1. Einleitung
Unternehmen stehen angesichts komplexer Prozesse wie der Emanzipation der Frau, der fortschreitenden Technologisierung, der wachsenden Internationalisierung und den demographischen Entwicklungen in einer globalisierten Welt vor neuen Herausforderungen, Problemen und Chancen. Im Umgang mit einer neuen Heterogenität hat es sich herausgestellt, dass Vielfalt in der Belegschaft als eine Ressource für die Betriebe fungieren kann. Vor diesem Hintergrund haben sich Strategien eines Diversity-Managements entwickelt, mit denen sich auch deutsche Unternehmen zunehmend beschäftigen. Diversity-Management sollte in der Umsetzung nicht nur der Profilierung einer Organisation dienen, eine leere -Strategie
empfunden werden. Vielmehr sollte es zu einer neuen Unternehmenskultur kommen, die ein Umdenken der Mitarbeiter mit sich bringt, was sich auch im Handeln und den Organisationsstrukturen niederschlagen sollte. Bei der Etablierung eines Diversity-Managements können unterschiedliche Schwerpunkte gelegt werden und die Umsetzung kann durch vielfältige Instrumente vollzogen werden. In den letzten Jahrzehnten hat die Lernform des Selbstgesteuerten Lernens mehr und mehr an Bedeutung in der Erwachsenenbildung gewonnen und ist ein wertvoller Bestandteil didaktischen Handelns geworden. Da es in der Literatur immer wieder betont wird, dass die Maßnahmen der neuen Management-Strategie nicht nur als von oben erlassen empfunden werden sollen, wird sich diese Arbeit damit auseinandersetzen, inwiefern Maßnahmen eines Diversity-Managements das Selbstgesteuerte Lernen unterstützen können. Hierfür werde ich zunächst die Rolle Selbstgesteuerten Lernens in der Erwachsenenbildung reflektieren. Dabei ist es wichtig, zuerst die Begrifflichkeit zu klären, Rahmenbedingungen, Ziele und Voraussetzungen dieser Lernform zu erkennen. Im dritten Kapitel werden im ersten Schritt Kontext, Akteure und Ziele des Diversity-Managements erläutert, bevor im nächsten Unterkapitel Inhalte und Methoden auch anhand eingesetzter Instrumente vorgestellt werden. Darauf folgt die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten, die es innerhalb Maßnahmen des Diversity-Managements gibt, Selbstgesteuertes Lernen zu unterstützen und zu fördern. Die Arbeit schließt mit einer Schlussbetrachtung.
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2. Selbstgesteuertes Lernen in der Erwachsenenbildung
Begriff des Selbstgesteuerten Lernens
Seit den 1970er Jahren verstärkte sich die Diskussion - angesichts der Entwicklungen in der Arbeitswelt - um die Erfordernis des lebenslangen Lernens. Nicht nur in der Schule sollte das Lernen-Lernen gefördert werden, sondern auch die rasanten Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie, Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse und die Flexibilisierung in der Arbeitswelt erforderten eine neue Lernkultur. Und diese Lernkultur ist auch für die Erwachsenenbildung bedeutsam wie beispielsweise etliche Tagungen zur Thematik und die hohe Anzahl an Veröffentlichungen beweisen. (Dietrich 1999, S. 14). In den neuen Formen des Lernens sollen Lernende stärker Lernziele, Lerninhalte und Lernwege stärker selbst gestalten und mitbestimmen. Eine Selbstlernkompetenz wird zu einem neuen Lernziel, das in unterschiedlichsten Lebensbereichen gefördert werden soll (Brinkmann 2000, S.1).
Klassische Bildungsinstitutionen scheinen durch die Beschleunigung des Wissensumschlags mehr und mehr überfordert. Und wenn die organisierte Bildung beendet wird, ist das dort erworbene Wissen möglicherweise schon wieder veraltet. Die Anforderungen an den einzelnen im ständigen Transformationsprozess sind gewachsen und der schnelle Wandel ist schwer nachzuvollziehen. Eine lebensbegleitende pädagogische Führung und Betreuung in schulartigen Kursen kann es nicht geben und ist auch nicht wünschenswert (Dohmen 1996, S.6). Gerade deshalb nimmt die Bedeutung Selbstgesteuerten Lernens zu: die Lernenden müssen selbst entscheiden, welche Lernformen, Lerntechniken, Zeit- und Raumstrukturen zu ihnen passen (ebd., S. 6, S. 54). Der Begriff des Selbstgesteuerten Lernens wird in der wissenschaftlichen Literatur nicht einheitlich definiert. Es kursieren viele verwandte Begriffe, wie selbstorganisiert, selbstbestimmt, autonom, selbstreguliert, autodidaktisch. Zum Teil werden diese synonym verwendet, zum Teil treten sie mit unterschiedlicher Bedeutung auf (Dietrich 1999, S. 14f). Selbstgesteuertes Lernen ist an dem von Malcolm Knowles geprägten englischen Begriff des
- SelbstgesteuertesLernen sollte den Aspekt der Steuerung des Lernprozesses hervorheben. Die zu steuernden Aspekte sind verschiedene Eckpunkte des Lernens: Ziele, Inhalte, Lernwege, Lernregulierung und die Überprüfung der Lernerfolgs (Brinkmann 2000, S. 54f).
