Gliederung
1 Einführung. 3
2 Die Hitler-Jugend 4
2.1 Gründung der HJ 4
2.2 Politisch-kulturelle Hintergründe 4
2.3 Aufgaben und Methoden 5
3 Grundlegendes zu BDM. 8
3.1 Geschichte 8
3.2 Organisation und Aufbau 9
3.3 Aktivitäten vor 1939. 11
3.4 Aktivitäten nach Krigsausbruch 12
4 Sozialisationsinstanz 13
4.1 Ideologie des BDM 13
4.2 Erziehung in der HJ. 14
5 Jugendsozialisation im NS-Staat - Kritische Auseinandersetzung. 20
5.1 Entwicklung nach Kriegsende. 24
6 Zusammenfassung 25
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Der BDM (Bund deutscher Mädel) war eine Teilorganisation der Hitlerjugend (HJ). Im BDM sollten alle Mädchen und jungen Frauen zwischen 10 und 21 Jahren erfaßt werden. Vorrangiges Ziel war die Erziehung für den Nationalsozialismus und die Vorbereitung auf die künftigen Aufgaben der Frauen in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Außerdem wurden die BDM-Mädchen für verschiedene Arbeitsdienste bis hin zum Kriegshilfsdienst eingesetzt. " (Kleinhans)
BDM = einheitliche staatliche Jugendorganisation (Scherr)
3
2.1 G 2.1 G RÜNDUNG DER HJ RÜNDUNG DER HJ
Auf dem ersten Parteitag der wiedergegründeten NSDAP im Juli 1926 entstand die so genannte "Hitler-Jugend, Bund Deutscher Arbeiterjugend" (HJ). Sie wurde eine Jugendorganisation der Partei, da direkt der SA-Führung unterstellt. Erster Reichsführer der HJ wurde Kurt Gruber aus Plauen, wo er auch die Reichsführung einrichtete. Die Mitgliederzahl stieg in den ersten Jahren nur mäßig an, da es auch an qualifiziertem Führungspersonal mangelte. Ein weiterer Grund war die isolierte Position der HJ im Bereich der Jugendorganisationen.
So wurde 1929 ein Antrag auf Mitgliedschaft im Reichsverband der deutschen Jugendverbände abgelehnt.
Im Oktober 1931 gab Gruber schließlich sein Amt auf und wurde durch Adrian Theodor von Renteln, Reichsführer des NS-Schülerbundes, ersetzt. Zu diesem Zeitpunkt ernannte Hitler Baldur von Schirach zum "Reichsjugendführer der NSDAP", der nun für die HJ, dem NS-Schülerbund und dem NS-Studentenbund verantwortlich war und der im Mai, nach einer kurzen Zeit turbulenter Ereignisse, auch die Führung der HJ bekam (Krajewski).
Nachdem Schirach den Reichsausschuß der deutschen Jugendverbände im Juli 1933 formell auflöste, begann die Eingliederung der Verbände in die HJ. Diese gelang relativ schnell, aber nicht immer ohne Ausübung von Gewalt. Ferner hatte Schirach eine neue Altersstruktur eingeführt, die bis zum Jahre 1945 bestand haben sollte (Krajewski)
2.2 P 2.2 P OLITISCH - KULTURELLE H INTERGRÜNDE OLITISCH - KULTURELLE H INTERGRÜNDE
Als der Faschismus in Deutschland 1933 die Macht übernahm und seiner Jugendorganisation den Status eines konkurrenzlosen Verbandes gab, konnten dabei Motivationen aufgegriffen werden, die schon vor 1933 bei großen Teilen der Jugend angelegt waren (Klönne)
Für viele bewegte junge Menschen hieß "Aufbruch der Jugend" zugleich "Erneuerung der Nation", Abkehr von der konventionellen Politik der "Alten", die sich als unfähig erwiesen hatte, mit den sozialen Krisen Anfang der Dreißiger Jahre fertig zu werden. --> Dies war die Ausgangslage für die Durchsetzung der HJ nach 1933 (Klönne)
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Die seit 1929 herrschende Weltwirtschaftskrise hatte für die Mittelschichten wie für die Arbeiterschaft verheerende Folgen
• Massenarbeitslosigkeit
• wirtschaftlichem und sozialem Massenelend,
• moralischer Verfall Die Bereitschaft zu kriminellen und politischen
• Gewalttaten nahm zu
• Die Loyalität der Bevölkerung zum Weimarer Staat, die selbst in den guten Jahren der Republik nur schwach ausgebildet war, wurde insbesondere bei den Mittelschichten und beim unteren Proletariat immer geringer, weil diesem Staat bzw. seinem "System" die Schuld für das Elend gegeben wurde, oder er zumindest als unfähig angesehen wurde, die Lage in den Griff zu bekommen.
