-I-
INHALTSVERZEICHN IS
Se ite
Ei nführung I
A. Komplexe Entsche idungssi tuati on
1
L Merkmale komplexer Entsche i dungss i tuat i onen
I
a) Komplexität und Dynami k 1
b) Intransparenz
c) Unkenntni
IL Begriff " Prob lem"
III. Fehler beim Umgang mit komplexen Systemen
a) Zeitproblen und Beurteilung von Zeitabläufen
b) Bedeutung von exponentiellen Prozessen
4
c) Denken in Kausal ketten
B. Umgang mit Zielen
I. Z i el bestimmung
a) I nformat i onssamm iung und Zeitproblem
b) Strukturierung des unbekannten Bereichs
c) Zielkonflikte
IL lnformationsverarbeitung
III. Ziel konkretisierung
a) Auflösung in Tel lziele
b) Schwerpunktbi ldung und deren Gefahren
c) Folgen bei i,langel an Konkretisierung
c. Planungs- und Handl ungsorgani sation 10
I. Anforderungen an die Planung 10
a) Beschaffenheit des Ei ngriffs 10
b) Stärke des Ei ngri ffs
tt
c) Analyse der Nebenwi rkungen 11
IL Entsche i dungsve rhal ten und Durchführung 1?
a) vorbemerkung 12
b) wahrscheinl ichkeit und Unsicherheit 1Z
c) Nutzen e iner Entscheidung 13
IIL Defizite bei erfolgloser Problemlösung 14
a) "Thematisches Vagabund ieren "
14
't4
b) "Verkapsel ung"
'15
c) Entsche i dungsbe re j tschaft
d) Verantwortung 15
Ei nführunq
Diese Arbeit untersucht d'ie Ab I aufe i genschaften des Denkens und Entscheidens in sehr komplexen, dynamischen Systemen, Früher unabhängige Realitätsbereiche verflechten sich miteinander. Unser Leben ist ein System von 'interagierenden Tejlsystemen geworden.
}{enn man Erfolg haben wilI, muß man die Wechselwirkung von
Teilbereichen bedenken. Die zentrale Frage ist, ob menschliches Denken und Handeln fähig ist, den Eigenschaften der komplexen Systeme gerecht zu we rden,
Der Verfasser untersucht im ersten Kapjtel das l{esen komplexer Entsche i dungss i tuat i onen. Im zweiten Kapitel sol I der Umgang mit Zielen dargestellt werden. Abschließend beschäftigt sich der Verfasser jm dritten Kapitel mit der Planungs- und Handlungsorganisation. Auch Defizite bei erfolgloser Problemiösung so11en hier aufgezeigt r,/erden. dieser Seminararbeit, jeweils alle Es ist nicht Ziel Fragen
darzustellen. Der Verfasser konzentriert sich auf die besonders relevanten Themenschwerpunkte. Praktische Mode] le bl ei ben unberücks i chti gt.
A, Komo'lexe Entsche i dunqss i tuat i on
Zunächst vJerden Merkmale komplexer Entsche idungss ituat i onen erlautert,
erläutert. Schließlich werden Fehler beim Umgang mit komplexen Systemen besprochen.
I. Merkmale komolexer Entsche i dunqss i tuat i onen
Die allgeme'inen Merkmale komplexer Handlungssituationen sind Komplexität, Dynamik, Intransparenz und Unkenntn'is. Aus diesen Problemen ergeben sjch Anforderungen an den Handelnden.
a) Komplexität und Dvnami k
Dörner bezeichnet die Existenz von vielen, voneinander abhängigen
l'lerkmalen in einem Ausschnitt der Realität als "Komplexität" 1. Sehr viele Merkmale müssen also berücksjchtigt werden. 0ie Komplexität eines Rea l i tätsausschn i ttes nimmt mit der Anzahl der Merkmale und
1Vgl . Dörner, D.: Die Logik des Mißlingens. Bamberg: Rowohlt, 1989,
deren Abhängigkeit voneinander zu. Aber nicht allein die Menge der
Variablen macht Kompiexität aus. V{enn die Variablen eines Systems nicht verknilpft sind, ist das System nicht komplex. Erst die Verknüpfung schafft Komplexität. Die verschiedenen Aspekte einer Entsche i dungss i tuat i on sjnd dann nicht unabhängig voneinander
beeinflußbar. Die Veränderung einer Variablen zieht Veränderungen anderer Variablen zwangsläufig nach sich. Dies nennt man "Vernetztheit",
Weil ein Sachverhalt also im Ganzen nicht mehr überschaubar ist, werden zwangsläufi9 komplexitätsreduzierende Maßnahmenötig, Der
Verfasser beschränkt sich an dieser Stel le auf die kufze Nennung: Abstraktion, also die Auskiammerung bestimmter Merkmaie eines Sachverhaltes. Komplexbi 1dung, lrorunter man die Zusammenfassung
komplex'itätsvermindernde Maßnahme ist die Reduktion; hier wird eine Menge von Einzelmerkmalen auf ein Grundmerkmal zurückgeführt 1. Alie Handlungsgebi 1de haben ein weiters bedeutsames Merkmal: Dynamik. Dies bedeutet, sie sind aktiv, "bewegen sich von selbst" ?, Die Entwicklungen eines Systems laufen ab, teils ohne Zutun des
Handelnden, teils mit der Möglichkeit, einzugreifen. Daher ist der Rea 1 i tätsausschn i tt nur begrenzt manipulierbar. Die eigene Aktivität einer Situation bedeutet Zeitdruck, I nformat i onssamml ung und 'lang betrieben
Entscheidung zum Eingriff kann deshalb nicht beliebig werden. Der Verfasser erleutert entsprechende Probleme im zweiten Kapitel im Rahmen der Zielbestimmung 3.
