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1. Einleitung
Wenn man sich mit der Geographie eines Landes beschäftigen möchte, was wir nun im Rahmen des Hauptseminars und der anschließenden Großen Exkursion Finnland machen werden, muss man sich natürlich erst einmal konkret mit den gegebenen Voraussetzungen vertraut machen. Die vorliegende Arbeit will dazu beitragen, die Geomorphologie Finnlands, welche entscheidend durch die eiszeitliche Landformung geprägt ist, grundlegend kennen zu lernen und dabei die einzelnen Phasen, Prozesse und den Formenschatz näher beleuchten.
Die eiszeitliche Landformung in Finnland begann mit der Weichseleiszeit vor ungefähr 70.000 Jahren und ist bis heute noch immer nicht ganz abgeschlossen - die Gründe hierfür werde ich im Folgenden genauer betrachten.
Zur besseren Orientierung bei der Lektüre sei auf die Finnlandkarte hingewiesen (Abb. 1).
2. Eiszeitliche Landformung
Die eiszeitliche Landformung Finnlands geht überwiegend auf die jüngste Kaltzeit des Pleistozäns zurück, die Weichseleiszeit. Diese erstreckte sich von circa 115.000 v.h. bis ungefähr 10.000 v.h., war jedoch nicht homogen, sondern besaß, je nach Klimaentwicklung, einige Vorstöße und Rückschmelzstadien, was sich auch im Formenschatz ausdrückt.
Für die eiszeitliche Landformung Finnlands war besonders der letzte eiszeitliche Vorstoß, das Salpausselkä Stadium, wichtig. Dieser Vorstoß folgte auf das Brandenburger, Frankfurter und Pommersche Stadium. Während des Salpausselkä Stadiums verweilte die Eismasse für ungefähr 1000 Jahre und hinterließ in Südfinnland eine beeindruckende Endmoränenlandschaft, auf die ich im weiteren Verlauf nochmals genauer eingehen werde.
Während des Hochglazials hatte sich über gesamt Finnland eine zusammenhängende Eismasse gebildet. Sie bedeckte eine Gesamtfläche von über 30 Millionen km², was dem dreifachen der heutigen Gesamteisbedeckung der Erde entspricht. Im Zentrum erreichte die Eismasse Mächtigkeiten von bis zu 3000m, in der Peripherie von ungefähr 1000m. Dieses Inlandeis erstreckte sich im Westen bis zum jütischen Landrücken und im Süden bis nach Norddeutschland, bedeckte also gesamt Finnland. [vgl. KAISER 1993]
2.1. Eiszeitliche Landformung des Vereisungszentrums
Als Vereisungszentrum wird das Gebiet bezeichnet, von dem aus sich Gletscher in Kaltzeiten ausdehnen und wohin sie sich in Warmzeiten zurückziehen. Zu den Vereisungszentren im Pleistozän gehörten die Alpen, die Britischen Inseln und eben Nordskandinavien mit dem nordischen Inlandeis. Aufgrund der dort herrschenden größten Eisdicke sind Eislast und Eisdruck am höchsten. Es ist damit das Gebiet mit der größten Glazialerosion. Im Vereisungszentrum finden verschiedenste Formen der Glazialerosion statt, je nach Angriffsfläche in der Form von Exaration, Detersion und Detraktion.
2.1.1. Tunturi
In Finnland werden die für die Region Lappland typischen Berge als Tunturi bezeichnet. Es handelt sich hierbei um runde Inselberge, die sich aus der ansonsten flachen Umgebung erheben. Die Berge in Finnisch-Lappland erreichen Höhen zwischen 400 und 800 Metern, wobei die oberen Bereiche über der Baumgrenze liegen. Die Berge in Lappland stellen Überreste des vor zwei Milliarden Jahren entstandenen Gebirges der Kareliden dar, die durch die Gletschermassen der Eiszeitalter abgeschliffen wurden. Durch die sehr starken Erosionskräfte in Nordfinnland entstand eine relative Reliefarmut. In der nordfinnischen Flachlandschaft sind durch das Inlandeis verschiedene Restberge von einstigen Gebirgen herausmodelliert worden. Hierzu gehören unter anderem der Pyhötunturi (658m), Ounastunturi (738m) und der Pallastunturi (821m, siehe Abb. 2). Das finnische Wort tunturi ist übrigens synonym zum norwegischen Fjell bzw. schwedischen Fjäll [vgl. LESER 1997].
Arbeit zitieren:
Philipp Köppe, 2010, Eiszeitliche Landformung in Finnland: Phasen, Prozesse und Formenschatz, München, GRIN Verlag GmbH
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