Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung/Aktualität des Themas 1
1.2 Gang der Untersuchung 1
2 Mezzanine Finanzierung 2
2.1 Mezzanine-Kapital als Finanzierungsform zwischen Eigen-und Fremdkapital 2
2.2 Erscheinungsformen von Mezzanine-Kapital 5
2.3 Anwendungsbereiche von Mezzanine-Kapital in der Praxis 6
2.4 Mezzanine Finanzierungswege 7
2.5 Grundlegende Kategorisierung von Mezzanine-Finanzierungsinstrumente 9
3 Genussscheine und Genussrechte 10
3.1 Definition und Charakteristika 10
3.2 Bilanzielle Betrachtung 13
3.3 Steuerliche Betrachtung 14
4 Nachrangdarlehen 15
4.1 Definition und Merkmale 15
4.2 Bilanzielle Betrachtung 17
4.3 Steuerliche Betrachtung 18
5 Fazit 19
Anhang 20
Literaturverzeichnis 21
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Charakteristika verschiedener Finanzierungsarten 4
Abbildung 2: Kategorisierung der Mezzanine-Finanzierungsinstrumente 9
I
1 Einleitung
1.1 Problemstellung/Aktualität des Themas
Die Finanzierung deutscher Unternehmen ist in den letzten Jahren einem starken Wandel der externen Rahmenbedingungen ausgesetzt. Die momentane Bankenkrise erschwert nun zusätzlich den Zugang zu günstigen Darlehen. Kreditinstitute vergeben erstrangige Darlehen nur noch sehr zögerlich und lediglich an Unternehmen, die einer ausführlichen Bonitätsprüfung standhalten. Diese Zurückhaltung ist auch eine Folge der Basel II -Vorgaben. Seit Basel II müssen alle Banken, bei der Vergabe von Darlehen mit höherem Ausfallrisiko mehr Eigenkapital hinterlegen. Nun ist seit der Bankenkrise 2008 bei vielen Banken die Eigenkapitalquote gesunken, wodurch sich auch das Volumen der Kreditvergabe reduziert hat und nur noch Kredite an bonitätsstarke Unternehmen vergeben werden.
Speziell für den mit geringer Eigenkapitalquote ausgestatteten deutschen Mittelstand sind günstige Bankdarlehen aufgrund der daraus resultierenden schlechteren Ratings und verstärkt durch die Kreditkrise kaum noch zu bekommen. Auch die teure Eigenkapitalaufnahme kommt für viele Unternehmen nicht in Frage, da sie den Einfluss von außen fürchten und einen Kompetenzverlust vermeiden möchten. Daher müssen die Unternehmen langfristig umdenken, um den erhöhter Bedarf der Finanzierung decken zu können. So bieten sich Finanzierungsmodellen an, die zwischen Eigen- und Fremdkapital liegen. Die Vorteile des Mezzanine-Kapital liegen in den flexiblen Ausgestaltungsmöglichkeiten an jedem Punkt der Skala zwischen Eigen- und Fremdkapital. So kann die Mezzanine-Finanzierung als idealer „Lückenfüller“ angesehen werden, wodurch der Markt für Mezzanine-Kapital in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist. Doch durch was zeichnen sich diese Mezzanine-Finanzinstrumente aus? Und kann Mezzanine-Kapital wirklich die Lösung für eigenkapitalschwache Unternehmen sein? Auf diese Fragen sollen nun im Verlauf der Arbeit eingegangen und weitere Aspekte der Mezzanine-Finanzierung erläutert werden.
