1. Einführung
Seit der Erfindung des Buchdrucks ist es möglich, Nachrichten und In-formationen einer großen Masse publik zu machen. Die Auswahl der Nachrichten war bis vor kurzem aber einer vergleichsweise kleinen Gruppe vorbehalten: den Journalisten 1 .
Durch das Internet aber hat sich die Gruppe der Publizisten vergrößert. Vor allem in Zeiten des „Web 2.0“ ist es für jeden ohne großes technisches Know-How möglich, selbst zum Publizisten von Nachrichten zu werden. Veröffentlicht wird das, was vor allem den Autor interessiert. Besonders beliebt für die schnelle Veröffentlichung von Neuigkeiten sind dabei Weblogs.
Was aber bedeutet diese Entwicklung für den ‚klassischen Journalismus‘? Wie beeinflussen vor allem Blogs die Arbeit der Journalisten? Auf genau diese Fragen gehe ich in der vorliegenden Seminararbeit ein und erläutere zudem, was der Leser von der neuen Medienkonstellation Blog/Journalismus hat.
1 vgl. Fischer, Enrico (2007): Weblog & Co. - Eine neue Mediengeneration nd ihr Einfluss auf Wirtschaft und Journalismus. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, S. 117
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2. Blogs: Konkurrenz für den klassischen Journalismus?
2.1 Wie Weblogs zum Medienformat wurden
Zeitung, Hörfunk oder TV - vor ein paar Jahren noch waren es vor allem diese drei Medien, die aus journalistischer Sicht für das Verbreiten von Nachrichten zuständig waren. Auch heute noch spielen genau diese Massenmedien eine wichtige Schlüsselrolle im Prozess öffentlicher Kommunikation. 2 Seit ein paar Jahren aber bekommen sie Konkurrenz. „Im Kampf um die Aufmerksamkeit der Rezipienten läutete das Internet eine neue Runde ein.“ 3 Plötzlich fallen die Barrieren; jeder kann ohne großen Aufwand etwas publizieren. Journalismus beschränkt sich nicht länger ‚nur‘ auf Zeitung, Radio und Fernsehen. 4 In der ersten Zeit des Internets hatte die Sache aber gleich zwei große Probleme: Zum einen war das Internet wegen langsamer Leitungen und teurer Preise noch verhältnismäßig wenig verbreitet, zum anderen brauchte der Publizist HTML-Kenntnisse oder gar einen Informatiker an der Seite, um seine Inhalte über das neue Medium zu publizieren. Gegen Ende der 1990er-Jahre aber änderte sich genau diese Problem. Gleich zwei Unternehmen machten sich etwa zeitgleich daran, eine Software zu entwickeln, mit der User - und damit auch Journalisteneinfach eine eigene Homepage erstellen und ins Netz stellen können. 5 Das Ergebnis war eine schlichte Homepage, die reichlich Platz für Meldungen bot. Vor allem tagebuch-artige Beiträge waren am Anfang be-
2 vgl.Fischer, Enrico (2007): Weblog & Co. - Eine neue Mediengeneration und ihr Einfluss auf Wirtschaft und Journalismus. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, S. 92 3 Fischer, Enrico (2007): Weblog & Co. - Eine neue Mediengeneration und ihr Einfluss auf Wirtschaft und Journalismus. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, S. 95 4 vgl. Jakubetz, Christian (2008): Crossmedia. Konstanz: UVK, S. 19 5 vgl. Dahlmann, Don (2009): Wie sich der Journalismus durch Blogs, soziale Netzwerke und das Web 2.0 verändert. In: Diemand, Vanessa; Hochmuth, Uwe, Lindner, Christina und Weibel, Peter (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen. Hannover: Heise Verlag, S. 148
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liebt, was dazu führte, dass Jørn Barger 1997 den Begriff ‚Weblog‘ „als Kombination von ‚Web‘ und ‚Logbuch‘“ einführte. 6 „Die Idee entwickelte sich schnell zu einem Erfolg, allerdings blieb das Bloggen zunächst etwas für professionelle Internetnutzer. Das änderte sich nach den Anschlägen des 11. September 2001 beziehungsweise durch den Umgang der Medien mit dem Thema »Patriotismus« in den darauf folgenden Jahren in den USA.“ 7 Die großen Medien blieben starr auf Regierungslinie, die Bevölkerung aber wollte eine andere Politik als die der Bush-Regierung. Mit dem gerade erst verfügbar gewordenen Produktionsmittel Blog konnten sich Kritiker jetzt ein Sprachrohr verschaffen und ihre Bedenken veröffentlichen. 8 Das Medium Blog wurde zum Erfolg. Plötzlich gab es eine ganz neue Form von Meinungsfreiheit, nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland. „Denn bisher hatten Redaktionen alleine darüber entschieden, welche Nachrichten veröffentlicht wurden.“ Durch Weblogs aber hat jetzt jeder einen Zugang zur Öffentlichkeit. 9
2.2 Viele Blogs, wenig Journalismus
Allein in Deutschland gibt es im Februar 2008 über 200.000 aktive Blogger, die ihre Wegblogs mehr oder weniger regelmäßig mit neuen Nachrichten füllen. Weltweit sind es sogar mehrere Millionen die
6 vgl. Schmidt, Jan (2006): Weblogs - Eine kommunikationssoziologische Studie. Konstanz: UVK, S. 13
7 Dahlmann, Don (2009): Wie sich der Journalismus durch Blogs, soziale Netzwerke und das Web 2.0 verändert. In: Diemand, Vanessa; Hochmuth, Uwe, Lindner, Christina und Weibel, Peter (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen. Hannover: Heise Verlag, S. 148
8 vgl. Dahlmann, Don (2009): Wie sich der Journalismus durch Blogs, soziale Netzwerke und das Web 2.0 verändert. In: Diemand, Vanessa; Hochmuth, Uwe, Lindner, Christina und Weibel, Peter (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen. Hannover: Heise Verlag, S. 149
9 vgl. Neuberger, Christoph in Hinse, Werner (2009): Ätsch, wir leben noch!, Journalist, 03/2009, DJV-NRW. S. 6
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Arbeit zitieren:
Benjamin Gust, 2009, Webblogs und ihr Einfluss auf den Journalismus von heute, München, GRIN Verlag GmbH
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Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
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