Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Merkmale des kinderphilosophischen Prozesses 3
3. Chancen und Möglichkeiten des Philosophierens 5
3. 1 Philosophieren in der Schule 7
3. 2 Methodik des Philosophierens und konkrete Ideen für den Unterricht 8
4. Zusammenfassung. 12
Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Das Philosophieren ist so alt wie die Menschheit selbst. Die eigene Lebenswelt mit ihren Erscheinungen zu hinterfragen, ist Teil der ureigenen Neugier des menschlichen Individuums. Besonders die griechische Antike brachte eine Vielzahl berühmter Philosophen hervor, die bereits ihre „Liebe zur Weisheit“ entdeckten. Heutzutage wird insbesondere ein Augenmerk auf
kinderphilosophische Prozesse gerichtet und es wird auch in Deutschland bewusst daran gearbeitet, das Philosophieren an Schulen und in Kindergärten verstärkt zu betreiben.
Im Folgenden soll nun dieser Prozess des Philosophierens untersucht werden, insbesondere hinsichtlich seiner Merkmale. Fragen wie: Was kann das Philosophieren und woher kommt die Lust daran, wird auf den Grund gegangen werden. Ferner werden die Chancen und Möglichkeiten des Philosophierens in den Blick genommen und es wird die Methodik der Philosophie in der Schule erläutert. Diesbezüglichen werden Ideen für die Umsetzung verschiedener Methoden im Unterricht gegeben und es wird auf den Begriff des „ganzheitlichen Philosophierens“ eingegangen.
Letztendlich soll verdeutlicht werden, dass der philosophische Prozess bei Kindern zugleich ein Bildungsprozess ist, da er eine kritische und selbstreflektierende Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt, den Mitmenschen und dem eigenen Selbst anstößt und somit Entwicklungspotenzial bietet.
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2. Merkmale des kinderphilosophischen Prozesses
Beschäftigt man sich mit den Merkmalen und den Besonderheiten von kinderphilosophischen Prozessen, so stellt sich zunächst die Frage, ob Kinder überhaupt in der Lage sind zu philosophieren und dies überhaupt wollen. Sind die Kinder unserer heutigen Gesellschaft, die sich hauptsächlich durch ihre Schnelllebigkeit auszeichnet und in der selbst die Jüngsten schon im Internet surfen und das Fernsehprogramm auswendig können, überhaupt für eine Tätigkeit, die nicht von direktem Nutzen ist und oft nicht einmal ein Ergebnis hat, zu begeistern?
Antwort auf diese Frage konnte Martens mit einem einfachen „Experiment“ finden. Er stellte einer Gruppe von Kindern und Erwachsenen die Frage, ob Blumen glücklich seinen können und beobachtete Erstaunliches. So waren es am Ende die Kinder, die die Erwachsenen vorführten und Lust und Freude am philosophieren zeigten (vgl. Martens 2007, S. 101 ff.). Sie taten dies nicht aus Schadenfreude oder sportlichem Ehrgeiz, berichtet Martens, sondern einzig aufgrund der kindlichen „Freude an der freien Bewegung des Geistes“ (Martens 2007, S.103).
Betrachtet man Philosophieren somit „einfach“ als Weiterdenken (vgl. Martens 2007, S. 99) und rückt ab von den großen Philosophen und den theoretischen Grundsätzen, so sind Kinder sehr wohl im Stande weiterzudenken. Oftmals sind sie gerade aufgrund ihrer kindlichen Naivität und Ungezwungenheit noch eher, als Erwachsene fähig ihre Gedanken zu äußern und mit ihrer Phantasie zu spielen. Sie haben noch nicht jene gesellschaftliche Angepasstheit zu eigen, die es manch Einem später schwer macht seine Meinung zu sagen und sich über alltägliche Grenzen in einem philosophischen Gespräch hinweg zu setzen. Warum viele Erwachsene ihre Phantasie verlieren, sich ihren kindlichen Eigensinn und ihre Individualität nicht bewahren können ist eine andere Frage, die sicherlich mit bestimmten gesellschaftlichen Problematiken zusammenhängt. Vielleicht ist es auch die sich ständig wandelnde Welt in der wir leben mit ihren technologischen Raffinessen, die uns das Staunen und die Neugier abgewöhnt hat. Letztendlich jedoch sind augenscheinlich auch die Kinder der heutigen Zeit in der Lage zu
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philosophieren und sollten dies auch tun, da bereits bei der Untersuchung der Merkmale von philosophischen Prozessen deutlich wird, dass Philosophieren gerade den Jüngsten eine Entwicklungsmöglichkeit in vielfältiger Hinsicht bietet. Im Folgenden sollen einige dieser Merkmale und ihre Bedeutung für den Bildungsprozess analysiert werden, wobei allerdings keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden soll, da nur als besonders wichtig erachtete Merkmale betrachtet werden und es sicherlich noch eine Vielzahl Weitere zu finden gibt. Ein Merkmal des philosophischen Prozesses sind bestimmte
Perspektivenwechsel, die manchmal vorgenommen werden müssen, um etwas aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und vielleicht von einer festgefahrenen Meinung abzurücken. Diesen Perspektivenwechsel konkret mit Kindern zu „trainieren“ hat den Vorteil, dass sie sich auch im späteren Leben in Mitmenschen „hinein versetzen“ können und Meinungen, beziehungsweise Handlungen Anderer tolerieren lernen. Jedoch soll auf dieses Merkmal und seine besondere Bedeutung für den Bildungs- und Entwicklungsprozess später noch einmal näher eingegangen werden. Im Allgemeinen fördert das Philosophieren den toleranten Umgang miteinander und lehrt noch dazu die eigene Meinung zu äußern und die der Anderen zu akzeptieren. Dieses Merkmal ordnet Martens einem hermeneutischen Vorgehen zu (vgl. Martens 2007, S. 104), wobei Hermeneutik die Lehre des Verstehens und Deutens ist. Im diesem Sinne lehrt das Philosophieren eben auch Zuhören, denn wie will man sonst sein Gegenüber verstehen. Des Weiteren verlangt der philosophische Prozess geradezu danach die eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen ernst zu nehmen und den Mut zu finden darüber zu diskutieren und sie mit Anderen zu teilen. An diesem Punkt soll nochmals erwähnt sein, dass Letztgenanntes Kindern meist nicht schwer fällt, Erwachsenen hingegen häufig schon, da sie oft bereits negative Erfahrungen in diesem Zusammenhang gemacht haben. Kindern hingegen fehlen diese Erlebnisse (gemeint ist hier beispielsweise ausgelacht zu werden oder „nicht ernst genommen zu werden“ usw.) und auch deshalb bietet das Philosophieren, die Chance zu lernen mit Kritik, umzugehen und selbst angemessen zu kritisieren.
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Arbeit zitieren:
Ulrike Roder, 2010, Kinderphilosophische Prozesse als Bildungsprozesse, München, GRIN Verlag GmbH
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