Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Exegese: Das Lukasevangelium - Stil, Inhalt und Aufbau 4
3 Der barmherzige Samariter. 5
3.1 Inhalt und Bedeutung der einzelnen Personen. 5
3.1.1 Exkurs: Samaritaner 6
3.2 Einordnung des Textes 6
3.3 Wirkungsgeschichte 7
3.4 Kommentare zu den einzelnen Versen 10
3.4.1 Das Schulgespräch I 10
3.4.2 Die Beispielerzählung. 11
3.4.3 Das Schulgespräch II 13
3.5 Elementare Strukturen 14
4 Nächstenliebe - Definition 16
4.1 Die Frage nach dem Nächsten. 17
5 Methodische und didaktische Vorgehensweisen. 18
Literaturverzeichnis. 20
2
1 Einleitung
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ist wohl eines der bekanntesten in der Bibel. Darin werden viele christliche Elemente verbunden. Vor allem wird das Gebot der Nächstenliebe konkretisiert. So verdeutlicht das Gleichnis, dass Nächstenliebe in Verbindung mit Gottesliebe nötig ist, um das ewige Leben zu erlangen. Es regt zum Nachdenken und gleichzeitig zum Handeln an.
Zu Beginn meiner Arbeit möchte ich kurz auf das Lukasevangelium - auf Stil, Inhalt und Aufbau eingehen und mich dann im weiteren Verlauf dem „Gleichnis des barmherzigen Samariters“ widmen. Dabei möchte ich zu Beginn kurz den Inhalt des Gleichnisses wiedergeben, um einen knappen Überblick zu schaffen. Gleichzeitig sollen an dieser Stelle wesentliche Charakterzüge und Bedeutungen der Personen beleuchtet werden.
Im Weiteren möchte ich näher auf die Einordnung des Textes und dessen Wirkungsgeschichte eingehen. Es soll deutlich werden, welche Deutungsvarianten es gibt und wie sich diese über die Jahre verändert bzw. konkretisiert haben.
Daran schließt sich das Kommentieren der einzelnen Verse sowie das Herausarbeiten der einzelnen elementaren Strukturen an.
Der zweite Themenkomplex der Arbeit befasst sich mit der Nächstenliebe als wesentlichem Element der Beispielerzählung.
Sicherlich gilt es hier vor allem die Frage nach dem Nächsten zu klären, da das Erkennen des Nächsten besonders wichtig ist um dem Hauptgebot Folge leisten zu können.
Daran anschließend möchte ich noch auf einige methodische und didaktische Vorgehensweisen eingehen, die den Schülern sowohl den Umgang mit dem Gleichnis als auch das Verständnis erleichtern sollen. Denn auch unter diesem Punkt sind das Verständnis der Nächstenliebe und die dahinter steckende Intention von großer Bedeutung, um das Gleichnis im christlichen Sinn deuten und verstehen zu können.
Abschließend möchte ich in einem Fazit meine eigene, persönliche Meinung zu diesem Gleichnis zu Papier bringen. Dabei werde ich die Thematik zusammenfassend darstellen und meine eigene Wertung einbringen.
3
2 Exegese: Das Lukasevangelium - Stil, Inhalt und Aufbau
Mit großer Sicherheit hat der Verfasser des Lukasevangeliums sowohl das Markusevangelium als auch eine weitere Quelle, die so genannte Logienquelle oder einfach Q, genutzt. Diese hat ebenfalls Matthäus vorgelegen. Dieses Material wird überwiegend und in verschiedenen Blöcken in den Markusaufriss eingefügt.
Vor allem Lukas zeigt einige Übereinstimmungen mit Markus. So hat dieser das Grundgerüst der Evangelienerzählung und weitgehend auch die Reihenfolge der Stoffe übernommen.
Weiterhin findet man im Lukasevangelium das „Sondergut“, eine Überlieferung aus verschiedenen Texten, die bei Lukas einmalig sind, das heißt in keinem anderen synoptischen Evangelium in ähnlicher Form vorkommen. Zu diesem Sondergut gehören die Texte am Anfang und Ende des Evangeliums und weitere Einfügungen in die geschaffenen Einschaltungen innerhalb des Markusaufrisses.
