Inhaltsverzeichnis
0) Einleitung 1
1) Einige kurze Punkte zur geschichtlichen Entwicklung der
Gespr ächsführung nach Rogers 1
2) Klientenzentrierte Beratung 2
3) Berater und Klient 5
3.1. Der Berater 5
3.1.1. Allgemeine Betrachtung 6
3.1.2. Die Persönlichkeitseigenschaften des Beraters 7
3.1.3. Einstellung und Werthaltung 9
3.2. Der Klient 10
4) Beziehung zwischen Berater und Klient 11
5) Praxisbsp.: „Krisenberatung Bielefeld - Hilfe für Suizidgefährdete 14
5.1. Entstehung und Finanzierung der Beratungsstelle 16
5.2. Schwerpunkte und Merkmale der Krisenberatung 16
6) Kernfragen unseres Interviews 19
6.1. Jugendliche 23
6.2. Menschen über 60 Jahren 24
6.3. Chronisch suizidale Klienten 25
6.4. Stärkung des Umfeldes und der Angehörigen 26
7) Persönliche Einschätzungen des Beraters zu folgenden Fragen 28
8) Resümee 29
Literaturverzeichnis 31
II
0) Einleitung
In der folgenden Arbeit möchten wir uns mit der Frage beschäftigen, welche Hilfemöglichkeiten gibt es für Suizidgefährdete Menschen und deren Angehörigen. Nach welchen Theorieansätzen arbeiten Beratungsstellen mit dem Schwerpunkt der Suizidalität. Im Ersten Teil werden wir uns mit den theoretischen Grundlagen der Klientenzentrierten Beratung auseinandersetzten. Dazu werden wir zunächst kurz auf die geschichtliche Entwicklung eingehen. Weiterhin werden wir die Beratungsmethode kurz erläutern, danach werden wir uns dem Berater, dem Klienten sowie dessen Beziehung untereinander widmen. Im Zweiten Teil unserer Arbeit werden wir unser Praxisbeispiel der Krisenberatung vorstellen. Der Anstoß zu dieser Arbeit liegt in unserem persönlichen Bekanntenkreis, und uns interessierten die Hilfemöglichkeiten für die Betroffenen.
1) Einige kurze Punkte zur geschichtlichen Entwicklung der Gesprächsführung nach Rogers ab 1940
Carl Rogers gründete um 1940 die klientenzentrierte Psychotherapie als eine neue klinisch-psychologische Forschungseinrichtung. Er geht davon aus, dass der Mensch über die Fähigkeit verfügt sich selbst, wie er ist und wie er sich verhält, zu verstehen und zu verändern. Diese Eigenschaft kann allerdings durch psychische oder physische Bedingungen beeinträchtigt werden (vgl. www.carlrogers.de).
1
Rogers theoretische Ansätze haben sich im Laufe der Zeit entwickelt. In der anfänglichen Zeit wurde sie als eine Form von Beratung und Psychotherapie verstanden. Sie wurde als „nicht-direktiv“ bezeichnet. Unter „nicht-direktiv“ versteht man die Phase in der er sich dagegen ausspricht, der ratsuchenden Person Ratschläge, Ermahnungen, Erklärungen und Interpretationen zu geben. Rogers stellt nicht das Problem in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit, sondern die Person als einmaliges Individuum. Da das Wort „nicht-direktiv“ das Missverständnis nahe legt, dies bedeute „nicht-aktiv“ zu sein, nannte er seinen Ansatz „klientenzentriert“ (vgl. Ruth Stieber). Der Begriff „Klient“ der statt „Patient“ verwendet wurde, sollte zeigen, dass es sich nicht um ein manipulatives oder medizinisches Modell handelte (vgl. www.carlrogers.de).
Der Hilfesuchende wurde als selbstverantwortlicher Klient gesehen. Nachdem sich die Erfahrung, Theoriebildung und Forschung erweiterten, wurde der Begriff der klientenzentrierten Therapie eingeführt.
Damit wollte man zeigen, dass sich die Therapie auf die innere Erfahrungswelt des Klienten abzielt.
Heute gilt sie neben der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie als eine der bekanntesten Formen der Psychotherapie. Seit 1965 ist diese Form der Therapie auch in Deutschland vertreten.
2. Klientenzentrierte Beratung
Rogers bezeichnet die Therapie als „klientenzentriert“, da sich die gesamte persönliche Situation des Klienten an der Erfahrungswelt des Klienten orientiert.