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Quelle: Eigene Darstellung nach Brinkmann 2000, S. 54f.
Je nachdem welche und wie viele der Faktoren von den Lernenden selbstgesteuert
es sich bei der Lernsituation
um ein Kontinuum zwischen beiden Polen handelt, das stärker an einer oder der anderen Seite ausrichten kann (Dietrich 1999, S. 15). Es geht darum, wie der Lernende wesentliche Entscheidungen des ob, was, wann, wie und woraufhin beeinflussen kann. Dabei kommt es nicht zu einem völlig autonomen Lernen geben (Dohmen 1996, S. 44f). Selbstgesteuertes Lernen kann sowohl selbstorganisiert als auch in institutionellen Zusammenhängen stattfinden (Dietrich 1999, S.15).
Rahmenbedingungen, Ziele und Voraussetzungen des Selbstgesteuerten Lernens Moderne Lernformen bieten notwendige Rahmenbedingungen für Selbstgesteuertes Lernen. Bestimmte Moderationstechniken geben Lerngruppen beispielsweise Instrumente zur Selbststeuerung an die Hand, multimediale Selbstlernmaterialien laden zur Nutzung auf dem eigenen PC ein, aber auch Lernen in Projekten oder in Lern-Teams am Arbeitsplatz bieten Gelegenheiten für ein Selbstgesteuertes Lernen. Durch den Einsatz neuer Lernformen- und techniken werden nicht nur spezifische Inhalte vermittelt, sondern auch Kompetenzen der Lernen auf der Meta-Ebene gefördert. Das soll bedeuten, dass der Lernende nicht nur den Inhalt steuert, sondern möglicherweise auch lernt, seinen individuellen Lernprozess besser zu steuern und eine bessere Wahl unter den vielfältigen Angeboten und Wegen zu treffen. Dabei
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soll mit Selbstgesteuerten Lernen Problemlösungs-, Entscheidungs- und Kontrollkompetenzen
Kompetenzen zur Selbststeuerung zu erhöhen. Nicht die Disziplin der Schüler ist der heimliche Lehrplan des neuen Arrangements, sondern das Bewusstsein über die Potenziale der Selbststeuerung. Indem moderne Lernformen die Lernfähigkeit der Lernenden selbst steigern wollen, erhöhen sie zugleich ihre Kompetenzen zur Selbststeuerung und fördern so
der Lernenden einlassen. Traditionelle Vorstellungen von Klassenunterricht werden gesprengt und stattdessen tut sich ein Feld auf, das mit didaktischer Phantasie und unter Beachtung der praktischen Möglichkeiten entfaltet werden muss (Tilch 1998, S. 77). Der Lehrende sollte die Eigenaktivität der Lernenden unterstützen und für eine passende Lernumgebung sorgen, in der authentische, realitätsnahe Probleme gestellt werden, der Aufbau multipler Perspektiven gefördert wird, die Verknüpfung von Wissen und Handeln unterstützt wird, eine Kooperation zwischen Lernendem um Lehrendem aktiviert wird, der Transfer des Gelernten gebahnt wird und Medien so eingesetzt werden, dass sie bei der Bearbeitung von komplexen Problemen hilfreich werden (Siebert 2006, S. 110).
Ziele Selbstgesteuerten Lernens sind meist darauf bezogen unabgängig der spezifischen Lehrinhalte - , dass der Mensch frei, offen und verantwortungsbewusst lernen kann, das eigene Verhalten besser zu verstehen, eigene und fremde gesellschaftliche, kulturelle Voraussetzungen immer klarer zu durchschauen, die Rolle verschiedener Deutungsmuster für das Weltverständnis kritischer einzuschätzen, Probleme differenzierter zu analysieren und eigene Vorstellungen immer geschickter in reale Veränderungen umzusetzen. Effiziente Erwachsenenbildung kann nicht nur durch professionelle Anleitung in anerkannten Bildungseinrichtungen stattfinden, sondern ist bei dieser Zielerreichung auch auf die Entwicklung Selbstgesteuerten Lernens angewiesen (Dohmen 1996, S. 48f). Ein weiteres wesentliches Ziel des Selbstgesteuerten Lernens ist es, Menschen für das lebenslange Lernen zu sensibilisieren und sie von der Vorstellung wegzubringen, dass Lernen nur in dafür vorgesehenen Institutionen vonstatten geht. Lebenslanges Lernen soll nicht nur von außen auferlegt erscheinen, sondern es soll als ein Prozess erfahren werden, den man steuern kann, den eigenen Interessen entspricht und der Verbesserung der eigenen
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Arbeit zitieren:
2009, Selbstgesteuertes Lernen innerhalb Maßnahmen des Diversity-Managements, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
The English Education System - A Historical Perspective
Anglistik - Kultur und Landeskunde
Hausarbeit, 16 Seiten
Teenage drinking habits in the US and Europe
Referat / Aufsatz (Schule), 11 Seiten
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