Von 9,51-18,14 greift Lukas fast ausschließlich auf die Logienquelle und das Sondergut zurück. Dieser Textabschnitt wird als „große Einschaltung“ bezeichnet. Die Passage von 6,20-8,3 wird hingegen „kleine Einschaltung“ genannt.
Auffallend ist, dass der Verfasser auf einen sehr plausiblen Stil achtet. Bei der Übernahme von anderen Texten, vorrangig aus dem Markusevangelium, lässt sich erkennen, dass er meist Einleitungen zum besseren Verständnis nutzt. Das Material aus der Logienquelle wird ebenfalls durch kurze Einfügungen und Bemerkungen leichter verständlich gemacht.
Im Lukasevangelium kommt eine besondere „Kunst des Erzählens“ 1 zum Tragen, die vor allem im Sondergut erkennbar ist. Die eindrucksvollsten Erzählungen des Neuen Testaments sind die lukanische Vorgeschichte (1-2) und die Emmauserzählung (24, 13-35).
Die bekanntesten Gleichnisse lassen sich im Sondergut des Lukasevangeliums finden: Das „Gleichnis vom barmherzigen Samariter“ (10,25-37), das „Gleichnis vom verlorenen Sohn“ (15,11-32) oder auch „Der reiche Mann und der arme Lazarus“ (16,19-31). 2
Es wird im gesamten Verlauf des Lukasevangeliums eine angemessene Terminologie angewandt und gleichzeitig wird an vielen Stellen der Stil der Texte variiert. Der wichtigste Einfluss auf eben diesen Stil geht von der Septuaginta, also der griechischen Übersetzung des Alten Testaments und gleichzeitig dem von dieser Übersetzung geprägte Schrifttum des Frühjudentums aus. 3
1 vgl. Bormann, L.: Bibelkunde: Altes und Neues Testament. 1. Auflage, Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht,
2005, S.186
2 vgl. Bormann, L.: Bibelkunde: Altes und Neues Testament. 1. Auflage, Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht,
2005, S. 185
3 ebd.
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3 Der barmherzige Samariter
3.1 Inhalt und Bedeutung der einzelnen Personen
Das „Gleichnis vom barmherzigen Samariter“ ist eine kurze, erfundene Geschichte, die jedoch auf viele Bereiche des Lebens zu übertragen ist. Dies ist wohl ein Grund dafür, dass dieses Gleichnis eines der bekanntesten der Bibel ist.
Schauplatz der Geschichte ist eine lange Straße, die von Jerusalem nach Jericho führt. Genau dort wurde ein Mann überfallen. Seine Kleider wurden ihm geraubt und gleichzeitig wurde er misshandelt und letztlich halbtot und völlig hilflos auf der Straße liegen gelassen. Der Verletzte ist „irgendein Mensch“, nähere Informationen bleiben auch hier aus; es ist für den Handlungsverlauf unwichtig, um welche Person es sich handelt.
Zwei Personen, die der „offiziellen religiösen Kultwelt des Judentums“ 4 angehören, nämlich ein Priester und ein Levit, die beide ihren Dienst getan haben und daher auf dem Heimweg sind, kommen nacheinander am verwundeten Mann vorbei. Beide lassen den schwer verletzten Mann liegen ohne ihm zu helfen. 5
Schließlich kommt ein dritter Mann vorbei, dieses Mal ein Samariter. Die Tatsache, dass Lukas an dieser Stelle einen Samariter wählt, lässt darauf schließen, dass er auf die Probleme innerhalb seiner Gemeinde aufmerksam machen möchte. Diese hat sich in der hellenistischen Welt etabliert und ist multikulturell geprägt, was nicht selten zu Spannungen führt.
Lukas möchte wahrscheinlich zeigen, dass es nicht auf die Herkunft oder Religion eines Menschen ankommt, sondern vielmehr darauf, anderen zu helfen und somit die Nachfolge Jesu anzutreten und nach seinem Vorbild zu handeln. Das Beispiel des Samariters soll dies konkretisieren. Er soll Vorbild für andere Menschen sein.
Obwohl nämlich eine tiefe Feindschaft zwischen Juden und Samaritern besteht, hilft der Samariter dem Verletzten (dazu mehr unter Punkt 3.1.1). Er empfindet Mitleid und vergisst dabei die kulturellen Spannungen. Sie treten komplett in den Hintergrund. Vielmehr scheint es, als würde der Hass zwischen ihnen durch die Hilfsbedürftigkeit schwinden.