• Der Loyalitätsverlust zeigte sich insbesondere im Anwachsen der radikalen, auf den Sturz der Republik zielenden Parteien KPD und NSDAP und im Rückgang der sogenannten "bürgerlichen Parteien". (Giesecke)
2.3 A 2.3 A UFGABEN UND M ETHODEN UFGABEN UND M ETHODEN
Im Gegensatz zu den Jugendverbänden der Weimarer Republik hatte die HJ gesellschaftliche und staatliche Aufgaben zu erfüllen. Sie sollte die Jugend im Sinne der NS-Ideologie prägen und gleichzeitig als "wesentliches Mittel der Herrschaftssicherung" (Klönne) fungieren.
• Obwohl dies einen Bruch mit dem unabhängigen Selbstverständnis der deutschen Jugendbewegung vor 1933 bedeutete, nahm die HJ für sich in Anspruch, diese fortzuführen Eine Kooperation zwischen HJ und anderen Jugendorganisationen hatte vor 1933 kaum bestanden, denn im Reichsausschuß Deutscher Jugendverbände war die HJ nicht vertreten.
• Bei Auf- und Ausbau ihrer Monopolstellung auf dem Gebiet der Jugendarbeit behielt siederen Traditionen (z. B. das Prinzip der Selbstführung) und Personalstruktur (erst 1936 wurden hier ehemalige bündische Führer entfernt) bewusst bei, um die zentrale Lenkung und Gestaltung des HJ-Dienstes zu verschleiern.
• Dieser zielte darauf ab, politische und ideologische Inhalte zu vermitteln, wobei der Schwerpunkt bei der HJ auf vormilitärischer Ertüchtigung lag, während der BDM den Fokus neben der sportlichen Betätigung auch auf die hauswirtschaftliche Vorbereitung für die künftige Mutterrolle richtete.
5
• Zu diesem Zweck wurde die Jugend - zusätzlich zum regulären HJ-Dienst - in ein umfangreiches Aktionsprogramm (u. a. Organisation von Fahrten und Lagern,
Inszenierung von Wettkämpfen und kulturellen Veranstaltungen) eingebunden, das speziell ihren Interessen und Bedürfnissen angepasst war.
Die HJ-Erziehung hatte somit die Tendenz, sich als neue und für Jugendliche attraktive Gegenkraft zu tradierten Normen der Erziehungsinstanzen (Schule, Elternhaus und Kirche) zu etablieren, mit dem Ziel, diese letztendlich auszuschalten (Sauerwein).
Die neue Jugend, geprägt von Krieg und den Nöten der Nachkriegszeit, war nicht mehr "bewegt", sie war eher angepaßt, emotional kühl und distanziert, ohne tiefgehende geistige Interessen, aufs Praktische und Konkrete gerichtet, zugewandt der modernen Technik, der Arbeitswelt, den Massenmedien und den konventionellen Geselligkeitsstandards, also z. B. den modernen Gesellschaftstänzen, nicht mehr dem Volkstanz (Giesecke)
• zumindest die Jugend der Mittelschichten gegen Ende der Republik sich in einem neuen Generationstyp präsentierte." (Giesecke)
• Hatte die bürgerliche Jugendbewegung gerade gegen das Technische, Rationelle und Rechnerische der modernen Gesellschaft sich gewandt und die Romantik alter "Gemeinschaften" dagegen beschworen, so identifizierte sich diese Generation gerade umgekehrt mit dieser Gesellschaft und entsagte allen romantischen Träumen. Aber diese anti-intellektuelle Haltung, der Verzicht auf jedes "Problematisieren" machte in Verbindung mit der trostlosen wirtschaftlichen und sozialen Perspektive auch anfällig für radikale Verführung (Giesecke 1981).
• Viele Jugendverbände bekannten sich öffentlich gegen den Weimarer Staat und sympathisierten mit der Hitlerbewegung (Giesecke)
• Ein großer Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatte der Republik schon vor der Machtergreifung den Rücken gekehrt (Giesecke)
!!!!!!! Nicht Emanzipation, sondern Integration war ein massenhaftes Generationsbedürfnis, bevor die HJ es allen Jugendlichen zur Pflicht machte (Giesecke)
• Zudem präsentierte sich die NS-Bewegung als "junge", die das "Alte" zu bekämpfen sich anschickte, und "alt" war alles, was man ablehnte: die Eltern, die Republik, der Kapitalismus, der Klassenkampf, die Parteien usw. Die NSBewegung stellte sich als jung und unverbraucht dar (Giesecke).
Insofern reagierte der NS-Staat auch, indem er die HJ mit einem Monopol im Feld der Jugendorganisation ausstattete, auf die dynamische Verfassung der Jugendgeneration, die er vorfand (Klönne)
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2010, Bund Deutscher Mädel - Geschichte, Organisation, Aktivitäten, Sozialisation, München, GRIN Verlag GmbH
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