Kurz zusammengefasst sollten die folgenden Ziele erreicht werden:
a) betriebliches Ziel:
vollkontinuierlicher Betrieb (168 Stunden Betriebszeit/Woche)
b) mitarbeiterbezogene Ziele:
♦ Durch umfangreiche Information und Mitarbeiterbeteiligung bei der Lösungserarbeitung sollten Befürchtungen und Ängste der Schichtarbeiter reduziert werden.
♦ Den Wünschen von Älteren und Jüngeren nach reduzierten Arbeitszeiten innerhalb des Schichtsystems sollte entsprochen werden.
c) arbeitswissenschaftliches Ziel:
Umsetzung der in Tabelle 1 genannten Empfehlungen zur Gestaltung von Schichtplänen.
Da bei organisatorischen Veränderungen - wie der Umstellung des Schichtsystems - immer mit Akzeptanzproblemen zu rechnen ist (Knauth & Hornberger 2000a und b), ist die Einführungsstrategie von besonderer Bedeutung. Es wurde folgendes Vorgehen gewählt:
♦ Informationsveranstaltungen für alle Schichtarbeiter und deren Vorgesetzte, d.h. Information über betriebliche Notwendigkeit der Ausdehnung der Betriebszeit durch die Geschäftsleitung,
♦ Information über neuere arbeitswissenschaftliche Empfehlungen zur Schichtplangestaltung und Erfahrungen mit Schichtplanumstellungen in anderen Betrieben durch die Wissenschaftler,
♦ Information über das geplante Vorgehen durch die Wissenschaftler, ♦ Information über Unterstützung der Mitarbeiterbeteiligung durch den Betriebsrat. 2. Schritt
Befragung der Schichtarbeiter zu den Vor- und Nachteilen des alten Schichtplanes sowie zu Wünschen der Schichtarbeiter in Bezug auf den neuen Schichtplan (Wissenschaftler). 3. Schritt
Ganztätige Workshops mit freiwilligen Schichtarbeitern zur Erarbeitung eines neuen Schichtplanes (Moderation der Workshops durch Wissenschaftler). 4. Schritt
Entscheidung der Unternehmensleitung über ein Probejahr und Vorbereitung der Umsetzung (z.B. Bildung einer 5. Schicht). 5. Schritt
Probejahr mit dem neuen Schichtplan mit Diskussionsveranstaltungen (Betriebsrat, Wissenschaftler) zur Beseitigung eventueller Anlaufschwierigkeiten. 6. Schritt
Nachbefragung der Schichtarbeiter am Ende des Probejahres (12 bis 14 Monate nach dem Wechsel des Schichtplanes) über Vor- und Nachteile sowie Beibehaltung oder Modifikation des neuen Schichtplanes (Wissenschaftler). Von insgesamt 72 betroffenen Schichtarbeitern nahmen 63 (87,5 %) sowohl an der Vor- als auch an der Nachbefragung teil.
Entscheidung über endgültige Einführung und Betriebsvereinbarung (Geschäftsleitung, Betriebsrat).
5 LÖSUNG
Der von den Mitarbeitern in Workshops erarbeitete vollkontinuierliche Schichtplan ist in Bild 2 dargestellt. In diesem vollkontinuierlichen Schichtplan, der sich nach zehn Wochen wiederholt, decken 5 Schichtgruppen (A - E) die 168 Stunden der Woche ab. Teilt man diese Stunden durch 5, so erhält man eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 33,6 Stunden. Um die tarifliche Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden zu erreichen, müssen an einigen im Basisplan als “Frei” gekennzeichneten Tagen Zusatzschichten eingeplant werden. Diese werden z.B. für Schulungen, Wartungsarbeiten, Sonderaufgaben und zur Vertretung in anderen Teams genutzt.
Der neue kontinuierli- Schichtplan und
mögliche Arbeitszeit-
Der neue Schichtplan entspricht weitestgehend den neueren arbeitswissenschaftlichen Empfehlungen - wie vom Arbeitszeitgesetz vorgeschrieben. Als Vorteile des neuen Schichtplanes sind zu nennen: ♦ maximal 3 hintereinander liegende Nachtschichten, ♦ maximal 3 hintereinander liegende Frühschichten, ♦ maximal 3 hintereinander liegende Spätschichten,
♦ Vorwärtsrotation der Schichten, d.h. erst Früh-, dann Spät- und schließlich Nachtschichten,
Arbeit zitieren:
Peter Knauth, Sonia Hornburger, Gabriele Scheuermann, 2003, Wahlarbeitszeit für Schichtarbeiter, München, GRIN Verlag GmbH
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