Inhalt
1. Einleitung - 3 -
2. Definitionen/ Begriffsbestimmungen - 3 -
2.1 Definition Sozialisation - 3 -
2.2 Der Begriff Geschlecht - 4 -
3. Bestandsaufnahme - 4 -
3.1 Geschlechtersozialisation nach Freud - 5 -
3.2 Geschlechtersozialisation nach Hagemann-White - 5 -
3.3 Die Huston-Matrix - 5 -
3.4 Geschlechtersozialisation nach Parsons - 6 -
4. Positionierung - 6 -
5. Quellenangaben/ Literatur - 9 -
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1. Einleitung
Diese Seminararbeit/ Positionierung möchte ich an folgender Frage erarbeiten: Ist die Sozialisation eines Menschen vorbestimmt durch sein biologisches Geschlecht? Ich wählte dieses Thema aufgrund persönlichen Interesses, da ich mich mit Fragen zu dieser Diskussion schon lange Zeit vor meinem Studium beschäftigte und diese Diskussion meiner Meinung nach immer noch aktuell ist, da nicht endgültig geklärt und von gesellschaftlichem Interesse.
Zu diesem Thema lässt sich sicherlich auf zahlreichen Fachgebieten diskutieren, z.B.: Medizin, Biologie, Psychologie, Erziehungswissenschaft, Philosophie, Sexualwissenschaft etc. Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll seminarentsprechend in der Soziologie liegen, wobei ich Aspekte aus anderen Fachgebieten nicht gänzlich außer Acht lassen möchte, da sie zur Klärung der Frage ineinandergreifen müssen. Dabei habe ich mich im Rahmen dieser Arbeit auf jene beschränkt, die meines Erachtens für meine Positionierung wichtig sind. „Die Frage, welche Bedeutung der Geschlechtszugehörigkeit im Kontext der Sozialisation (…) beigemessen werden muss, lässt sich nicht unstrittig empirisch beantworten, sondern ist (…) davon abhängig, wie das Menschenbild beschaffen ist, das jemand seinen theoretischen Erwägungen zugrunde legt, welche Theoriebezüge jemand für sinnvoll und überzeugend hält und wie jemand (…) die Wirkung von Geschlecht und Geschlechterdifferenz überhaupt einschätzt.“ (Barbara Rendtorff in Bilden, Dausien (Hrsg.), Sozialisation und Geschlecht, 2006, S. 89)
In diesem Sinne werde ich zu Beginn die Begriffe Sozialisation und Geschlecht so beschreiben, wie ich sie verstehe und wie ich sie für diese Arbeit benötige um dann die Beziehung dieser Begriffe zueinander herzustellen.
2. Definitionen/ Begriffsbestimmungen
2.1 Definition Sozialisation
„Sozialisation ist ein zusammenfassender Begriff für den Prozess der Vermittlung und Einübung der Werte, Normen und Techniken einer Gesellschaft, mit dem Ziel der Erlernung spezifischer Rollen bzw. Verhaltensweisen in einer Gesellschaft. (…)“ (Das Bertelsmann
Lexikon, Band 20, Lexikografisches Institut München, 1998, S. 9147) Diese Definition aus einem Lexikon ist sicherlich kompakt und wird dem großen Feld der Soziologie nicht ganz gerecht, was an der Formulierung „zusammenfassender Begriff“ auch zu erkennen ist. Sie reicht mir auch nicht ganz aus, bringt aber sehr treffend auf den Punkt, dass es bei der Sozialisation v.a. um das Erlernen von Werten, Normen und Verhaltensweisen
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geht und weniger bzw. gar nicht um die biologische Veranlagung, also Vorbestimmtheit, eines Individuums. In wissenschaftlicher Literatur und Lehrbüchern werden die Definitionen weiter gefasst und diskutiert. Hierzu möchte ich einen für mich wichtigen Auszug hier aufführen.
„Sozialisation wendet sich gegen eine biologistische Auffassung menschlicher Entwicklung und gegen eine Determinierung durch „Anlage“ und „Reifung“. Dennoch muss jede Sozialisationstheorie systematisch berücksichtigen, dass der Mensch ein biologisches Wesen ist.“ (Peter Zimmermann, Grundwissen Sozialisation, 3. Auflage 2006, S. 12) Hier findet sich bereits ein wichtiger Kritikpunkt. Die biologischen Aspekte bei der Reifung einer Persönlichkeit werden in den Sozialisationstheorien oftmals außer Acht gelassen (vgl. Lenz, Michael; 1999, S. 10). Doch genau diese Frage, nämlich inwiefern die biologischen Anlagen tatsächlich bei der Sozialisation eine Rolle spielen, oder ob jeder Mensch ausschließlich von Erfahrungen, durch Lernen und von der Gesellschaft geformt wird, ist noch immer strittig und konnte nicht geklärt werden.
2.2 Der Begriff Geschlecht
Längst lässt sich Geschlecht nicht mehr klar in männlich und weiblich in jeglicher Hinsicht klar abgrenzen. Das Geschlecht lässt sich unterscheiden als Chromosomengeschlecht, Keimdrüsengeschlecht, morphologisches Geschlecht, Hormongeschlecht und nach geschlechtstypischen Besonderheiten des Gehirns. (vgl. Hagemann-White, 1984, S. 33f)
„Das Geschlecht ist ein zu komplexes und umfassendes Phänomen, um als unabhängige Variable bei dieser Art Forschung genommen zu werden.“ (Hagemann-White, 1984, S. 39) Nach diesen Feststellungen, dass wir Geschlecht inzwischen sehr diffus bezeichnen können, möchte ich in Anbetracht des Rahmens dieser Arbeit und um meinen Standpunkt deutlich zu machen mich trotzdem auf die Kategorisierung von „männlich“ und „weiblich“ beschränken.
3. Bestandsaufnahme
Ausführliche Bestandsaufnahmen zur Forschung über Geschlechtsunterschiede aus psychologischer, biologischer und soziologischer Sicht fand ich vor allem von Klaus-Jürgen Tillmann und Carol Hagemannn-White. Sie beide legen Ergebnisse vor, die zeigen, dass biologisch begründetes geschlechtstypisches Verhalten nicht bewiesen wurde. Jedoch wird angemerkt, dass es ausreichend Forschungsbelege über das Verhältnis von Hormonen zu aggressivem Verhalten gibt. Aber auch hierfür macht Hagemann-White das Gesellschaftsverhalten verantwortlich, da Aggression unterschiedlich interpretiert wird. (vgl. Zimmermann, 2006, S. 183)
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Arbeit zitieren:
Sabrina Gavars, 2010, Sozialisation und Geschlecht, München, GRIN Verlag GmbH
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