFHC-14 vor dem Überlastblock
Abb. 4.64: Ebenfalls ausgeprägte Topographie nach 50 Überlastzyklen
Abb. 4.65: Subtopographie erkennbar
Abb. 4.66: Verstrebung der Gleitstufen
Abb. 4.67: Zellstruktur in den Körner nicht zu erkennen
Abb. 4.68: Die Ausdehnung der Topographie in y-Richtung
Abb. 4.69: Cu-OFHC-14 nach 50 Zyklen nach dem Abtragen der Topographie
500facher Vergrößerung
III
Abbildungsverzeichnis
Abb. 4.70: Kraft-Zeit-Verlauf
Abb. 4.71: Potential-Zeit-Verlauf für 2 Überlastzyklen
Abb. 4.72: Potential-Zeit-Verlauf für 30 Überlastzyklen
Abb. 4.73: Belastungsphasen außerhalb der Versuchsdurchführung
Abb. 5.1: Auswirkungen im Bereich der Rissspitze bei einer Rissfortschrittsrate von
10 -9 m/Zyklus
Abb. 5.2: Auswirkungen im Bereich der Rissspitze bei einer Rissfortschrittsrate von
10 -10 m/Zyklus
Abb. 5.3: Rissausbreitungsgeschwindigkeit in Abhängigkeit von Kmax BÄR10
Abb. 5.4: max. Ausdehnung der plastischen Zone auf dem Ligament über da/dN
Abb. 5.5: Zugüberlast
Abb. 5.6: Drucküberlast
IV
Tabellenverzeichnis
Tab. 3.1: Die K max -Werte der Proben Cu-OFHC-06 bis Cu-OFHC-09 28
Tab. 4.1: Vergleich der plastischen Zone bei abnehmender Probendicke 33
Tab. 4.2: Ausdehnung der plastische Zone auf dem Ligament 36
Tab. 4.3: Berechnungsergebnisse der plastischen Zone auf dem Ligament 37
Tab. 4.4: Cu-OFHC-04 Phase 01 51
Tab. 4.5: Cu-OFHC-04 Phase 02 51
Tab. 4.6: Cu-OFHC-04 Phase 03 52
Tab. 4.7: Cu-OFHC-04 Phase 04 52
Tab. 4.8: Cu-OFHC-04 Phase 06 53
Tab. 4.9: Cu-OFHC-04 Phase 07 54
Tab. 4.10: Cu-OFHC-04 Phase 08 54
Tab. 5.1: Vergleich zweier Ebenen 64
Tab. 5.2: Vorfaktoren zur Berechnung der zyklischen plastischen Zone 65
Tab. 5.3: Rissausbreitungsgeschwindigkeiten 68
V
Tabellenverzeichnis
VI
Abkürzungs- und Formelverzeichnisverzeichnis
a Risslänge Überhöhungsfaktor a k Kerbtiefe BSE back scattered electrons (Rückstreuelektronen) ECCI electron-channelling-contrast-imaging ESZ Ebener Spannungszustand EVZ Ebener Verzerrungszustand
Korrekturfunktion
K Spannungsintensitätsfaktor K GL Spannungsintensität der Grundlast K üL Spannungsintensität der Überlast K max maximaler Spannungsintensitätsfaktor K min minimaler Spannungsintensitätsfaktor ¨K zyklische Spannungsintensität ¨K eff effektive zyklische Spannungsintensität LEBM Linear elastische Bruchmechanik OFHC oxygen free, high conductivity PGB persistentes Gleitband (engl.: PSB=persistent slip band)
Winkel zum Ligament
r Abstand von der Rissspitze
VII
Abkürzungs- und Formelverzeichnis
Abstand von der Rissspitze bei zyklischer Belastung
Abstand von der Rissspitze bei monotoner Belastung
REM Rasterelektronenmikroskop R p0,2 0,2%-Dehngrenze SEN single-edge notch
Nennspannung
Streckgrenze
Spannungen an der Rissspitze in einem beliebigen
Koordinatensystem t Tiefe=Abstand zur Oberfläche
Schubspannungen an der Rissspitze in einem beliebigen
Koordinatensystem
zyklische Fließspannung (engl.: cyclic yield stress)
Fließspannung (engl.: yield stress)
TEM Transmissionselektronenmikroskop U gemessener Potentialabfall an einer Probe U 0 Anfangspotential einer Probe w Probenbreite Ausdehnung der plastischen Zone y 0 halber Potentialabgriffabstand
VIII
1 Einleitung
Seit 166 Jahren existieren dokumentierte Untersuchungen mit stetig steigender Intensität, die Bruchfestigkeit von Materialien zu verstehen und zu beeinflussen. Diese Thematik beschäftigt nicht nur die Riege der Wissenschaftler. Im Jahr 1983 unternahm Battelle Laboratory im Auftrag der US Regierung umfassende ökonomische Analysen bezüglich der durch Materialversagen entstehenden Kostenhierbei wurden Metalle, Holz und Glas betrachtet - sowie der präventiven Kosten, um ein mögliches Materialversagen zu verhindern. Das Ergebnis dieser Analyse zeigte, dass die amerikanische Industrie jährlich mit Ausgaben in Höhe von 119 Milliarden Dollar belastet wird [CAH96].
