Forms of control as buffer of the relationship between job demands
and strain
· Forms of control · buffer hypothesis · strain indicators · work organization and design
Karasek’s (1979) job demands-control model of job strain has
strongly influenced the research on the relationship between work and health. The model is based on two psychosocial job characteristics that are considered as important determinants of a wide range of health-related outcomes. The first characteristic includes job demands conceptualized as psychological stressors like, for example, having to work under time pressure, and having to cope with complex, mentally exacting tasks. The second one relates to the degree of control that employees have over their tasks and behaviors in performing the daily work. The model assumes that strain not only results from main or additive effects of demands and control but, in addition, from an interaction between both job characteristics in which control buffers or moderates the adverse effects of job demands on strain.
Due to recent reviews of the literature, there is strong support
for the main or additive effects of demands and control on job
Practical Relevance
strain. High demands generally increase strain and related symptoms, whereas high levels of control mitigate these ne-
gative outcomes, independent of demands. The empirical evidence in favour of the buffer hypothesis is, however, far less consistent. Several authors have attributed the inconsistent results to
inadequate operationali-zations of the concept of control. In particular, most empirical tests of the buffer hypothesis have been based on a general measure of control which encompasses a wide range of job properties like control, task variety and learning opportunities. Yet, theoretically, it is control which is the crucial factor that provides the opportunity for individuals to adjust to demands according to their actual needs and circumstances. In line with this reasoning, Wall et al. (1996) demonstrated in a study among manufacturing employees that a focused measure of control did buffer the effect of job demands on indicators of strain (like job satisfaction, depression and anxiety), whereas a conventional measure did not show an equivalent effect. The focused measure used was a combination of two specific facets of control. The first facet, timing control, related to the extent to which an employee has the opportunity to determine the scheduling of his or her work. The second one, method control, applied to the degree to which an employee has choices in how to carry out work tasks.
In the present study, the same facets of control were assessed
as in Wall et al.’ s study. But instead of examining these facets in combination, each was analysed separately for determining its unique potential as a buffer in the relation between job demands and strain. 379 staff members of nursing homes for
K. H. Schmidt 42 (57) 2003/5 Z. ARB. WISS.
1 Einleitung
einfache Variante der Hypothese davon aus, dass Arbeitsbeanspruchungen Das von Karasek (1979) entwickelte lediglich aus additiven oder Haupt-Belastungs-Kontroll- (job demands-effekten der Belastungen und der Kon-control-) Modell der Arbeitsbean-trolle resultieren, mit positivem Vorzei-
