1 Einleitung
Das Thema meiner Hausarbeit sind alkoholbedingte Lebererkrankungen und ihre Behandlungen. Ich möchte eine Einsicht in die Wirkungsweisen von Alkohol und dessen Folgen geben. Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich eine examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin bin und aus diesem Grunde ein großes Interesse an diesem Thema habe.
Viele Menschen sind sich der Folgen, die diese Droge mit sich bringt, nicht bewusst.
In der Behandlung von Folgekrankheiten bei chronischem Alkoholmissbrauch kommt es häufig zu der Situation, dass die Kranken nur noch mit einer Lebertransplantation eine Überlebenschance haben. Lebererkrankungen mit anderen Ursachen führen ebenfalls zu diesem Zustand.
Aufgrund eigener Erfahrungen in diesem Bereich möchte ich in dieser Hausarbeit folgende Fragen wissenschaftlich bearbeiten: 1. Können bei der Behandlung dieser beiden Gruppen (alkoholbedingte und nicht alkoholbedingte chronische Lebererkrankungen mit Transplantationsbedarf) systematische Unterschiede nachgewiesen werden etwa in der Priorität der Transplantationen? 2. Falls diese nachweisbar und bewusst sind, wie werden sie gerechtfertigt? Gibt es dafür eine ethische oder rechtliche Grundlage? Dazu wird in einem ersten Teil die Alkoholabhängigkeit nach WHO und Internationaler Klassifikation definiert sowie die möglichen Lebererkrankungen als Folge beschrieben und epidemiologisch für Deutschland quantifiziert. Im zweiten Teil wird an Hand der Literatur und eigenen Erfahrungen beschrieben, welche unterschiedliche Behandlung es für alkoholbedingte und nicht alkoholbedingte Lebererkrankungen gibt. Hierbei wird besonders auf die Frage der Prioritätenentscheidung für Transplantationen eingegangen. Im dritten Teil gehe ich auf die ethische und rechtliche Begründung für diese unterschiedliche Behandlung ein. Abschließen möchte ich mit dem Schlussteil zum Thema.
In dieser Hausarbeit wurde viel Internetrecherche angewendet, da es zu dieser Fragestellung wenig Literatur gibt.
2 Alkoholabhängigkeit
2.1 Definition
Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine Alkoholabhängigkeit vor, wenn mindestens drei von insgesamt sechs Kennzeichen im Zeitraum eines Jahres nachweisbar sind. Möglich wären ein starker Wunsch Alkohol zu konsumieren beziehungsweise ein Anstieg der Toleranzentwicklung, auch der Verlust der Kontrolle über den Konsum und das Auftreten von Entzugserscheinungen sind Kriterien. Alkoholkranke vernachlässigen im Allgemeinen andere Neigungen und Interessen zugunsten des Alkoholkonsums und führen den Genuss von Alkohol trotz eindeutig eingetretener körperlicher, psychischer oder sozialer Folgeschäden fort (Schmidt 1997 in Erato 2007). Nach Darstellung der Internetseite Alkoholkrankheit (2008) strukturiert die aktuelle gültige ICD-10 den Alkohol in der Rubrik F10 Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol.
2.2 Die alkoholische Leberschädigung
Durch regelmäßigen Alkoholkonsum können eine Alkoholfettleber, eine Alkoholhepatitis oder eine alkoholbedingte Leberzirrhose entstehen, so das Pflegelehrbuch (Menche u.a. 2001, 817). Da die Leber selbst über keine Schmerrezeptoren verfügt, bleiben diese Krankheiten häufig längere Zeit im Verborgenen, ohne merkliche oder gar beängstigende Beschwerden hervorzurufen (Menche u.a. 2001, 817). Laut dem Medizinhandbuch von Lucas (1999, 284) wird deshalb bei ersten Schädigungen häufig der Magen oder Darm als erkrankt vermutet und nicht die Leber. Weiterhin betont Lucas (1999, 284), das sich dadurch die Krankheit bis zu einem Schweregrad entwickeln kann, wo sie nur noch durch eine Lebetransplantationen heilbar ist.
2.2.1 Die Alkoholfettleber
Nach dem Lehrbuch der Pflege ist eine Leberzellverfettung, eine Verfettung von weniger als 50% der Leberzellen. Ist die Verfettung der Leberzellen höher als 50%, nennt man dieses eine Fettleber. Bei regelmäßiger Zufuhr größerer Alkoholmengen kommt es zu verschiedenen Stoffwechselveränderungen der Leber, die zu Leberverfettung führen, so das Pflegelehrbuch. Gefährdet sind besonders Frauen, da bei ihnen die toxische Grenze für die Leber bei 20 Gramm
Alkohol erreicht ist, dies entspricht ungefähr einem Glas Wein, laut Pflegelehrbuch. Desweiteren sind andere Ursachen Diabetes mellitus, Überernährung sowie Fettstoffwechselstörungen. Das Krankheitsbild wird meistens zufällig diagnostiziert, da es meist keine Beschwerden aufweist, so das Pflegelehrbuch. Die Symptome einer Fettleber sind, das die Leber vergrößert tastbar ist, in der Sonographie ist die Leberstruktur verändert und bei den Laborwerten sind das Gamma - GT, eventuell AP und Transaminasen erhöht, nach langjährigen Alkoholkonsum (Menche u.a. 2001, 817).
2.2.2 Die Alkoholhepatitis
Nach eigener Beobachtung und nach Veranschaulichung des Pflegelehrbuches kommt es zu einer Alkoholhepatitis mit entzündlich nekrotischen Leberveränderungen, wenn die Ursachen für die Fettleber nicht beseitigt worden sind. Wie bei den Krankheitsbild Fettleber weist auch die Alkoholhepatitis kaum Beschwerden auf. Manche Betroffene klagen über verminderte Leistungsfähigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Bei dem Laborwerten sind Transaminasen, Gamma - GT, Bilirubin und die Blutfette erhöht. Die einzig wirksame Behandlung ist absolute Alkoholabstinenz und das vermeiden leberschädigender Arzneimittel (Menche u.a. 2001, 818).
Nach Lucas (1999, 286) führt die Leberentzündung bei Alkoholiker zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes.
2.2.3 Die alkoholbedingte Leberzirrhose und das Leberkoma
Die alkoholbedingte Leberzirrhose
Bei weiterem regelmäßigem Verzehr von größeren Alkoholmengen entwickelt sich eine nicht mehr rückbildungsfähige, alkoholbedingte Leberzirrhose, so das Lehrbuch der Pflege (Menche u.a. 2001, 818). Auch der Autor Lucas (1999, 287) ist der Meinung, dass die häufigste Ursache der Leberzirrhose in Deutschland, ein übermäßiger Alkoholkonsum ist.
Desweiteren laut dem Lehrbuch der Pflege ist eine Leberzirrhose, auch Schrumpfleber genannt, eine Zerstörung der Leberläppchen, einhergehend mit knotig narbigem Umbau der Leber. Sie ist das mögliche Endstadium aller Lebererkrankungen.
Arbeit zitieren:
Stefanie Ociepka, 2009, Alkoholbedingte Lebererkrankungen und ihre Behandlung , München, GRIN Verlag GmbH
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