Inhalt
1. Einleitung
2. Theologie des Gemeindeaufbaus nach Schwarz
2.1. Das Konzept von Kirche bei Schwarz
2.2. Unterscheidung von Ekklesia und Volkskirche
2.2.1. Umgang mit dem sogenannten Randchristentum
2.2.2. Ekklesia als ein Ort der Gemeinschaft
2.2.3. Begründung von Institution
2.3. Die Aufgabe der Ekklesia in der Kirche
2.4. Die Aufgabe der Kirche für die Ekklesia
2.5. Die Aufgabe der Theologie
2.6. Gemeindeleben in der Ekklesia
2.6.1. Evangelisation als Urdatum der Ekklesia
2.6.2. Die Aufgabe des Heiligen Geistes und Gemeinschaft
2.6.3. Der Pfarrer
3. Die Theologie des Gemeindeaufbaus in der Diskussion
3.1. Gemeindeaufbau jenseits der Alternative von Volkskirche und
Ekklesia. Zum Gespräch mit der „Theologie des
Gemeindeaufbaus “ von Fritz und Christian A. Schwarz (Christian
M öller)
Verbundenheitsmodell Volkskirche
3.1.1.
„Überschaubare Gemeinde“
3.1.2.
3.1.3. Gemeindeaufbau als ganzheitlicher Gottesdienst
3.2. Theologie des Gemeindeaufbaus. Eine kritische
Auseinandersetzung mit Fritz und Christian Schwarz (Ako
Haarbeck )
3.3. Welche Interessen bestimmen die Kritik? Zehn Einwände
gegen die „Theologie des Gemeindeaufbaus“ und zehn Rückfragen
(Christian Schwarz)
3.3.1. Subjektivismus
3.3.2. Geringschätzung von Wort und Sakrament 3.3.3. Machbarkeit des Gemeindeaufbaus 3.3.4. Ideologisierung eines Programms Aufrichtung von Grenzen 3.3.5. 3.3.6. 3.3.7. Institutionsfeindlichkeit 3.3.8. Mißachtung des Kirchenvorstandes 3.3.9. Vermischung von Heil und Wohl 3.3.10. Simplifizierung 4. Kritische Würdigung
1. Einleitung
Die „Theologie des Gemeindeaufbaus“ von Fritz und Christian A. Schwarz ist ein eines Konzept des missionarischen Gemeindeaufbaus innerhalb der Volkskirche. Die Autoren Schwarz bezeichnen es selber als einen Versuch eines Konzeptes. Es ist ein Konzept der „überschaubaren Gemeinde“ aus dem das der natürlichen Gemeindeentwicklung entspringt. Folgende Arbeit soll sich mit diesem Konzept des Gemeindeaufbaus in seinen Grundzügen beschäftigen und dann einige Anfragen und Teile der Diskussion darstellen, die das Konzept mit sich geführt hat. Das hier vorgestellte Buch „Theologie des Gemeindeaufbaus“ wurde von Fritz und Christian Schwarz geschrieben. In der Wiedergabe der Gedanken wird der Einfachheit halber nur vom Autor Schwarz in der Einzahl die Rede sein. Es seien aber immer beide mitgedacht.
2. Theologie des Gemeindeaufbaus nach Schwarz
2.1. Das Konzept von Kirche bei Schwarz
Im Mittelpunkt der Gemeinde steht die Faszination über Jesus Christus, der das Subjekt der Gemeinde ist und auf den sich Gemeinde gründet. Seinetwegen macht Gemeindeaufbau erst Sinn. Der Maßstab für Gemeindeaufbau ist die neutestamentliche Gemeinde. Da aber die neutestamentlichen Ordnungen und Strukturen sich von denen der heutigen Kirche sich unterschieden, kann man sie nicht wieder herstellen und so auch nicht unverändert übernehmen. Die Autoren Schwarz entnehmen dem Vorbild der Gemeinde Glauben, Gemeinschaft und Dienst als Bestandteile der Ekklesia.