Zuletzt unterstützt der Samariter den Mann, indem er ihn auf seinem Reittier zu einer Herberge bringt, ihm sogar seine Übernachtung bezahlt und den Wirt vielmehr noch mit der weiteren Beherbergung des Mannes beauftragt.
Letztlich ist es sicherlich auch wichtig zu erwähnen, dass dieses Gleichnis in einen Disput zwischen Jesus und einem Gesetzeskundigen eingebettet ist. So möchte letzterer nämlich wissen, was denn
4 vgl. Niehl, Franz W.: Leben lernen mit der Bibel. Der Textkommentar zu Meine Schulbibel. München: Kösel,
2003, S. 202
5 ebd.
5
erforderlich sei, um das ewige Leben zu erlangen. Jesus erzählt ihm daraufhin das Gleichnis mit der Aufforderung, Gottes- und Nächstenliebe zu verbinden und dem Beispiel des Samariters zu folgen. 6
3.1.1 Exkurs: Samaritaner
Die Samaritaner bilden eine eigene Religionsgemeinschaft, die, wie das Judentum, aus dem Volk Israel hervorgegangen ist. Für diese Samaritaner waren die prophetischen Bücher der Juden nicht von Bedeutung. Sie waren der Auffassung, dass sich die Juden, die Abkömmlinge des Südreiches, von der alten israelitischen Gottesvorstellung wegentwickelt hätten, insbesondere während des Babylonischen Exils. Die Samaritaner warfen den Juden vor, sie hätten dem Gott Israels menschliche Eigenschaften zugeordnet (prophetische Bücher des AT). Damit hätten sie sich ein Bild von Gott gemacht und sie würden gegen die Gebote Gottes verstoßen. Diese Differenzen führen zu einer tiefen Feindschaft zwischen den beiden Gruppen, die aufgrund verschiedener Auslegungen unüberbrückbar erscheint. 7
3.2 Einordnung des Textes
Formgeschichtlich wird Lk 10,30-37 in der Regel als Beispielerzählung, im Ausnahmefall auch als Parabel identifiziert.
Sie ist sehr leicht zugänglich und hat sich deshalb wohl als eine der bekanntesten biblischen Geschichten erwiesen, was auch der künstlerische Umgang mit ihr belegt.
Es handelt sich nicht um eine Geschichte, die gedeutet und übertragen werden muss, auch wenn sie natürlich über die Handlung hinaus auf mehr hinweist und für mehr stehen soll. Die Aufforderung “tu’ desgleichen” (Vers 37) beschränkt sich nicht darauf, bei nächster Gelegenheit auf dem (bis heute) gefährlichen Weg von Jerusalem nach Jericho auf einen Verwundeten am Straßenrand zu achten, sondern zielt umfassender darauf, die Frage nach dem Nächsten aus der Opferperspektive zu bestimmen. 8
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter erzählt eine kurze erfundene und dennoch lebensnahe Geschichte, die eine möglicherweise alltägliche Wahrheit enthält. Sie hat das Ziel, den Hörer zu überreden und emotional anzusprechen.
Für die Frage der Funktion des Textes ist zudem die Beobachtung wichtig, dass er der Abschluss einer „Nachfrage und Begriffsdefinition“ ist, der Frage nach dem ewigen Leben- und, dass er eben mahnenden Charakter hat. 9
6 vgl. Niehl, Franz W.: Leben lernen mit der Bibel. Der Textkommentar zu Meine Schulbibel. München: Kösel,
2003, S. 202
7 vgl. Klein, H.: Das Lukasevangelium. Kritisch-exegetischer Kommentar über das Neue Testament. Meyers
Kommentar Band 1/3. Vandenhoeck Ruprecht, 10. Auflage, Göttingen 2006, S.364
8 ebd.
9 vgl. Niehl, Franz W.: Leben lernen mit der Bibel. Der Textkommenter zu Meine Schulbibel. München: Kösel,
2003, S. 202
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Arbeit zitieren:
Nadine Anton, 2008, Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10, 25-37) als Veranschaulichung und Konkretition der Nächstenliebe, München, GRIN Verlag GmbH
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EinFach Religion. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,1-3. 11-32)
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