2
2
Inhaltsverzeichnis
1
1. Einleitung. 3
2. Entstehung des linguistischen Phänomens 3
2.1 Gemeinsames Etymon 4
2.2 Zufällige falsche Freunde 5
2.3 Pseudoanglizismen 6
3. Verschiedene Klassifikationsmöglichkeiten. 7
3.1 Günther Haensch 7
3.2 Hans Martin Gauger 8
3.3 Pedro J. Chamizo Domínguez und Brigitte Nerlich. 8
4. Praxisteil 9
5. Schlussfolgerung. 11
Bibliographie 12
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
Anhang. 13
3
1. Einleitung
“A friend in need is a friend indeed.” Diese Redewendung aus dem englischen Sprachraum beschäftigt sich damit, dass nur derjenige ein wahrer Freund ist, der auch in schweren Zeiten zu einem hält. Dass nicht alle sogenannten Freunde für einen da sind, wenn man sie wirklich bräuchte, hat wahrscheinlich jeder schon einmal erlebt. Aber nicht nur in interpersonellen Beziehungen gibt es falsche Freunde, sondern auch die Sprachwissenschaft kennt ein Phänomen, das eben jenen Titel trägt. Das englische Äquivalent nennt sich false friends und ist für alle Fremdsprachenlerner eine Hürde, die es zu überwinden gilt. Erstmals verwendet wurde der Begriff faux ami 1928 von Koessler und Derocquigny. Sie nahmen vor allem die Beziehung des Englischen und Französischen unter die Lupe und ihre Definition des Terminus war stark an die Etymologie angelehnt. Das Kriterium der für eine solche Definition notwendigen nahen Verwandtschaft der Sprachen wird ebenfalls vom Sprachpaar Deutsch/Englisch erfüllt, auf das ich mich innerhalb dieser Arbeit konzentrieren werde. Koessler und Derocquingny sagen, dass falsche Freunde diejenigen Wortpaare sind, die einander zwar durch ihre Etymologie und äußere Form entsprechen, aber im Laufe der Zeit verschiedene Bedeutungen angenommen haben. (vgl. Haschka 149)
Solange man also nur auf das Äußere achtet, bleibt die ‚Freundschaft‘ bestehen. Will man aber auch die Bedeutungen der Wörter gleichsetzen, beziehungsweise im Kontext menschlicher Beziehungen in Notsituationen auf falsche Freunde bauen, wird man von ihnen enttäuscht. Bevor ich mich unter Punkt 4 praxisnah mit falschen Freunden der englischen und deutschen Sprache auseinandersetzen werde, möchte ich zunächst mehr über die theoretischen Grundlagen dieses Phänomens in Erfahrung bringen. Hierbei interessiert mich besonders, wie es zu falschen Freunden kommen kann und welche Möglichkeiten bestehen, sie unter bestimmten Gesichtspunkten zu gruppieren.
2. Entstehung des linguistischen Phänomens
Im folgenden Kapitel möchte ich klären, welche verschiedenen Vorgänge dazu führen können, dass es zu Verwechslungen des Fremdsprachenlerners im
4
Bereich des Vokabulars aufgrund der äußerlichen Ähnlichkeit der Worte, also zu falschen Freunden kommt. Dabei beschränke ich mich auf die Möglichkeiten des gemeinsamen Wortursprungs, der Verwechslung aufgrund von zufälliger gleicher Schreibweise oder Aussprache, und der Pseudoanglizismen.
2.1 Gemeinsames Etymon
Eine der wohl bemerkenswertesten Erkenntnisse im Bereich der Sprachwissenschaft war diejenige, dass Sanskrit, eine Sprache des alten Indien, Teil der indoeuropäischen Sprachfamilie war. Sanskrit besitzt ein Sprachsystem, das ungewöhnlich reich an Kasus und Konjugationen ist. Durch diese Einsicht wurde es klar, dass die Flexionen von Sprachen wie dem Englischen, dem Deutschen oder dem Dänischen zu einem gemeinsamen Ursprung zurückzuführen sind, dem Indoeuropäischen. (vgl. Baugh 20)
Da von dieser Muttersprache der indoeuropäischen Sprachfamilie aber keine Aufzeichnungen mehr vorhanden sind, ist es nicht möglich, falsche Freunde bis auf einen gemeinsamen Ursprung in dieser Sprache zurückzuverfolgen. Allerdings ist eine Vielzahl von deutschen und englischen Vokabeln auf eine andere Sprache zurückzuführen - das Lateinische. Auch wenn die Kelten ursprünglich die britischen Inseln bevölkerten, haben sie bei Weitem nicht einen so großen Einfluss auf die heutige englische Sprache hinterlassen wie das Lateinische. Ein ausschlaggebender Grund für die größere Akzeptanz der letzteren Sprache war, dass sie nicht die Sprache eines eroberten Volkes war, sondern die einer anerkannten und bewunderten Kultur. Folglich waren die Angelsachsen durchaus bereit, von ihren eigenen Eroberern zu lernen und deren kulturelle Besonderheiten teilweise auch selbst anzunehmen. Der Einfluss, den Latein auf das spätere Englisch hatte, begann sogar schon vor der Zeit, zu der die Angelsachsen nach England kamen; als sie noch auf dem Festland wohnten, hatten sie ebenfalls bereits Kontakt zu den Römern und so fanden schon damals lateinische Wörter Einzug in ihren Sprachgebrauch. Als sie dann ab 449 nach England kamen, übernahmen sie zudem diejenigen Wörter von den Kelten, die diese schon von den Römern gelernt hatten. Auch als 595 die Christianisierung Britanniens durch die römisch-katholische Kirche begann, wurden wieder zahlreiche Elemente des Lateinischen übernommen. (vgl. Baugh 77) Zum Beispiel gehen auch die englischen Wörter argument, familiar, sensible und sympathetic auf das Lateinische zurück (vgl. O’Neill 111f.). Auch wenn diese
