Mind Mapping - Kreativität vs. Konfusion? 2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Neurologisch-psychologische Grundlagen 4
3 Die Spielregeln 5
3.1 Das Papier 5
3.2 Die Äste 5
3.3 Die Wörter 6
3.4 Die Farben 6
3.5 Die Bilder 7
4 Einsatzmöglichkeiten 7
4.1 Aufbereiten von Lehr-/Lernstoff 8
4.2 Organisation/Ideen sammeln 8
4.3 Präsentieren 9
5 Mindmapping Brainstorming 9
6 Kritische Einschätzung 10
7 Selbstreflexion der Seminareinheit 11
8 Resümee 12
9 Literaturverzeichnis 13
Mind Mapping - Kreativität vs. Konfusion?! 3
1 Einleitung
„Die menschliche Intelligenz aus der Sicht eines Marsmenschen
[...] Beim gründlichen Studium der Erdenbewohner finden sie heraus, daß(!) sie über eine umwerfen-de komplexe Großhirnrinde mit einer großen Bandbreite fortgeschrittener geistiger Fähigkeiten, einer
unerschöpflichen Assoziationskraft, einer praktisch grenzenlosen Speicherkapazität und einer ähnlich
unbeschränkten Fähigkeit zur Hervorbringung neuer Ideen und Assoziationen verfügen. [...] Sie be-
merken dann, daß(!) die Vertreter dieser Rasse beim Versuch, ihre großartigen geistigen Fähigkeiten
zu nutzen, ihre Intelligenz nur durch den unglaublich engen und ihre Fähigkeit behindernden Kanal
der Sprache quetschen.“ (Buzan/Buzan 1996, S. 92)
Kreativitätstechniken versuchen im Gegensatz zu traditionellen Methoden, die Fähigkeit des menschlichen Gedächtnisses optimal zu nutzen. Beim Mind Mapping, welches u.a. in dieser Katagorie vertreten ist, wird diesem Anliegen auf äußerst künstlerischer Weise Rechnung getragen. So gleichen einige Übersichten eher einem abstraktem Gemälde als einer ‚normalen’ Aufzeichnung. Es stellt sich daher die Frage, warum sie bisher so wenig Verwendung finden. Der Blick von der hintersten Reihe eines Vorlesungssaals zeigt, dass nur die wenigsten Studenten beim Festhalten der wesentlichen Inhalte einer Vorlesung von der klassischen, linearen Notiz abweichen. Möglicherweise ergäbe sich hier die Chance, durch Vorstellung der Mind-Map-Methode eine effektiven Arbeitserleichterung zu schaffen.
Im Folgenden soll nun erläutert werden, auf welchen Grundlagen diese Technik basiert. Ist sie leicht erlernbar und somit schnell einsatzfähig? - Oder schließt eine komplizierte Einführungsphase erste Nutzer, z.B. ungeduldige oder unter Zeitdruck stehende Studenten, aus? Diesen Fragen und weiterhin der Vorstellung der Einsatzmöglichkeiten wird in diesem Text nachgegangen. Somit wird implizit geklärt, inwiefern Mind Maps eine tatsächliche Alternative zu den linearen Notizen darstellen. Eine weitere bekannte Kreativitätstechnik, das Brainstormen, erscheint auf den ersten Blick ähnlich dem Mind-Mappen. Ob dies der Fall oder beide voneinander zu differenzieren sind, wird kurz abgehandelt.
Da bei genauer Betrachtung fast jede didaktisch eingesetzte Methode der jeweiligen Situation entsprechend zu wählen ist, ergeben sich stets Vor- und Nachteile. Diese werden innerhalb einer Einschätzung aufgeführt.
Dieser Ausarbeitung lag eine Theorie- und Anwendungssequenz zu Grunde, auf de- ren Durchführung näher eingegangen werden soll. Ebenso findet auch eine Reflexion
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der Zuschauerreaktionen statt. Dabei wird die Intention dieser Einheit angesprochen und auf mögliche Abweichungen eingegangen.
2 Neurologisch-psychologische Grundlagen
Tony und Barry Buzan erstellten die Methode des Mind Mappings auf Grundlage der Lernpsychologie, sowie der Denkleistung des Erinnerns 1 .
Dies impliziert, dass die zwei Hauptfaktoren des Erinnerns, die Assoziation und die Betonung, dementsprechend innerhalb dieser Visualisierungen berücksichtigt werden müssen.
Die Zusammenhänge innerhalb einer Mind Map ergeben sich z.B. durch die Verwendung von Wörtern und ebenso Bildern. Weiterhin sind auch Assoziationen auf-grund der verwendeten Farben, Astschwünge oder der räumlichen Anordnung möglich.
Auch an Mitteln zur Betonung fehlt es beim Mind Mappen nicht. Dies kann mittels Farben, Bildern, verschiedener Linienverläufe und diverser anderer Visualisierungs-formen stattfinden. Der Kreativität sind hierbei kaum Grenzen gesetzt. Betreffs der lernpsychologischen Orientierung ist festzustellen, dass mit Hilfe der Mind Map möglicherweise sogar der Primacy-/Recency-Effekt 2 umgangen werden kann. Diese Annahme ist durch den Fakt zu begründen, dass Mind Maps sozusagen ohne Anfang und Ende existieren. Der Ausgangspunkt ist der zentrale Begriff, jedoch wird der Gedankenfluss stetig fortgeführt, sodass ein bestimmter Begriff mitunter auch mehrmals auftreten wird. Es wird nicht linear, d.h. von links nach rechts, gelesen, sondern verschiedene Verläufe sind denkbar.
Auf einen weiteren wichtigen Fakt in Bezug auf gehirngerechtes Arbeiten weist folgendes Zitat hin:
„Diese Neigung des Gehirns, nach Vervollständigungen von Informationen zu suchen, wird durch die
Struktur der Mind Map befriedigt. Mind Maps erlauben eine unendliche Folge assoziativer ‚Sondie-rungen’, die umfassend jeder Ideen oder Fragestellung, mit der Sie sich befassen, nachgehen.“ (Bu-
zan/Buzan 1996, S. 35)
Neben dem Prinzip der Vollständigkeit ermöglicht eine individuelle Mind Map, dass eine Niederschrift auf Grundlage der eigenen Interessen erfolgt. Dadurch, das diese
1 Siehe hierzu auch Buzan/Buzan 1996, S. 34.
2 Zur genaueren Erläuterung siehe z.B. 5. Vorlesung von Prof. Dr. Bannert im WS07/08:
Kognitionspsychologische Grundlagen des Wissenserwerbs mit Neuen Medien - Gedächtnismodelle.
Arbeit zitieren:
Kristina Eichler, 2009, Mind Mapping, München, GRIN Verlag GmbH
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