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In der soziologischen Debatte um das Konzept der Moderne, als eine Zeitspanne, die sich nicht leicht einordnen lässt, scheint zumindest der Anfang weniger unstrittig zu sein - geht dieser doch häufig mit dem jeweiligen Sachgebiet einher. So wird der politische Beginn mit dem Ausbruch der Französischen Revolution verknüpft und der ökonomische mit dem Beginn der Industriellen Revolution. Die Anfänge bleiben somit doch einigermaßen übersichtlich, während es nicht vollständig aufzulösen ist, durch welche Vorgänge die Moderne letztendlich endete bzw. ob sie überhaupt zu Ende ist, wir uns also noch immer im Zeitalter der Moderne befinden oder bereits in der Postmoderne dahin vegetieren.
Somit stellen sich verschiedene Fragen: Wo und Wie begann die Moderne? Wie wird Moderne überhaupt innerhalb unserer Gesellschaft definiert? Im Verlauf des Essays soll der Begriff der Moderne an Hand des Textes „Die institutionellen Ordnungen der Moderne. Die Vielfalt der Moderne aus einer weberianischen Perspektive“ diskutiert werden. Wie der Name bereits erahnen lässt, spielen die Annahmen Webers eine wichtige Rolle und sollen somit auch kurz angerissen werden. Im Folgenden soll also der Versuch einer Annäherung an die Begrifflichkeit der Moderne gegeben werden. Dabei kann es einerseits aufgrund des Umfangs dieses Papers und andererseits wegen der tatsächlichen Unklarheit dieses Begriffes lediglich bei einer knappen Übersicht bleiben. Für eine intensive Auseinandersetzung sei auf die einschlägige Literatur verwiesen. Letztendlich soll die Bedeutung für die Debatte der sozialen Transformation akzentuiert werden. Um feststellen zu können wo die Moderne begann, muss die Frage gestellt werden, was die Moderne überhaupt auszeichnet. Was meinen wir also, wenn wir von Moderne sprechen?
Moderne bezeichnet unter anderem Technisierung, Industrialisierung, Rationalisierung, Urbanisierung, Wohlstandsanhebung, Rechtsstaatlichkeit, Demokratisierung und was sonst noch als typisch modern angesehen werden mag. Wie oben bereits erwähnt, kommt es auf den Gegenstandsbereich, an der betrachtet werden soll.
Ein wichtiger Aspekt ist, dass diese Prozesse nicht als zwangsläufig einsetzende vorausgesetzt werden können, sondern ausgelöst wurden. Viel wichtiger erscheint daher die Frage, weshalb die Moderne in bestimmten Ländern zum Durchbruch kam, aber nicht in anderen.
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Auch einer der größten Soziologen aller Zeiten Max Weber warf die Frage auf, weshalb gerade im Okzident die Entwicklung zum rationalisierten Kapitalismus stattfand, der unbestreitbar einen großen Einfluss auf die Gesellschaft hat und seinen Siegeszug scheinbar spätestens mit dem Zusammenbruch des Ostblocks vollendet hätte.
Weber spricht von einer „Entzauberung der Welt“, wenn er über die Moderne schreibt. Die Moderne ist nicht dadurch ausgezeichnet, dass der Mensch nun alles weiß, sondern, dass er weiß, dass bestimmte übernatürliche Kräfte nicht existieren. Somit ist klar, dass er sich einer kulturellen Erklärung bedient. Dies tat er bereits in seinem Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. Der Glaube an die Arbeit als Heilsbringer im Protestantismus leitete, über den modernen Kapitalismus, die Moderne ein. Denn „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Diesem paulinischen Satz sind Webers Annahmen sehr nahe angelegt. Es geht also bei Weber um die Frage der Lebensführung und deren Folgen. Wie wirkt sich der Glaube auf das Handeln aus? Weber fragt also nicht nach dem Glauben als solchen, sondern nach den damit verbundenen Handlungsfolgen. Er kommt zu dem Schluss, dass dem Menschen nur noch die Art der Lebensführung und die Bewährung, die sich im irdischen Erfolg ausdrückt, eine Auskunft über das Erreichen des Ziels geben können. Anders: Der Erfolg im Leben bestimmt das Ziel. Das Verständnis der Moderne von Max Weber beruht somit auf Rationalität. Alle Lebensbereiche werden durchrationalisiert, um erfolgreich zu sein und somit sein Ziel zu erreichen. Shmuel N. Eisenstadt vertritt, wenn auch nicht explizit in seinem Text „Die Vielfalt der Moderne“, die Ansicht, dass modern sein heißt, Autoritäten und Tradition in Frage zu stellen. Dies bedeutet zwangsläufig Wandel und somit kann man sagen: Die Moderne ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Genau dies wird im Verlauf des Textes von Shmuel N. Eisenstadt, an Hand neuer Erkenntnisse und Annahmen herauskristallisiert, indem er die Frage, was die Moderne ist, beantwortet, derweil er untersucht, wie sie wurde und was sie ist.
Schnell stellt sich einem dann auch die Frage: "Gibt es sie überhaupt, die Moderne?“ Zu des Aufsatzes „Die Vielfalt der Moderne: Eine weberianische Perspektive?“ stellt Shmuel N. Eisenstadt direkt klar, dass er den Behauptungen früherer soziologischer Klassiker, die institutionellen Ordnungen der Moderne würden sich auf der ganzen Welt unterscheiden, nicht folgt. Ganz im Gegenteil und ohne jeglichen Zweifel
Arbeit zitieren:
Christian Matthias Begass, 2010, Die neue Moderne, München, GRIN Verlag GmbH
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