Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 2
Einleitung 3
Natur - oder Umweltschutz? 3
Wandel der Naturverständnisse 4
Entstehungsgeschichte des deutschen Naturschutzes 5
Begriffe zur Ethik 7
Definition und Inhalt der Umweltethik 7
Ethische Standpunkte 9
Urteilsbildung in der Umweltethik 10
Diskussion und Ausblick 12
Quellen 14
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Standpunkte der Umweltethik. Quelle: eigene Darstellung 9
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Einleitung
Zum Thema Naturschutz gibt es sowohl auf privater wie auf politischer Ebene die unterschiedlichsten Einstellungen und Meinungen. Der eine widmet sich ehrenamtlich mit viel Engagement, der nächste beruflich aktiv dem Naturschutz. Andere wiederum haben zwar Interesse am Thema, sind aber nicht selbst tätig. Wiederum andere zeigen kaum Bewusstsein für Naturschutz oder sind aus unterschiedlichsten eher Gründen dagegen.
Das gesellschaftliche Bild ist also sehr heterogen. Wie kann das erklärt werden, woher kommen die Unterschiede? Welche Antworten auf die Frage ‚Weshalb Natur schützen?’ gibt es und lassen sie sich eventuell zusammenfassen? Aus Sicht der Ethik gibt es heute vier Standpunkte, denen die meisten Personen zugeordnet werden können. Sie sollen in dieser Ausarbeitung vorgestellt werden mit vorheriger Erläuterung der Entstehung von Naturschutz. Außerdem stellt sich daran anschließend die Frage, warum und inwiefern diese unterschiedlichen Anschauungen für den Naturschutz wichtig sind. Auch hierauf soll eine Antwort gegeben werden.
Was aber ist eigentlich Naturschutz? Schon begrifflich unterscheidet er sich vom Umweltschutz. Aber worin liegen die inhaltlichen Unterschiede der beiden Ansätze? Das sollte zunächst diskutiert werden, um eine Basis für Verständnis und Argumentation zu schaffen.
Natur- oder Umweltschutz?
Die Natur ist laut DUDEN 2007 „alles, was an organischen und anorganischen Erscheinungen ohne Zutun des Menschen existiert oder sich entwickelt; …[ist die] Gesamtheit der Pflanzen, Tiere, Gewässer und Gesteine als Teil der Erdoberfläche oder eines bestimmten Gebietes, das nicht oder nur wenig von Menschen besiedelt und umgestaltet ist“. Die Umwelt hingegen ist die „auf ein Lebewesen einwirkende, seine Lebensbedingungen beeinflussende Umgebung“ (Duden 2007). Diese beiden Definitionen sollen als Grundlage der Ausarbeitung dienen. Natur gilt also grundsätzlich als alles, was aus sich heraus entsteht und existiert und nicht durch den Menschen beeinflusst ist. Heutzutage ist ein solcher Zustand allerdings kaum noch anzutreffen, deshalb auch die etwas vage Formulierung der Definition, dass Natur zumindest weitgehend nicht beeinflusst ist. Die Umwelt wiederum ist der Teilbereich der Natur, der für das Dasein eines bestimmten Lebewesens relevant ist und in Wechselbeziehung zu ihm steht. Das schließt auch soziale und kulturelle Gegebenheiten ein. Umwelt ist also eine Verknüpfung von Natur und Kultur. Dementsprechend unterscheiden sich auch die beiden Schutzansätze. Der Naturschutz beinhaltet „gesetzliche Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und Erhaltung von Naturlandschaften, Naturdenkmälern o.ä. oder von seltenen, in ihrem Bestand gefährdeten Pflanzen und Tieren“ (Duden 2007). Er widmet sich also dem Schutz der Natur um ihrer Selbst willen ohne den Menschen in die Argumentation mit einzubeziehen. Der Umweltschutz dagegen ist knapp gefasst der „Schutz der natürlichen Umwelt“ (Duden 2007). Bei dieser Definition ist allerdings der Begriff ‚natürlich’ nicht ganz eindeutig. Genauere Anhaltspunkte liefert hier die wissenschaftliche Definition nach MEYERS LEXIKON DER NATURWISSENSCHAFTEN, hier gilt Umweltschutz als „auf Umweltforschung und Umweltrecht basierende Maßnahmen und Bestrebungen, die dem Erhalt der Lebensgrundlagen des
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Menschen, dem Schutz der Natur sowie zum Ausgleich gestörter ökologischer Beziehungen dienen“ sowie als „Verringerung von Umweltbelastungen, Umweltschädigungen und Umweltzerstörungen durch industrielle Produktion im weitesten Sinne“. Auch hier wird der Begriff Naturschutz nicht ausgeschlossen und kann wohl im bereits definierten Sinne verstanden werden. Allerdings liegt der Fokus dieses Ansatzes eher auf dem Schutz von Gegebenheiten, die dem Menschen und seinem Wohlergehen dienlich sind. Der Mensch wird also in die Mitte der Argumentation gestellt. Das dies heutzutage aber zunehmend den Schutz der gesamten Natur im existentiellen Sinne erfordert, soll in der Abschlussdiskussion aufgezeigt werden.