5
vier Begriffe mit ihren deutschen Äquivalenten Argument, familiär, sensibel und sympathisch einen gemeinsamen Ursprung teilen, haben sie doch zumindest teilweise unterschiedliche Bedeutungen, können also als falsche Freunde bezeichnet werden. So stimmen argument und Argument zwar in der Bedeutung von ‚Begründung/Rechtfertigung‘ überein, allerdings kann das englische Wort zusätzlich noch ein Synonym für Streitigkeit sein. Während bei diesem Beispiel zumindest eine teilweise Übereinstimmung vorhanden ist, kann man dies von den folgenden nicht behaupten; familiar bedeutet ‚vertraut/gewohnt‘, familiär hingegen ‚die Familie betreffend‘. Ein besonders häufig begangener Fehler ist die Verwechslung von sensible, was ‚vernünftig/angemessen‘ bedeutet, und sensibel. Letzteres ist mit dem englischen Wort sensitive zu übersetzen. Dass mit der Aufforderung “Bring sensible shoes!” nicht gemeint ist, ‚sensible Schuhe‘ mitzubringen, dürfte jedem Deutschen klar sein. Nichtsdestotrotz kann man diesen Fehlschluss von sensible auf sensibel immer wieder, vor allem in niedrigeren Klassen bzw. bei Lernern mit weniger Erfahrung, antreffen. Auch sympathetic darf nicht leichtfertig mit sympathisch gleichgesetzt werden. Es steht eher für ‚mitfühlend/verständnisvoll‘, während sympathisch in der englischen Sprache am ehesten mit nice übersetzt werden kann.
2.2 Zufällige falsche Freunde
Neben einem gleichen Etymon kann auch Zufall dazu führen, dass der Fremdsprachenlerner Wörter aus verschiedenen Sprachen fälschlicherweise miteinander gleichsetzt. In diesem Fall haben beide Begriffe zwar die gleiche Form, der Inhalt ist aber unterschiedlich und im Gegensatz zu den Beispielen unter 2.1 teilen sie keinen gemeinsamen Wortursprung. Diese zufälligen falschen Freunde kann man mit Homonymen innerhalb einer einzelnen Sprache vergleichen. (vgl. Chamizo 1833)
Mit Homonymen sind diejenigen Wörter gemeint, die innerhalb einer Sprache vorkommen und sowohl in Aussprache als auch in Schreibweise übereinstimmen. Zusätzlich lässt sich Homonymie noch in Homographie und Homophonie unterteilen. Letzteres kommt vor, wenn sich nur die Aussprache zweier Wörter gleicht, sie aber unterschiedlich geschrieben werden. Homographie hingegen bedeutet, dass die Aussprache voneinander abweicht, die Graphie aber dieselbe ist. Ein deutsches Homonym wäre zum Beispiel das Wort sieben, da es bei gleicher Schreibweise und Aussprache sowohl eine Zahl als auch einen Vorgang beschreibt.
Arbeit zitieren:
Philipp Hössel, 2010, Falsche Freunde / False Friends, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Unterrichtsentwurf - Diskussion zu Themen aus dem Bereich "Segen ...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 26 Seiten
Die Pragmatik der Kommunikation
Medien / Kommunikation - Interpersonale Kommunikation
Hausarbeit, 14 Seiten
Anwendung der Prototypentheorie auf Wortbedeutungen polysemer Adjektiv...
Niederlandistik (Literatur, Sprache, Kultur)
Seminararbeit, 14 Seiten
Wortschatzvermittlung im Deutsch als Fremdspracheunterricht unter Berü...
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit, 16 Seiten
Kognitive Linguistik in der Literaturwissenschaft
Lizentiatsarbeit, 125 Seiten
Die pragmatischen Axiome der Kommunikationstheorie von P. Watzlawick i...
Verifizier- oder Falsifizierba...
Hausarbeit, 23 Seiten
Sekundäre Motivation - Eine Annäherung an volksetymologische Phänomene
Seminararbeit, 19 Seiten
Entstehungstheorien zum Genus der Sprache
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Seminararbeit, 19 Seiten
Koketterie in fremden Kulturen - Übersetzerseminar
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Die Stilanalyse nach dem abweichungsstilistischen Ansatz von Michael R...
Bachelorarbeit, 38 Seiten
Anglistik / Englische Sprachwissenschaft: Falsche Freunde / False Friends ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Anglistik / Englische Sprachwissenschaft: neuer Titel erschienen: Falsche Freunde / False Friends
Philipp Hössel hat einen neuen Text hochgeladen
Medical Dictionary II. English - German
Dictionary of Clinical Medicin...
Peter Reuter, Christine Reuter
Logistik-Wörterbuch. Dictionary of Logistics. Deutsch-Englisch / Engli...
Vanessa Scott-Sabic
Das Oxford Grundwörterbuch English-German, Deutsch-Englisch
English-German / Deutsch-Engli...
Taschentrainer Englisch. True and False Friends
Stolpersteine im englischen Wo...
John Stevens
Mistakable French: Faux Amis and Key Words
Philip Malcolm Waller Thody, Philip Tundy, Howard Evans
The Oxford New German Dictionary: German-English/English-German, Deuts...
Oxford University Press
0 Kommentare