1.2 Gang der Untersuchung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Möglichkeiten der Mezzanine-Finanzierung für Unternehmen umfassend darzustellen. Diese Finanzierungsalternativen sollen anhand der ausgewählten Finanzinstrumente aufgezeigt werden. Hierzu wird einleitend Mezzanine-Kapital definiert, indem es von der Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung abgegrenzt wird. Im Anschluss daran, werden die jeweiligen Ausprägungen des Mezzanine-Kapital vorgestellt sowie die Anwendungsbereiche genauer aufgezeigt. Gerade im Bereich der Mittel-standfinanzierung wird Mezzanine-Kapital häufig als letzte Möglichkeit angesehen. Hierzu
1
wird ein typischer Mezzanine-Kapitalaufnahmeprozess aufgezeigt. Das zweite Kapitel schließt dann mit einem kurzen Überblick über die wichtigsten Finanzierungsinstrumente innerhalb der Mezzanine-Finanzierung sowie deren wirtschaftlichen, steuerlichen sowie billanzielen Vorteile.
Das dritte Kapitel befasst sich gezielt mit dem eigenkapitalähnlichen Finanzierungsinstrument Genussrechte bzw. Genussscheine. Hierbei erfolgt neben einer Definition auch eine kurze Darstellung der vertraglichen Bedingungen und Konditionen, die sowohl steuerlich als auch bilanziell betrachtet werden. Im letzten Kapitel wird ein fremdkapitalähnliches Finanzinstrument einschließlich dessen Charakteristika vorgestellt. Hierbei wird wiederum die steuerliche und bilanzielle Betrachtung von Nachrangdarlehen genauer dargelegt. Abschließend erfolgt nochmals eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse, welches mit einem Fazit über Mezzanine-Finanzierung schließt.
2 Mezzanine Finanzierung
2.1 Mezzanine-Kapital als Finanzierungsform zwischen Eigen-und Fremdkapital
Eine genaue Definition für den Begriff Mezzanine-Kapital ist weder in der Ökonomie noch in der Rechtswissenschaft zu finden. Ursprünglich wird das Wort „Mezzanine“ aus dem italienischen „Mezzanino“ abgeleitet, und steht für einer in der Renaissance typischen Bauweise eines Halbgeschosses, das zwischen zwei Hauptgeschossen liegt. 1 Übertragen auf Finanzierungsaspekte bildet Mezzanine-Kapital danach eine Zwischenform von Eigenkapital und Fremdkapital. In vielen wissenschaftlichen Büchern wird Mezzanine-Kapital häufig zu den „hybriden“ Finanzierungsformen gezählt. 2 Trotz rechtlich eindeutiger Zuordnung zu Eigenkapital und Fremdkapital enthält Mezzanine-Kapital stets Merkmale der jeweiligen anderen Art. So weist Mezzanine-Kapital je nach Ausgestaltung mehr eigenkapitaltypische oder mehr fremdkapitaltypische Eigenschaften auf. 3 Verfügt ein Mezzanine-Kapital vermehrt über eigenkapitalähnliche Eigenschaften, wird es häufig als Equity Mezzanine bezeichnet, während Mezzanine- Finanzierungsformen, bei denen die fremdkapitalnahen Merkmale stärker ausgeprägt sind, Debt Mezzanine genannt werden. 4 Im Folgenden werden nun die Finanzie-rungsformen Eigen- und Fremdkapital sowie Mezzanine-Kapital genauer betrachtet und von-einander angegrenzt.
