Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung - 3 -
2 Zur Geschichte des künstlichen Menschen der Literatur - 3 -
3 Mälzels Schachtürke und Edgar Allan Poe. - 5 -
3.1 Geschichtliche Hintergründe - 5 -
4 Das Automatenmotiv bei E. T. A. Hoffmann: „Die Automate“ - 7 -
5 Das Verhältnis zwischen E.T.A. Hoffmann und Edgar Allan Poe - 12 -
6 Schlussfolgerung. - 13 -
7 Literaturverzeichnis. - 16 -
Prim ärliteratur: - 16 -
Sekund ärliteratur: - 16 -
- 2 -
1 Einleitung
Der Traum den Menschen zu kopieren ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst.SchoninderAntikefindetmanGeschichtenvonkünstlichenMenschen,wie diedesPrometheus,aufdiespäterMaryShelleyimTitelihresWerksFrankenstein or the Modern Prometheus Bezug nimmt. Bis zur Renaissance wurden künstliche Menschen noch aus natürlichen Materialien geformt und von Götterhand oder durch einen Zauber belebt. Im Zeitalter der Aufklärung und der Industriellen Revolution aber erweckten mechanische Konstruktionen und der Gedanke an künstliche Intelligenz das Interesse von Autoren und Lesern. Technische ErrungenschaftenwiezumBeispieldieDampfmaschinebegeistertendieMenschen auf der ganzen Welt. Durch die Erforschung der Naturgesetze wurde die Natur entmystifiziert und erschien plötzlich beherrschbar. Der Gottgedanke rückte in greifbare Nähe, einen Menschen oder zumindest eine täuschend echte Kopie zu schaffenschienkeineUtopiemehr.
VieleAutoren,diedieseThematikinihrenWerkenverwenden,blickentrotz
allerFaszinationaberauchaufdieSchattenseitendieserMedaille.Zuihnengehört ErnstTheodorAmadeusHoffmann,derdieThematikderMenschenmaschinenvor allem im „Sandmann“ von 1817, und in „Die Automate“ von 1819, auf die ich an spätererStellenähereingehenmöchte,verarbeitet.
Einen sehr sachlichen, analytischen Ansatz finden wir in Edgar Allan Poes
Essay „Maelzel's Chess Player“ (1836), in dem Poe versucht, die Funktionsweise eineszuseinerZeitsehrpopulärenSchachautomatenzuerklären.DieserEssaygilt aber auch als Wissenschaftsparodie und zeigt Poes zynische Art, mit wissenschaftlichenThemenumzugehen.
2 Zur Geschichte des künstlichen Menschen der
Literatur
DieGeschichtederkünstlichenMenschen,dieinderLiteraturauftauchenistmehr oderwenigereineParallelezudentechnischenEntwicklungeninderRealität.
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SchonseitderAntikegibtesGeschichtenüberkünstlicheMenschen.Sowird
in der griechischen Mythologie von Hephaistos erzählt, der die künstliche Frau Pandoraschuf 1 .Pygmalion,überdenzumBeispielOvidin seinenMetamorphosen schrieb, schuf sich aus Ärger über Prostituierte eine wunderschöne Statue aus Elfenbein, Galetea, die die Göttin Aphrodite später zum Leben erweckte. In der griechischenAntikegabesbereitsselbstbeweglicheAutomaten. ImMittelaltererlaubtederStandderTechni kdenBaukleinererAutomaten,
wie zum Beispiel mechanischer Vögel. Es gab aber auch Sagen von Statuen und menschenähnlichen Kreaturen, die mithilfe von Alchemie oder einem Zauber zum Leben erweckt wurden. Deren Fähigkeiten waren aber auf ihre Funktion (zum Beispiel Türsteher oder Berater) reduziert. Mit der Perfektionierung der Uhrmacherkunst wurden im Laufe der Jahrhunderte auch die Automaten immer raffinierter. In der Literatur tauchen vermehrt mechanische Menschenmaschinen auf, die nicht mehr aus natürlichen Materialien erschaffen, sondern konstruiert wurden.