2.2. Unterscheidung von Ekklesia und Volkskirche
Schwarz reißt in der Einleitung verschiedene Entwürfe von Kirche und Gemeindeaufbau an, sagt aber, dass diese verschiedenen Ansätze seien ein Verwirrspiel seien, das sich aus der Identifikation von Kirche mit Ekklesia ergebe (vgl. Schwarz 1984, 61). Der Gemeindeaufbau erkranke daran, dass nicht mehr eindeutig definiert sei, was Gemeinde ist. Da die Kirche als Institution nämlich schon vorhanden ist, kann man nicht mehr von Gemeindeaufbau sprechen, sondern nur von Verlebendigung und Neustrukturierung. Gegen diese Art von Gemeindeaufbau spricht sich Schwarz aus. Da nämlich die Kirche schon existiert, sei ein
Gemeindeaufbau nicht mehr notwendig, sondern nur noch Stabilisierung der schon bestehenden Kirche. Aufgebaut werden könne nämlich nur etwas, das noch nicht existiert. Für Schwarz ergibt sich aus diesem Dilemma eine einfache Lösung: er fordert, die Phantasie über bestehende Verhältnisse zu lösen (vgl. ibid., 19) und unterscheidet zwischen Kirche als Institution und der neutestamentlich verstandenen Ekklesia (vgl. ibid., 32). Dabei möchte Schwarz nicht die Kirche als Institution schlecht machen, sondern ihr nur den richtigen Platz zuweisen. Kirche als Institution entspreche nämlich nicht dem neutestamentlichen Verständnis von Ekklesia. Diese könne aber in der Kirche entstehen, die Menschen die notwendigen Rahmenbedingungen bietet, Ekklesia als Gemeinde zu bauen. Das Problem und Missverständnis der Kirche sei nicht das Schaffen von Institutionen, sondern die Identifizierung dieser mit der Ekklesia. Die daraus folgenden positiven Erträge seien hier kurz dargestellt:
2.2.1. Umgang mit dem sogenannten Randchristentum
Die Frage nach den Randchristen in der Kirche ist auf diese Weise leicht gelöst. Schwarz zeigt die Problematik des sogenannten Randchristentums innerhalb der Volkskirche auf. Er verweist auf Kretzschmar, der sagt, dass Christsein nicht unbedingt mit kirchlichem Handeln identisch sei, aber die Kirche durch Amtshandlungen ihr Gemeindebewusstsein ansprechen könne. Kretzschmar unterscheidet zwischen Kern- Traditions- und Randgemeinde und sieht in den Amtshandlungen die Chance, Glieder wieder für die Kirche zu gewinnen. Diese Vorstellung widerstrebt Schwarz, denn er sagt, dass Gemeindebildung die Urfunktion des Glaubens ist, und wenn es Glieder gebe, die nicht wirklich glauben, würde genau diese von ihm so fest geglaubte Urfunktion bestritten werden. Diesen Sachverhalt kritisiert Schwarz, indem er sagt, Gemeinde nehme ihre Urfunktion nicht mehr wahr und sei stattdessen zu solidarisch mit seinen Randgliedern. Durch diese Solidarität sieht Schwarz die Grenzen zwischen Glauben und Unglauben verschwinden. Um nämlich vom Unglauben in den Glauben zu rufen und verkünden, was ja die Aufgabe der Ekklesia ist, muss klar sein, was Glaube, und was Unglaube ist. Dabei räumt Schwarz auch ein, dass die Grenze nicht unbedingt sichtbar ist, wohl aber an ihr festgehalten werden muss (vgl. ibid., 41). Gegen den Vorwurf, dass mit dieser Grenze Menschen der Glaube abgesprochen werden und ihnen somit Unrecht getan werden kann, meint Schwarz, dass den Menschen noch mehr Unrecht getan
werden kann und man sie nicht ernst nimmt, indem man ihnen nicht nachgeht, sondern ihnen den Status des Randchristen zugesteht und sich nicht weiter kümmert. Es ist also die Aufgabe der Ekklesia nicht darauf hinzuarbeiten, zu predigen und zu beten, dass Menschen zum Glauben kommen (vgl. ibid., 45). Der Ruf zum Glauben provoziert die Grenze zwischen Glauben und Unglauben und wenn es diese Unterscheidung nicht gibt, bleibt auch der Ruf zum Glauben, also die Verkündigung des Evangeliums, aus. Das Neue Testament macht nämlich die Grenzen zwischen Glauben und Unglauben sehr deutlich und die Kirche vermischt ihre institutionellen Interessen mit theologischen Erwägungen, was zu einem Durcheinander führt (vgl. ibid., 43). Den Lösungsansatz der Volkskirche, nämlich Unterscheidung zwischen sichtbarer und unsichtbarer Kirche erscheint auf den ersten Blick wie Schwarz‘ Ansatz, ist nach Schwarz aber ganz anders und nicht im neutestamentlichen Sinn. Letztendlich ist die Lösung für Schwarz des Problems der Rand- und Traditionsglieder der Gemeinde mit der Trennung von Kirche und Ekklesia einfach. Für die Kirche ist eine Unterscheidung von Kern-, Rand- und Traditionsgliedern zulässig, hat doch jede Institution Mitläufer und „Karteileichen“, die Ekklesia kann aber solche Randglieder nicht haben, da eine passive Mitgliedschaft am Leib Christi nicht möglich ist, jedes passive Glied wäre ein totes Glied (und somit abzutrennen?) (vgl. ibid., 50). Durch die Trennung von Volkskirche und Ekklesia allerdings ist es kein Problem mehr, wenn in der Volkskirche auch Nichtchristen Randglieder sind, solange sie sich nicht als Ekklesia versteht und nicht versucht, ihr institutionelles Eigeninteresse theologisch zu begründen.
2.2.2. Ekklesia als ein Ort der Gemeinschaft
Ein weiterer Vorteil aus der Trennung von Kirche und Ekklesia ist, dass es kein Privatchristentum mehr gibt (vgl. ibid., 35), sondern nur noch personale Gemeinschaft mit Jesus und den Geschwistern. Die lutherische Vorstellung von Kirche, nämlich Sakramentsverwaltung und Evangeliumsverkündigung reichen nicht für das Verständnis von Schwarz von Ekklesia aus, sondern die lebendige Gemeinschaft von glaubenden Christen ist notwendig.
2.2.3. Begründung von Institution
Institutionen haben ihren Sinn und müssen nicht ständig theologisch begründet werden. Die Kirche ist dazu da, um der Ekklesia zu dienen, sie ist also ein Mittel
Arbeit zitieren:
Jessica Schultka, 2009, Die Theologie des Gemeindeaufbaus nach Christian und Fritz Schwarz in der Diskussion, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jessica Schultka hat einen neuen Text hochgeladen
A Zimmermann
Hochschule und Schule in der internationalen Diskussion
Chancen und Risiken neuer Entw...
Olga Graumann, Mikhail Pevzner, Margitta Rudolph, Irena Diel
The Moses of Rovno: The Stirring Story of Fritz Graebe, a German Chris...
Douglas K. Huneke, Harold M. Schulweis
0 Kommentare