spruchung hat in den vergangenen 20 chen für die Belastungen und negati-Jahren einen nachhaltigen Einfluss auf vem für die Kontrolle. Eine theoretisch die Erforschung der Beziehung zwi-spezifischere Variante sagt dagegen schen Arbeit und Gesundheit ausge-darüber hinaus auch eine Wechselwirübt. Das Modell basiert auf zwei psy-kung beider Arbeitsmerkmale auf Indichosozialen Merkmalen der Arbeit, de-katoren der Beanspruchung vorher. nen eine bedeutsame Rolle im Prozess Demnach sollten die situativen Spielder Beanspruchungsgenese zuge-räume der Kontrolle und Einflussnahschrieben wird. Das erste Merkmal be-me die ungünstigen Beanspruchungsinhaltet Arbeitsbelastungen in Form wirkungen, die mit zunehmenden von psychischen Stressoren wie z. B. Arbeitsbelastungen einhergehen, in das Arbeiten unter Zeitdruck oder das der Funktion eines Puffers mildern und Bewältigen von komplexen und mental moderieren. Diese Pufferfunktion leitet anspruchsvollen Arbeitsaufgaben. sich aus den Möglichkeiten ab, die gro-Das zweite Merkmal bezieht sich auf ße Kontrollspielräume den Personen das Ausmaß an Kontrolle und Einfluss-zur aktiven Belastungsbewältigung nahme, das Personen in Bezug auf ihre bieten. Personen mit großen Kontroll-Arbeitsaufgaben und den Vollzug der spielräumen können z. B. die zu erledi-Aufgabenbearbeitung erleben. Das genden Aufgaben in einer Weise orga-Modell geht von zwei Kernhypothesen nisieren, die ihren aktuell verfügbaren aus. (1) Psychische und physische Bewältigungsressourcen angepasst ist. Beanspruchungen sind das Ergebnis Bei geringen Spielräumen der Kontrolder Kombination von hohen Arbeits-le und Einflussnahme sind diese Mögbelastungen mit niedrigen Spielräumen lichkeiten der Selbstorganisation der der Kontrolle und Einflussnahme (sog. Arbeit dagegen weit weniger gegeben. ‘high strain jobs’). (2) Arbeits-Beehr et al. (2001) betonen, dass gerabedingungen dagegen, in denen so-de die Wechselwirkung zwischen Bewohl die Belastungen als auch die lastungen und Kontrolle den theoreti-Möglichkeiten der Kontrolle und Ein-schen Gehalt des Modells ausmacht flussnahme hoch ausgeprägt sind, för-und in seiner Eigenständigkeit begründern nicht nur das Wohlbefinden, son-det. dern auch die Arbeitsmotivation und die Persönlichkeitsentwicklung durch Neueren Überblicksdarstellungen der arbeitsbezogene Lernprozesse (sog. Literatur zufolge (z. B. de Jonge & ‘active jobs’). Kompier 1997; Karasek & Theorell 1990; van der Doef & Maes 1999) kön-Während das theoretisch in der zwei-nen die Haupteffekte beider Arbeitsten Hypothese angenommene Poten-merkmale als empirisch gut belegt gelzial von ‘aktiven’ Arbeitsbedingungen, ten. Zunehmende Arbeitsbelastungen Beanspruchungen minimieren und verstärken in der Regel die Beanspru-Lernanregungen maximieren zu können chung, während große Kontrollspiel(Parker & Sprigg 1999), erst in jüngster räume, unabhängig von den Belastun-Zeit einige Beachtung gefunden hat gen, mit einer Beanspruchungs-
(siehe z. B. de Rijk et al. 1998; Parker minderung einhergehen. Die empiri-1998), liegen zahlreiche Studien vor, die sche Evidenz zugunsten der Pufferdie Validität der ersten Hypothese auf hypothese fällt dagegen weit weniger der Grundlage verschiedenster Bean-eindeutig aus. Auf der Grundlage von spruchungsindikatoren als Kriteriums-insgesamt 31 Studien, die die Wechvariablen überprüft haben. Wie van der selwirkung zwischen Belastungen und Doef & Maes (1999) sowie Beehr et al. Kontrolle an Kriterien allgemeinen (2001) im Rückblick auf diese Studien Wohlbefindens überprüft haben, konnzutreffend festgestellt haben, ist diese ten van der Doef & Maes (1999) Hypothese allerdings auf recht unter-lediglich 15 Studien identifizieren, die schiedliche Weise ausgelegt worden, zumindest teilweise die Pufferso dass unklar ist, welche empirischen hypothese stützen. Das in derselben Ergebnisse eigentlich zur Stützung die-Literaturübersicht ermittelte Verhältnis ser Hypothese beitragen. So geht eine von 10 hypothesenkonformen Studien Formen der Kontrolle als Puffer der Belastungs-Beanspruchungs-Beziehung 43 (57) 2003/5 Z. ARB. WISS.
