Eidesstattliche Erklärung
Ich, Iris Ciganek, geboren am 10.09.1987 in Wien, erkläre,
1. dass ich meine Bakkalaureatsarbeit selbständig verfasst, mich keiner unerlaubten Hilfen bedient sowie keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt und die daraus wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen als solche kenntlich gemacht habe,
2. dass ich meine Bakkalaureatsarbeit bisher weder im In- noch im Ausland in irgendeiner Form als Prüfungsarbeit vorgelegt habe, 3. dass ich, falls die Arbeit die Privatsphäre bzw. persönlichen Interessen Dritter - insbesondere von PatientInnen - betrifft, diese ausreichend über die Verwendung von Daten im Rahmen der Bakkalaureatsarbeit unterrichtet und ihr Einverständnis eingeholt habe, bzw. dies stellvertretend durch den/die BetreuerIn meiner Bakkalaureatsarbeit durchgeführt wurde, und schutzwürdige Interessen jedenfalls gewahrt werden.
IRIS CIGANEK
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Abstract
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Auftreten von Depressionen bei Aphasie. Zu Beginn wird das Erscheinungsbild einer Aphasie mit ihren psychosozialen Folgen erläutert. Im Weiteren wird auf den Prozess der Krankheitsverarbeitung und dessen einzelne Phasen eingegangen, wobei gezeigt werden soll, wann die Depression häufig beginnt. Im Anschluss werden verschiedene Faktoren angeführt, die maßgeblichen Einfluss auf die Entstehung einer Depression haben.
Abschließend soll gezeigt werden, welchen Einfluss die Depression auf den Rehabilitationsprozess der Aphasiepatienten hat, und was dies in weiterer Folge für die logopädische Therapie bedeutet.
Schlagwörter: Depression, Aphasie, psychosoziale Folgen, Krankheitsverarbeitung, Rehabilitationsprozess, Therapie
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Vorwort
Zu Beginn möchte ich meinen Eltern danken, ohne die ich nicht die Möglichkeit gehabt hätte Logopädie zu studieren. Dank ihrer tatkräftigen Unterstützungen konnte ich in dieser spannenden Ausbildung schon vielfältige und lehrreiche Erfahrungen sammeln. Zu einer dieser Erfahrungen zählte auch mein Neurologie- Praktikum im neurologischen Therapiezentrum Kapfenberg. In diesem Rahmen kam ich viel mit Aphasikern in Kontakt, von denen einige an einer Depression litten, und ich tauschte mich über dieses Thema mit meinem Anleiter Stefan Werner aus. Dadurch wurde mein Interesse geweckt, mich näher mit diesem Thema zu beschäftigen und die Idee für diese Arbeit nahm Gestalt an.
Ich wollte herausfinden welche Faktoren maßgeblich an der Entstehung von Depressionen bei Aphasikern beteiligt sind und wie sich die Depressionen auf den Rehabilitationsprozess auswirken.
Zur Erleichterung der Lesbarkeit der vorliegenden Arbeit habe ich mich entschlossen, das generische Maskulinum zu verwenden. In dieser Schreibweise sind allerdings sowohl männliche als auch weibliche Personen eingeschlossen. Inhaltsbezogene Überlegungen spielen dabei keine Rolle, alleine die Praktikabilität ist dafür ausschlaggebend.
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 6
1 Aphasie 7
1.1 Definition 7
1.2 Klassifikation 8
1.3 Aphasie Standardsyndrome und Symptome 8
1.4 Ursachen 10
1.5 Psychosoziale Folgen der Aphasie 11
1.5.1 Berufliche Veränderungen 11
1.5.2 Soziale Veränderungen 12
1.5.3 Familiäre Veränderungen 14
1.5.4 Psychische Veränderungen 16
2 Aphasie und Depression 17
2.1 Krankheitsverarbeitung 17
2.2 Depression 19
2.2.1 Begriffsbestimmung der Depression 19
2.2.2 Prävalenz und Auslöser von Depressionen 19
3 Therapie und Rehabilitationsprozess 23
3.1 Diagnostik der Depression bei Aphasiepatienten 23
3.2 Probleme bei der Diagnostik 24
3.3 Probleme in der Therapie durch die Depression 24
3.4 Erfolgsversprechende Intervention bei depressiv verstimmten Patienten 25
Literaturverzeichnis 29
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Einleitung
Logopäden sind in der Arbeit mit Aphasikern nicht nur mit der Sprachstörung, sondern auch mit der oft in Begleitung auftretenden Depression konfrontiert. In der Literatur findet sich jedoch wenig, obwohl das Interesse an diesem Thema in den letzten Jahren immer größer wurde.
Jede Person, die auf einer täglichen Basis mit Aphasikern zu tun hat, erkennt, welchen Einfluss die Aphasie und ihre psychosozialen Folgen auf die Lebensqualität und die Rehabilitation haben. Doch viel zu selten wird daran gedacht, dass eben diese Faktoren auch die Entstehung einer Depression begünstigen.