Wandel der Naturverständnisse
Wie schon erläutert, gibt es verschiedene Standpunkte im Hinblick auf den Umgang mit dem Thema Naturschutz. Wie aber kommen diese zustande? Wie haben sie sich entwickelt im Laufe der Zeit? Grundlage hierfür bilden die verschiedenen Formen der Naturwahrnehmung, wie sie sich im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickelt haben.
In der Frühzeit der menschlichen Geschichte hatte vorrangig das reine Überleben des Menschen Bedeutung. Die Natur war dabei hauptsächlich notwendige Lebensgrundlage und der Mensch ihr gegenüber in direkter Konfrontation ausgesetzt. Sie wurde daher auch als Bedrohung wahrgenommen, vor der man seine eigene Existenz bewahren musste. Der Mensch war damals sehr eng mit der Natur verbunden und hatte noch nicht die Möglichkeiten heutiger Gesellschaften, sich auch naturfern zu entwickeln und bis zu einem gewissen Grad von ihr zu lösen. Das Naturverständnis kann wohl mit dem Sprichwort ‚Kampf ums Überleben’ recht treffend beschrieben werden. (Bleier 1997)
Dieses Verständnis entwickelte sich vor allem in den Hochkulturen mit der Zeit weiter. In der Antike und dem Denken der Griechen beispielsweise bestand Natur als ein Ganzes. Sie war geprägt von Werden und Vergehen (Bender 2002). Dabei waren in diesem Verständnis auch Götter inbegriffen. Den Denkern dieser Zeit ging es um die Beobachtung und Erklärung des Ursprungs des Lebens. Sie waren auf der Suche nach der Grundgestalt, nach Gründen für die Existenz des Lebens (Bleier 1997). Thales von Milet (624- 540 v.Chr.) definierte z.B. das Wasser als Grundgestalt des Lebens: „Der Urgrund von allem ist das Wasser. Das Wasser ist das schönste Ding der Welt.“ Diese Epoche wird auch als Beginn des abendländischen Denkens verstanden.
Im Gegenzug zu den Griechen deuteten die Römer Natur nicht als Ganzes. Vielmehr grenzten sie Personen gegenüber Dingen (Natur) ab (Bender 2002). Der Mensch war in ihrem Naturverständnis nicht inbegriffen in Natur, sondern er konnte über Dinge verfügen. Allerdings existierten auch für die Römer in der Natur Götter. Der jüdisch-christliche Glaube vollzieht erstmals die Trennung zwischen Gott und Natur. In ihm gibt es einen Erschaffer und sein Geschaffenes, dargestellt in der Schöpfungsgeschichte. Nach Genesis soll der Mensch einerseits ‚sich die Erde untertan machen‘ und andererseits ‚sie bewahren‘. (Bender 2002) Dem Menschen kommt also eine Sonderstellung mit Verantwortung gegenüber der Natur zu. Kritisch
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wird oft der Vorwurf erhoben, die Umsetzung des Herrschaftsauftrages sei der Grund der heutigen ökologischen Krise.
