Inhalt
1. Einleitung 1
1.1. Einige Charakteristika aggressiv-dissozialer Menschen 1
2. Die Über-Ich-Störung 2
2.1. Kennzeichnendes Verhalten 2
2.2. Die Über-Ich-Störung im theoretischen Sinne 2
2.3. Die therapeutische Arbeit mit der Über-Ich-Störung 3
3. Die narzisstische Störungskomponente 4
3.1. Typische Merkmale 4
3.2. Entstehung und Entwicklung 5
3.3. Die Arbeit mit der narzisstischen Störung in der Psychotherapie 5
4. Arbeit an und mit der sozialen Realität 6
4.1. Welche Bedeutung kommt der sozialen Realität zu? 6
4.2. Welche Probleme entstehen beim Einbezug von Drittpersonen? 7
4.3. Ist es sinnvoll, dass der Therapeut sozialarbeiterische Funktionen
übernimmt? 8
4.4. Bifokales Handeln 8
5. Schlusswort 9
6. Literaturangaben 10
II
1. Einleitung
Ich möchte in dieser Arbeit auf einzelne Merkmale von aggressiv-dissozialen Patienten und auf die Probleme ihrer Behandlung eingehen. Als Grundlage diente mir der Text „Psychotherapie mit aggressiven, dissozialen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“ von Udo Rauchfleisch. Im Vorfeld werde ich zuerst einige typische Charakteristika dissozialer Menschen erläutern. Anschließend wird im ersten Punkt die Über-Ich-Störung dieser Personen besprochen. Dabei soll deutlich werden, wie die Störung zum Ausdruck kommt, welche Bedeutung sie in der Persönlichkeit der Patienten einnimmt und wie sie psychotherapeutisch behandelt werden kann. Im zweiten Punkt wird die narzisstische Störungskomponente diskutiert, dabei werde ich auf deren Merkmale und Ursachen eingehen. Anschließend wird der Umgang der Psychotherapeuten mit diesem Phänomen erklärt.
Im dritten Schwerpunkt meiner Arbeit werde ich mich dann ausführlich der therapeutischen Arbeit an und mit der sozialen Realität zuwenden. Denn diese nimmt einen wichtigen Stellenwert ein und muss in verschiedenen Bereichen erklärt werden: Es werden der Einbezug von Dritten in die Behandlung, die sozialarbeiterische Funktion des Therapeuten und dessen bifokales Handeln diskutiert.
In der gesamten Arbeit sollen die unterschiedlichen Problematiken anhand anschaulicher Fallbeispiele verdeutlicht werden, u. a. von Manfred, einem zwölfjährigen aggressiv-auffälligem Kind mit dissozialem Verhalten.
1.1. Einige Charakteristika aggressiv-dissozialer Menschen:
Bevor ich mit meinen Ausführungen beginne, möchte ich vorweg einen kurzen Überblick über die typischen Charakterzüge von aggressiven und dissozialen Menschen geben, die auch in der therapeutischen Behandlung von Bedeutung sind. Dies wird für das weitere Verständnis sehr hilfreich sein.
Als erstes ist es wichtig zu wissen, dass aggressive Menschen eine sehr niedrige Frustrationstoleranzgrenze besitzen. Geringe Belastungen reichen aus, um bei ihnen impulsive Kurzschlusshandlungen und somit auch Fehlverhalten, wie Weglaufen oder das Abbrechen von Beziehungen, auszulösen. Sie versuchen vor unangenehmen Gefühlen wie Angst oder Unbehagen zu fliehen. Sie finden keinen Einklang zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Erwartungen ihrer Umwelt. Zusätzlich existiert in ihrem Inneren ein Konflikt, der verhindert, dass die eigenen
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Impulse gezielt realisiert werden. Beidem stehen sie passiv gegenüber, da sie nicht kompromissfähig sind.
Als nächstes ist ihr gestörter Bezug zur Realität zu nennen. Sie haben ein verzerrtes Bild sowohl von sich selbst als auch von ihrer sozialen Umgebung. Ausdruck dafür sind häufige Fehleinschätzungen bezüglich ihrer Umwelt aber auch ihrer eigenen Möglich- und Fähigkeiten. Zudem sind sie nicht in der Lage, aus Erfahrungen zu lernen. Diese gestörten Wahrnehmungsfunktionen führen zur Entstehung vieler sozialer Konflikte, woraus dann schließlich die häufige Desintegration von aggressiven und dissozialen Menschen resultiert.
Des Weiteren leiden diese Menschen unter einer Kontaktstörung, die sie oft durch Alkohol- oder Drogenkonsum zu beheben versuchen. Typisch sind oberflächliche Bekanntschaften und kurzweilige Beziehungen, ohne Stabilität und Tiefe.
Sie teilen Beziehungspersonen in „ganz böse“ oder „ganz gute“ ein. Dieses typische Merkmal wird als Spaltung bezeichnet. Die Bösen werden gehasst, sie sind Ziel ihrer Aggressionen, die Guten werden idealisiert, an sie werden hohe Ansprüche gerichtet.
Verhält sich eine „gute“ Person auch nur im Geringsten falsch, wird die Beziehung abgebrochen (narzisstische Kränkung), bevor die Erfahrung gemacht werden kann, dass eine Person sowohl gute als auch böse Seiten besitzt.
Als letztes möchte ich noch die narzisstische Störung und die des Über-Ich nennen, die aber im weiteren Verlauf meiner Arbeit noch ausführlich beschrieben und erklärt werden sollen. Wichtig hierbei ist nur, dass die narzisstische Störung ursächlich an den oben genannten Charakterzügen beteiligt ist.
2. Die Über-Ich-Störung
2.1. Kennzeichnendes Verhalten:
Ein besonderes Merkmal von aggressiv-dissozialen Menschen ist die Störung ihres Über-Ichs. Deutlich wird dies vor allem dadurch, dass sie häufig gegen soziale Regeln und Normen verstoßen, ja geradezu ein antisoziales Verhalten aufweisen. Aufgrund dessen werden sie oft als rücksichtslos und egozentrisch bezeichnet. Zusätzlich fällt es ihnen schwer, aus sozialen Erfahrungen zu lernen.
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Arbeit zitieren:
Jessica Schaake, 2003, Psychotherapie mit aggressiven, dissozialen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, München, GRIN Verlag GmbH
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