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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die Entwicklung eines Unternehmens zum Weltkonzern 4
2.1 Zerfall der Sowjetunion und die „Privatisierung durch den Staat“ 4
2.2 Liberalisierung des Marktes und Expansion. 5
2.3 Staat diktiert die Wirtschaft 6
2.3.1 Der Fall der Ukraine 6
2.3.2 Der Fall von Weißrussland 6
3 Strategische Partnerschaft 7
4 Ausblick 8
5 Literaturverzeichnis 9
3
1 Einleitung
"Ihr im Westen braucht keine Angst vor uns zu haben. Gazprom ist so transparent, dass wir fast schon unsichtbar sind" 1
Im Zuge der Globalisierung führte die Internationalisierung der Märkte zu einer rasanten Steigerung der grenzüberschreitenden Handels- und Kapitalverflechtungen. Darauffolgend stieg die Dominanz nationaler Unternehmen in der Weltwirtschaft. Dank Eröffnung von Tochtergesellschaften und Niederlassungen im Ausland, der Einführung von neuen Marktstrategien sowie der Lobbyarbeit vor Ort verwandelten sich die Unternehmen in multinationale Konzerne mit einer stetig steigenden Einflussnahme auf die politischen und wirtschaftlichen Institutionen im In- und Ausland. Ein solches Großunternehmen bezeichnet man als transnationales Unternehmen. 2 Gazprom repräsentiert ein solches Unternehmen. Jedoch bildet Gazprom als staatliches Unternehmen eine Ausnahme in dieser Organisationseinheit. Der direkte Einfluss der russischen Politik in den Entscheidungsinstanzen der Firma führte in den letzten Jahren mehrmals zu konfrontativen Verhalten gegenüber Transitländern wie das Beispiel Ukraine und Weißrussland zeigten. Das hatte unmittelbare Folgen auf dem Weltmarkt für Energie und den betroffenen europäischen Absatzmärkten, die als Gesamtheit 25% ihrer Gasnachfrage mit russischem Gas befriedigen. Insbesondere die Versorgung Deutschlands wird durch die Entscheidungen aus dem Kreml maßgeblich beeinträchtigt. Aus Mangel an natürlichen Ressourcen muss Deutschland 85% des Erdgases aus dem Ausland beziehen, wobei ca. 40% der Gesamtmenge von Gazprom stammt. 3 Die Tatsache, dass diese Konstellation bei einem Engpass zu einer Krise der Gasversorgung führen kann, verleiht der vorliegenden Abhandlung eine explizite Relevanz und Aktualität. Der chronologische Wandel des Unternehmens im In- und Ausland macht den Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit aus. Anschließend wird auf die Fragestellung eingegangen, ob die Interdependenz mit Russland für Deutschland Risiken birgt und ob eine gemeinsame europäische Energiepolitik als Lösung möglich wäre. Als detailliertes Material
1 Aussage eines Gazprom Ingenieurs: zitiert nach: Kolb, Matthias: Gazprom: Ein Jahr nach der Krise. An den
Reglern der Macht; online im Internet: http://www.sueddeutsche.de/politik/gazprom-ein-jahr-nach-der-gaskrise-an-den-reglern-der-macht-1.132618, Januar 2010 [zugegriffen am 08.08.10]
2 Vgl. Pollert, Achim (Hrsg.): Das Lexikon der Wirtschaft. Grundlegendes Wissen von A bis Z, BpB
Schriftenreihe Band 414, Bonn 2004, S. 231 und Vgl. Kaleck, Wolfgang/Saage-Maaß, Miriam: Transnationale
Unternehmen vor Gericht. Über die Gefährung der Menschenrechte duch europäische Firmen in Lateinamerika,
Schriften zur Demokratie, Band 4, Berlin 2008, S. 15.
3 Schmid, Stefan/Schulze, Stephan: Ruhrgaz und Gazprom. Keine Sonderrechte -trotz langjähriger Import-
Beziehungen und existierender Minderheitsbeteiligung; in: Schmid, Stefan (Hrsg.): Strategien der
Internationalisierung, München 2007, S. 159ff.
4
für die inhaltliche Abhandlung der Thematik erwiesen sich das Buch von Gemma Pörzgen Gazprom. Die Macht aus der Pipeline und von Waleri Panjuschkin und Michail Sygar Gazprom. Das Geschäft mit der Macht.
2 Die Entwicklung eines Unternehmens zum Weltkonzern
Gazprom hat eine sehr komplexe Unternehmensstruktur. Der Tätigkeitsbereich reicht von der Gas- und Ölförderung bis zu Finanzwesen, Landwirtschaft, Medien und Sport. Heute beschäftigt Gazprom in ungefähr 1.000 Tochterunternehmen auf allen Wirtschaftsbereichen weltweit 400.000 Beschäftigte und ist somit das größte Gasunternehmen der Welt mit 85% der russischen Gasproduktion. Die Aktienmehrheit von 51% ist unter staatlichem Besitz. Ein Viertel der russischen Staatseinnahmen werden durch die Steuererhebung bei Gazprom erzielt. 4 Der Konzern erlebte jedoch in seiner Firmengeschichte Höhe- und Tiefpunkte.
2.1 Der Zerfall der Sowjetunion und die „Privatisierung durch den Staat“ Mit der Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 verlor Gazprom ein Drittel seines Pipelinenetzes und seiner Energiequellen. Das Produktionsvermögen sank um 25%. Allerdings blieb das Unternehmen bestehen und lieferte Gas im Inland ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Der Staat war zu dieser Zeit dem Druck verschiedener Interessensgruppen ausgesetzt und konnte keine ordentliche Steuererhebung gewährleisten. Die Gesellschaftsform wurde zu einer Aktiengesellschaft geändert, indem der Staat als Hauptaktionär fungierte. Einige Anteile gingen in private Hände über. Die einzigen nennenswerten finanziellen Mittel des Unternehmens stammten aus dem Exportgeschäft. Dadurch konnte die Firma seine Monopolstellung noch aufrechthalten und den Kollaps der Planwirtschaft überleben. 5 Zum Leiter des Unternehmens wurde der frühere Energieminister Viktor Tschernomyrdin berufen, der einige Monate später das Amt des Ministerpräsidenten übernahm und durch Rem Wjachirew abgelöst wurde. Die Interessen von Gazprom wurden auf höchste Ebene vertreten. Kaum ein Unternehmen war in seiner Geschichte mit der Politikführung des Landes so eng verbunden wie Gazprom. Ab den 90er Jahren hatten alle hochrangigen Politiker Russlands ihre Karriere bei Gazprom angefangen. Jedoch war das Verhältnis zwischen dem Unternehmen und dem Staat dauernd zerrissen. Gazprom
4 Vgl. Pörzgen, Gemma: Gasprom. Die Macht aus der Pipelin, Hamburg 2008, S 7f.
5 Vgl. Panjuschkin, Waleri/Sygar, Michail: Gazprom. Das Geschäft mit der Macht, München 2008, S. 29-39. und
vgl. Manuel’evna Mateo, Diana: Global Governance as business strategy. The Case of Gazprom, Hamburg 2010,
S. 55.
Arbeit zitieren:
Bledar Milaqi, 2010, Gasmilliarden als Politisches Mittel, München, GRIN Verlag GmbH
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