Denkt man in diesem Zuge an katastrophale Ereignisse in der jüngsten Vergangenheit hervorgerufen durch Materialversagen, so fallen Schlagworte wie Enschede und Kielland. In der Ursachenforschung finden sich in den Befunden beider Unglücke als Ausgangspunkt der Katastrophe Ermüdungsrisse [WIKI03, WIKI04]. Die Untersuchung von Ermüdungsrissen und deren Rissausbreitung geht Hand in Hand mit den Untersuchungen der so genannten plastischen Zone vor der Rissspitze. Seit ein paar Jahren ist es nun möglich durch die ECCI-Technik den Rissfortschritt und die Entwicklung der plastischen Zone mit geringem Aufwand verfolgen zu können.
Grund für das im Zentrum aller Versuche stehende Verhalten der zyklischen plastischen Zone vor der Rissspitze ist, dass die plastische Zone direkt mit der äußeren Belastung verknüpft ist und dadurch umgekehrt auch aus der Größe der plastischen Zone Rückschlüsse auf die von außen aufgebrachte Belastung gezogen werden können. Dies bietet bei der Schadensfalluntersuchung die Möglichkeit unzulässig hohe Belastungen direkt am geschädigten Bauteil nachzuweisen [BÄR09].
In der hier vorliegenden Arbeit wird die zyklische plastische Zone nach Einbringen eines Ermüdungsrisses in OFHC-Kupferproben untersucht und analysiert. Dabei wird neben der Vermessung der zyklischen plastischen Zone in Abhängigkeit der Tiefe der Einfluss des Spannungsintensitätsfaktors auf die Größe der zyklischen
1
Einleitung
plastischen Zone quantitativ bestimmt. Hierauf aufbauend werden Überlastblöcke auf eine mit einem Ermüdungsriss versehene Probe aufgebracht, um deren Einfluss auf die zyklische plastische Zone zu ermitteln.
2
2 Grundlagen
Zum Verständnis der in dieser Arbeit vorgestellten Betrachtungen der plastischen Zone sollen vorweg einige Grundlagen zusammengestellt werden. Für weitere ausführlichere Erklärungen und Herleitungen sei z.B. auf [SCHW80, GRO96, HAH76,
AUR78] verwiesen.
2.1 Bruchmechanik In der makroskopischen, kontinuumsmechanischen Beschreibung der
Rissausbreitung im Rahmen der LEBM werden - wie in Abb.2.1 abgebildet - drei Rissöffnungsarten unterschieden [RIC09].
Im Folgenden wird vorerst nur der Modus I betrachtet, der durch reine Zugbelastung zustande kommt.
Das sich vor der Rissspitze aufbauende Spannungsfeld kann mit den in Abb.2.2 verwendeten Koordinatensystemen und Spannungskomponenten für die Betrachtung in der Ebene beschrieben werden [RIC09].
Sneddon formulierte 1946 erstmals Näherungsausdrücke für die Spannungen in unmittelbarer Umgebung der Rissspitze. (Bereits 1907 hat K. Wieghardt mittels einer
3
2 Grundlagen
Lösung von A. Sommerfeld ähnliche Näherungsausdrücke für die Umgebung einer Rissspitze angegeben.) Für die weiteren Belange der LEBM führte G.R. Irwin zudem den Spannungsintensitätsfaktor K ein, durch den das Spannungsfeld eindeutig charakterisiert wird [HAH76, GRO96]. Der Spannungsintensitätsfaktor ist für die Modus-I-Belastung wie folgt definiert:
Spannungsintensitätsfaktor ist somit abhängig von:
• der äußeren Belastung des Bauteils,
• der Risslänge,
• der Risslage, der Rissanordnung, der Geometrie des Bauteils sowie von der Art und der Stelle der Lasteinleitung.