1 Vgl. Drukarczyk, J. (2008), S. 409.
2 Vgl. Eayrs, W./ et al. (2007), S. 477.
3 Vgl. Häger, M./ Elkemann-Reusch, M. (2007), S. 22.
4 Vgl. Werner, H. (2004), S. 31. Und 34.
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Überlässt ein Kapitalgeber Kapital in Form von Eigenkapital, so weist er eine Stellung als Gläubiger auf und ist zudem noch an der Unternehmensleitung partizipativ beteiligt. Stellt er allerdings nur Fremdkapital zur Verfügung, wird er ausschließlich als Gläubiger behandelt. 5 Bei Mezzanine-Kapital kann der Kapitalgeber je nach Vertragsverhältnissen und deren Ausgestaltung sowohl Gläubiger als auch Gesellschafter sein. Während der Gläubiger in der Regel über keine Rechte am Unternehmen verfügt, besitzt der Gesellschafter hingegen In-formations-, Leistungs- und Kontrollrechte bezüglich des Unternehmens. 6 Bei Mezzanine-Kapital hängt die Einräumung von Rechten wiederum stark von den Ausgestaltungen der Vertragsbedingungen ab, so sind Informations-, Leistungs- und Kontrollrechte durchaus möglich, in der Praxis werden aber häufig nur Informationsrechte zugesprochen, um die Gesellschafterstruktur nicht zu beeinträchtigen. 7 Des Weiteren ist ein Gesellschafter sowohl am Gewinn als auch am Verlust des Unternehmens beteiligt und trägt dadurch ein erhöhtes Risiko. Dagegen besitzt ein Gläubiger unabhängig vom Gewinn oder Verlust des Unternehmens einen Zinsanspruch und ist daher, mit Ausnahme des Insolvenzrisikos, auch nicht am Unternehmensrisiko beteiligt. 8 Dabei finden sich bei den Mezzaninen sowohl fixe als auch erfolgsabhängige Vergütungsmodelle. Auch hier kommt es wieder auf die Ausgestaltungs-form des Mezzanine-Vertrages an, welches Vergütungsmodell gewählt wird. Häufig werden beide Komponenten zusammen verbunden. Dabei gliedern sich die Bestandteile der Vergütung in eine laufende fixe Vergütung und eine mögliche Partizipation am Unternehmenserfolg (Equity Kicker). Die verschiedenen Formen des Equity Kicker können z.B. das Recht auf Teilnahme an einer Kapitalerhöhung sein (echter Equity Kicker) oder Prämienzahlungen bzw. Sonderzahlungen, die sich am Unternehmenserfolg orientieren können (virtueller Equity Kicker) oder unabhängig davon ausgezahlt werden (Non Equity Kicker). 9 Was die Haftung anbelangt, haftet ein Gesellschafter in Höhe seiner Einlagen und zum Teil sogar darüber hinaus mit seinem Privatvermögen, während der Gläubiger keinerlei Haftung unterliegt. Beim Mezzanine-Kapitalgeber hängt es wiederum davon ab, ob er nach den Vertragsbedingungen eher zu den Gläubigern oder zu den Gesellschaftern zuzählen ist. Kommt es zu einer Insolvenz, werden die Vermögensansprüche eines Gesellschafters nur berücksichtigt, wenn der Liquidationserlös die Schuldenlast übersteigt. Im Gegensatz dazu zeichnet sich das Fremdkapital dadurch aus, dass es vorrangig gegenüber dem Eigenkapital ist und der Vermögensanspruch weiterhin nominal in Höhe der Forderungen bestehen bleibt 10 Auch hier ist die Zwischenstellung von Mezzanine-Kapitals deutlich zu sehen, da dieses bezüglich der Haftung
5 Vgl. Wöhe, G./Bilstein, J. (2002), S. 178.
6 Vgl. Schäfer , H. (2002), S. 15.
7 Vgl. Plankensteiner, D./ Rehstock, T. (2005), S. 791f.
8 Vgl. Perridon, L./Steiner, M. (2007), S. 348.
9 Vgl. Link, G. /Reichling, P. (2000), S. 266.
10 Vgl. Perridon, L. /Steiner, M. (2007), S. 348.
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nachrangig zum Fremdkapital ist, dagegen vorrangig gegenüber dem Eigenkapital behandelt wird. Folglich hiervon ist, dass in der Regel erst die Fremdkapitalgeber bedient werden, danach die Mezzanine-Kapitalgeber und erst zum Schluss die eigentlichen Gesellschafter ihre Forderungen gegenüber der Gesellschaft gelten machen können.
