Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Eine kurze Einführung 2
2. Systeme 3
2.1 Die System-Umwelt 4
2.2 Autopoiesis 5
3. soziale Systeme 6
3.1 Es gibt verschiedene soziale Systeme,
aber Menschen gehören nicht dazu 7
3.2 Das psychische System ist an das
soziale System gekoppelt und beide operierende
mit Sinn 8
4. Kommunikation 9
4.1 Die Komponenten von Kommunikation 10
4.2 Das neue an Luhmann's Kommunikationsbegriff 13
4.3 Anschlusskommunikation 14
4.4 Medien als Voraussetzung 16
Fazit 18
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Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Systemtheorie von Niklas Luhmann. Allerdings soll nicht der Versuch unternommen werden, die gesamte Systemtheorie grundlegend darzustellen, sondern vielmehr zu belegen, dass Kommunikation die entscheidende Operationsweise sozialer Systeme in der Systemtheorie von Luhmann darstellt. Die Arbeit ist in drei Teile gegliedert.
Im ersten Kapitel wird ein kurzer Überblick der Systemtheorie von Luhmann gegeben. Hier werden dann die Grundbegriffe genannt, die für die Bearbeitung der vorliegenden Aufgabenstellung, ob Kommunikation die entscheidende Operationsweise sozialer Systeme darstellt, von zentraler Bedeutung sind. Diese Begriffe sollen schrittweise in den Kapiteln zwei bis vier erläutert werden, wobei der Versuch unternommen wird, die Begriffe so zu erklären, dass sie aufeinander aufbauen.
In Kapitel zwei wird zunächst der Begriff System definiert, der einen Grundbaustein dieser Theorie darstellt. Es werden zwei Prinzipien herausgearbeitet, nach denen sich jedes System auszeichnet. Danach folgt das Kapitel soziale Systeme, in dem die verschiedenen Typen sozialer Systeme vorgestellt werden und deutlich wird, dass Menschen kein Bestandteil dieser Systeme sind. Des Weiteren wird erklärt, warum die Kommunikation auf eine strukturelle Kopplung zwischen sozialem und psychischem System angewiesen ist. Im letzten Kapitel Kommunikation werden der Prozess und die Komponenten der Kommunikation erläutert. Es soll deutlich werden, dass Kommunikation auf einer Synthese von drei Selektionen beruht und der Begriff Anschlusskommunikation ein wichtiges Element für die Kommunikation darstellt, wobei der letzte Abschnitt kurz den Aspekt des Mediums als Voraussetzung für Kommunikation behandelt.
Neben Luhmanns Werken Soziale Systeme und den sechsten Band der Soziologischen Aufklärung wurden hauptsächlich Einführungswerke in die Systemtheorie von Luhmann verwendet.
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1. Eine kurze Einführung
Für Luhmann sind Gesellschaften durch zwei Merkmale charakterisiert, zum einen durch die Komplexität und zum anderen durch die funktionale Differenzierung (vgl. Treibel 2006 : 29). „Komplexität ist ein zentraler Begriff in der neueren Systemtheorie“ (Willke 2006 : 19), der aussagt aus, dass die moderne Gesellschaft durch Entwicklungen vielschichtig wurde und nicht mehr alle Elemente miteinander verknüpft werden können. Unter Vielschichtigkeit versteht man „den Grad der funktionalen Differenzierung eines Sozialsystems“ (ebd. : 23). Mit der funktionalen Differenzierung ist gemeint, dass das Gesamte nicht mehr aus gleichen Gruppen besteht, sondern aus unterschiedlichen, spezialisierten Teilen, die voneinander abhängig sind (vgl. ebd. : 19).
Eine funktionale Analyse setzt einen obersten Bezugspunkt voraus, auf den die Analyse ausgerichtet ist. Bei Luhmanns Vorgänger Talcott Parsons war der Bestand eines sozialen Systems der oberste Bezugspunkt. Dieses Bestandsproblem überwindet Luhmann, „indem er die Konstitution und den Wandel von Systemen [...] mit Hilfe funktionaler Methoden analysiert“ (Kneer 2000 : 39). Die funktional-strukturelle Theorie arbeitet mit der System-Umwelt Differenz, für die entweder alles Umwelt oder System ist, und die Welt ist das Ganze, in der alle möglichen Systeme und Umwelten existieren. In der Welt geschieht alles und deshalb wählt Luhmann die Komplexität der Welt als obersten Bezugspunkt seiner Analyse (vgl. ebd. : 40).
Komplexität ist ohne die funktionale Differenzierung nicht möglich (vgl. Treibel 2006 : 30). Die zentrale Funktion von Systemen - somit auch von sozialen Systemen - ist es, die Komplexität der Welt zu erfassen und mit der Formel der Reduktion der Komplexität zu reduzieren (vgl. Kneer 2000 : 40). Unter Reduktion der Komplexität versteht man den Abbau von möglichen Zuständen, die Komplexität hervorrufen. Nicht alle Ereignisse in der Welt können in einem System vorkommen und so reduzieren soziale Systeme die Weltkomplexität, indem sie Möglichkeiten ausschliessen und am Ende weniger Zustände innerhalb des Systems zulassen, als in der Systemumwelt existieren (vgl. ebd. : 40f). Es existiert somit ein Komplexitätsgefälle, „die Umwelt ist stets komplexer als das System“(ebd. : 41). Aber auch
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ein System ist komplex, denn „Systemkomplexität ergibt sich in selbstreferentiellen Systemen daraus, dass die Operationen des Systems auf andere Operationen innerhalb des Systems Bezug nehmen“ (Willke 2006 : 25).
