Inhaltsverzeichnis:
1 EINFÜHRUNG IN LIJPHARTS „PATTERNS OF DEMOCRACY“ 3
1.1 DARSTELLUNG DER THEMATIK 3
1.2 STRUKTURELLER AUFBAU DER ARBEIT. 4
2 BEGRIFFLICH-THEORETISCHE DARSTELLUNG DES GRUNDLEGENDEN VOKABULARS 4
2.1 DER DEMOKRATIEBEGRIFF NACH LIJPHART 4
2.2 MEHRHEITSDEMOKRATIE (WESTMINSTER MODEL OF DEMOCRACY) 6
2.3 KONSENSMODELL (CONSENSUS MODEL OF DEMOCRACY) 6
2.4 OPERATIONALISIERUNG DER THEORETISCHEN KONZEPTE 7
2.4.1 Exekutive-Parteien-Dimension 8
2.4.2 Föderalismus-Unitarismus-Dimension. 9
3 EINORDNUNG DER DEMOKRATIEN GROßBRITANNIEN UND DER BUNDESREPUBLIK
DEUTSCHLAND IN LIJPHARTS THEORIEKONSTRUKT. 10
3.1 DIE EXEKUTIVE-PARTEIE-NDIMENSION (VARIABLEN DER 1.DIMENSION) 10
3.1.1 Einparteienkabinette vs. Koalitionskabinette 10
3.1.2 Exekutivdominanz vs. dominante Legislative 11
3.2 ZWEIPARTEIENSYSTEME VS. MEHRPARTEIENSYSTEME 12
3.3 MEHRHEITSWAHLRECHT VS. VERHÄLTNISWAHLRECHT 13
3.3.1 Pluralistische vs. korporatistische Interessenvertretung 14
3.4 3.2 DIE FÖDERALISMUS-UNITARISMUS-DIMENSION (VARIABLEN DER 2.DIMENSION) 15
3.4.1 Unitaristisch-zentralisiert vs. föderal-dezentralisiert 15
3.4.2 Unikameralismus vs. Bikameralismus 16
3.5 FLEXIBLE VS. RIGIDE VERFASSUNGEN 17
3.6 KEINE NORMENKONTROLLE VS. NORMENKONTROLLE DURCH EIN VERFASSUNGSGERICHT 18
3.7 ABHÄNGIGE VS. UNABHÄNGIGE ZENTRALBANK 19
4 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE UND KRITIK AN LIJPHARTS ANALYSE 20
5 LITERATURVERZEICHNIS: 22
2
1 Einführung in Lijpharts „Patterns of Democracy“
1.1 Darstellung der Thematik
In seinem Werk „Patterns of Democracy, Government Forms and Performance in ThirtyHSix Countries“ stellt Arend Lijphart 1999 eine Einordnung von 36 Demokratien vor, die auf den Begriffen „Westminster Model of Democracy“ 1 oder Mehrheitsdemokratie und „Consensus Model of Democracy“ 2 oder Konsensdemokratie beruht. Diese Publikation ist eine Weiterführung seiner 1984 publizierten Ausgabe des Werkes „Democracies, Patterns of Majoritarian and Consensus Governments in TwentyHOne Countries“. In seiner frühen Publikation 1984 analysiert er einundzwanzig Demokratien quantitativ nach neun Strukturmerkmalen und ordnet die Demokratien den Idealtypen Mehrheitsdemokratie und Konsensdemokratiezu.
DieWeiterführungdes ThemaserfolgtedannindemobenangesprochenenWerk„Patternsof Democracy“, auf dem diese Arbeit beruht. Lijphart veränderte und erweiterte sein Analyseverfahren, indem er von den neun Strukturmerkmalen seines Werkes „Democracies“ einige strich oder umbenannte und in seinem Buch von 1999 weitere Merkmale hinzu nahm. Auch erhöhte er die Zahl der zu analysierenden Demokratien von einundzwanzig auf sechsunddreißig, die sich aus seiner Sicht bis zu diesem Zeitpunkt als stabile Demokratien bewährt hatten. Die Analyse erfolgt in zwei Dimensionen, die jeweils fünf Variablen enthalten und die die sechsunddreißig Demokratien anhand eines Vektorindizes zu einer der beiden Demokratieformen(mehroderwenigerdeutlich)zuordnenlassen.
