Daniel Fischer
Inhaltsverzeichnis
1 Begründender Teil. 3
1.1 Bedingungsanalyse 3
1.2 Sachanalyse 5
1.3 Ziele 10
1.3.1 Übergeordnete Ziele. 10
1.3.2 Ziele der Unterrichtsstunde 10
1.4 Didaktisch-methodische Analyse 10
2 Verlaufsskizze der Unterrichtsstunde 13
3 Anhang 16
3.1 Literaturverzeichnis. 16
3.2 Tafelbild/Kopien der eingesetzten Medien 18
0.) Zimmeransicht 18
1.) Tafelbild 19
2.) Folie: Schlacht bei Carrhae (53 v. Chr.) 20
3.) Folie: Augustus von Prima Porta. 21
4.) Arbeitsblatt: Augustus 22
5.) Arbeitsblatt: Sueton. 23
6.) Arbeitsblatt: Tacitus. 24
4 Erklärung zur selbständigen Anfertigung der Arbeit 25
2
1 Begründender Teil
1.1 Bedingungsanalyse
Der Geschichtsunterricht in Klasse 6/2 findet generell montags als Blockunterricht in den Stunden drei und vier statt (9:20 - 10:50 Uhr). Die Prüfungslehrprobe erstreckt sich über eine Unterrichtsstunde. Trotz der Tatsache, dass sich die Schüler 1 ab Klasse sechs an unserem Gymnasium an das Blockmodell gewöhnen sollen, erachte ich es als für den Unterricht förderlicher, bei 90 Minuten eine kurze Pause von fünf Minuten einzulegen. Die Schüler sind diesen Rhythmus mittlerweile gewöhnt, der für die Unterrichtsarbeit Früchte bezüglich der Konzentration und Arbeitsergebnisse trägt. Für die Prüfungslehrprobe waren eine Verlegung des Unterrichts und Zimmerumplanung wünschenswert. Der Fachraum Geschichte W 201 ist größer. Das Arbeiten mit 27 Schülern wirkt hier nicht mehr beengt. Außerdem sitzen die Schüler hier in „klassischen“ Bankreihen, was der methodischen Arbeit in der Stunde dienlicher sein wird.
Für den Unterricht stehen Medien in Form von Overheadprojektor und einer klappbaren und höhenverschiebbaren Wandtafel bereit. Die rechte Klappseite der Tafel behindert allerdings das gleichzeitige Zeigen von Folien. Die einzige Projektionsfläche in diesem Raum ist dieser Einschränkung unterworfen. Das Zimmer hat den Nachteil zweier Fensterreihen.
Hinsichtlich des Arbeitsklimas der Klasse muss gerade aus den Erfahrungen der letzten Wochen die große Differenziertheit in den Leistungen angesprochen werden. Die zweite Leistungskontrolle (Rückgabe erfolgte am 16.11.2009) hatte folgendes Ergebnis:
Gerade weil die Rückgabe in der letzten Stunde erfolgte, kann es vorkommen, dass die Schüler mit den weniger erfreulichen Benotungen demotiviert sind. Bei einigen scheint sich der Abwärtstrend in den Leistungen zu verstetigen. Es bleibt zu prüfen, inwiefern andere Fächer Gleiches bestätigen. Der Notenspiegel zeigt symptomatisch die extreme Leistungsstreuung in der Klasse: Es gibt entweder sehr gute Schüler, die hoch motiviert sind und dies in reger Mitarbeit zeigen, und
1 In den weiteren Ausführungen wird auf differenzierte weibliche und männliche Bezeichnung in der Schreibweise verzichtet.
Wenn vom Schüler geschrieben wird, schließt das aufgrund einer lesbaren Darstellung auch Schülerinnen ein.
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es gibt jene Schüler, deren schlechte schriftliche Leistungen auch die Mitarbeit im Unterricht widerspiegeln.