In den 1980er-Jahren vollzieht Luhmann eine Theoriewende, und die System-Umwelt Differenz wird zwar weniger wichtig, bleibt aber erhalten. Luhmann führt einen neuen Systembegriff ein: „Ein soziales System kommt zustande, wenn immer ein autopoietischer Kommunikationszusammenhang entsteht und sich durch Einschränkung der geeigneten Kommunikationen gegen eine Umwelt abgrenzt. Soziale Systeme bestehen demnach nicht aus Menschen und nicht aus Handlungen, sondern aus Kommunikationen“ (Treibel 2006 : 40). Die bis jetzt gefallenen Begriffe Systeme, System-Umwelt Differenz, Autopoiesis und Kommunikation sollen nun im Folgenden erläutert werden.
2. Systeme
Ein System besteht nicht aus Dingen, sondern aus Operationen, die auch gleichzeitig die Letztelemente von Systemen darstellen (vgl. Berghaus 2004 : 39). Ein System wird durch die Operationsweise definiert, „mit der das System sich selbst produziert und reproduziert“ (Luhmann 2005 : 27). Insgesamt werden bei Luhmann drei Typen von Systemen unterschieden. Das wären das soziale, das biologische und das psychische System. Ausgeschlossen ist, dass sich ein System sich mehrere Operationsweisen konstituiert. Jedes der drei genannten Systeme operiert nach nur einer bestimmten Operationsweise. Es ist unmöglich, dass sich zum Beispiel ein psychisches System durch Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Wollen entwickelt (vgl. Luhmann 2005 : 27).
Die Systemtheorie von Luhmann geht von der Unterscheidung von System und Umwelt aus und es wäre falsch, den Menschen auf sein organisches oder psychisches System zu beschränken, denn er besteht aus einer Vielzahl eigenständiger Systeme (vgl. Kneer 2000 : 66). Es gibt keine diese einzelnen Systeme übergreifende autopoietische Einheit. Die Systeme des Menschen arbeiten selbstreferentiell-geschlossen und können keine kommunikativen Beziehungen zu anderen Systemen - also einen anderen Menschenaufnehmen (vgl. ebd. : 67). Demnach gibt es keine Kommunikation zwischen zwei psychischen Systemen, der Mensch kommuniziert nicht. „Die Geschlossenheit organischer, neuronaler und psychischer Systeme macht einen direkten Kontakt eines Menschen mit einen
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anderen Menschen unmöglich“ (ebd. : 67). Ein Bewußtsein kann zwar denken, dass es kommuniziert, „aber das bleibt sein eigener Gedanke, [...] also seine eigene Operation“ (ebd. : 67). Wie sich aber später noch zeigen wird, sind mindestens zwei psychische Systeme die Voraussetzung für Kommunikation.
Kommunikationen sind also keine Operationen von Organismen oder Bewusstseinssystemen, sondern kommen durch die Konstitution einer neuen Art von Systemen zustande, den sozialen Systemen (vgl. ebd. : 67f). Damit sei erst einmal festgehalten, dass Systeme sich nur aus Operationen konstruieren, die Menschen aus mehreren Systemen bestehen und nicht Menschen, sondern nur soziale Systeme kommunizieren können. Es sind bis jetzt öfters die Begriffe System-Umwelt Differenz und Autopoiesis bzw. Selbstreferenz gefallen. Jedes System zeichnet sich durch diese zwei Prinzipien aus (vgl. Berghaus 2004 : 39). Beide Prinzipien sollen nun genauer erklärt werden. 2.1 Die System-Umwelt Differenz
Die Differenz eines Systems zu seiner Umwelt entsteht durch die im System vollzogenen Operationen und dadurch wird eine Form erzeugt, die eine Innenseite - das System - und eine Außenseite - die Umwelt - hat (vgl. ebd. : 43). Diese System-Umwelt Differenz ersetzt die veraltete Auffassung, ein System sei ein Ganzes, das aus Elementen besteht. Diese alte Sichtweise fokussierte sich auf das Systeminnere statt auf die Systemgrenze (vgl. ebd. : 42). Das System und die Umwelt sind die zwei Seiten von einer Medaille und aufeinander bezogen. Denn die Umwelt gibt es nur durch das System (vgl. ebd. : 42). Die Umwelt ist die Außenseite des Systems und für jedes System ist die Umwelt immer etwas anderes, „nämlich jeweils das außerhalb des Systems Bestehende aus Sicht des Systems selbst“ (ebd. : 42). So macht die Sitzung einer Redaktionskonferenz als soziales System alles andere zu seiner Umwelt (ebd. : 43). Damit ist nun erst einmal festzuhalten, dass alle Systeme durch ihre eigenen Operationen zwei Formen erzeugen. Eine Innenseite, das System, und eine Außenseite, die Umwelt. Dabei ist die Umwelt immer größer und komplexer als das Systems selbst.
„Die System-Umwelt Differenz kommt zweimal vor: [1.] als durch das System produzierter Unterschied und [2.] als im System beobachteter Unterschied“ (ebd. : 44). Es kommt jetzt eine zweite Kategorie innerhalb der System-Umwelt Differenz hinzu. Das wäre das
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Arbeit zitieren:
Fabian Carstensen, 2007, Kommunikation als Operationsweise sozialer Systeme, München, GRIN Verlag GmbH
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