lieferten, überwiegend breiter gefasste ablen zeigte sich der übliche Haupt-Kontrollmaße erhoben, die auch Mög-effekt der Arbeitsbelastungen und lichkeiten der Fähigkeitsnutzung, des auch ein signifikanter Haupteffekt Lernens oder auch der Partizipation an beider Kontrollmaße. Während die arbeitsplatzübergreifenden Entschei-Wechselwirkung der Arbeitsbelasdungsprozessen mit einschlossen. Die tungen mit dem traditionellen Kontroll-Ergebnisse einer Untersuchung von maß keinen zusätzlichen Beitrag zur Sargent & Terry (1998) unterstreichen Varianzaufklärung leistete, konnte die die Bedeutsamkeit, die der Konzep-Wechselwirkung der Arbeitsbelastualisierung und Operationalisierung tungen mit dem spezifischen Kontrollder Kontrolle bei Validitätsprüfungen maß dagegen in allen drei Beansprudes Karasek-Modells zukommt. Hier chungsindikatoren weitere bedeutsame zeigte sich, dass die Beanspruchungs-Varianzanteile binden. Auch die Form wirkungen von Belastungsfaktoren wie dieser Wechselwirkung entsprach der Rollenambiguität und -konflikt nur Pufferhypothese. Bei Personen mit grodurch Formen der Kontrolle abge-ßen Möglichkeiten, die Art und Weise
schwächt wurden, die einen engen Be-der Aufgabenbearbeitung und den zeitzug zur Arbeitsaufgabe und zum Be-lichen Arbeitsablauf beeinflussen zu arbeitungsprozess aufwiesen. Von ei-können, gingen mit zunehmenden ner alternativ erhobenen Form der Kon-Arbeitsbelastungen weitaus schwächere trolle, die recht allgemeine Aspekte der Beanspruchungswirkungen einher als Partizipation an Entscheidungspro-bei Personen mit geringeren Möglichzessen beinhaltete, gingen dagegen keiten der Einflussnahme und Kontrolkeine beanspruchungspuffernden Wir-le. kungen aus.
Den empirisch wohl überzeugendsten Beleg dafür, dass die inkonsistente
2
Befundlage zur Pufferhypothese im Zusammenhang mit den jeweils gewählten Operationalisierungen der Im vorliegenden Beitrag werden Ergeb-Kontrolle steht, dürfte eine Studie lie-nisse einer Untersuchung vorgestellt, fern, die Wall et al. (1996) genau mit in der ebenfalls die beiden Skalen Andiesem Nachweisziel durchgeführt ha-wendung fanden, die der Bildung des ben. In dieser Studie, an der über 1000 spezifischen Kontrollmaßes von Wall Beschäftigte aus dem Produktions-et al. (1996) zu Grunde lagen. Die Unbereich mehrerer Betriebe in England tersuchung verfolgte zwei Ziele. Das beteiligt waren, wurden zwei Maße der erste Ziel bestand in der Prüfung der Kontrolle erhoben und hinsichtlich ih-Frage, ob und in welchem Ausmaß mit rer beanspruchungspuffernden Wir-den durch diese Skalen abgebildeten
kungen verglichen. Das erste Maß folg-Kontrollfacetten - also Zeitspielräumen te der Tradition Karaseks (1979) und bil-einerseits und Methodenspielräumen dete allgemeine Kontrollmöglichkeiten andererseits - möglicherweise differenzusammen mit Aspekten der Fähigkeits-zielle Pufferwirkungen verbunden sind. nutzung, der Tätigkeitsvielfalt und Die Befunde von Wall et al. (1996), die des Lernens ab. Dem zweiten Maß la-auf Basis eines summarischen Maßes gen zwei Skalen von Jackson et al. beider Kontrollfacetten ermittelt wur-(1993) zu Grunde, die in sehr spezifi-den, geben hierüber keinen Aufschluss. scher Weise das Ausmaß erfassen, in So ist nicht auszuschließen, dass am dem Personen die Art und Weise der Zustandekommen der beobachteten Aufgabenbearbeitung (Methoden-Wechselwirkung nur der eine oder anspielräume) und den zeitlichen Arbeits-dere Kontrollaspekt beteiligt war. Denkablauf (Zeitspielräume) beeinflussen bar ist auch, dass beide Kontrollformen können. Pufferwirkungen entfalten, allerdings mit unterschiedlicher Stärke und in un-Die Ergebnisse von moderierten hier-terschiedlichen Kriterien der Beanspruarchischen Regressionsanalysen mit chung.
Depressions- und Ängstlichkeitssymptomen sowie der Arbeitszufriedenheit Diese beiden Kontrollformen, die auf als aufzuklärende Beanspruchungs-theoretische Überlegungen von kriterien fielen allesamt erwartungsge-Breaugh (1985) zurückgehen, weisen mäß aus. In allen drei Kriteriumsvari-zwar moderate Interkorrelationen auf;
44 K. H. Schmidt (57) 2003/5 Z. ARB. WISS.
Arbeit zitieren:
Klaus-Helmut Schmidt, 2004, Formen der Kontrolle als Puffer der Belastungs-Beanspruchungs-Beziehung, München, GRIN Verlag GmbH
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