- II -
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Länderrisiken. 2
2.1 Begriff des Länderrisikos. 2
2.2 Politische Risiken 3
2.3 Währungsrisiken 4
3. Beurteilung und Bewältigung von Länderrisiken. 5
3.1 Informationsquellen. 5
3.2 Länderrating 6
3.3 Risikomanagement 8
4. Bedeutung der Länderrisiken bei Direktinvestitionen im
Ausland 9
4.1 Allgemeine Bedeutung 9
4.2 Einfluss auf die Wahl der Unternehmenstypen 11
5. Ausländische Direktinvestitionen in der Ukraine 12
6. Fazit 13
Literaturverzeichnis 15
BERI Business Environment Risk Intelligence
BRS Business Risk Service
CEN confiscation, expropriation, nationalization
EU Europäische Union
EuroStat Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaft
Index
KT Konvertierungs- und Transferrisiken
Mio. Million
Mrd. Milliarde
ORI Operation Risk Index
PRI Political Risk Index
PwC PriceWaterhouseCoopers
R-Faktor Rückzahlungsfaktor
SARS Severe Acute Respiratory Syndrome
USD US-Dollar
WiSt Wirtschaftswissenschaftliches Studium
ZM Zahlungsverbot und Moratorium
- 1 - 1. Einleitung
Die Integration von Unternehmen in die Weltwirtschaft kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen. Zum einen kann ein Unternehmen in seinem Heimatland produzieren und im Wege des Außenhandels Güter in andere Länder exportieren. Zum anderen besteht die Möglichkeit das internationale Engagement mithilfe von Direktinvestitionen im Ausland zu stärken.
Der Begriff der Direktinvestition bezeichnet eine Auslandsinvestition mit dem Ziel im Ausland unternehmerisch tätig zu werden oder entscheidenden Einfluss auf die Geschäftspolitik eines ausländischen Unternehmens auszuüben. Dies kann durch Neugründung eines Unternehmens oder durch Beteiligung an bzw. Übernahme von einem bereits existierenden Unternehmen realisiert werden. 1
Die weltweiten Direktinvestitionsbestände sind insbesondere in den letzten Jahren stark angestiegen. Lag der Bestand im Jahr 1980 noch bei ca. 560 Mrd. USD schätzt man ihn im Jahr 2007 auf ca. 15.600 Mrd. USD. Diese dynamische Internationalisierung der Wirtschaft hat Mitte der achtziger Jahre zu einer Veränderung der internationalen Arbeitsteilung geführt, einhergehend mit einer zunehmenden Lösung vom Außenhandel. 2
Die Entscheidung zur Tätigung einer Direktinvestition ist eine der anspruchsvollsten und risikoreichsten Aufgaben im Rahmen der Unternehmensführung. Sie erfordert internationale Managementkompetenz, denn verbunden mit verbesserten Marktchancen ist der Erfolg eines Unternehmens auch maßgeblich vom Ausschluss der Länderrisiken abhängig. Das Länderrisiko erlangt eine besonders entscheidende Bedeutung bei Direktinvestitionen. 3
1 Vgl. Büter, C. (2010), S. 117ff.
2 Vgl. Kutschker, M./ Schmid, S. (2008), S. 110f.;
vgl. dazu auch UNCTAD (2008).
3 Vgl. Büter, C. (2010), S. 118f.
- 2 - 2. Länderrisiken
2.1 Begriff des Länderrisikos
Allgemein geht man bei einem Risiko von der Wahrscheinlichkeit aus, dass durch ein bestimmtes Verhalten ein Nachteil eintreten oder ein erwarteter Vorteil ausbleiben kann. 4
Die Risiken einer internationalen Geschäftstätigkeit lassen sich in Länderrisiken und ökonomische Risiken unterteilen. Ökonomische Risiken haben ihre Ursache in unternehmerischen Fehleinschätzungen des ausländischen Marktes. Darunter fallen beispielsweise das Marktrisiko, das Preisrisiko oder das Kursrisiko. 5 In dieser Seminararbeit werden ökonomische Risiken nicht direkt behandelt.