Trotzdem, das Sozialverhalten der Klasse insgesamt in den Blick genommen, treten sich die Schüler mit Respekt gegenüber. Das Klassenklima ist intakt. Gegenseitige unterstützende Handlungen im Unterricht sind oft zu beobachten. Zwei Schüler treten im Unterricht (Mitarbeit, Qualität der Antworten) besonders stark in Erscheinung und gestalten den Unterricht teilweise aktiv mit. Sie bereichern den Unterricht mit Material, das sie von zu Hause mitbringen. Ebenso ragen als leistungsstarke Prestigeschüler zwei Mädchen hervor. Bezüglich der Mitarbeit gibt es ein großes Mittelfeld zwischen denen, die mitarbeiten und denen, die sich konsequent nicht beteiligen. Der Mehrheit der Klasse mangelt es an Sorgfalt bei der Erledigung von Hausaufgaben und Führen des Hefters. Ich habe deshalb angekündigt, die Hefter zu kontrollieren. Einem Schüler, und das merkt man, fällt das Fach Geschichte sehr schwer. Er bemüht sich jedoch. Der Schüler wirkt insgesamt ruhig und zurückhaltend und muss direkt eingebunden werden. Seine merkliche Außenseiterrolle in der Klasse ist nicht zu übersehen. In den letzten Stunden arbeitete er jedoch verstärkter mit und ließ zunehmend Ehrgeiz an der Verbesserung seiner Noten erkennen. Zu den leistungsschwachen Schülern zählen besonders einzelne Jungen. Große Probleme treten insgesamt noch im Umgang mit Textquellen auf. Hier müssen noch Kompetenzen entwickelt und geschärft werden, Quellen anhand konkreter Aufgaben zu untersuchen, und bei der Bearbeitung und Auswertung nicht in anekdotische Ausschmückungen abzugleiten. Die Stunde dient diesem Kompetenzaufbau zur Quellenanalyse. Viele Schüler neigen dazu, das, was sie gelesen haben, mit eigenen Ausschmückungen zu versehen. Einige glauben in ausschweifenden Antworten liege die Qualität der Erarbeitung zu Problemfragen. Die Schüler müssen noch lernen, kurze und prägnante Lösungen zu formulieren. Mitunter hat sich, trotz mehrfacher Hinweise, noch nicht die Erkenntnis durchgesetzt, in vollständigen Sätzen zu antworten. Hier wird konsequent sanktioniert werden müssen. Qualität und Quantität der Schülerant-worten müssen noch geschärft und komprimiert werden. Ansätze dazu sind seit vier Stunden zu erkennen.
Die Schüler treten mehr und mehr in das pubertäre Alter ein. Das schlägt sich mitunter in der Unterrichtsdisziplin nieder. Temperamentvolle „Ausbrüche“ zeigen bisher allerdings nur die Jungen. Kein Schüler stört die Unterrichtsdisziplin beson-
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ders, dass hier eine Erwähnung stattfinden müsste. Sofortige Mahnungen zeigen in dieser Klasse Wirkung. Die altersspezifischen Besonderheiten (Pubertät) werden im Verhalten verschiedener Schüler offenbar, die temporär durch Schwatzen stören; den Unterricht insgesamt bringt dies nicht aus dem Gleichgewicht. Die Klasse ist im Umgang mit Referendaren erfahren. Auch im letzten Schuljahr war sie Prüfungsklasse einer Referendarin im Fach Geschichte. Auch aus diesem Grunde und den positiven Erzählungen „meiner Vorgängerin“ habe ich diese Klasse sofort als für die Prüfungslehrprobe geeignet angesehen. Der Unterricht in dieser Klasse macht mir insgesamt sehr großen Spaß. Trotz der Leistungsdifferenzen hat diese Klasse Schüler, die sehr direkt Wünsche äußern und Anmerkungen geben. Sie vertreten selbstbewusst und selbstkritisch ihre Meinungen; denn nichts ist schlimmer als Schüler, die opportunistisch dem Lehrenden nach dem Munde reden.
An unserer Schule ist es erlaubt, im Unterricht zu trinken. Dies wird nicht als Respektlosigkeit angesehen. Die Befriedigung körperlicher Bedürfnisse sollte nicht sozialen Konventionen wie dem Zeitregime unterworfen werden. Die Praxis hat gezeigt, dass damit keine Beeinträchtigung des Unterrichts einhergeht.
1.2 Sachanalyse
Die Jahre 53. v. Chr. und 20 v. Chr. bilden eine Einheit, um die Regierungszeit des Augustus als Zeit des Friedens beurteilen zu können. Nach dem Verlust der Feldzeichen war die Rache an den Parthern in Rom zum „nationalen Anliegen“ 2 ge-worden. Dadurch wurde Augustus gedrängt, die Partherfrage einer Lösung zuzuführen. Augrund seiner anfangs sehr zögerlichen Haltung bestand für ihn die Gefahr, einen erheblichen Prestigeverlust einzufahren, womit er seine Stellung als Princeps in Gefahr gebracht hätte. Augustus reagierte, indem er, recht untypisch für die antike Supermacht Rom, nicht reagierte. Er hatte aus den Fehlern des Antonius´, seinem Widersacher im Bürgerkrieg, gelernt: Im Konflikt der Thronfolge im Partherreich verhielt sich Augustus neutral. Als Dank konnte Augustus die Rückgabe der 53 v. Chr. von den Parthern erbeuteten Legionsstandarten im Jahre 20 v. Chr. 3 erwirken. Zudem sahen gefangene römische Legionäre ihre Familien wieder. Dieser von den Römern gefeierte „Partherfeldzug“ des Augustus war das am
2 Zeitgenössische Autoren formulierten den Ruf zur Rache für Carrhae, u.a. Q. Horatius Flaccus, III, 5, in: Schneider, Rolf: Faszination des Feindes. Bilder der Parther und des Orients in Rom, in: Das Partherreich und seine Zeugnisse, herausgeg.
v. Jörg Wiesehöfer, Verlag Steiner, Stuttgart, 1998, S. 97 - 103.