Für eine einseitig gekerbte Flachprobe mit parallel geführten Probenenden gibt [SCHW80] folgende Korrekturfunktion an:
Durch die Bestimmung der Verhältnisse an der Rissspitze durch die Angabe eines einzigen Belastungsparameters gilt das Prinzip der bruchmechanischen Ähnlichkeit, bei dem die Lastgeschichte keine Rolle spielen darf. Ein großer Riss wächst demnach genauso schnell wie ein kleiner, falls K max und K min in beiden Fällen gleich ist [BRÜ10].
Es ergibt sich letztendlich folgende Beziehung als Verallgemeinerung der Sneddon-Gleichungen (auch bekannt als Irwin-Williams-Gleichungen), um die spezielle Form der singulären Spannungsverteilung in Rissnähe für den Modus I zu beschreiben:
4
mit bei ESZ bzw. sowie bei EVZ [HAH76].
In Abb.2.3 ist der Spannungsverlauf der Komponenten und auf dem Ligament ( ) dargestellt. Es gilt auf dem Ligament . Betrachtet man nun die Grenzfälle, so erkennt man, dass die Gleichungen 2.3 bis 2.5 nicht den realen Verlauf widerspiegeln. Denn in unendlich großer Entfernung vom Riss muss die Störung des Spannungsfeldes durch den Riss vollständig abgeklungen sein, d.h. muss gleich der Nennspannung sein, muss verschwinden. Für wird dieser Grenzfall von den Gleichungen 2.3 bis 2.5 richtig beschrieben, da für die Spannung geht. geht anstatt gegen gleichfalls gegen Null; d.h. in sehr großer Entfernung vom Riss gelten diese Gleichungen nicht mehr. Ihr Geltungsbereich ist auf die nähere Umgebung des Risses begrenzt. Für nehmen alle Spannungskomponenten unendlich große Werte an, d.h. in dem für die
5
2 Grundlagen
Betrachtung der Bruchvorgänge wichtigsten Bereich sind diese Gleichungen offensichtlich auch nicht anwendbar.
Es ist bekannt, dass es bei metallischen Werkstoffen schon bei niedrigen Spannungen zur plastischen Deformationen in der Nähe der Rissspitze kommt. Durch die Einführung des Kleinbereichsfließen, bei dem vorausgesetzt wird, dass die plastisch verformte Zone klein gegenüber der Risslänge und der Breite des ungebrochenen Querschnitts bleibt, erhält man ein Instrument, durch das diese plastische Zone den Methoden der LEBM zugänglich ist [SCHW80].
2.1.1 Abschätzung der plastischen Zone
Die Modelle zur Berechnung der plastischen Zone unterteilte [SCHW80] für den Modus I in vier Gruppen verschiedener mathematischer Modelle, deren wichtigste Ergebnisse nachfolgend zusammengestellt wurden, wobei sich schließlich zur vereinfachten Gegenüberstellung der Gleichung nur auf die Ausdehnung auf dem Ligament bezogen wird:
2.1.1.1 Fließkriterium ohne Spannungsverteilung
Mit Hilfe des von Mises’schen Fließkriteriums, bei dem der Ort und der Winkel gesucht wird, bei dem die Gestaltänderungsenergie die bei einachsigem Zug am Fließbeginn vorhandene Gestaltänderungsenergie erreicht, ergeben sich in Verbindung mit den Gleichungen 2.3 bis 2.5 folgende Gleichungen [AUR78]: EVZ:
ESZ:
6
Das Tresca’sche Fließkriterium (Schubspannungshypothese) führt zu ähnlichen Ergebnissen. Für das Ligament ( ) ergibt sich:
EVZ:
ESZ:
Abb.2.4 entsteht durch die Gleichungen 2.6 und 2.7. Der in der Abbildung zu erkennende Verlauf in einem dickwandigen Bauteil vom ESZ zum EVZ wird auch Hundeknochenmodell genannt [RIC09].
Arbeit zitieren:
Dominic Tiedemann, 2010, Untersuchung der zyklischen plastischen Zone in OFHC-Kupfer, München, GRIN Verlag GmbH
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