Gliederung
1 Einleitung 2
2 Theoretische Grundlagen 3
2.1 Klassifizierung von Ressourcen. 3
2.2 Indikatoren zur Betrachtung 4
2.3 Entwicklungstheorien 6
3 Praxis Raumbezug: Rohstoffreiche Entwicklungsländer 9
3.1 Betrachtung der Entwicklung ausgewählter Länder 9
3.2 Folgerung: Grundlegende Entwicklungstendenzen und -effekte. 14
3.3 Ausblick: Den Fluch zum Segen wandeln? 17
4 Fazit 18
Literaturverzeichnis 19
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1 Einleitung
Alle Rohstoffe der Erde sind begrenzt, unterliegen gleichzeitig jedoch einer ständig wachsenden Nachfrage. Diese konfliktbehaftete Problematik konnte bisher nicht gelöst werden. Im Kontext dieser Arbeit wird nun genauer untersucht, ob eben aus dieser Lage heraus Rohstoffe in der Entwicklung von Ländern der Dritten Welt eine maßgebende Rolle spielen. Wenn ja, fördern das Vorkommen von Ressourcen und der damit in Verbindung stehende Außenhandel die Entwicklung dieser Länder? Sind Tendenzen des Anstiegs der Lebensqualitäten und des Wohlstandes zu verzeichnen oder bedeutet das Vorkommen von Rohstoffen Raubbau, Ausbeutung und zunehmende Verarmung? Gelten Rohstoffe als Ursache für die Grundprobleme von Entwicklungsländern?
Ziel dieser Arbeit ist es, diese konfliktpotentiellen Fragestellungen genauer zu erörtern. Zunächst, nach Schaffung definitorischer Grundlagen, werden Entwicklungstheorien als Referenz hinzugezogen, um mögliche Erklärungsansätze vorzubereiten. Im Hauptteil der Arbeit werden vier Länder mit unterschiedlichen Rohstoffvorkommen miteinander verglichen. Anhand von drei signifikanten Indikatoren sollen die Entwicklungen der Länder bewertet und Rückschlüsse auf den Zusammenhang mit den jeweiligen Rohstoffen gezogen werden.
Die Arbeit schließt mit einer Gegenüberstellung von positiven und negativen Entwicklungen sowie einem Ausblick ab.
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2 Theoretische Grundlagen
2.1 Klassifizierung von Ressourcen
Wird im Zusammenhang dieser Hausarbeit der Begriff Rohstoff oder Ressource verwendet, so bedarf es zunächst einer genauen Definition.
Ressourcen lassen sich nach natürlicher, geschaffener oder menschlicher Art unterscheiden. Natürliche Ressourcen sind hierbei Dinge, die in der Natur ohne Zutun des Menschen an bestimmten Standorten in verwertbarer Form vorkommen. Ferner wird zwischen fossilen und regenerativen Rohstoffen unterschieden: Fossile Energierohstoffe sind Vorkommen, die durch natürliche Prozesse unter gewissen klimatischen, biologischen und tektonischen Rahmenbedingungen entstanden sind, in mehr oder weniger großem Umfang angereichert wurden und deren Entstehungsbedingungen an den bestimmten Standorten gegenwärtig nicht mehr gegeben sind (VOPPEL 1999:135). Entsprechend können die Vorkommen nur solange genutzt werden, bis der Vorrat verbraucht ist. Bekannte fossile Energierohstoffe sind zum Beispiel Erdöl, Erdgas, Braun-oder Steinkohle.
Dazu hingegen liegt die Eigenschaft regenerierbarer Ressourcen folglich darin, dass diese Vorkommen dauerhaft nutzbar beziehungsweise wieder anbaubar sind. Beispiele für regenerierbare Vorkommen sind zum einen die Solar-, Wind- und Wasserenergie und zum anderen pflanzliche Rohstoffe, wie zum Beispiel Bäume, Ölsaaten oder auch Nahrungsrohstoffe wie Kaffee oder Kakao (VOPPEL 1999:135f.). Geschaffene Ressourcen umfassen Dinge und Umstände, welche vom Menschen geschaffen wurden oder werden. Beispiele hierfür sind Geld, Waren, Bauwerke, Arbeitsplätze. Ähnlich der regenerierbaren, natürlichen Ressourcen sind diese größtenteils erneuerbar beziehungsweise wiederbeschaffbar. Zuletzt versteht man unter menschlichen Ressourcen alle an lebende Menschen gebundenen Umstände. Synonym wird auch der Begriff Humankapital verwendet, welcher genau genommen jedoch nur einen Teilaspekt umgreift. Menschliche Ressourcen umfassen angeborene Eigenschaften wie Kraft, Intelligenz oder auch Schönheit. Da diese Art von Ressource stets eine Person als Träger hat, ist die Ausstattung von Orten mit menschlichen Ressourcen sehr schnell veränderlich (RITTER 1998:26).