3 Kornemann, Ernst: Die römische Kaiserzeit, 1912, S. 207.
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meisten herausgestellte außenpolitische Ereignis des augusteischen Prinzipats. Es begann jenes goldene Zeitalter, das zu Recht als Pax Romana bzw. Pax Augusta bezeichnet wird. Doch was für ein Mensch war dieser Augustus - ein Friedenskaiser? Für Augustus´ Politik bildeten das Militär, der Senat und die plebs urbana 4 den Resonanzraum. Als Vertreter der Popularen wandte er sich anfangs bewusst gegen die ihm mit Vorbehalt begegnenden Senatoren. Bereits im Bürgerkrieg, in dem er in Perusia, wie Sueton berichtet, zahlreiche Gegener abschlachten ließ, handelte er im Sinne von Pax. Ein scheinbares Paradoxon für uns, denn pax (von pacere) meint hier, in der lateinischen Bedeutung, das Befrieden im Sinne der Niederwerfung von Gegnern mit militärischen Mitteln. So erscheint es nicht verwunderlich, wenn das Bild des Augustus zwischen dem „machthungrigen Caesarerbe“ und dem „Retter der res publica vor dem Untergang“ schwankt. 5 Diese Janusköpfigkeit ist auch gerade für uns gegenwärtig, wenn es seine Herrschaft zu beurteilen gilt. Auch wenn er sich seinem Adoptivvater verbunden fühlte, seine Mörder verfolgte und töten ließ, wusste Augustus, dass seine innere Herrschaft nicht als Vorbild den Staat des Diktator Caesar haben dürfe. 6 Auch außenpolitisch schien es angeraten, neue Wege zu gehen: „[] nach der Annexion Aegyptens trat das Reich, [], nach außen hin in die Defensive“ 7 . Er begann erst Jahre nach der Festigung seiner Macht mit einem neuen außenpolitischen Abenteuer: die Römer „entdeckten“ Germanien und erlitten eine ähnliche Niederlage, der bei Carrhae vergleichbar, im Jahre 9 n. Chr. 8
„Von unserem heutigen Standpunkt aus“, schrieb Koch bereits 1910 richtig, „haben wir die Herrschaft des Augustus als eine Monarchie, als Fortsetzung der cäsarischen Schöpfung, zu bezeichnen [].“ 9 Doch Augustus´ Regentschaft setzte neue Akzente: er förderte die Künste und Wissenschaften, baute Straßen und Plätze und verschönerte die Städte. Er sorgte für freien Handel und sicherte die Versorgung der Bevölkerung, v.a. die der städtischen plebs. 10 Die Altertumsforschung um 1900 beschrieb besonders jene positiven Seiten des augusteischen
4 Eine fundierte Analyse zum Verhältnis zwischen Augustus und städtischer Bevölkerung liegt mit Gilbert, Rolf: Die Bezie-
hungen zwischen Princeps und stadtrömischer Plebs im frühen Principat, Studienverlag Dr. N. Brockmeyer, Bochum, 1976.
vor.
5 Strothmann, Meret: Augustus - Vater der res publica. Zur Funktion der drei Begriffe restitutio - saeculum - pater patriae im augusteischen Principat, 2000, S. 269.
6 Donié, Peter: Untersuchungen zum Caesarbild in der römischen Kaiserzeit, Verlag Dr. Kovač, Hamburg, 1996, S. 9.
7 Kornemann, Ernst: Die römische Kaiserzeit, 1912, S. 207.
8 Dessau, Hermann: Geschichte der Römischen Kaiserzeit, 1924, S. 13.
9 Koch, Julius: Römische Geschichte, 1910, S. 125.
10 Stacke, Ludwig: Erzählungen aus der Römischen Geschichte in biographischer Form, 23. Aufl., Verlag von Gerhard Stalling, Oldenburg, 1893, S. 183 - 194.
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Arbeit zitieren:
Daniel Fischer, 2009, Der "Friedenskaiser" - Augustus, München, GRIN Verlag GmbH
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