In dieser Arbeit werden Lijpharts Dimensionen auf die Demokratien Großbritannien und Bundesrepublik Deutschland angewendet und diese mit Bezug auf die zehn Strukturmerkmale des 1999 erschienenen Buches eingeordnet. Es wird versucht, Probleme bei der exakten ZuweisungineinesderbeidenModelledarzustellen.
] Lijphart, Arend: Patterns of Democracy, Government Forms and Performance in Thirty-Six Countries, 1
Yale University Press, New Haven u. London, 1999, S.9ff
] Lijphart, Arend: Patterns of Democracy, S.31ff 2
3
1.2 Struktureller Aufbau der Arbeit
NacheinerkurzenÜbersichtüberdieThematikunddieInhaltederArbeitwirdindenfolgenden ZeilenderstrukturelleAufbauderArbeitvorgestellt.
Zum besseren Verständnis der hier verwendeten Begriffe erfolgt in Tei l zwei eine theoretische Erläuterung der wichtigsten theoretischen Grundlagen. Hier wird zunächst auf den DemokratiebegriffvonLijpharteingegangen,derimviertenKapitelseinesWerkes„Patternsof Democracy“ von ihm erläutert wird. Er greift dazu auf die Politikwissenschaftler Robert Alan Dahl, zur Definition des Begriffs Demokratie, und Samuel Philipp Huntington, zur zeitlichen Darstellung der Demokratisierung, zurück und bringt anschließend eigene Gedanken mit ein. DanachfolgtdieDarstellungvon„WestminsterModelofDemocracy“oderMehrheitsdemokratie und „Consensus Model of Democracy“ oder Konsensdemokratie als Abgrenzung zu anderen Demokratiemodellen.DarauffolgendwerdendiezweiDimensionenderAnalysevonLijphartmit ihrenjeweilsfünfKonzeptenvorgestelltunderklärt.
InTei ldreiderArbeitwerdenanhanddieserzehnPunktedieDemokratienGroßbritannienund Deutschland miteinander verglichen und jedem Punkt zugewiesen. Daraus resultierend erfolgt eine Einordnung der zu betrachtenden Länder in eines der beiden Demokratiemodelle nach LijphartundabschließendzudiesemKapiteleineDarstellungderProblemebeiderEinordnung zubestimmtenKonzepten.
Im letzten Tei l werden Veränderungen zur Analyse und Ungenauigkeiten angeführt, die dem LesereinekritischeBetrachtungderVorgehensweiseermöglichensollen.
2 Begrifflich-theoretische Darstellung des grundlegenden
Vokabulars
2.1 Der Demokratiebegriff nach Lijphart
Lijphart behandelt in Kapitel vier seines Buches das Thema „ThirtyHSix Democracies“ 3 und erläutertdasVorgehenzurEinordnungindemokratischeundnichtHdemokratischeLänder.Hier findetersechsunddreißigLänder,dieMitte1996demokratischwarenunddiesseitmindestens
] Lijphart, Arend: Patterns of Democracy, S.48ff 3
4
1977 schon gewesen sind. Er beruft sich auf die Definition von Demokratie nach Robert Alan Dahl 4 ,derdiesemitfolgendenKriteriengekennzeichnethat:
1. dasRechtzuwählenunddasRechtgewähltzuwerden
2. dasRechtalspolitischerFührerumUnterstützungundStimmenzukämpfen 3. freieundfaireWahlen 4. Versammlungsfreiheit 5. Ausdrucksfreiheit
6. AlternativeInformationsquellenzustaatlichenInformationsdiensten(Pressefreiheit)
AußerdemziehtLijphartdas„FreedomHouse“Gutachtenhinzu,dasjährlicheinenBerichtüber dieDemokratisierungderStaatenabgibtunddieseinfrei,teilweisefreiundunfreieinstuft 5 . Nach Huntingtons „Drei Wellen der Demokratisierung“, auf die in diesem Kapitel auch eingegangen wird, wird dargestellt, dass die Demokratien Großbritannien und Deutschland beidezurerstenWellederDemokratisierungvon1828H1926gehörten,Deutschlandaberdann im Dritten Reich diktatorisch geführt worden ist und erst 1945 durch die Siegermächte, zumindestimWestteildesLandes,einezweitefunktionierendeDemokratisierungerfahrenhat 6 . Somit gehören die zu betrachtenden Staaten Großbritannien und Deutschland zu den zwanzig Ländern,dieseitden1940erJahrendemokratischsindundeinehomogeneGruppebilden.Nach LijphartsinddieseDemokratiengutentwickelt,urbanisiert,industrialisiertundgehörenfastalle zur westlichen Welt. Er unterscheidet allerdings die Demokratien in plurale, semiHplurale und nonHpluraleDemokratienundordnetGroßbritanniendernonHpluralenGruppe,Deutschlandder semiHpluralenGruppezu,wobeiesauchinGroßbritannienMinderheitengibt,dieallerdingseine untergeordneteRollespielen 7 .
