Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. DIE GRUNDLAGEN 3
2.1. GESETZE, REGELN, VORSCHLÄGE. 4
2.2. DAS DREIECK IN DER DYNAMISCHEN BALANCE 6
2.3. FÜHREN FÜHREN-LASSEN 7
3. KRITISCHE EINSCHÄTZUNG DER TZI 8
4. MÖGLICHKEITEN DER UMSETZUNG 10
5. DIE TZI AN DER HOCHSCHULE - EIN AUSBLICK 11
6. LITERATURVERZEICHNIS 12
7. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 12
2
1. Einleitung
In einem Zeitalter, in welchem die Forderung nach lebenslangen Lernen immer deutlicher wird, stellt sich natürlich die Frage, wie dies zu bewältigen ist. Der Einzelne mag die Definition auslegen, wie es ihm persönlich am Angenehmsten ist. Ein-zig die Akzeptanz der Tatsache, dass heutzutage kein Ende der „Lernzeit 1 “ eintritt, sollte gegeben sein. „Lebendiges Lernen heißt zu leben, während ich lerne.“ (Ruth C. Cohn, zit. n. Löhmer/Standhardt 2006, S.15) Ruth C. Cohn präsentiert mit ihrem Konzept der Themenzentrierten Interaktion (kurz TZI) eine Möglichkeit, mit welcher ganzheitliches Lernen praktiziert werden kann. Der Hauptunterschied zu manch anderer Methode ist darin zusehen, dass nicht die Stoffvermittlung eines Themengebietes im Vordergrund steht. Auch der Lerner an sich wird als wesentliches Element eines Lehr-/Lernarrangements wahrgenommen. Dieses wiederum unterliegt weiteren Einflussfaktoren, welche zum Erfahren des gelebten Lernens berücksichtigt werden müssen. Im Folgenden soll nun zunächst der Aufbau der TZI näher erläutert werden, um dem Leser die Grundzüge näher zubringen. Dabei wird auf die oben bereits erwähnten Einflüsse eingegangen und auch die Herstellung des Gleichgewichts innerhalb einer Lerngruppe erläutert. Dessen spezifische Eigenschaften, sowie die Sonderstellung des TZI-Leiters widmet sich das darauf folgende Kapitel. Anschließend soll geklärt werden, inwiefern diese Art der Gruppenarbeit Stärken und/oder Schwächen aufweist. Diese geben bereits wichtige Hinweise darauf, in welchen Kontexten die TZI Anwendung finden kann. Ist sie möglicherweise eine alternative Methode für die Hochschule? Da dem Individuum ver-stärkt Raum gegeben wird 2 , könnte ein qualitativeres Lernen und Arbeiten stattfinden. Somit ergäbe sich idealerweise die Chance verbesserter Lernbedingungen und zufriedeneren Studenten. Die angesprochene Thematik und die sich ergebenden Fragen sollen diesem Text seinen Abschluss geben und gleichzeitig Ausblick für eventuelle Veränderungen sein.
2. Die Grundlagen
Lebendiges Lernen ist das Hauptziel der Themenzentrierten Interaktion (vgl. Hahn et al. 1992, S. 131).
„Der Begriff benennt sowohl den angestrebten Lernvorgang als auch die subjektive Lernerfahrung des einzelnen sowie das allgemein erwünschte Lernziel gleichermaßen.
1 Dieser Begriff ist synonym angelehnt an die Schul- bzw. Ausbildungszeit, welche bis vor einigen Jahrzehnten noch als Grundlage für die spätere Berufstätigkeit ausreichte.
2 Dies ist im Vergleich zu herkömmlichen ‚Frontalvorlesungen’ oder ‚Sitzscheinseminaren’ zu sehen.
3
Lebendiges Lernen beinhaltet:
• sich selbst und andere so zu leiten, daß(!) wachstumsfreundliche und heilende statt gefährdende Tendenzen im Menschen angeregt werden.
• Das Lehren von Sachunterricht mit der Förderung der Persönlichkeit des einzelnen und der Einbeziehung des Gruppengesamt zu verbinden.
• Gruppen, Kommissionen, Betriebe, Institutionen und Organisationen so zu leiten, daß(!) Rivalitäten zugunsten von Kooperation vermindert werden.“ (Hahn et al. 1992, S. 131)
Gesetze, Regeln, Vorschläge... 2.1.
Die Themenzentrierte Interaktion folgt dem Grunde nach drei Axiomen, zwei Postulaten und einigen Hilfsregeln, welche aber meist individuell von der Gruppe festgelegt werden. Die Axiome bilden hierbei die Basis, in dem sie die humanistische ganzheitliche Philosophie der TZI festhalten. Das erste Axiom ‚Autonomie und Interdependenz’ beschreibt, dass der Mensch sich im Wechselspiel zwischen Entscheidungsfreiheit und Verbundenheit mit seinen Mitmenschen befindet. Dabei ist festzustellen, dass die eigene Freiheit wächst, je bewusster man sich seiner eigenen Abhängigkeit ist. Dieser Fakt verdeutlicht, dass das Nachdenken über sein Tun und Lassen ein genaueres Abwägen der Konsequenzen ermöglicht, was wiederum zu einem selbstbestimmteren Handeln führt.
‚Erfurcht, Respekt und Humanität’ fordert der zweite Grundsatz, womit er die Teilnehmer für den Sinn von der ethischen Haltung der TZI sensibilisieren will. Der Mensch ist nicht nur auf seine intellektuellen Fähigkeiten zu reduzieren, sondern auch dessen Körperbewusstsein und Emotionalität ist zu berücksichtigen. Das Individuum als Ganzes und das Leben im Allgemeinen gilt als eines der höchsten Güter innerhalb der Weltanschauung von Ruth C. Cohn. Das dritte Axiom ‚Bewusstsein über die universelle Interdependenz’ sagt aus, dass sich der Einzelne im Klaren darüber sein sollte, dass er von Grenzen umgeben ist. Diese sind veränderlich und in ihrer Ausprägung von den individuellen Entscheidungen abhängig.
„Der Mensch kann seiner Freiheit und Verantwortlichkeit nicht entkommen, weil er sich nicht nicht verhalten und nicht nicht entscheiden kann.“ (Löhmer/Standhardt 2006, S. 39)
Demzufolge ist der Einzelne aufgerufen, sich seiner Entscheidungsfähigkeit bewusst zu sein und diese sinngemäß einzusetzen.
Um einen einfacheren Umgang mit der TZI in der Praxis zu ermöglichen, realisieren sich die Grundsätze in zwei Postulaten.
„Die Postulate [...] stellen klar, daß(!) jede und jeder einzelne verantwortlich ist für das Geben und Nehmen in der Interaktion mit allen anderen.“ (Löhmer/Standhardt 2006, S. 40)
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Arbeit zitieren:
Kristina Eichler, 2009, Themenzentrierte Interaktion (TZI), München, GRIN Verlag GmbH
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