Daher soll im Folgenden gezeigt werden, welche psychosozialen Probleme bei Aphasikern häufig sind und wie sie sich auf die Entstehung einer Depression auswirken. Auch das Modell der Krankheitsverarbeitung stellt einen wichtigen Bestandteil dieser Arbeit dar, da es veranschaulichen soll, in welcher Phase dieses Prozesses Depressionen häufig sind.
Abschließend werden Probleme erläutert, die sich in der Therapie von Aphasikern mit Depressionen auftreten und welche Interventionsmöglichkeiten von Seiten der Logopädie sinnvoll erscheinen.
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1 Aphasie
1.1 Definition
„Aphasie ist eine erworbene Sprachbehinderung. Aphasie heißt wörtlich:
„Verlust der Sprache“. Sie tritt nach einer Hirnschädigung auf. Zum Bei- spielnach einem Schlaganfall oder nach einem Unfall. Ein Aphasiker kann
oft nicht mehr so gut sprechen, Sprache verstehen, lesen oder schreiben. Das
Denken und das persönliche Wissen sind dabei aber nicht betroffen.“ (vgl.
Aphasiker, abgerufen am 1. Dezember 2009)
Dies ist ein Auszug von Definitionen die man über Aphasie finden kann. Sicher hat jede einzelne ihre Richtigkeit, doch wird meist nicht die gesamte Tragweite der Aphasie deutlich.
In erster Linie ist die Aphasie eine Sprachstörung, bei der die Patienten Probleme haben, Sprache in üblicher Weise zu gebrauchen. Allerdings sind nicht nur Schwierigkeiten wie Wortfindungsstörungen, die Bildung unvollständiger Sätze, die Unfähigkeit Wünsche und Ansichten ausdrücken zu können, oder Äußerungen nicht in ihrem vollen Umfang zu verstehen, vorhanden. Die Probleme, die sich Aphasiker stellen, sind viel weitreichender, da sich durch ihre Erkrankung verschiedene Begleiterscheinungen ergeben.
Beispielsweise treten bei vielen Aphasikern durch ihre Hirnschädigung oft Lähmungen auf, die den Alltag stark erschweren. Auch die psychosozialen Folgen, wie Arbeitsverlust, soziale Isolation und Depression, sind nicht außer Acht zu lassen. Aus diesen Gründen wird klar, dass eine Aphasie eine komplexe Erkrankung darstellt, die für den Patienten einen enormen Einschnitt in seinem Leben bedeutet.
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1.2 Klassifikation
Wie schon zuvor erwähnt ist die Aphasie ein sehr komplexes Störungsbild und deshalb auch nicht leicht zu klassifizieren. Zu den gängigsten Klassifikationen gehört die Einteilung in die vier Standardsyndrome (amnestische Aphasie, Broca Aphasie, Wernicke Aphasie und globale Aphasie) und die Unterteilung in flüssige bzw. unflüssige Sprechweise (vgl. Tesak, 2006, S. 5).
Bei einer nicht flüssigen Sprachproduktion äußern sich die Patienten häufig mit Sprachautomatismen und das Sprachverständnis ist sehr schlecht. Oder aber die Patienten haben ein gut erhaltenes Sprachverständnis, drücken sich allerdings oft in Einwortäußerungen oder mittels Fragmenten von Floskeln aus (vgl. Tesak, 2006, S. 6). Bei flüssiger Sprachproduktion zeigt sich einerseits ein unkontrollierbarer Sprachfluss, Worte und Floskeln werden sinndlos aneinandergereiht, und oft können sich die Patienten nur unverständlich artikulieren und haben selbst ein schlechtes Sprachverständnis.Die Patienten selbst erkennen ihre sowohl rezeptive als auch expressive Störung nicht.
Andererseits gibt es auch die Möglichkeit eines kontrollierten Sprachflusses, bei dem starke Wortfindungsstörungen und Satzabbrüche auffallend sind. Das Sprachverständnis ist hier zumindest situativ gut (vgl. Tesak, 2006, S. 6).
1.3 Aphasie Standardsyndrome und Symptome
Amnestische Aphasie
Die amnestische Aphasie gilt als die leichteste Form. Sie kennzeichnet sich durch eine flüssige Sprache, einen relativ intakten Satzbau und intakte Grammatik. Die Leitsymptome sind vor allem Wortfindungsstörungen und inhaltsarme Redefloskeln. Das Sprachverständnis, das Lesen und das Schreiben sind nur geringfügig beeinträchtigt. Folglich ist auch die Kommunikation mit amnestischen Aphasikern nur geringfügig eingeschränkt. Durch die Wortfindungsstörungen kommt es allerdings zu einer Sprech-
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Arbeit zitieren:
Iris Ciganek, 2010, Aphasie & Depression, München, GRIN Verlag GmbH
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