Manase Gensaku: „Wesentliche Punkte für ein langes Leben“
I. Allgemeine Abhandlung zur Lebenspflege S.4
II. Anweisungen S.7
1. Der Tagesablauf während der Jahreszeiten
2. Gymnastik und Massage
3. Der Alltag
4. Gefühle und Emotionen
5. Sehen, Hören, Lachen, Reden
6. Ausscheidung
7. Kleidung
8. Körperpflege
9. Weiße Haare und Nägel
III. Essen und Trinken S.19
1. Maßhalten
2. Ausgewogene Ernährung
3. Die täglichen Mahlzeiten
4. Achtsamkeit beim Essen und Trinken
5. Nahrungstabus
6. Monatsvorschriften
7. Achtsamkeit beim Trinken von Alkohol
8. Achtsamkeit beim Trinken von Tee
IV. Die Künste des Schlafgemachs S.28
1. Die Harmonie von Yin und Yang
2. Die Fleischeslust zügeln
3. Die Quelle der Essenz
4. Schlafzimmertabus
5. Verbotene Orte
6. Verbotene Zeiten
7. Kinder
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• Wenn man im Frühling spät zu Bett geht, früh aufsteht und viel herumspaziert, dann können Geist und Vitalkraft nicht zunehmen.
• Wenn man in den Sommernächten schnell aufsteht, kann sich die Vitalkraft zerstreuen; man darf sich nicht aufregen.
• Im Herbst früh zu Bett gehen und früh aufzustehen sammelt Geist und Vitalkraft.
• Im Winter soll man unbedingt zeitig zu Bett gehen und mit dem Aufstehen den Sonnenaufgang abwarten. Dies kann den Willen beruhigen.
• Wenn es im Sommer kalt und im Winter heiß ist, spricht man von einem „Missstand der Vitalkraft“ oder einer „üblen kosmischen Energie“. Geht man zu so einer Zeit ins Freie, trifft einen diese schlechte Energie und es kommt zu jahreszeitlichen Erkrankungen. Davor gilt es sich zu hüten.
• An extrem heißen Tagen darf man sich nicht der Sonne aussetzen. An kalten Stellen soll man sich nicht niedersetzen. An Orten an denen ein arg kalter Wind weht, soll man sich nicht aufhalten.
• Wenn es im Winter sehr kalt ist, soll man sich nicht draußen in der Kälte aufhalten. Auch soll das Holzkohlenfeuer nicht zu heiß sein; man soll nicht Schwitzen. • Plötzlicher starker Wind und Gewitter, egal ob im Winter oder Sommer, ebenso wie (unzeitige) Dunkelheit sind das Wirken diverser Drachen, Dämonen und Geister. Zu so einer Zeit darf man nicht ins Freie gehen oder sich dort aufhalten. Man gehe in sein Zimmer, schließe die Tür, entzünde etwas Räucherwerk und beruhige sein Gemüt.
• Wenn man morgens aufsteht und dabei mit dem linken Bein zuerst auf den Boden tritt, bedeutet dies großes Glück.
• Wenn man morgens aufsteht und sich den Mund spült, soll man zuerst mit ein wenig Salz die Zähne abreiben. Dann spuckt man aus und wäscht sich die Augen. Anschließend nehme man ein warmes Bad, wäscht das Gesicht und spült den Mund. Wenn man dauerhaft so verfährt, erreicht man ein hohes Alter, die Zähne bleiben fest, und die Augen bleiben klar. Es liegt ganz an den Menschen. Wenig Blut und schwache Augen sind nicht gut. Auch soll man beim Gesichtwaschen nicht ständig die Augen geöffnet haben; dadurch wird die Sehkraft geschädigt. Schließlich soll man den Mund nicht dauernd mit heißem Wasser ausspülen; so etwas schädigt die Zähne. • Morgens nach dem Aufstehen soll man sein Haar richten und es mit einem Kamm ruhig mehrere hundert male durchkämmen. Auch zu besonderen Anlässen soll man sein Haar richten. Dadurch wird (pathogener) Wind vertrieben, die Vitalkraft zirkuliert und die Augen bleiben klar.
• Wenn man morgens aufsteht, soll man nicht ärgerlich sein. • Wenn man morgens aufsteht, soll man kein Geld zählen. • Nach dem Aufstehen, mit nüchternem Magen, soll man keine Leiche sehen. Der Gestank könnte in die Nase dringen und dort wie Gift wirken. Wenn man dennoch einen Verstorbenen erblickt, soll man etwas Sake trinken und ihn dabei ansehen. • Wenn man am frühen Morgen mit leerem Magen nach draußen geht, soll man etwas frischen, über Kohlen gerösteten Ingwer essen. Nebel und Tau soll man sich nicht aussetzen. Durch das Essen von Reis und das Trinken von Sake können schädliche
Arbeit zitieren:
Dr. Julian Braun, 2010, Manase Gensaku (1549-1631): "Wesentliche Punkte für ein langes Leben" (Enju satsuyô), München, GRIN Verlag GmbH
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