b) Intransoarenz
In einer Entsche i dungss ituat i on sind nicht al le Merkmale feststelibar. Der Realitätsbereich hat intransparente Teilbereiche. Viele Variablen sind dem Handelnden gar nicht oder nur mittelbar zugänglich. Der
Akteur kann die Zustände mancher Elemente des Systems nicht direkt
feststel len. Die Situation hat einen unsichtbaren Kern, der eine $,eitere der Unbestimmtheit für Planungs-und Quelle
Entsche i dungss i tuat i on ist.
1 Vgl. Dörner, 0., Problemlösen als Informationsverarbeitung, Stuttgart, 1987 , S. 18
Die Eigenaktivität von Systemen erfordert natürl ich insbesondere die Erfassung des Gesamtzusammenhangs
c) Unkenntn i s
Durch Unkenntnis ist das einer Bild Entsche i dungss i tuat ion
unvollständig. Variablen bleiben unberücksichtigt. Die Konsequenz sind
falsche Hypothesen und mangelhafte Entscheidungen. Erfolg bei jeder Systemanalyse setzt Kenntnisse der Struktur des Systems voraus. Njcht ausreichend ist das l{issen über die augenblickl iche Situation 1. Der
bestimmten Eingriffen voraussichtl'ich ändert. Dörner nennt die
Gesamtmenge der Annahmen, die sich auf die Zusammenhänge der Variablen eines Systems beziehen ein Realjtätsmodell.
An dieser Stel le will der Verfasser k'lären, was ein Problem ist. Der Begriff "Problem" lst in der Psychologie nicht umstritten. Süllvrold definiert: "Ein Problem sei dann gegeben, wenn ein Individuum ein bestimmtes Ziel erreichen wjll, jedoch njcht !'tejß, t',ie es zu diesem
Ziel gelangen kann" 2. Das Problem besteht fo'lgiich aus den drei Bereichen Anfangszustand, 'lösen, muß man bestimmte
Zielzustand und Barriere 3, Um ein Problem zu
operationen durchführen, also die Barriere überwjnden. D'iese Barriere kann verschiedener Art sein: Die Möglichkeiten zur Umwandlung von
zu große Zahl um alle zu komb'inieren. Oder d'ie tlittel der Umwandlung sind unbekannt. Oder der Zielzustand ist nicht oder nur tei lweise bekannt 4. Erfolgreiches Handeln in komplexen Entsche i dungss i tuat i onen
muß jewei ls auf die Art der Barriere abgerichtet sein. Angemerkt werden soll noch, daß der Barrieretyp nicht unabhängig vom
Problemlöser ist, l{enn jemand von Informatik nichts weiß, so ist die
Informati ker hingegenicht 5.
Außerdem ist klar, daß komp'lexe Systeme nicht notwendigerweise nur
eine ejnzige Barriere enthalten. Vielmehr kommen oft verschiedene Barrieretypen gleichzeitig vo r.
1 Vgl. Dörner,D.: 0ie Logik des Mißlingens. Bamberg: Rowoh lt, 1989, S. 64 2 V9'l . Sü11woid
Vg1 Dörner, D,, Probiemlösen als Informationsverarbeitung. J
Stuttgart: Kohlhammer, 1987, S, 10 Vgl Dörner, D., a.a.0., S. 11 4
Dörner sprjcht hier von Problenen mit Synthesebarie re (geringer
Bekannthe itsg rad der Mittel / hohe Klarheit der Zielkriterjen) und Interpolatjonsbarriere (hoher Bekannthe i tsg rad / hohe Klarheit)
Arbeit zitieren:
Stefan Kuchenmeister, 1993, Handeln in komplexen Entscheidungssituationen, München, GRIN Verlag GmbH
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