Für den Begriff Länderrisiko existiert in der Literatur keine einheitliche Betrachtungsweise.
Länderrisiken können definiert werden als die „mit der unternehmerischen Tätigkeit verbundenen und aus dem Gastland resultierenden Gefahren des Nichterreichens unternehmerischer Zielsetzungen, die aus der gesamtwirtschaftlichen, politischen und soziokulturellen Situation eines Landes resultieren“ 6 .
Länderrisiken können als Marktbarriere empfunden werden. Politische Instabilität, protektionistische Maßnahmen des Staates in Form von Investitionsverboten oder das Risiko der Enteignung tragen beispielsweise zur Abschreckung von Direktinvestoren bei. 7 Je nach Art und Intensität eines Auslandsengagements unterscheidet sich die Risikobetroffenheit. Im Gegensatz zur Exporttätigkeit oder Lizenzvergabe, stellen internationale Engagements in Form von Direktinvestitionen weitaus risikoreichere Internationalisierungsstrategien dar. 8
4 Vgl. Altmann, J. (2001), S. 282f.
5 Vgl. Jahrmann, F.-U. (2007), S. 291.
6 Berndt, R./ Cansier, A. (2003), S. 329.
7 Vgl. Altmann, J. (2001), S. 21.
8 Vgl. Büter, C. (2010), S. 74;
vgl. dazu auch Müller, S./ Kornmeier, M. (2002), S. 510.
- 3 - TypischeLänderrisiken umfassen die Bereiche der politischen Risiken so-wie der Währungsrisiken. Politische Risiken werden in sechs Risiken un-terteilt. 9
2.2 Politische Risiken
Die Entstehungsgründe und Ursachen für politische Risiken sind für den Investor meist nicht ohne weiteres erkennbar und prognostizierbar. Politische Risiken entstehen durch politische Instabilität, kriegerische Ereignisse, Boykott oder Änderungen rechtlicher Gegebenheiten. 10
Das Enteignungsrisiko beschreibt die Gefahr, dass der ausländische Staat das Unternehmensvermögen beschlagnahmt sowie teilweise oder vollständig verstaatlicht. Es werden drei Formen der Enteignung unterschieden, auch CEN-Risiken genannt (confiscation, expropriation, nationalization): Enteignung im engeren Sinne bedeutet, dass das Vermögen und die Rechte einzelner Unternehmen gegen angemessene Entschädigung enteignet werden. Werden ganze Gruppen von Unternehmen verstaatlicht, meist verbunden mit einem Entschädigungsanspruch, spricht man von Nationalisierung. Bei der Konfiszierung handelt es sich um den extremsten Fall der Enteignung, denn nach politischen Umstürzen oder Revolutionen, wird meist die gesamte Wirtschaft eines Landes beschlagnahmt. 11
Das Transferrisiko steht für die Gefährdung der Rückführung von Gewinnen oder des investierten Kapitals. Die ZM-Risiken (Zahlungsverbot und Moratorium), als eine besondere Form des Transferrisikos, beziehen sich auf die mangelnde Schuldendienstfähigkeit oder Devisenknappheit eines Landes. Im Rahmen des Zahlungsverbotsrisikos hindern staatliche Eingriffe zahlungswillige bzw. zahlungsfähige Schuldner an der Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten. Die staatliche Anordnung eines Zahlungsaufschubs (Moratorium) wird häufig so durchgeführt, dass eingehende Zahlungen
9 Vgl. Haas, H.-D./ Neumair, S.-M. (2006), S. 716f.
10 Vgl. Büter, C. (2010), S. 73f.
11 Vgl. Backhaus, K./ Büschken, J./ Voeth, M. (2003), S. 138.
Arbeit zitieren:
Angela Metz, 2010, Bedeutung und Formen von Länderrisiken bei Direktinvestitionen, München, GRIN Verlag GmbH
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