Das religiös verankerte Verständnis von Natur wurde in der Neuzeit ab dem 17.Jahrhundert durch die Aufklärung verweltlicht. Es herrschte ein starker Vormarsch der Naturwissenschaften, die ihre Argumente in der wissenschaftlichen Erkenntnis der Natur suchten. Das bekannte Zitat von Francis Bacon: ‚Wissen ist Macht‘ und die Methodik von René Descartes: ‚Ich denke, also bin ich‘ stehen beispielhaft für das Verständnis dieser Zeit. Hieraus erklärt sich auch die Verstärkung der gezielten Nutzung von Natur. (Bender 2002)
Diese Nutzung entwickelte sich in der Moderne weiter, teilweise bis ins Extreme hinein. Der Mensch lernte, sich dem direkten Einfluss der Natur zu entziehen. Er hat
sich mittlerweile in vielen Teilen des Globus durch Technologie weit entfernt von der Natur. Viele Gesellschaften leben in naturfernen Umwelten. Dadurch kann Natur einerseits auch vermehrt als schön und angenehm wahrgenommen werden, da sie oft zur Erholung oder für andere positive Erlebnisse dient. Andererseits entstand daraus eine globale Übernutzung der Natur, die aktuell immer deutlicher wahrnehmbar wird. Da davon künftig die gesamte Menschheit in ihrer Existenz betroffen sein wird, schließt sich an dieser Stelle der Kreis. Das Naturverständnis gelangt an den Punkt, an dem erneut Natur verstärkt als Bedrohung empfunden werden kann. Allerdings dieses Mal im Gegenzug zur Frühzeit der Geschichte aufgrund der menschlichen Eingriffe und der daraus folgenden anthropogenen weltweiten Degradation der Natur.
Mit der Entwicklung der Menschheit in Zeit und Raum wandeln sich die Naturverständnisse. Alle dargestellten Verständnisse existieren aber nicht singulär, sondern bestehen in ihrer fortschreitenden Entwicklung nebeneinander und ergänzen sich. Allerdings zeigen zeitlich abgrenzbare Phasen einen deutlichen Trend hin zu einer vorwiegend herrschenden Ansicht.
Anknüpfend an das dargestellte Verständnis der Moderne stellt sich die Frage, ob dieses nicht mittlerweile an seine Grenzen kommt. Bedarf es eines neu konzipierten Verständnisses? Können dabei schon früher existierende Ansichten wieder neu bereichernd wirken? Anscheinend ist die stark funktionalistische Einstellung gegenüber der Natur aktuell nicht mehr vertretbar, wenn der Planet an die Grenzen seiner Tragfähigkeit gelangt, das Leben der heutigen Menschheit zu sichern. Ist ein Umdenken nötig und wenn ja in welche Richtung? Die Abschlussdiskussion nimmt sich einer Aussage dazu an.
Entstehungsgeschichte des deutschen Naturschutzes
Wie bisher erläutert haben sich im Laufe der Geschichte die Naturverständnisse des Menschen gewandelt. Auch die Bestrebungen zum Schutz der Natur und die dazu angewandten Maßnahmen sind Veränderungen unterlegen. Seine Anfänge findet der Schutz der Natur in Deutschland im 19. Jahrhundert. Ursprung des Naturschutzes im heutigen Sinne ist der Heimatschutz - hier diente die Kulturlandschaft als Leitbild. Während der Industrialisierung kam es zu einer starken Verstädterung und zunehmenden Verschmutzung. Das in Großstädten ansässige Bürgertum fing zunehmend an die umliegenden Landschaften für Erholungszwecke wertzuschätzen. Es entstand der traditionelle Sonntagsspaziergang und es bildeten sich auch auf Ebene der Arbeiterklassen
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Arbeit zitieren:
Julia Baum, 2010, Natur schützen - weshalb?, München, GRIN Verlag GmbH
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