2
Dies nennt man auch „nicht-direktiv“, denn der Therapeut gibt dem Klienten keine Ratschläge und Deutungen, sondern überlässt dem Klienten die Initiative im Gesprächsverlauf. Rogers persönlichkeitstheoretische Begriffe beinhalten
Grundaussagen zum menschlichen Erleben und Verhalten. Nach diesen Begriffen entwickelten sich für jeden Menschen ganz individuelle Eigenschaften und Merkmale, welche in der klientenzentrierten Beratung Beachtung finden sollten. Nach Rogers ist der Mensch von Natur aus konstruktiv (aufbauend, unterstützend), sozial (lat. socius- gemeinsam, verbunden, zwischenmenschlich) und verantwortungsbewusst (gewissenhaft, pflichtbewusst, zuverlässig). Sobald der Mensch eine negative Erfahrung macht kommt es zum Verlust seiner Freiheit und Entwicklung. Im Weiteren gibt es eine Möglichkeit zur Selbstaktualisierung. Dies entsteht bei dem Aufbau einer Beziehung zu seinem Therapeuten, die durch Akzeptanz, emotionale Wärme und der Echtheit geprägt sein sollte. Ein abweichendes Verhalten bei einem Menschen ist ein Resultat aus neurotischen und unreifen Zuständen. Die eigentlichen Aufgaben des Menschen sind die
Selbstverwirklichung, Reife und Sozialisation (vgl. www.carlrogers.de). Das Modell des Beratungsprozesses nach Rogers geht von zwei ineinander greifenden Variablen aus. Dies sind die abhängigen und die unabhängigen. Das Realisieren bestimmter Bedingungen, die unabhängigen Variablen, kann bei dem Klienten bestimmte Entwicklung anregen, dies ist die abhängige Variable. Wenn man sich die Beraterischen Bedingungen anschaut, so ist zu erkennen, dass der Berater und der Klient einen Kontakt pflegen. Der Zustand ist durch die Inkongruenz, Verwundbarkeit und Ängstlichkeit geprägt. Der Berater nimmt im Gegenzug eine ruhige und neutrale Position ein.
3
„Nicht-direktive Therapie ist eine Bezeichnung für ein
psychotherapeutisches Verfahren, das sich von der Psychoanalyse dadurch unterscheidet, dass der Therapeut weder durch Deutungen noch durch suggestionsähnliche Maßnahmen im Gespräch eingreift, sondern durch neutrale und das Reden des Klienten erleichternde Maßnahmen die Voraussetzungen für die (verbale) Selbstanalyse des Klienten schafft, die insbesondere zu einem besserem
Selbstverständnis führen soll“ (vgl. Galuske 1998, S. 164).
Es stehen zwei Prinzipien im Vordergrund:
Die Beratung darf nicht direktiv erfolgen.
Im Zentrum steht die Person, nicht das Problem. (vgl. Galuske 1998, S. 166)
Das Verhalten des Therapeuten hat im Wesentlichen drei Merkmale:
positive Wertschätzung und emotionale Wärme
Authentizität (Glaubwürdigkeit gegenüber Patient), d.h. angewendet auf Personen bedeutet Authentizität, dass das Handeln einer Person nicht durch externe Einflüsse bestimmt wird, sondern aus der Person selbst stammt. Eine als authentisch bezeichnete Person wirkt besonders echt, das heißt, sie vermittelt ein Bild von sich, das beim Betrachter als real, urwüchsig, unverbogen, ungekünstelt wahrgenommen wird. Empathie (Einfühlungsvermögen), d.h.
4
man besitzt die Fähigkeit sich in die Rolle und Position eines anderen hineinzuversetzen und versucht, die Welt aus dessen Sicht zu sehen.
Außerdem wird darunter die Fähigkeit verstanden, auf andere Werthaltungen und Normen einzugehen, sie in die Person integrieren und neue soziale Rollen annehmen zu können
3) Berater und Klient
Als Kinderpsychologe gewann Rogers schon früh die Einsicht, dass autoritäre und dominante Verhaltensweisen des Therapeuten nur zu kurzfristigen und oberflächlichen Erfolgen führen. Also wendet er sich dem Konzept der „nicht-direktiven“ Therapie zu. Ziel ist es, es den Klienten zu ermöglichen, sein Problem selbst zu lösen uns sich angstfrei mit seinen abgewerteten Erfahrungen zu beschäftigen (vgl. Rogers 1972, S. 156ff.). Dieser Zustand kann nur geschaffen werden, wenn sich der Klient zunächst in einer angstfreien Atmosphäre seiner Erfahrungen bewusst wird.
Der äußere Rahmen wie die zeitliche Terminierung der Gesprächsintervalle sowie die Räumlichkeiten müssen stressfrei und angenehm gestaltet werden. An den Therapeuten werden besondere Anforderungen gestellt.
3.1. Der Berater
Die theoretische Grundlage der Beziehung vom Berater zum Klienten definiert sich wie folgt:
5
es ist eine sich ständig weiterentwickelnde Form einer zwischenmenschlichen Beziehung diese fördert Wachstum und Veränderung Voraussetzung hierfür ist, dass der Schwerpunkt auf dem Prozess der Beziehung liegt
6
Arbeit zitieren:
Silke Egemann, 2008, Zielgruppenspezifische Beratung: Konzepte und Erkundungen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Silke Egemann hat einen neuen Text hochgeladen
Boomwhackers im Kreis Das DrumCircle-Konzept mit Boomwhackers
Das DrumCircle-Konzept mit Boo...
Andreas von Hoff
Neuere Konzepte und Praxis systemischer Beratung
Reader zur systemischen Fachta...
Peter Bünder, Lilo Schmitz, Doris Krumpholz
Konzept zur Entwicklung integrierter Beratung
Integration systemischer Eleme...
Gregor Handler
Konzepte sozialpädagogischen Handelns
Ein Leitfaden für soziale Beru...
Karlheinz A. Geißler, Marianne Hege
0 Kommentare