Gliederung
Einleitung
1. Die Lage 1952
2. Frankreich und die Stalin-Note
3. Die Reaktion der französischen Regierung
4. Frankreichs Einfluss auf die erste Antwortnote der Westmächte
Fazit
Literaturverzeichnis
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Einleitung
Mit der vorliegenden Arbeit, soll auf die französische Haltung zur Stalin-Note eingegangen werden. Im ersten Teil der Arbeit wird auf die französische Situation im Hinblick auf Deutschland und Europa vor der Stalin-Note eingegangen. Es wird erläutert, in welche Position Frankreich vor der Stalin-Note zu Deutschland eingenommen hat und warum Frankreich im Jahr 1952 generell gegen die Wiedervereinigung war. Es werden wirtschaftliche, territoriale und militärische Gründe aus französischer Sicht gegen die Wiedervereinigung aufgezählt. Dies ermöglicht bereits erste Rückschlüsse auf eine mögliche französische Haltung zur Stalin-Note.
Der zweite Teil dieser Arbeit befasst sich mit der eigentlichen französischen Reaktion auf die Stalin-Note. Diese Reaktion ist chronologisch dargestellt und zeigt deutlich den französischen Wandel von einer sowjetfreundlichen Doppelstrategie, hin zu einer Strategie, die den Abschluss von EVG- und Deutschlandvertrag an erster Stelle sieht. Als Quellen wurden die Dokumente der Lagebeurteilungen vom 11. bis 15. März, die sich im Anhang des von Meyer-Landrut verfassten Buches fanden. Im dritten und letzten Teil dieser Arbeit wird kurz Stellung über den Einfluss Frankreichs, auf die Antwortnote des Westens genommen, womit auch diese Arbeit endet.
3
Die Lage 1952
Frankreich war nicht generell gegen die Wiedervereinigung, nur nicht zu den Bedingungen des Jahres 1952. So lautet das Fazit von Meyer-Landrut. 1 Ebenso müssen die Auswirkungen der Stalin-Note selbst und die Jahre davor berücksichtigt werden, ohne die die französische Position unverständlich wäre. 2 Erste Hinweise finden sich bei der wirtschaftlichen Situation. Einem neutralen Gesamtdeutschland wie nach der Stalin-Note gewünscht, hätten sich die osteuropäischen und asiatischen Absatzmärkte ohne Einschränkung geöffnet. 3 Deutschland wäre eine Freizone und hätte als Umschlagplatz im Warenverkehr zwischen Ost und West gedient. 4 Doch war Frankreich keineswegs an der völligen Freiheit der deutschen Wirtschaft interessiert. Mit der Montan-Union hatte man in Paris ein Instrument zur Beeinflussung der deutschen Wirtschaft, welches man nicht so einfach aufgegeben hätte. 5
Ebenfalls zeigten sich Spannungen zwischen den territorialen Vorstellungen in der Stalin-Note und der Franzosen. Die Sowjets wollten die Potsdamer Verträge als Endgültig ansehen. Das hätte den Verlust des Saarlandes für Frankreich bedeutet und zum anderen fürchtete man in Paris, dass Deutschland die Oder-Neiße-Linie als Ostdeutsche Grenze nicht hinnehmen würde und sich später dadurch mit den Sowjets verbünden könnte. 6 In der Lagebeurteilung der Generaldirektion Politik vom 12. März, die zur Beurteilung der Stalin-Note gebildet wurde, heißt es: „Die Gefahr ist, dass dieses Deutschland (...) eines Tages versucht sein könnte, sich mit der
1 Meyer-Landrut, Nikolaus: Frankreich und die deutsche Einheit; München 1988, hier: S.
82 2 Ebd., S.74
3 Ebd., S.75 (bezieht sich auf Fußnote189, Meyer-Landrut)
4 Ebd., S.128
5 Ebd., S.76
6 Ebd., S76
4
UdSSR zu verbinden (...) um seine Gebiete jenseits der Oder-Neiße-Linie zurückzugewinnen.“ 7
Die Stalin-Note forderte für ein neutrales Gesamtdeutschland eine eigene deutsche Armee. Das schürte die in Frankreich kaum überwundene Angst von Deutschland. Des weiteren fürchtete man in Paris, dass der mit der Stalin-Note verbundene Abzug der Besatzungstruppen aus Deutschland und ein entfallendes Engagement von deutschen Truppen zum westlichen Verteidigungsapparat, eine deutliche Schwächung der westlichen Verteidigung zur Folge hätte. 8 Man glaubte, dass die Amerikaner nach ihrem Truppenabzug aus Deutschland, wie nach dem 1. Weltkrieg in einen neuen Isolationismus fallen würden und „sich in Europa (...) auf Basen an der Peripherie des Kontinents zurückziehen könnten.“ 9 Angesichts der Tatsache, dass große Teile der französischen Armee 1952 im Ausland eingesetzt waren, war diese Situation eine enorme Bedrohung für Frankreich und Europa. Der einzige Ausweg aus dieser Situation erschien die Integration von Westdeutschen Truppen in das westliche Verteidigungsbündnis, um so erstens Schutz gegen die rote Armee zu gewähren und zweitens das die deutschen Truppen auf keinen Fall eine Bedrohung für Frankreich werden. 10 In Paris war man sich sicher, dass Moskau die DDR nie aufgeben würde, wenn eine frei gewählten gesamtdeutschen Regierung versuchen würde, Truppen in das westliche Verteidigungsbündnis einzugliedern.
Frankreich und die Stalin-Note
Für die Westmächte und vor allem Frankreich, war die Fertigstellung des EVG- und Deutschlandvertrages im Jahr 1952 das wichtigste Ergebnis, welches es zu beenden galt. Eine Unterbrechung dieser Verhandlungen und
7 Ebd., S.132 8 Ebd., S.78
9 Ebd., S.78
10 Ebd., S.79
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Arbeit zitieren:
Fabian Carstensen, 2006, Die französische Haltung zur Stalin-Note, München, GRIN Verlag GmbH
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