] vgl. hierzu: Dahl, Robert A.: Democracy and its Critics, Yale University Press, New Haven and London, 4
1989
] vgl. hierzu: Freedom in the World (aktuell: 2009) auf: www.freedomhouse.org 5
] vgl. hierzu ein Schaubild aus: Kremb, Klaus: Geschichte und Geschehen, Sekundarstufe II, Klett Verlag, 6
Leipzig/Stuttgart 2009, S.213
] Lijphart, Arend: Patterns of Democracy, S.56ff7 ] vgl. hierzu: Dahl, Robert A.: Democracy and its 7
Critics, Yale University Press, New Haven and London, 1989
] vgl. hierzu: Freedom in the World (aktuell: 2009) auf: www.freedomhouse.org 7
] vgl. hierzu ein Schaubild aus: Kremb, Klaus: Geschichte und Geschehen, Sekundarstufe II, Klett Verlag, 7
Leipzig/Stuttgart 2009, S.213
5
2.2 Mehrheitsdemokratie (Westminster Model of Democracy)
Zur Klärung der Begriffe Mehrheitsdemokratie und Konsensdemokratie werden diese im Folgendendargestellt:
NachLijphartgibteszehnHauptmerkmale,dieeineMehrheitsdemokratiekennzeichnen 8 :
1. ExekutivmachtkonzentrationindenHändeneineralleinregierendenMehrheitspartei
2. ExekutivdominanzüberdieLegislative
3. ZweiparteiensystemodereinnachderZahlderwichtigstenParteienihmnahestehender Typus
4. MehrheitswahlsystemmitdisproportionalerStimmenHundSitzverteilung
5. pluralistischesInteressengruppensystem
6. unitaristischerundzentralisierterStaat
7. EinkammersystemoderstarkasymmetrischesZweikammersystem
8. eine mit einfachen Mehrheiten veränderbare Verfassung oder das Fehlen einer geschriebenenVerfassung
9. LetztentscheidungsrechtderLegislativeüberdieKonstitutionalitätderGesetzgebung
10. einevonderExekutiveabhängigeZentralbank
2.3 Konsensmodell (Consensus Model of Democracy)
Demgegenüber stellt Lijphart die Konsensdemokratie, die er mit folgenden zehn Punkten charakterisiert 9 :
1. AufteilungderExekutivmachtaufeineVielparteienkoalition
2. formellesundinformellesKräftegleichgewichtzwischenExekutiveundLegislative
3. Vielparteiensystem
4. Verhältniswahlrecht
5. koordinierteundkorporatistischeInteressengruppensysteme
] Lijphart, Arend: Patterns of Democracy, S.56ff 7
] Schmidt, Manfred: Demokratietheorien. Eine Einführung, 3. Auflage, Opladen: Leske & Budrich, 8
Wiesbaden, 2000, S.339
] Schmidt, Manfred: Demokratietheorien, S.340 9
6
Arbeit zitieren:
Marc Seibert, 2008, Westminster Model versus Consensus Model, München, GRIN Verlag GmbH
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Der Autor lässt seiner Ankündigung, die politischen Systeme Großbritanniens und der Bundesrepublik Deutschland in das 1999 erstellte Demokratieschema von Arend Lijphart einzuordnen, leider keine Taten folgen.
Der gesamte Artikel stellt eine reine Replikation der schon 9 Jahre zuvor (!) durch Arend Lijphart vorgenommenen Einordnung dieser beiden Demokratien in das von ihm entwickelte Schema dar. Dabei unterlaufen dem Autor zudem noch einige Ungenauigkeiten, die auf eine höchstens oberflächliche Lektüre des Originalwerkes hinweisen.
Auch die angekündigte Auseinandersetzung mit den Problemen der Einordnung beider Systeme in das Schema fällt erschreckend kurz und inhaltlich dünn aus.
Insgesamt ist in dieser Studienarbeit keine eigene wissenschaftliche Leistung des Autors zu erkennen, die über eine (fehlerbehaftete) Zusammenfassung des Originalwerkes und dessen kritischer Würdigung durch Manfred G. Schmidt hinaus geht!
am Tuesday, May 31, 2011-