Im Zuge der Industrialisierung wurden neben den technischen
Errungenschaften zur Produktivitätssteigerung in der Wirtschaft vor allem Automaten zur Unterhaltung eines zahlungskräftigen Publikums gebaut. Sie waren in der Lage zu sprechen, schreiben und musizieren, was sie immer menschenähnlicherwerdenließ. 2 AndieserStelleseizumBeispielderFlötenspieler vonJaquesdeVaucansonerwähnt.RenéDescarteswarderAnsicht,derUnterschied zwischenMenschundTierundebenauchMaschineliegeinderSprache,zuderder Mensch nur durch seinen Verstand in der Lage sei. Deswegen ging er auch davon aus, dass keine Maschine je die Perfektion des Menschen als göttliche Schöpfung erreichen könne. 3 Julien Offray de La Mettrie dachte da schon ganz anders: WährendDescartesdenmenschlichenKörpermiteinerMaschineverglich,setzteLa
1 Drux, Rudolf: „Frankenstein oder der Mythos vom künstlichen Menschen und seinem Schöpfer.“
1999. S. 31
2 Haarkötter, Hektor: Nicht-endende Enden: Dimensionen einens literarischen Phänomens. 2007. S.
318)
3 Herrmann, Britta: „'Wessen grauenvolle Stimme ist das?' - Wolfgang von Kempelens Sprechapparat
oder: Maschinen, Medien und romantische Textproduktion. 2006. S. 78
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Mettrie Mensch und Maschine gleich: L'Homme est une machine. 4 Denkt man diesenGedankenweiter,kommtmanzudemSchluss,dassestheoretischdochnicht unmöglichist,dieperfekteKopieeinesMenschenzukonstruieren.LaMettriewaren dieVaucanson'schenAutomaten,aufdieauchPoeundHoffmanninihrenWerken Bezug nehmen, bekannt. Wenn es möglich sei, einen Flötenspieler, der durch wechselnde Atemstärke Töne produzieren konnte, zu konstruieren, müsse es auch möglich sein, eine sprechende Figur zu bauen, argumentierte erH „[...] eine Maschine die nicht länger als unmöglich betrachtet werden kann in den Händen einesneuenPrometheus.“ 5
3 Mälzels Schachtürke und Edgar Allan Poe
3.1 Geschichtliche Hintergründe
1769 konstruierte der österreichHungarische Hofkammermaschinist Wolfgang von Kempelen einen Schachautomaten, der den Eindruck erweckte, völlig ohne menschliche Hilfe Schach spielen zu können. Er bestand aus einer großen Kiste, hinterdereinewieeineintürkischerTrachtgekleidetemännlicheFigursaß-daher diedeutscheBezeichnungSchachtürke.VorderFiguraufdemDeckelderKistewar einSchachbrettangebracht,aufdemderTürkespielte.ErkonnteseinenlinkenArm, den Kopf und die Augen verdrehen. Die Illusion war so realistisch, dass die Menschen sich ihrerzeit in Vermutungen überschlugen. Zwar gab es Skeptiker, die einenMenschenimInnerendesAutomatenvermuteten.Esgababerauchjene,die an eine künstliche Intelligenz oder sogar eine übernatürliche Macht glaubten. Von Kempelenleugnetenie,dasseseinenTrickgab,weigertesichaber,diesenpreiszu geben. 6 Esheißtaber,1785hätteFriedrichderGroßeeinePartiegegendenTürken verloren und von Kempelen eine große Summe Geld geboten, um hinter das Geheimniszukommen.ErsollsehrenttäuschtüberdieAntwortgewesensein.1789
4 Herrmann, Britta: „'Wessen grauenvolle Stimme ist das?' - Wolfgang von Kempelens Sprechapparat
oder: Maschinen, Medien und romantische Textproduktion. 2006. S. 79
5 Herrmann, Britta: „'Wessen grauenvolle Stimme ist das?' - Wolfgang von Kempelens Sprechapparat
oder: Maschinen, Medien und romantische Textproduktion. 2006. S. 79 f.
6 Felderer, Brigitte: „Künstliches Leben in Österreich. Die Automaten und Maschinen des Freiherrn
von Kempelen“. 2000. S. 218.
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Arbeit zitieren:
Vanessa Nühnen, 2009, Maschinenmenschen und künstliche Menschen in der Literatur zur Zeit der Industrialisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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