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2.2 Indikatoren zur Betrachtung
Um die Entwicklung von Ländern der Dritten Welt in Zusammenhang mit Rohstoffvorkommen vergleichen und bewerten zu können, bedarf es einer Auswahl an eindeutigen und charakterisierenden Indikatoren. Doch zunächst kurz zurück zum Begriff Dritte Welt. Nach LESER ET AL. (2005:166) ist dies im populärwissenschaftlichen Sprachgebrauch die Bezeichnung für Entwicklungsländer, welche auf die Einteilung der Erde in Erste Welt (westliche Welt), Zweite Welt (östliche Welt beziehungsweise ehemalige sozialistische Staaten) und Dritte Welt (südliche Welt) zurückführt. Nun erweist es sich jedoch als problematisch mit dem Begriff Dritte Welt eine Zahl von Entwicklungsländern zu meinen, welche sich durch eine strikte Homogenität auszeichnen. An diesem Punkt ist der Begriff zu ungenau begrenzt und folglich sehr umstritten. Vielmehr ist in diesem Kontext eine Anzahl an heterogenen Ländern gemeint, die durch eine unzureichende Entfaltung der Produktivkräfte gekennzeichnet ist, unabhängig vom (geringen) Pro-Kopf-Einkommen. Verallgemeinernd weisen diese Länder in Bezug auf wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung einen relativ niedrigen Stand auf. Dieser Zusammenschluss von Staaten entsteht aus vergleichbarer historischer Vergangenheit (zum Beispiel Kolonialismus vgl. Kap. 2.2) sowie gemeinsamen Interessen gegenüber dem „reichen Norden“ (LESER ET AL. 2005:166).
Entwicklungsländer werden je nach Organisation nach bestimmten Indikatoren klassifiziert: So gliedert die Weltbank Staaten rein ökonomisch nach Bruttonationaleinkommen, sprich nach Einkommen pro Kopf pro Jahr, in vier Staffellungen: Low income country (<975$), lower middle income country (976 - 3.855$), upper middle income country (3.856 - 11.905$) und high income country (>11.906$) (THE WORLD BANK 2010:Abs.5). Schnell wird deutlich, dass der Entwicklungsstand eines Landes nicht allein anhand des Bruttonationaleinkommens bestimmt werden kann. Die Vereinten Nationen, genauer: das United Nations Development Program (UNDP), hat daher einen Indikator entwickelt, der aus drei ausschlaggebenden Partialindikatoren gewichtet und jährlich neu berechnet wird. Der Human Development Index (HDI) setzt sich zu-
Abb.2: Weltweite Übersicht des HDI (Quelle: MENEGAZ 2007 NACH HUMAN DEVELOPMENT REPORT 2007/2008)
(grün: high HDI, gelb: medium HDI, rot: low HDI)
Mit dem HDI werden folglich Aussagen zu Gesundheit, Bildungsniveau und Lebens-standard gemacht. Zu beachten gilt, dass alle Punkte jeweils zu 1/3 zählen, allerdings ist der zweite Punkt nochmals in Alphabetisierungsrate der Erwachsenen und Gesamteinschulungsrate unterteilt (UNDP 2010a:Abs.1). Nach Berechnung kann ein Land einen Wert zwischen 0 und 1 erreichen, wobei 1 für den höchsten Entwicklungs-tand steht. Anhand Abbildung 2 werden weltweite Disparitäten hinsichtlich des HDI deutlich.
Während mittels des Bruttonationaleinkommens und des Human Development Index Aussagen zu landesinternen Faktoren und Entwicklungszuständen gemacht werden können, fehlt ein Indikator, welcher Bezug zum Außenhandel vor allem zu Rohstoffex-porten hinsichtlich der Themenstellung nimmt. Die Terms of Trade stellen das Austauschverhältnis aus dem Index der Exportgüterpreise und dem Index der Importgüterpreise dar. Bei Entwicklungsländern bedeutet dies konkret die reale Austauschrelation zwischen den von ihnen exportierten Rohstoffen und den importierten (Industrie-) Gütern. Anders formuliert, geben die Terms of Trade an, wie viele Anteile ein Land für seine Exporte importieren darf. Verbessert sich die außenwirtschaftliche Position eines Staates, so steigen die Terms of Trade. Hervorgerufen wird dies sowohl durch eine Preissteigerung der eigenen Exportgüter als auch durch eine Preisminderung der Im-portgüter. Die Fähigkeit, mit dem gleichen Exportvolumen mehr Güter zu importieren, erhöht sich (BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG 2009:23).
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Arbeit zitieren:
2010, Rohstoffe der Dritten Welt, München, GRIN Verlag GmbH
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Theorie der komperativen Kostenvorteile - Kritische Würdigung
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