Aufgrund des erhöhten Risikos des Kapitalgebers bezüglich der Nachrangigkeit werden in aller Regel bestimmte Schutzklauseln oder Verpflichtungsbestimmungen, so genannte Covenants vereinbart, die zum Zuge kommen, wenn der Kapitalnehmer seinen Verpflichtung nicht nachkommt. Diese Covenants können sehr vielfältig ausgestaltet werden. Sie können beispielsweise regelmäßige Informationspflicht beinhalten oder auch das Einhalten von vereinbarten Kennzahlen (Financial Covenants) wie EBIT, Cashflow oder auch den Verschuldungsgrad. 11
11 Vgl. Becker, H. (2008), S. 193.
4
Bezüglich der Vergütung steht auch hier das Mezzanine-Kapital wieder zwischen dem Eigenkapital und dem Fremdkapital. Die höchste Vergütung erhält der Gesellschafter, da er das größte Ausfallrisiko trägt, während der Gläubiger die niedrigste Vergütung erhält, da er, wie bereits erwähnt, von der Haftung freigestellt ist. 12 Ferner ist der Gesellschafter unbefristet am Unternehmen beteiligt, während das Fremdkapital bereits bei Vertragsunterzeichnung nur für eine bestimmte Laufzeit gewährt wird. 13 Die zeitliche Verfügbarkeit von Mezzanine-Kapital ähnelt dem des Fremdkapitals und ist zeitlich normalerweise auf fünf bis zehn Jahren begrenzt. Um die Liquidität des kapitalaufnehmenden Unternehmens zu schonen, werden üblicherweise tilgungsfreie Jahre und/oder endfällige Tilgungszahlungen vereinbart. 14
Nach den einschlägigen Steuergesetzen wird Mezzanine-Kapital als Fremdkapital behandelt, da die Aufwendungen in diesem Fall abzugsfähige Betriebsausgaben darstellen. Des Weiteren wird versucht, Mezzanine-Kapital in der Bilanz eines Unternehmens zum wirtschaftlichen Eigenkapital zu formen, da es dadurch die Eigenkapitalquote erhöht und somit die Bonität und das Rating des Unternehmens besser klassifiziert. 15
2.2 Erscheinungsformen von Mezzanine-Kapital
Im Hinblick auf die Erscheinungsformen mezzaniner Finanzierungsinstrumente wird in der Literatur überwiegend zwischen privatplatzierten und damit gering fungiblen sowie kapital-marktorientierten und somit fungiblen Finanzinstrumenten differenziert. 16 Link beispielsweise differenziert zwischen einer engen und einer weiten Auslegung des Begriffs Mezzanine, wobei die engere Auslegung lediglich die private, zweiseitige Finanzierungsebene berücksichtigt, die nicht über den Kapitalmarkt abgewickelt wird, während bei der weiten Auslegung des Begriffs Mezzanine sowohl private als auch öffentliche Kapitalmarktprodukte mit einbezogen werden. 17 Auch Rudolph nimmt eine Einordnung nach der Handelbarkeit der mezzaninen Finanzierungsinstrumente vor und differenziert zwischen den Begriffen „public mezzanine“ (kapitalmarktorientierte Instrumente) und „private mezzanine“ (buchmäßige Mezzanine-Finanzierungen). 18
Zu den Privatplatzierungsinstrumenten zählen nicht verbriefte Mezzanine-Finanzierungs-formen wie stille Beteiligungen, Genussrechte und sämtliche Finanzinstrumente, die zu den
12 Vgl. Häger, M./ Elkemann-Reusch, M. (2007), S. 23.; Eayrs, W./ et.al. (2007), S. 477.
13 Vgl. Schäfer, H. (2002), S. 15.
14 Vgl. Prätsch, J. /et. al. (2007), S. 208.; Eayrs, W./ et.al. (2007), S. 477.
15 Vgl. Grunow, H.-W./Figgener, S. (2006), S. 192.
16 Vgl. Betsch, O./ et. al. (2000), S. 303f.
17 Vgl. Link, G. (2002), S. 10.
18 Vgl. Rudolph, B. (2006), S. 354.
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Arbeit zitieren:
Bachelor (B.Sc.) Christina Baiker, 2010, Mezzanine Kapital, München, GRIN Verlag GmbH
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